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Der bessere Nahverkehr im Ruhrgebiet scheitert an Mathekünsten des VRR

Hauptbanhof Wanne-Eickel

Oft sind es nicht die leistungsfähigsten Mitbürger, die in staatlichen Unternehmen ihr Auskommen finden. Ein gutes Beispiel dafür hat nun der Verkehrsverbund Rhein Ruhr abgeliefert. Er möchte sich seine Pläne für die Verbesserung des Nahverkehrs -nur noch zwei Tarifstufen mit Monatskarten zu Monatskarten für 50 und 80 Euro, als Modellregion im Rahmen  Klimaschutzprogramms der Bundesregierung finanzieren lassen. Was auf den ersten Blick vernünftig klingt, ist auf den zweiten ein Grund, die Verantwortlichen rauszuwerfen. Denn anstatt eine realistische Idee auf den Weg zu bringen, haben die Nahverkehrsversager des VRR sich wieder einmal lächerlich gemacht:  220 Millionen Euro braucht der VRR für seine Pläne vom Bund im Jahr. Und wieviel ist im Etat des Bundes für zehn Modellstädte vorgesehen? 300 Millionen Euro. Die Bundesregierung schreibt es klar und deutlich: „Zudem unterstützen wir 10 Modellprojekte mit rund 300 Millionen Euro zur Stärkung der ÖPNV, zum Beispiel die Einführung von 365 Euro Jahrestickets“ Wie hoch ist die Chance, dass der VRR, dass das Ruhrgebiet, als eine von zehn Modellregionen fast 75 Prozent aller Mittel bekommt? Null.
Also geht alles so weiter wie bisher – bei den Nieten im VRR war allerdings auch nichts anderes zu erwarten.   Keiner von denen will den Nahverkehr verbessern. Sie suche nur jemanden, auf den sie die Schuld abwälzen können, wenn nichts passier. Und die Rolle soll der Bund erfüllen. Rauswerfen Alle einfach nur rauswerfen. 

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8 Kommentare zu “Der bessere Nahverkehr im Ruhrgebiet scheitert an Mathekünsten des VRR

  • #1
    Björn Wilmsmann

    Es gibt zwar den Grundsatz "Schreibe nicht böser Absicht zu, was sich auch durch Dummheit adäquat erklären lässt." und auch wenn letztere Eigenschaft beim VRR vermutlich in überdurchschnittlichem Maße anzutreffen ist, glaube ich, dass Absicht dahinter steckt:

    Diese Bewerbung soll scheitern. Die wollen nämlich gar keine Verbesserung im Sinne der Kunden. Die wollen nur nachher sagen können: "Seht ihr? Wir haben alles versucht, aber die bösen Anderen lassen uns nicht. Also machen wir einfach weiter wie bisher."

  • #2
    Thommy

    Von einem Metzger erwartet man, dass er das Produkt, was er vertreibt, auch selber essen würde.

    Insofern sollte man von den Vorständen und sonstigen Führungskräften des VRR und der jeweiligen kommunalen Verkehrsbetriebe doch auch erwarten, dass sie -anstatt mit Dienstwagen der Luxusklasse durchs Revier zu kutschieren- ihre eigenen Produkte -also Busse und Bahnen – auch selbst regelmäßig oder am Besten obligatorisch nutzen.

    Ich bin sicher, dass sich hierdurch die eine oder andere alltagstaugliche Erkenntnis oder gar Einsicht gewinnen ließe

  • #3
    puck

    Wenn ich das richtig verstanden habe, ist da eher angedacht 2 Tarifstufen ZZGL. EINES PER SMARTPHONE FÜR JEDE FAHRT ZU ERFASSENDEN KM-TARIFS!
    Also billiger wird da schonmal gar nix – und die Frage ist natürlich auch, was die ohne Smartphone denn wohl in Zukunft machen…
    Also das Ganze ist eine Mogelpackung von Anfang an – von der Unwahrscheinlichkeit der Finanzierung durch den Bund mal ganz abgesehen.

  • #4
    Hubert Krause

    Ja, die Pflicht den ÖPNV zu nutzen würde sicherlich zu tollen Angeboten führen. Aber lieber streicht man Leistungen. Aber für diese Aufgaben findet man sicher zu alimentieren Parteimitglieder

  • #5
  • #6
    Ruhr Reisen

    Frontal hat dazu bereits im März deses Jahres einen hervorragenden Beitrag produziert. Man fragt sich wirklich wieso es möglich ist, dass sich dieses Missmanagement willkürlich und weiterhin dermaßen unverhältnissmäßig selbst bereichern kann. Sören Link blamiert sich hier vom Feinsten:
    https://youtu.be/x4l3cp4ZUUw
    Auch interessant: Im letzten Amtsblatt Gelsenkirchen wurde gerade veröffentlicht, dass die so genannte gemeinnützige Immobiliengesellschaft GGW (was hier noch gemeinnützig ist, wäre auch eine interessante Frage…) die Übernahme des 32%igen Geschäftsanteils der BOGESTRA beschlossen hat. Warum sich ein stadtnahes Wohnungsunternehmen hier mit welchem Ziel einkauft,, liest man nirgends.

  • #7
    MiMa

    @ Ruhr Reisen:
    Ihre Angabe zur Bekanntmachung aus dem Amtsblatt ist unvollständig bzw. missverständlich. Die GGW hat sich nicht mit einem 32%igen Anteil an der BOGESTRA eingekauft. Vielmehr übernimmt sie einen Geschäftsanteil von 32% von der BOGESTRA an der Verkehrsgesellschaft Gelsenkirchen. Parkflächenbewirtschaftung und Immobilien sind thematisch nicht unbedingt so ganz weit auseinander …

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