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Demo gegen Beschneidungsverbot: Die Hamas marschiert mit

Hamas-Kämpfer, Bild: (CC BY-NC 2.0) MATEUS_27:24&25 on Flickr

Hamas-Kämpfer, Bild: (CC BY-NC 2.0) MATEUS_27:24&25 on Flickr

Am 9. September wollen jüdische, muslimische und andere Gruppierungen in Berlin gegen das Beschneidungsverbot demonstrieren. Unter dem Slogan „Auf Messers Schneide: Religionsfreiheit„ rufen die Initiatoren auf zu „Toleranz, Weltoffenheit und Gelassenheit gegenüber einer Tradition, die für die jüdische und muslimische Identität essentiell ist.“ Mit „Toleranz und Weltoffenheit“ dürfte es bei einigen Unterstützern der Aktion nicht weit her sein: In der Liste der Unterzeichner findet sich auch eine Tarnorganisation der palästinensischen Hamas.

„Nachdem einige Beschneidungsfürworter eh schon alle theoretischen Überlegungen zum Antisemitismus über Bord geworfen haben, soll nun am 9. September eine Pro-Beschneidungsdemo stattfinden, auf welcher auch HAMAS (…) mitmarschieren wird“, schreibt der Buchautor und Jurist Tilman Tarach auf seiner Facebook-Seite. Es geht um das „Islamische Kultur- und Erziehungszentrum Berlin e.V.“, welches im Verfassungsschutzbericht 2010 auftaucht. Dort heißt es:

„In Deutschland tritt die HAMAS nicht offen in Erscheinung. Ihre Anhänger treffen sich in Moscheen, Moscheevereinen und islamischen Zentren. Als Berliner Treffpunkt von HAMAS-Anhängern gilt das ‚Islamische Kultur- und Erziehungszentrum Berlin e.V. (IKEZ).'“ (Seite 206)

Beim IKEZ selbst gibt man sich indes betont harmlos. Man sei ein „im sozialen und kulturellen Bereich tätiger gemeinnütziger Verein. Er wurde im Mai 1995 in Berlin auf Initiative muslimischer Studenten gegründet, die das Bedürfnis nach einem Ort der Gemeinschaft hatten. (…) Der Islam versteht sich als eine Religion des Friedens für alle Menschen ohne Unterschied des Glaubens. Daher ist jeder in unserem Zentrum herzlich willkommen, der sich für den Islam interessiert oder sich informieren möchte, unabhängig seiner Nationalität oder Religionszugehörigkeit.“

Damit sind in der Beschneidungsdebatte wohl endgültig alle Sicherungen durchgeknallt. Kann man von den Organisatoren erwarten, jede unterzeichnende Gruppierung auf Herz und Nieren zu prüfen? Man kann, zumindest sollte man das, wenn man derartig dick aufträgt im Aufruftext:

„Wir fordern die lautstarken Beschneidungs-Gegner auf, sich eingehender mit Juden und Muslimen auseinanderzusetzen, anstatt vorschnelle Verbotsforderungen zu erheben. Wir fordern Respekt für unsere kulturellen und religiösen Traditionen. Und wir fordern Respekt für jüdische und muslimische Eltern, die ihre Kinder nicht weniger lieben als die Eltern der deutschen Mehrheitsgesellschaft dies tun. Wir wehren uns dagegen,kriminalisiert oder als archaisch und blutrünstig hingestellt zu werden.
Für gegenseitigen Respekt und ein friedliches Miteinander!“

Wofür die Hamas bekanntlich schon immer stand (Ironie off). Die Organisatoren waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

UPDATE: Die Organisatoren haben das IKEZ gerade aus der Unterstützer-Liste entfernt!

 

 

 

 

 

 

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35 Kommentare zu “Demo gegen Beschneidungsverbot: Die Hamas marschiert mit

  • #1
    Martin

    Die Sache hat sich bei Erscheinen des Artikel schon erledigt gehabt. Diese Gruppen gehören nicht mehr zu den Unterstützern und sind von den Veranstaltern auch nicht erwünscht.

  • #2
    Martin Niewendick Beitragsautor

    @Martin, was hat sich da bitte erledigt? Nur weil die IKEZ jetzt, und nur aufgrund von Protest, spontan gestrichen wurde, ist die Sache doch nicht vom Tisch. Sie standen nun mal drunter, es hat sich also bis grade niemand daran gestört. Das allein reicht doch schon. Es stellt sich ja nun die Frage: Wie hat das IKEZ es überhaupt auf die Liste geschafft? Checkt das niemand durch? Wenn nein: unprofessionell. Wenn ja: skandalös.

  • #3
    Neville

    Die Organisatoren sind keine Profis, sondern Menschen, die in ihrer Freizeit versuchen, eine Demonstration zu organisieren! Von daher, sehr geehrter Herr Niewendick, ist Ihre Empörung sehr übertrieben.

  • #4
    theo

    Martin Niewendick:

    Sicherlich ist es ein Fauxpas, dass die Veranstalter da nicht genauer hingeschaut haben. Aber diese Sache ans Licht befördert zu haben, sollte dir doch Anerkennung genug sein, oder? „Skandalös“ ist übertrieben. Das Skandalisieren mag in manchen Medien inzwischen Mode sein, aber das macht den Journalismus weiß Gott nicht besser. Souveräner schon mal gar nicht.

  • #5
    Frank

    Zu RAMSA siehe hier: http://www.thomastartsch.org/page9.php?post=44

    Wird es, wie von einigen andeutet, wirklich ein Verbot für Israelflaggen geben, damit die muslimischen Mitdemonstranten nicht verschreckt werden?

  • #6
    Olaf

    Beschneidungsverbot? Wer hat eigentlich diese Beschneidung verboten? Ich sehe immer nur das Genitalverstümmelung bei Mädchen und Jungen nicht erlaubt ist.
    Wenn man sich aufgrund seiner Religion an den Genitalien schnibbeln lassen will kann man das doch machen. Cutting, branding, „implanting“ und viele andere Dinge von denen ich wohl noch nie gehört habe sind ja auch nicht verboten. Es ist nur verboten das bei anderen machen zu lassen ohne das diese darin Einwilligen.

    Was ich nicht verstehe ist wo die ganzen liberalen und säkularen Juden und Muslime sind die hier von einigen wenigen beansprucht werden. Denn für die ist das Amputieren im Namen eines gottes ganz und garnicht für die jüdische und muslimische Identität essentiell.
    Wo sind also die ganzen Juden und Muslime die sich nicht vereinnahmen lassen wollen?

  • #7
    Martin Niewendick Beitragsautor

    @ Neville, So, meine „Empörung“ ist also übertrieben? Immerhin hat die Öffentlichmachung dazu geführt, dass das IKEZ ausgeladen (?oder nur von der Liste gestrichen?) wurde. Ich bin mir im klaren darüber, dass dies von seiten der organisatoren sicher nicht beabsichtigt war. Allein – islamistische und antisemitische u-boote schummeln sich gern mal in „protestbewegungen“ und „linke“ zusammenhänge. Beispiel al quds-tag, beispiel marvi marmara, beispiel internationale liste (im asta der ruhr-uni). alles übertriebene empörung? (und dass nur „privatpersonen“ an der organisation beteiligt sind, halte ich für ein gerücht).

    @ Theo, ich blogge nicht für Schulterklopfer. Und ich war es auch nicht, der al erster auf die Sache gestoßen ist, es war, wie oben steht, zuerst Tilman Tarach. by the way, dieser „skandal“ wird künftig hoffentlich zu etwas mehr sorgfalt bei der auswahl etwaiger kooperationspartner mahnen. ist doch auch was.

  • #8
    neville

    @ Frank: Es gibt auch Leute, die behaupten, die Erde sei eine Scheibe!

    Im Übrigen geht es uns in erster Linie um die Intoleranz, die sich seit zwei Monaten gegen Juden UND Muslimen breit macht.

  • #9
    neville

    @ Olaf
    Die „ganzen liberalen und säkularen Juden“ werden, entgegen Ihrer Annahme nicht vereinnahmt, sondern schließen sich – bis auf wenige Ausnahmen – denjenigen an, die für die Beibehaltung der Beschneidung bei Jungen sind.

    Im Übrigen ist der Ausdruck „Genitalverstümmelung“ eine rassistische Beleidigung von mehr als eine Millarde beschnittener Männer weltweit und ca. 2 Millionen von ihnen leben in Deutschland.
    Und genau gegen diesen Rassismus und diese Intoleranz stellen wir uns.

  • #10
    Umac_de

    @ neville
    Ich bin intolerant.
    Genitalverstümmelung bei Jungen ist ein nogo.
    Warum?
    Wer religiöse Begründungen in diesem Fall zulässt, kann sie nicht bei der Genitalverstümmelung bei Mädchen ablehnen.

    Bist du für die Genitalverstümmelung bei Mädchen?

  • #11
    Olaf

    @ Neville
    Veilleicht versuchst du erstmal zu verstehen welche Argumente ich gebracht habe und setzt dich mit diesen auseinander bevor du mich mit der Rassismuskeule erlegen willst.
    Steht der Toleranz von Realität nämlich gut zu erkennen das ich es für Genitalverstümmelung halte es aber jedem gesunden Erwachsenen freistelle sich das eben selbst anzutun wenn es ihr/ihm einfällt.

    Im übrigen sei nochmal erwähnt: Beschneidung aus religiösen und/oder säkularen Gründen ausser bei medizinischer Notwendigkeit ist meiner Meinung nach Genitalverstümmelung an Jungen wie an Mädchen (egal welcher Form der Beschneidung man argumentiert).
    Zu fordern das bestimmten einzelnen Religionen augrund von angeblicher Tradition ein Sonderrecht zusteht ist das Recht jeder Religions- und Weltanschauungsgemeinschaft.
    Darauf hinzuweisen das ich diese Forderung für dumm, ignrorant und schädlich halte ist mein Recht.

  • #12
    Entspannung

    @Neville
    Lassen Sie mal lieber ihre Nazikeule im Dorf.
    Es hat überhaupt NICHTS mit Rassimsus zu tun, wenn man gegen die ungewollte Entfernung eines Körperteils von Kindern eintritt.

    Und am Begriff „Genitalverstümmelung“ ist auch nichts weiter rassistisch, ich kann micht nicht entsinnen, dass Rassisten am Werk waren als es gegen die weibliche Genitalverstümmelung ging.
    Nur weil im Bereich männliche Beschneidung der Großteil (aber nicht nur) der kritisierten Zielgruppe jüdisch oder muslimisch ist heißt dass noch lange nicht dass man Rassist ist.

    Sie sollten ihrem Weltbild vielleicht etwas Farbe hinzufügen, wenn sie meinen das jede Kritik direkt durch Rassismus begründet wird.

  • #13
    Na sowas

    „Für gegenseitigen Respekt und ein friedliches Miteinander!“

    Hatte erst Mittelalter gelesen.

  • #14
    Lars

    Also… ich bin medizinisch beschnitten (ja manchmal muß das sein) hab aber einen Iranischen Vater… was ich mir in Sportvereinen unter der Dusche schon für fragen hab stellen lassen müssen… Dabei mag der den Islam noch deutlich weniger als so mancher CSUler hier…

    die Beschneidung bei Männern nimmt nix weg was man als Kerl gebrauchen kann.

    Die Frauen finden es sogar gut weil sauberer.

    Mal ganz pragmatisch gesehen würde ich es bei meinem Sohn (sowie ich mal einen kriegen sollte) auch machen lassen.

  • #15
    Alex

    Die Beschneidung soll angeblich nicht nur bei Juden und Muslimen praktiziert werden, sondern auch in katholischen Knabeninternaten. 80% der Jungen seien dort „straff“ beschnitten, um Masturbation zu verhindern.

  • #16
    Lars

    Alex, wenn Du mit straff meinst das nix mehr übrig ist von der Vorhaut, dann kann ich dich beruhigen, das klappt dennoch super mit 5 gegen Willi.

    Ferner dauert jeder Handjob länger (soweit zumindest die Aussagen der Damen) und der Genuss somit auch.

    Es sollten jedoch Profis machen da stimme ich voll zu. Bitte keine religiösen Quacksalber.

  • #17
    Olaf

    @ Lars http://pro-kinderrechte.de/faq/#4
    „etwa 70 Prozent des sensorischen Gewebes des Penis“
    Das sind die Zellen, die die Arterhaltung so richtig zum Spaß und Erfolg machen.
    Das dir nichts fehlt oder du etwas vermisst kann ich nachvollziehen, so erfährst du das nun einmal. Aber von dir auf alle Männer zu schließen ist doch etwas kurz gedacht für diese Diskussion, findest du nicht?

    Zum Thema Hygiene und HIV Übertragungsrisiko: Man sollte genauer drauf achten was da verbreitet wird und mit welchen Einschränkungen. Auch veraltete Empfehlungen aus der Medizin sind noch im Umlauf und werden in der derzeitigen Diskussion gerne als Monstranz vor sich her getragen angeführt.

  • #18
    Alex

    Ich meine damit: „Bei der tight Variante wurde die Penisschafthaut soweit zirkumzidiert, dass die Penisschafthaut relativ straff am Penis sitzt und im nicht eregierten Zustand wenig Hautbeweglichkeit zeigt.“ – http://www.vasweb.org/de/leistungen/beschneidungszentrum-/beschneidungstechniken-und-beschneidungsstile-aller-art-/beschneidungstechniken-und-beschneidungsstile-aller-art-.html

    Bei manchen Beschneidungsvarianten wird sogar das Frenulum mitentfernt.

    Natürlich sollten es Profis machen. Aber nur, wenn derjenige, an dem es durchgeführt wird, dies auch aus freier Entscheidung tut. Ist es wirklich eine freie Entscheidung, selbst wenn man volljährig ist? Ich denke nicht hundertprozentig, wenn man noch in einem (finanziellen und/oder sozialen) Abhängigkeitsverhältnis steht. Und es sollte auch jede medizinische Beschneidung zentral erfasst werden, um statistische Auffälligkeiten schnell festzustellen, denn das Beispiel mit dem Knabeninternat verdeutlicht, dass nicht einmal die Lehrer den Jungen und Mädchen (als spätere Mütter) ein unabhängiges nicht(pseudo-)religiöses Bild der Sache vermitteln können.

    Kinder können dies nicht aus freier Entscheidung und Eltern dürfen einen derart starken Eingriff aus religiösen Gründen nicht anordnen.

    Nebenbei finde ich es sehr armselig, wenn Juden und Muslime medizinische Gründe vorbringen, weil die religiösen nicht kompatibel mit unseren Gesetzen sind. Zudem möchte ich anmerken, dass die vollständige Beschneidung wohl nur sehr selten aus medizinischen Gründen praktiziert werden dürfte. Gründliche Körperpflege ist eine Alternative zur Beschneidung, wenn sie aus dem Grund, dass womöglich (Theorie!) Viren auf dem Penis gedeien und Auslöser für Gebärmutterhalskrebs sind.

    Letztendlich möchte ich anmerken, dass religiöse Gründe, ein minderjähriges (womöglich 8 Tage altes Kind) zu beschneiden, gegen, ja gegen, die Religionsfreiheit des Kindes verstößt, da es nicht einmal von dem Glaube wissen kann, dass es einen Gott gibt!

    Das Fazit übrlasse ich dem Leser….

  • #19
    Neville

    Es werden über Beschnittene so viele Ammenmärchen verbreitet, im Vergleich dazu erzählt Münchhausen die Wahrheit, die reine Wahrheit und nichts als die Wahrheit.
    Märchen 1: Die Beschneidung sei eine Verstümmelung! Sorry, sie ist es nicht, sie ist auch keine Kastration und jeder Vergleich mit der Genitalverstümmelung bei Mädchen verbietet sich, weil es eben nicht das gleiche ist.
    Märchen 2: Beschnittene können nicht (ohne Hilfsmittel) masturbieren: Eindeutig falsch , sie können es!
    Märchen 3: Beschnittene haben besseren/schlechteren Sex. Ebenfalls eindeutig falsch . Ihr Sexualleben ist nicht besser und nicht schlechter als das anderer.

  • #20
    Bernd

    @Alex: Du schreibst:

    „Die Beschneidung soll angeblich nicht nur bei Juden und Muslimen praktiziert werden, sondern auch in katholischen Knabeninternaten. 80% der Jungen seien dort “straff” beschnitten, um Masturbation zu verhindern.“

    Gibt es eine Quelle für die Beschneidung in diesen Knabeninternaten? Und für die dortige Motivation Masturbationsverhinderung?

  • #21
    Olaf

    Nevill … vergleiche doch nicht Äpfel und Birnen.
    Und bitte unterlasse hier Strohmänner aufzuführen.

    Niemand vergleicht die Vorhautbeschneidung mit der Form der Genitalverstümmleung bei Mädchen die du dir vorstelltst. Nicht weil es nicht verlgeichbar sein darf oder du darum bittest oder dummdreist weil ignorant empört forderst, sondern weil man verdammt nochmal keinen Unterschied machen darf ob an einem Mädchen oder einem Jungen aufgrund der Wahnvorstellung von Eltern geschnippelt wird verdammt nochmal!!!! Das was du dir unter Genitalverstümmlung bei Frauen vorstellst ist übrigens genauso gesetzlich verboten wie die rituelle Ersatzhandlung des pieksen in die Klitorisvorhaut oder Schamlippe um einen einzigen Tropfen Blut zu opfern. Das komplette Spektrum dieser Handlungen an Mädchen ist gesetzlich vom gleichen Bundestag verboten worden der sich nun anschickt weisen Männern weiter die Vorhäute von kleinen Jungen abschneiden zu lassen wenn diese das toll finden weil das ihre Väter auch schon mit ihnen gemacht haben.
    Ich im Gegenteil finde das mit der Gleichbehandlung von Jungen und Mädchen übrigens gut, ich will sie gleichermaßen gegen körperliche Übergriffe auf sie geschützt wissen.

    Die Dinge die du als Märchen 2 und 3 bezeichnest sind Märchen von dir, die hat hier niemand erzählt. Und dann ist da noch dein Fauxpas mit der Rasissmuskeule, wie sieht es da mit deinem Denkprozess aus?

  • #22
    Arnold Voss

    @ Neville

    „Im Übrigen geht es uns in erster Linie um die Intoleranz, die sich seit zwei Monaten gegen Juden UND Muslimen breit macht.“

    Es ist genau umgekehrt lieber Neville. Wer ein Kind, also einen Menschen der sich nicht für die Beschneidung selbst entscheiden kann, beschneidet, der ist intolerant gegenüber dem Recht jedes Menschen auf körperliche Unversehrtheit.

    „Im Übrigen ist der Ausdruck “Genitalverstümmelung” eine rassistische Beleidigung von mehr als eine Millarde beschnittener Männer weltweit und ca. 2 Millionen von ihnen leben in Deutschland.“

    Auch hier liegt die Sache genau umgekehrt meine lieber Neville. Die meisten beschnittenen Männer halten die 3 Milliarden Männer, die nicht beschnitten sind, und von denen ca. 39 Millionen in Deutschland leben für unsauber und körperlich benachteiligt.

    Die männliche Beschneidung hat aber in Wahrheit überhaupt nichts mit Sauberkeit und Gesundheit sondern einzig und allein mit religiöser Markierung zu tun. Das kann ein Erwachsener natürlich mit sich selbst machen oder machen lassen. Beim Kind ist das absichtliche Körperverletzung.

    Die von ihnen organisierte Demonstration ist also in ihrer Intoleranz und Ignoranz kaum zu überbieten.

  • #23
    Fish

    Für den „Verfassungsschutz“ ist doch schon jede Moschee eine Hamas-Tarnorganisation in der sich ein mal eine entsprechende Person aufgehalten hat. Wenn die mal so konsequent Nazis verfolgen würden hätten wir weniger Probleme in Deutschland.

  • #24
    Alex

    @Bernd
    hier: http://community.netdoktor.at/forum/beschneidung/mein-freund-soll-sich-beschneiden-lassen-406,1042963.html#msg-1064273

    Es ist unglaublich. Man sollte das auf jeden Fall untersuchen!

    Wenn das zu unglaubwürdig klingt. Hier ist etwas von „der Westen“:
    http://www.derwesten.de/politik/beschneidung-sollte-jungen-an-masturbation-hindern-id6867095.html
    mit dem Titel „Beschneidung sollte Jungen an Masturbation hindern“

    „Die Beschneidung hat in den USA weniger religiöse Gründe, sondern steht in der Tradition des einstigen Mutterlandes Großbritannien. Dort wurde im 19. Jahrhundert die Beschneidung als probates Mittel angesehen, die verpönte Masturbation zu verhindern. Sie ist damit ein Symbol für die Sexualfeindlichkeit der prüden viktorianischen Epoche.“

  • #25
    Alex

    Natürlich gibt es weitere:

    http://de.answers.yahoo.com/question/index?qid=20101118025814AAFsIYa
    „Gestern habe ich mich mit einer Be kante von mir unterhalten.
    Sie hat auch einen Sohn der ist auch schon 23.
    Sie sagte sie hätte ihm eine Beschneidung gegeben, eine die ein bisschen weiter wie normal geht und so ihr Sohn damit aufgehört hat.“

    http://de.wikipedia.org/wiki/Zirkumzision#Masturbation
    „48 % erlebten die Masturbation nach der Beschneidung als weniger lustvoll“
    „Nach dem Eingriff hatten 63 % Schwierigkeiten bei der Masturbation“
    „Je mehr Haut bei der Beschneidung entfernt wurde, desto geringer ist die mögliche Stimulation; im Gegenteil kann die Stimulation der trockenen Eichel mit der Hand als unangenehm bis schmerzhaft empfunden werden.“

    Und hier: http://www.beschneidung-von-jungen.de/home/geschichte-der-beschneidung/masturbation-und-die-beschneidung-von-kindern.html
    werden Zitate von Ärzten von 1870 bis 1970 aufgeführt, die „Vorbeugung der Masturbation als einen der gewichtigsten Vorteile der Beschneidung anführte(n)“

  • #26
    Nansy

    @ Arnold Voss:

    „Die von ihnen organisierte Demonstration ist also in ihrer Intoleranz und Ignoranz kaum zu überbieten.“

    Können Sie sich vorstellen, warum mir bei dieser Aussage spontan die Frage in den Sinn kam: Aber noch sind solche Demonstrationen doch erlaubt, oder?

    Mir ist die ganze Auseinandersetzung viel zu dogmatisch…

  • #27
    neville

    Nur so viel zu den angeblichen „wissenschaftlichen“ Untersuchungen, wonach de Beschneidung die Selbstbefriedigung behindere:
    Es gab auch genau so „wissenschaftliche“ Untersuchungen, die „nachwiesen“, dass
    Frauen dümmer als Männer seien oder Weiße klüger als Farbige.
    Jede „Untersuchung“ verfolgt einen bestimmten Zweck. Bevor man einer Untersuchung Glauben schenkt, sollte man immer fragen „cui bono?“.
    Ansonsten erinnere ich an das Kinderlied: „Die Wissenschaft hat festgestellt“

  • #28
    Arnold Voss

    @ Nansy #26

    Sie haben Recht, diese Auseinandersetzung ist ideologisch, weil sie religiös ist. Ich bin nicht religiös. Mir gehen solche Auseinandersetzungen eigentlich auch auf den Sack.

    Ich kann schlicht Leute nicht verstehen, die aus welchem Grunde auch immer, einem Kind Schmerz zufügen, und das danach auch noch ausgiebig feiern. Es gibt nämlich an einem gesunden Körper nichts abzuschneiden. Rein gar nichts.

    Mir fehlt auch ein Traditionsdenken, dass mir geistig erlauben würde, etwas nur deswegen gut zu heißen, weil es schon ganz lange und von ganz vielen gemacht wird. Schmerz ist Schmerz, Wunde ist Wunde und Narbe ist Narbe. Schon immer.

    Obendrein ist das, wenn es bei einem Kind geschieht, nicht nur absichtliche Körperverletzung sondern verstößt auch, wenn es aus religiösen Gründen passiert, gegen die Religionsfreiheit. Eine freie Entscheidung für eine Religion kann nämlich nur Jemand fällen, der schon diesbezüglich entscheidungsfähig ist.

    Die Beschneidung aber markiert bei Muslimen und Juden ein Kind für das ganze Leben als angehörigen einer bestimmten Religion, ohne dass es dieses Zeichen als Erwachsener wieder ändern könnte. Die Religionsfreiheit bedeutet aber das genaue Gegenteil: Die f r e i e Wahl der Religion.

    Und sie bedeutet auch die Möglichkeit zur Entscheidung gegen jede Religion, die ich als Erwachsener gefällt habe, bzw. fällen durfte, weil ich glücklicherweise in einer Gesellschaft lebe, die mir das ermöglicht. Ich habe deswegen auch meiner Tochter ermöglicht, sich erst im Erwachsenen Alter frei entscheiden zu können, welche Religion sie wählt, bzw. ob sie gar keine annimmt.

    Das ist für mich religiöse Toleranz, Nansy. Das ich mich hier aber mit meiner Position zur Beschneidung von einer ideologischen Knalltüte wie „Neville“ als Rassisten bezeichnen lassen muss, das ist nicht nur intolerant sondern absurd.

    Dass man in Anblick eines so unglaublich schönen Wesens wie einem Neugeborenen, egal welchen Geschlechtes, überhaupt auf den Gedanken kommt, ihm Irgendetwas abzuschneiden, und dafür auch noch im Namen der Religionsfreiheit demonstriert, das ist für mich nicht nur menschenfeindlich sondern schlicht massenhaft organisierte Dummheit.

    Aber da ich Demokrat bin würde ich, selbst wenn ich das bestimmen könnte, eine solche Demonstration nicht verbieten. Ich möchte aber nicht in einem Land leben, in dem diese Demonstranten das Sagen hätten, sprich ich werde mit allen mir zustehenden politischen Mitteln zu verhindern suchen, dass in dem Land in dem ich lebe die Religion (wieder) über dem Gesetz steht.

  • #29
    Olaf

    @ neville du solltest keine Zeitungsartikel von Journalisten als wissenschaftliche Untersuchung oder Nachweis bezeichnen.

    Du willst wirklich wissen was „cui bono?“ in der Wissenschaft bedeutet?
    Ließ einfach zum Thema male circumcision mal richtige Wissenschaftliche Artikel. Die schreiben was sie untersuchen und warum sowie das wie in den Artikel vor den Daten und der Auswertung sowie ganz besonders bevor sie einen Schluss ziehen zu versuchen.
    Wem es nützt? Im 21. Jahrhundert wird ein Erkenntnisgewinn allgemein als nützlich für alle begriffen. Oder vermutest du eine Verschwörung von der wir nur noch nichts wissen?

  • #30
  • #31
    Martin

    Der ultimative Witz über die deutsche Beschneidungsdiskussion:
    Fragt ein Christ einen Juden: „Verzeihen Sie, ich will Ihnen nicht zu nahe treten, aber wurden Sie auch beschnitten?“- „Klar, am achten Tag nach der Geburt.“- „Und, wie war das für Sie?“- „Was soll ich Ihnen sagen: Ich konnte danach ein Jahr nicht gehen und noch zwei Jahre danach nicht reden.“

    Ein hochphilosophischer Witz für die andauerende Verwechslung von post hoc und propter hoch (Korrelation und Kausalität) obendrein. Und eine Religionskritik, die jedes Prinzip von Ideologiekritik vernachlässigend auf Priesterbetrugstheorie regrediert, hat erst einmal nur eins: Ressentiment. Diejenigen, die Putzke folgen, werden eines Tages auch mit der Literatur konfrontiert werden, die zeigt, daß die ursprünglichen „wissenschaftlichen“ Quellen recht fleißig aus der antisemitischen Literatur des 19. Jahrhunderts zitieren. Nur, weil es in neueren Büchern steht, sind das noch lange nicht die neusten wissenschaftlichen Ergebnisse. Wer kein Interesse an seiner eigenen Dummheit hat, wird schon von selbst drauf kommen, wenn er nach und nach den Weg von Argumenten auf seine Ursprünge verfolgt.

    Und es hat vergleichbare Gründe, daß man nicht jeden Tag in der Zeitung liest: Millionen von Arbeitern und Angestellten erreichten unversehrt ihre Arbeit, aber wenn Millionen wegen eines Unglücks die Arbeit nicht erreichen, es eine Schlagzeile wert ist. Die vielen Millionen Beschnittenen, die völlig zufrieden sind mit ihrer Beschneidung und besonders froh darüber, daß man es schon am achten Tag machte, weil sie vielleicht später es vernachlässigt hätten, sind auch keine Schlagzeile wert. Und ganz begriffsstutzig wird so mancher, wenn er erfährt, daß auch ungläubige, „areligiöse“ Juden trotzdem haben ihre Kinder beschneiden lassen.

    „Dass jetzt auch Psychoanalytiker wie Wolfgang Schmidbauer oder Matthias Franz in den Chor der Beschneidungskritiker einstimmen und von einem genitalen Trauma oder einer posttraumatischen Belastungsstörung der Beschnittenen reden, zeigt nur, wie weit sich der psychoanalytische Revisionismus von seinem Gründervater entfernt hat. Wenn die Schätzungen stimmen, denen zufolge ein Viertel bis ein Drittel aller Männer weltweit beschnitten ist, dann müssten Millionen von Männern traumatisierte Krüppel sein, die den Behindertenstatus für sich reklamieren könnten. Tun sie aber nicht, die allermeisten von ihnen sind stolz auf ihr beschnittenes Glied.“(aus einer nicht-öffentlichen Diskussion von Psychoanalytikern)

  • #32
    Bernd

    Martin: Das ist jetzt nicht ernst gemeint, oder?

    „Diejenigen, die Putzke folgen, werden eines Tages auch mit der Literatur konfrontiert werden, die zeigt, daß die ursprünglichen “wissenschaftlichen” Quellen recht fleißig aus der antisemitischen Literatur des 19. Jahrhunderts zitieren.“

    Na, da hätte ich aber gerne einen Beleg. Im 19. Jahrhundert wurde die Beschneidung von „wissenschaftlicher“ Seite bekanntlich weitgehend begrüßt, weil sie die Onanie erschwere.

    „Dass jetzt auch Psychoanalytiker wie Wolfgang Schmidbauer oder Matthias Franz in den Chor der Beschneidungskritiker einstimmen und von einem genitalen Trauma oder einer posttraumatischen Belastungsstörung der Beschnittenen reden, zeigt nur, wie weit sich der psychoanalytische Revisionismus von seinem Gründervater entfernt hat.“

    Auch das ist nicht zu fassen. Die gesamte Psychoanalyse hat die Beschneidung immer als Trauma gesehen.

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  • #34
    Sven

    „Die vielen Millionen Beschnittenen, die völlig zufrieden sind mit ihrer Beschneidung und besonders froh darüber, daß man es schon am achten Tag machte, weil sie vielleicht später es vernachlässigt hätten, sind auch keine Schlagzeile wert.“

    Die Zustimmung vieler Menschen zu ihrer eigenen Beschneidung kann doch kein keine Rechtfertigung sein, auch nur einem Kind sein Recht auf seine Vorhaut zu verwehren.

  • #35
    mary

    RAMSA ist doch nicht Milli Görüs, ist NICHT deren Studentenorganisation oder deren Vorfeldorganisation! Einfach mal so vollkommen erfundene Behauptungen zu verbreiten zeugt von blinden, ideologischem Hass und ist auf einer Ebene mit verrückten Verschwörungstheoretikern die hinter jedem Eintreten für Israel eine Verschwörung der „Ostküste“ und der „Linken“ und des „Weltregierungsrates“ samt Freimaurern herbei halluzinieren. Jeden Bündnispartner so uninformiert und falsch ans Bein zu pinkeln ist unfassbar doof!

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