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Der C4-Tiger trägt jetzt Aluhut – Biologieprofessor Ulrich Kutschera marschiert weiter nach rechts außen

Ulrich Kutschera  Foto: X. Wang, San Francisco, CA, USA Lizenz: CC BY-SA 3.0

Ulrich Kutschera Foto: X. Wang, San Francisco, CA, USA Lizenz: CC BY-SA 3.0

Der Biologieprofessor Ulrich Kutschera, der im letzten Jahr durch seine Tiraden gegen Gender Studies, Feminismus und Flüchtlinge von sich reden machte, hat auf seiner Reise nach rechts außen einen weiteren Schritt getan und in Jürgen Elsässers Compact-Magazin wüste Verschwörungstheorien verbreitet. Von unseren Gastautoren Fabian Bärig und Floris Biskamp

Ein wenig enttäuscht waren wir doch, als wir so lange nichts Neues von Ulrich Kutschera zu hören bekamen. Nachdem der Kasseler Professor für Pflanzenphysiologie und Evolutionsbiologie uns im letzten Jahr gleich mehrfach durch seine erfrischend kenntnisfreien Thesen über Geschlechterforschung überrascht und für 2016 eine diesbezügliche Schwerpunktsetzung angekündigt hatte, verfolgten wir seine Aktivitäten mit einer gewissen Erwartungshaltung.

Diese wurde jedoch bitter enttäuscht. In seinem Buch Das Gender-Paradoxon leistet Kutschera nicht mehr, als sein hinlänglich bekanntes Unverständnis in Sachen Geschlechterforschung, Wissenschaftstheorie und Sozialwissenschaften auf quälend langen 440 Seiten auszubreiten. Daher überrascht es kaum, dass das Traktat von den üblich-verdächtigen „maskulinistischen“ Online-Communities abgesehen mit der wohlverdienten Missachtung gestraft wurde.

Ausgeladen

Neu, aber angesichts der Hasstiraden auf weibliche Kolleginnen und der rassistischen Äußerungen über Flüchtlinge wenig überraschend, war allenfalls, dass der früher als Kritiker des Kreationismus vielgefragte Referent gleich an zwei Universitäten Ausladungen erhielt. Erst in Bremen, dann in Marburg wurden bereits angekündigte Vorträge mit Verweis auf seinen Antifeminismus und Rassismus abgesagt – in Bremen so kurzfristig, dass die Nachricht den Referenten erst auf dem Weg zum Vortrag erreicht haben dürfte.

Anscheinend war Kutschera von dieser relativen Ruhe genauso enttäuscht wie wir, hatte er sich doch für dieses Jahr erklärtermaßen vorgenommen, „die Gender Studies“ bzw. „das Gender Mainstreaming“ bzw. alles, was irgendwie mit Gender anfängt, endgültig zu erledigen. Jedoch kann er sich dieser Tage nur nostalgisch damit brüsten, 2015 von unglaublich wichtigen „Leitmedien“ wie dem rbb-Inforadio interviewt worden zu sein. Und als es im Mai dann doch mal kurz eine mit ängstlicher Männlichkeit aufgeladene Debatte darüber gab, ob „deutsche Männer“ sich noch „prügeln können“ und ob der Staat hart genug gegen Flüchtlinge durchgreift, war ein anderer Professor der Stichwortgeber, nämlich der Historiker Jörg Baberowski.

Neue Freunde unterm Aluhut

Weil Kutschera in respektablen Kreisen kein Gehör findet, sucht er das Publikum für seine angekündigte Offensive zunehmend in obskuren Medien, aktuell im Compact-Magazin des Möchtegern-Querfrontstrategen  Jürgen Elsässer,Jürgen Elsässer, den man einen glühenden Antisemiten nicht nennen darf und der auch wirklich nicht glüht. Dort, wo man sonst Putin, Pegida und die AfD feiert, wird nun Kutschera als Gender-Experte interviewt.

Und dort ist er auch genau an der richtigen Adresse. Während Elsässer sagt, seine Zielgruppe sei „das Volk“, spricht Kutschera zu den „hart arbeitenden“ oder „normal denkenden Menschen“ – und beide Herren meinen die gleichen Gruppen: Sie zielen auf die Ressentiments von gesellschaftlichen Schichten, die sich in ihren Privilegien bedroht, zu kurz gekommen und abgehängt fühlen. Populistische Agitatoren auf der Suche nach ihrem Populus.

In der Sache sagt Kutschera freilich wenig Neues und die Unhaltbarkeit seiner Thesen, die wesentlich auf einem Unverständnis gesellschaftstheoretischer Begriffe und wissenschaftstheoretischer Reflexion beruhen, wurde schon oft genug dargelegt. Immer noch zeigt er sich außer Stande, Gender Studies, Gender Mainstreaming und queere Politiken voneinander zu unterscheiden. Immer noch ist er nicht in der, Lage sozialwissenschaftliche Grundbegriffe zu verstehen. Immer noch vertritt er ein Wissenschaftsverständnis aus dem 17. Jahrhundert. Erwähnenswert ist in dieser Hinsicht nur, dass er mit „Biopolitik“ ein neues Wort gelernt hat – freilich wiederum ohne im Stande zu sein, den Begriff korrekt zu gebrauchen.

Das rechtsextreme Weltbild schließt sich

Jedoch spricht Kutschera zum Ende des Interviews etwas offen aus, von dem man bislang nur vermuten konnte, dass er es denkt. Konnte man eine Nähe zu rechtsextremer Ideologie bislang vor allem aufgrund seines aggressiven Antifeminismus, seiner Angst um die schwindende Männlichkeit des deutschen Volkes und seiner Äußerung über Flüchtlinge erahnen, ergänzt er nun einen weiteren entscheidenden ideologischen Baustein.

Zunächst begnügt Kutschera sich damit, in gewohnter Manier über die verheerenden Effekte einer vermeintlichen Geschlechterabschaffungspolitik des deutschen Staates zu phantasieren. Hinter der – man muss es mal wieder betonen: von ihm bloß herbeihalluzinierten – staatlichen „‚Frau-gleich-Mann‘-Agenda“ stehe „eine Riege naturwissenschaftlich unterbelichteter Ideologen, die weder von Biologie noch Chemie irgendeine Ahnung haben“. Ahnungslos und verblendet stürze diese Riege das Volk ins Unglück.

Darauf fragt der Interviewer das, was der Interviewer eines verschwörungstheoretischen Mediums eben fragen muss, nämlich ob „man nicht auch von einem bösen Willen sprechen [kann], von einem bewussten Plan zur Transformation der Gesellschaft“. Und davon spricht Kutschera allzu gerne: „Wenn ich spekuliere, dann würde ich sagen ja, man kann hinter dem Ganzen einen Generalplan erkennen. Es kann schon sein, dass Deutschland beziehungsweise Mitteleuropa regierbarer gemacht werden soll und dass hinter dieser Politik-Agenda praktische Interessen stehen. […] Es drängt sich der Verdacht auf, dass diese Gender-Biopolitik zu einer leichteren Lenkbarkeit der betreffenden Menschen führen soll.“

Damit ist das nächste entscheidende Element rechtsextremer Ideologie in sein Weltbild integriert. Zunächst gibt es das „Wir“, das geschlechtlich gesunde, „normal denkende“ und „hart arbeitende“ Volk. Das sind die Guten und wenn die Welt gerecht wäre, ginge es diesen Guten auch gut. Dass sie trotz ihrer Qualität und harten Arbeit Probleme haben, muss auf böse Mächte zurückgeführt werden.

Diese bösen Mächte, die das „Wir“ bedrohen, sind zunächst von außen kommende „Andere“. Wen er als diese Anderen sieht, legte Kutschera bereits letztes Jahr in seinem Artikel beim rechtsradikalen Portal „Deutscher Arbeitgeber Verband“ dar: Flüchtlinge, die er sich als hypermännliche Invasionsarmee vorstellt.

Doch nicht nur von außen, auch von innen ist das Kollektiv der Guten bedroht, nämlich durch zersetzende Kräfte im eigenen Volk. Bislang waren das bei Kutschera insbesondere irregeleitete feministische „Gender-Ideologen“, die die Volksgesundheit aus ideologischer Verblendung gefährden. Nun wird dieser zersetzenden Kraft im Innern noch eine namenlose Gruppe „die da oben“ hinzugesellt. Was eben noch ahnungslose Verblendung war, wird nun zum Teil eines sinistren Plans hinterlistiger Eliten, die die einstmals gesunden Völker unterjochen und regierbar machen wollen – aus welchen „praktischen Interessen“ auch immer. Was den Identitären der „Große Austausch“, ist Ulrich Kutschera das „Gender Mainstreaming“.

Weil er mit dieser paranoiden Weltsicht nicht im offen neonazistischen Spektrum, sondern nur im Compact– und AfD-Umfeld nach Anhänger_innen sucht, verbindet er seine Thesen noch mit einer charmanten Schuldumkehr. Kutschera fühlt sich durch seine feministische Gegner_innen „an dunkle Zeiten der deutschen Vergangenheit erinnert, als die manipulierten Massen einem Führer hinterhergelaufen sind“. Nazis sind nur die anderen.

C4-Tiger, sag uns: Machen Chemtrails impotent?

Nun warten wir gespannt auf Kutscheras nächste Schritte. Wird er ganz banal weiter nach rechts wandern und demnächst der Jungen Freiheit und dann der Nationalzeitung Interviews geben? Oder verweilt er noch länger im Compact-Spektrum und hält mit Laborkittel und Aluhut Vorlesungen über die negativen Auswirkungen von Chemtrails auf die darwin’sche Fitness von Akademikern? Wer weiß schon, welche entmannenden Mittelchen den weißen Streifen am Himmel so alles beigemischt sind? Oder wird er uns erklären, dass Judith Butler ein Reptilienmensch ist? Oder hat er bald eine Gastprofessur bei Elsässers Freunden in Moskau, wo die „normal Denkenden“ noch an der Macht sind? Unsere Erwartungen sind jedenfalls wieder geweckt!

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26 Kommentare zu “Der C4-Tiger trägt jetzt Aluhut – Biologieprofessor Ulrich Kutschera marschiert weiter nach rechts außen

  • #1
    Helmut Junge

    Man spürt, daß die Gastautoren vermutlich dem geisteswissenschaftlichen Spektrum entstammen und keine Ahnung von der Biologie haben. Aber ein derartig fachlich unbeleckter Artikel, in dem keine einzige These aus dem kritisierten 440 Seiten dickem Buch erwähnt, geschweige denn widerlegt wird, geht radikal am Thema vorbei. Da ist nichts, rein gar nichts. So ist das für mich inhaltlich leider nicht diskutierbar, obwohl ich gerne über dieses Thema diskutiert hätte. Ich warte lieber auf einen anderen Versuch zu dem Thema. Schade drum.

  • #2
    Sven

    Ein teilweise ironischer aber durchaus zutreffender Kommentar, der die wesentlichen Aspekte der "Entgleisungen" des Herrn K. ganz gut zusammenfasst, wie ich finde. Meiner persönlichen Ansicht nach schadet Kutschera inzwischen auch dem Ansehen der Universität und seiner Profession und ist in der Position nicht mehr tragbar. Es gab schon Personen, die wegen "weniger" gehen mussten. Er vertritt radikale absurde Ansichten. Er hat eine ganze Wissenschaftstradition, deren Thesen er, wie immer wieder deutlich wird, offenkundig nicht versteht, abzuwerten versucht. In besagtem Artikel, dem Interview mit Kutschera, werden die Fachbegriffe so falsch verwendet bzw. der Wissenschaftstradition so viel unzutreffendes und beleidigendes vorgeworfen, dass ich mich frage, wieso so jemand diese Professur behalten darf. Nach meinem Verständnis ist ein interdisziplinärer Austausch in der Wissenschaft nicht nur oftmals produktiver als die eigene Perspektive, sondern bei teilweise sehr komplexen Fragestellungen auch teilweise essentiell, um tatsächlich neues Wissen zu schaffen. Davon abgesehen, dass viele, wenn nicht sogar die meisten Biolog*innen heute Kutscheras radikale Positionen nicht teilen würden. Die Person Kutschera schadet der Uni, der Wissenschaft und am meisten sich selbst. Wenn es so weiterläuft ist er bald nicht mehr Inhaber der Professur. Ich wäre dafür mal frischen Wind an die Uni zu bringen. Achja und bevor wieder Kommentare kommen wie Geisteswissenschaftler*innen seien nicht kompetent. Bestimmte Auswahlkriterien für die Bestimmung des Geschlechtes in dieser deterministischen Perspektive so zu betrachten, wie es teilweise getan wurde und wird, ist selbst unter Biolog*innen umstritten und es gibt heute viele Biolog*innen, die durchaus da mit den Geisteswissenschaftler*innen einer Meinung sind, in dem man best. biologische Faktoren, wie Leiblichkeit und hormonelle Einflüsse anerkennt, ihnen aber eben nicht diesen deterministischen Geschlechtscharakter zusprechen würde. Das lässt sich durch entsprechende Fachliteratur hinreichend belegen. Das ist noch so etwas. Wissenschaftler*innen widerlegen oder belegen bestimmte Hypothesen oder Thesen. Was macht Kutschera? Er stellt sinnlose und absurde Behauptungen auf und geht von falschen Annahmen aus, beziehungsweise kennt nicht mal die Bedeutungen der Fachbegriffe. Das ist keine wissenschaftliche Arbeitsweise. Ich plädiere für eine Freistellung dieses Profs. Die Gelder kann die Universität auch anders einsetzen. Sinnvoller! Es sind Steuergelder! Und diese sollten für die Wissenschaft ausgegeben werden und nicht für üble Propaganda!

  • #3
    Chris

    Etwas niveauloses Gebashe, oder? Ist das der übliche Stil in den "Sozial"wissenschaften?

    Zudem arbeitet zumindest einer der Autoren im von Kutchera angegriffenen Gender-Bereich an der selben Uni, so dass das hier nur nach Privatfehde aussieht.

  • #4
    Christian Perzl

    @ Helmut Junge

    Nett zu lesen. Wohl nach dem Prinzip "Hauptsache schnell kommentiert" selbstversichert das dieses Thema ja eindeutig hier, und wahrscheinlich auch sonst wo, nicht diskutiert werden muss.

    Darf ich mal fragen welchen wissenschaftlichen Hintergrund Sie besitzen? Anscheinend einen der es nicht für nötig hält Fußnoten(oder wie hier die zu Hauf gesetzte Links) zu berücksichtigen.

    Eine Frage zum, hier ja eigentlich von Ihnen als nicht würdig definierten, Thema:
    -Was bringt einem die Kenntnis im Fachbereich Biologie, wenn Kutscheras Thesen nicht einmal sonderlich auf Biologie sondern auf Gender-Strohmänner erschaffen und diese widerlegen basiert?

    @An die beiden Autoren Fabian Bärig und Floris Biskamp gerichtet:

    Auch wenn sich Kutschera schon mehr als einmal disqualifiziert hat und sich mehr durch lautes Schreien als durch gute Kritik auszeichnet, ich würde seine These "Lenkbarkeitmachung durch Gender" nicht total als Verschwörungsgeschrubel abstempel.

    Die zur Zeit herrschende "Begeisterung" für Gender auch innerhalb des Mainstream dürfte nicht nur auf humanistischen/fortschrittliche Beweggründen, sondern auch in der Hoffnung von Interessengruppen dort einen für sie günstigen "Präventivstaat" aufzubauen, fußen.
    Ein Staat der präventiv die Lebenseinstellung des Klienten schützt, mit all seinen Rechten und Scheinrechten(z.B das "Recht" nicht beleidigt und kritisiert zu werden.) Ergo, der Staat versucht, logischerweise, zu lenken.

  • #5
    Alpha Genitalis

    Wenn jemand aktiv die Nähe zu antisemitischem Klientel sucht, weil die derzeitige politische Landschaft ihm dort den meisten Zuspruch garantiert und er dort den größten Absatzmarkt wittert, so basht er sich damit selbst in die Niveaulosigkeit, wie ich zweifellos finde. Zu dieser Schlußfolgerung bedarf es weder eines akademischen Grades, noch jeglicher Kenntnis von Genderstudies. Ich denke Geschichtswissen im Rahmen einer allgemeinbildenden Schule ist hierfür ein hinreichender Bildungsstand.

  • #6
    Helmut Junge

    Das Buch von Kutschera ist eine naturwissenschaftliche Antwort auf eine Theorie innerhalb der Geisteswissenschaften, die nach Ansicht von Naturwissenschaftlern wichtigen Erkenntnissen von der Biologie widerspricht. Dieser Widerspruch muß gelöst werden. So funktioniert Wissenschaft.
    Aber der obige Artikel versucht gar nicht diese Diskussion zu führen. Und ich denke, daß die beiden Autoren diese Diskussion auch nicht führen könnten. Auch Sie, Herr Perzl, oder @Sven versuchen nicht eine derartige Diskussion zu führen. Was Sie schreiben geht über Polemik nicht hinaus. Aber Sie können mich beim wort nehmen, wenn Sie oder @Sven auch nur einen Satz aus dem Buch von Kutschera widerlegen können, sollten Sie das tun, und ich würde in die konkrete Diskussion einsteigen.
    Das wäre sogar dann der Fall, wenn Sie jemanden Anderen finden würden, der dies in Ihrem Sinne für Sie, die Autoren, oder @Sven tun würde.
    Ich habe die Buchrezensionen vor der Bestellung bei amazon gelesen, und die sind fast ausschließlich gut. Die wenigen, die nicht gut sind, beschränken sich auf Polemik und erschöpfen sich in 3-4 Zeilen.
    Also Herr Perschl, Sie sind am Zug. Sie oder jemand, den Sie finden.
    Nennen Sie einen einzigen Satz in Kutscheras Buch, der die Naturwissenschaft betrifft, und der falsch ist, und dann diskutiere ich ihn mit Ihnen, sobald ich das Buch besitze.

  • #7
    kassandro

    Wie lange wird es noch dauern, bis der ganze MINT-Bereich in die rechtsradikale Ecke gestellt wird? Der ganze Artikel zeigt, dass die Sozialwissenschaften nicht nur keine Wissenschaften sind und keinerlei Wertschöpfung generieren, sondern als Plattformen für ideologische Hetzer dem Gemeinwesen erheblichen Schaden zufügen.

  • #8
    Helmut Junge

    Sorry, Fehler meinerseits. Herr Perzl mußte das heißen. Sollte nicht sein. War ein Fehler meinerseits. Die schwüle Hitze heute. Das Angebot, bei einer Würdigung des Buchinhaltes, mit mir über das Buch zu diskutieren, besteht natürlich aber weiter. Ich kaufe es sogar extra deswegen. Und dieses Angebot gilt erst recht für Biologinnen, die von @Sven anonym erwähnt werden, und gilt für jeden, der sich auf dieser Ebene beteiligen möchte.

  • #9
    abraxasrgb

    Helmut … genderXYZ sind Sozialwissenschaften, keine GEISTESwissenschaften!

    Das ein Evolutionsbiologe mit wissenschaftstheoretischem Schwerpunkt methodologisch glaubwürdiger ist, als geschwätzwissenschaftliche Gender-Ideologen überrascht mich nicht.

    … GenderXYZ ist ungefähr so wissenschaftlich wie Kreationismus (oder scholastische Theologie) 😉

  • #10
    yohak

    Diese billige, niveaulose Polemik kann einem natürlich dazu verleiten, schon aus Widerspruchsgeist Kutschera uneingeschränkt Recht zu geben. Man sollte dabei aber nicht übersehen, daß es durchaus auch ernstzunehmende Kritik an Kutschera gibt, siehe https://www.novo-argumente.com/rezension/neuer_anti_feminismus_auf_abwegen

  • #11
    abraxasrgb

    @ Helmut
    Bei der Diskussion über das Buch bin ich dabei! Treffpunkt? Ich schlage das – Achtung Reiz(w)ort das UPH in Essen vor. Termin in 6 Wochen, was reichen sollte, das Buch (bestelt und mehrfach) gelesen zu haben und noch ein paar Hintergrundrecherchen durchzuführen.

  • #12
  • #13
    cero

    @yohak: Danke! So eine Rezension habe ich schon die ganze Zeit gesucht! Bei dem Thema wird leider von allen Seiten sonst nur polemisch/ideologisch diskutiert…

  • #14
    Christian Perzl

    @Helmut Junge

    Ich halte fest.
    Sie behaupten Kutschera stellt mit diesem Buch eine , naturwissenschaftliche, Streitschrift gegen die Genderwissenschaft im allgemeinen auf. Diese müsse nun ausdiskutiert werden.

    Die Autoren des Beitrags haben es in den von ihnen gesetzten(und auch verfassten) Links genauso klar gemacht wie der hier in den Kommentare zu findenden Novo-Argumente, und auch ich habe es in meinen Kommentar schon angedeutet:

    – Kutschera befasst sich zwar in der Tat mit Irrwegen des Genders, aber eben nur mit einen kleinen Teil und zwar hauptsächlich mit der Queer-Theorie.
    – Mit andere Richtungen/Spielarten/Gedankengebäude, die auch wesentlich mehr Einfluss auf die Genderwissenschaft haben, beschäftigt er sich nicht.
    – Mehr noch er setzt die Queer-Theorien unzulässig mit der gesamten Genderwissenschaft gleich, er schafft somit einen Strohmann.
    – Dazu kommen noch verbale und schriftliche Entgleisungen, wie schwadronieren von "Krebsgeschwüren" in Radio oder Benutzung der Compact als Sprachrohr seiner Thesen.

    Auf der Sachebene kann man folgendes schreiben:
    Es wird verlangt das man sich Kutscheras Thesen stellt. Das ist richtig und gut so.
    Dies ist aber auch schon geschehen, und zwar mit dem berechtigten Hinweis das die Streitthese auf einer völlig falschen Ebene fußt.

    Um das, überspitzt, mit zwei Vergleichen zu verdeutlichen:
    Das wäre in etwa so als würde Kutschera den aktiven, fundamentalistischen Kreationismus mit allen protestantischen Kirchen und deren Glaubenswelten gleichsetzen.
    Oder als würde jemand versuchen sämtliche Nukleartechnik mit den Hinweis an die Wasserstoffbombe und Edward Teller herabzusetzen.

    Festzustellen bleibt auch das es kein wissenschaftlicher Diskurs ist trotz falscher Ausgangslage auf seiner These zu beharren.

    Noch etwas emotional zu Kutschera selbst:

    Wenn das oben beschriebene als rational-naturwissenschaftliches Denken, wo es eigentlich nur schlechte argumentative Taschenspielertricks sind, verkauft wird und dazu sämtliche Anstandsregel vergessen werden in dem einfach drauflos schwadroniert wird(Und zwar wesentlich heftiger als diese hier veröffentlichte “Polemik“) kann ich nur eines entgegnen:
    Prof. Dr. Ulrich Kutschera ist in diesem Fall ein Lügner und Maulheld aller erster Klasse.

    Ich hoffe Sie können jetzt damit etwas anfangen, Herr Junge.
    (Und wie ich hier genannt werde, ist mir recht egal. Trotzdem vielen Dank für die Richtigstellung.)

  • #15
    Helmut Junge

    @Christian Perzl, ein Einstieg in meine Vorstellung von einem lohnenswerten Diskurs um die Sache wäre es gewesen, wenn Sie, statt zu schreiben " Mehr noch er setzt die Queer-Theorien unzulässig mit der gesamten Genderwissenschaft gleich, er schafft somit einen Strohmann.", angegebenhätten, wo, und wie , welche Genderströmung gewissermaßen miterwischt wird, wenn er solche Strömungen doch nicht erwähnt hat.
    Ohne solche konkreten Angaben läßt sich doch nicht diskutieren! Kutschera sagt etwas, und ohne Angabe der Stelle und ohne Bezugspunkt kritisieren Sie das. Sie machen eine Gleichung mit zwei Unbekannten, die ich ohne weitere Angabe nicht lösen kann. Ich versuche es nicht einmal.

    Aber Sie können sich ab jetzt direkt an den Buchautor Kutschera wenden, weil er mir heute früh auf meinen gestrigen e-mail-Hinweis auf diese Diskussion erlaubt hat, folgendes Statement seinerseits hier in diese Diskussion einzubringen.
    Also hier Originalton von Prof. U. Kutschera:

    Ich fordere meine Kritiker auf, die Aussagen im Fachbuch Das Gender-Paradoxon, 2016 kritisch zu analysieren und mir nachzuweisen, an welcher Stelle ich etwas sachlich falsches geschrieben habe. Ich bin ein politisch neutraler Nichtwähler und Kriegsdienstverweigerer—politische Parteien betrachte ich als quasi-religiöse Sekten, mit welchen ich nichts zu tun habe. Meine Argumente basieren auf biowissenschaftlichen Fakten und deren wertneutraler Interpretation.

    Viele Grüße,

    U. Kutschera

    Ich denke, daß er sich dann, wenn das seiner Ansicht nach geschehen sollte, wohl persönlich dazu äußern wird.
    Ich habe einen engen Zeitplan bis Ende nächster Woche. Vermutlich werde ich mich nicht viel um diese Diskussion, die noch gar keine Diskussion im engeren Sinne ist, kümmern können.

  • #16
    Helmut Junge

    @abraxasrgb, da sich Kutschera offenbar direkt, oder indirekt selber äußern wird, könnten wir unsere geplante gemeinsame Auseinandersetzung mit dem Thema auch zu einem gemeinsamen eigenen Artikel nutzen, in dem wir uns selbst, unter Berücksichtigung der bisher bekannten Vorgaben, zu einer zusammenfassenden Bewertung, vielleicht sogar Ergänzung, einbringen könnten. Was hältst du davon? Ich denke, daß wir das schaffen werden, wenn wir wollten.

  • #17
    Fleur

    http://ueberdenzaungebrochen.tumblr.com/post/124071444687/der-antigenderismus-ist-ein-c4-tiger

  • #18
    Helmut Junge

    @Fleur, in Ihrem Link sehe ich zu jedem einzelnen Zitat aus Kutscheras Buch, keine wissenschaftliche Widerlegung, sondern so etwas wie naserümpfende Empörung als Gegenantwort. Wenn Ihnen das genügt, können Sie zufrieden sein. Ich wundere mich über derartige Herangehensweisen, aber halte nichts von derart leicht erfüllbaren wissenschaftsfernen Erwartungen.
    Ich werde mich mit meinen Kommentaren von jetzt an auch solange zurückhalten, bis ein Beitrag kommt, der meinem natürwissenschaftlichen Verständnis nach geeignet ist, eine Diskussion zu beginnen. Die hat bisher noch nicht stattgedunden.

  • #19
  • #20
    Wolf-Dieter Busch

    Der Artikel schwirrt vor persönlichen Anfeindungen. Ich habe begriffen ist, dass er in den Augen des Gastautors „böse“ ist.

    Was mich viel mehr interessiert als Kutscheras moralische Integrität: gibt es irgend welche inhaltliche Beschäftigung mit seine Aussagen? Dazu habe ich in hier nichts gefunden.

  • #21
    Klaus Lohmann

    @#20 Wolf-Dieter Busch: Dieses kleine Plastikdingens, mit dem Sie auf Ihrem Schreibtisch umherfahren und somit einen kleinen Pfeil, genannt "Mauszeiger", auf Ihrem Monitor bewegen, bringen Sie einfach in die richtige Position über die leicht gräulichen und unterstrichenen Wörter im Artikel, klicken dann jeweils auf (unterstellt, Sie sind Rechtshänder) die linke Taste dieses Plastikdingens und schon eröffnen sich Ihnen neue Welten mit u.A. auch der inhaltlichen Beschäftigung der Autoren mit Kutscheras Auswürfen. That’s easy, auch für die "Bin ich schon drin?"-Generation.

  • #22
    Evelyn

    Ich bin, und das sage ich als selbstbewusste Frau, zutiefst angewidert von diesem polemischen Hetzartikel!
    Nicht ein einziges Wort sachlicher Argumentation ist hier zu entnehmen. Dafür trieft der Text geradezu von Beleidigungen, Unterstellungen und Diffamierungen. Einfach abstoßend.
    Ich gebe dem Prof. Kutschera zu 100% recht und fühle mich durch diesen "feministischen" Gendermainstream-Unsinn als Frau diskreditiert!

  • #23
    Struppi

    @Klaus Lohmann: Wenn Sie das gemacht hätten, was die Herrn Busch raten, hätten Sie gesehen das er diese Inhalte bereits vor zwei Jahren ausführlich kommentiert hat.

    Ansonsten finde ich es sehr befremdlich mit welcher Vehemenz heute um Deutungshoheiten gestritten wird. Offensichtlich ist der Hass wichtiger als Meinungsaustausch und Wissenschaft. Warum darf es keine zwei unterschiedliche Ansichten geben?

  • #24
    Klaus Lohmann

    @Struppi: Sicherlich hat dieser braun-homophobe "Biologe" schon vor zwei Jahren auch seine "Thesen " zum Thema "staatlich geförderte Pädophilie und Kindesmissbrauch" kommentiert, oder?

    http://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/kassel-demo-gegen-uni-professor-der-gegen-homo-ehe-hetzt-a-1158757.html

  • #25
    Johanna Andarnil Schlitzkus

    Es gibt wieder Neues über Kutschera, vielleicht habt ihr Interesse darüber zu schreiben. Er bezeichnet Homosexuelle Eltern als: Pädophil und Kinder Homosexueller Eltern als: bemitleidenswerte Befruchtungs Produkte.

    Weiteres könnt ihr hier auf der Petition lesen. Die Artikel wurden verlinkt. Es wurden bereits mehrere Strafanzeigen gestellt.
    https://weact.campact.de/petitions/kundigung-des-amtes-von-evolutionsbiologe-prof-ulrich-kutschera

  • #26
    Helmut Junge

    @Johanna Andarnil Schlitzkus, Ich verstehe den, in Ihrem Link zitierten, und Kutschera zugeschriebenen Satz anders als Sie. Und Ihre Schlußfolgerungen teile ich schon gar nicht. Sorry.

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