21

Derniere – Als mit den Dakotas mein Land entschwand


Unser Gastautor Waldemar Alexander Pabst über den Umgang mit der Erinnerung an die „Rosinenbomber“ und ihre Piloten, die im kalten Krieg die Berliner retteten und Deutschland zeigten, für was die USA und der Westen stehen. 

Meine Tochter hatte richtig gesehen, meine Augen waren mit Tränen gefüllt, an diesem 13. Juni um kurz nach vier, auf dem oberen Deck des Parkhauses neben dem Terminal 2, die eine Hand filmte, mit der anderen winkte ich wie ein Kind. Es waren neun DC 3, in der militärischen Version C-47 Dakota genannt, die im Tiefflug über die Landebahn flogen, ohne offizielle Ankündigung, von Norderstedt kommend, bei uns langsam hochzogen, zur Innenstadt hin, nach der Elbe und Finkenwerder, ganz langsam dann wieder entschwanden. Lange noch sah ich ihnen schweigend hinterher. Das sind doch nur Flugzeuge, meinte sie und umarmte mich. Nein, entgegnete ich erklärend, das sind DC-3. Ich werde in meinem ganzen Leben nie wieder neun DC 3 zusammen fliegen sehen. Aus der ganzen Welt von den letzten, die noch fliegen können, sind in diesen Tagen um die dreißig in Deutschland zusammen gezogen worden, das wird es nicht noch einmal geben.

Sicher ist das ein einleuchtender Grund, das Töchterchen gab sich zufrieden. Dass mein Empfinden viel tiefer war, mochte ich nicht auch noch erzählen, es tut zu weh, das auszuführen. Es war symbolisch, es war wie eine Derniere, ein Bild für das Verlöschen meiner Welt, an deren Anfang die Dakotas standen, aus denen die Fallschirmtruppen in die Normandie sprangen, über Eindhoven, den Gravebrücken, Nijmegen und Arnheim ausstiegen, den Nachschub transportierten. Meine Welt war die Freie Welt, die Welt von Rechtsstaat, Eigenverantwortung, Marktwirtschaft, parlamentarischer Demokratie, der Freiheit. Der Freiheit zu tun, was man selber für sich für richtig hält, eine Meinung zu besitzen und sie auch dann auszusprechen, wenn andere sie nicht teilen, sich dorthin zu bewegen, wonach einem der Sinn steht, mit den Mitteln, die man möchte, der Freiheit, die nur da Grenzen findet, wo sie die des anderen beschädigt; der Freiheit des Leben und Leben lassen.

Das Verlöschen meiner Welt, in der verschiedene Auffassungen miteinander wettstreiten und die Mehrheit entscheidet, ohne die Minderheit einzuschränken, sie zu verfolgen, zu verteufeln, einer Welt ohne das absolute Richtig oder Falsch, dessen Konsequenz immer Unterdrückung des “Falschen” wäre. Es war die bundesrepublikanische Welt und sie wurde von den Soldaten der Alliierten mit Waffengewalt zu den Deutschen gebracht, sie zahlten einen hohen Blutzoll dafür. Ja, es war nur ein Nebeneffekt ihres Kampfes, nicht die Befreiung des Nazivolkes von sich selbst hatten sie angestrebt, sondern die Befreiung Europas von den Deutschen. Aber als ihnen das gelungen war, mussten sie mit diesen Deutschen etwas anfangen.

Es wäre gerecht gewesen, moralisch sogar geboten, den Morgenthauplan umzusetzen, die Deutschen auf Äckern darben zu lassen, sie zu deindustrialisieren und jede neue deutsche Staatlichkeit zu verhindern. Aber die Westdeutschen bekamen von ihren Besatzern eine neue Chance. Und nein, sie bekamen sie nicht deshalb, weil sie als Verbündete im Kalten Krieg gebraucht wurden, wie es seit den 68ern auf der linken Seite so lange wiedergekäut wurde, bis die Mehrheit hier es zu glauben begann, um die Großherzigkeit billig zu machen. Die Erkenntnis führte, dass nicht Gerechtigkeit, die zu Unrecht als Revanche empfunden worden wäre, ein neues Friedenseuropa schaffen würde, sondern ein Deutschland, dessen Bewohner die Vorteile der Freiheit erkennen und den Schutt der Vergangenheit beiseite räumen. Das Glück, dass es Adenauer war und nicht Schumacher, der Kanzler wurde und der Deutschland fest im Westen wollte, weil er seinem Volk nicht traute, allein zur Vernunft zu kommen, ließ die Vision Wahrheit werden.

Zuvor aber festigte ein Ereignis den Willen der Westmächte, den Deutschen die Hand zu reichen. Die Sowjets wollten den Westen Berlins unter ihre Knute bringen, die Besatzungszonen der Westmächte empfanden sie als einen Pfahl in ihrem Fleische bei der Errichtung des Imperiums der Finsternis, der Gulags und des sozialistischen Elends. Sie versuchten West-Berlin auszuhungern, in dem sie die Transitwege zu den Westzonen blockierten. Sie hofften, die Einwohner würden sich für sie entscheiden, wenn die Alternative ungeheizte Wohnungen ohne Strom und leere Mägen wäre. Doch die Berliner standen auf, von ihrem größten Bürgermeister angeführt, sie boten den Besatzern das Bild jener, denen die Freiheit lieber war, als die Sicherheit in Diktatur. Und der Westen sah, es würde sich lohnen, diese Berliner zu behalten. Fast ein Jahr, mit gewaltigem Aufwand, Kosten und auch Verlusten versorgten Amerikaner und Briten mit ihren Dakotas, Skymasters, umgebauten Lancastern und vielen anderen Flugzeugtypen Berlin. Rosinenbomber nannten sie die Berliner, die Russen gaben auf, Alliierte und Deutsche begannen eine neue, für unmöglich gehaltene Partnerschaft, die am Anfang des größten Erfolgsmodells der deutschen Geschichte stand, der Bundesrepublik Deutschland mit ihrem Grundgesetz und ihrer stabilen Politik.

Siebzig Jahre danach beginnt ein anderes Deutschland immer mehr diese meine Bundesrepublik zu zerfressen. Siebzig Jahre danach taten sich jene zusammen, die noch an die alten Werte glaubten, um ein rauschendes Fest im Gedenken an die Luftbrücke dort zu veranstalten, wohin ihre Flieger alles Lebensnotwendige brachten, in Berlin, in Tempelhof, wo heute eine Freifläche für die Berliner ist, mit noch immer gut erhaltenen Landebahnen. Sie ließen aus aller Welt die Dakotas kommen, sie mögen organisatorische Fehler gemacht haben, sie liefen gegen die bürokratische Wand eines Berliner Senates, dem jene Partei angehört, die damals auf der anderen Seite der Luftbrücke stand, die SED, die für Stalin jene blutige Diktatur organisieren und verwalten sollte, zu der die Berliner des Jahres 1948 auf keinen Fall gehören wollten. Dieser Senat schob ein Hindernis nach dem anderen nach, immer geschickt die Hände in Unschuld waschend, die fröhliche Erinnerung an den Kampf für die Freiheit, die nicht mehr die Freiheit der Mehrheit dieser moralisch verkommenen Stadt ist, zu verhindern. Auch in Tegel durfte nicht gelandet werden, am Ende nicht einmal überflogen. Das Deutschland des freien Westens, das auch die Dakotas schufen, ist nicht mehr das von heute.

Gail Halvorsen ist einer der Piloten, die damals flogen. Gail Halvorsen wurde zum berühmtesten Piloten der Luftbrücke mit seiner Idee, Süßigkeiten an selbstgebastelten kleinen Fallschirmen im Landeanflug abzuwerfen. Gail Halverorsen ist heute 98, er lebt nicht nur noch, er kam mit den Dakotas nach Deutschland, um noch einmal Candies über Berlin hinabsegeln zu lassen. Im Deutschland des Jahres 2019 war das nicht erwünscht.

Es könnte argumentiert werden, Berlin mit seiner SED Regierungsbeteiligung, der Vorreiterschaft beim Rückfall in den übelsten Sozialismus, wäre ein besonders negativer Ort im Lande, nicht repräsentativ. Aber das stimmt nicht. Eine totalitäre Partei, deren Mitglieder missionarisch davon erfüllt sind, ihren Lebensstil anderen aufzuzwingen, ist in ganz Deutschland die Partei der Stunde. Die Mehrheit der Journalisten macht ungeniert in Nachrichten, Magazinen und Talkshows die Propaganda für sie. Die USA sind für die überwältigende Mehrheit der Menschen im Land negativ belastet, ihr Präsident ein Hassobjekt, Großbritannien verachtet und verspottet, weil es sich dieser verbürokratisierten, undemokratischen EU entziehen will. Jene, die Deutschland gegen jede Moral die Hand reichten und ihm den Wiederaufbau ermöglichten, sind den heutigen Deutschen ein Gegner. Mit neuer urdeutscher Hysterie rasen sie ein weiteres Mal. Die irre Furcht vor der Klimaapokalypse hat sie gepackt, wieder rennen sie einer Idee ohne Rücksicht auf Verluste hinterher und wieder ist der Feind der westliche Lebensstil. Im Osten, da wo die SED herrschte, ist diese noch immer stark, aber rechts hat sich zusätzlich eine völkische Bewegung aufgebaut, die jenen Lebensstil nicht weniger hasst und Deutschland dem Kriegsverbrecher im Kreml andienen will. Dazwischen verfallen die einstigen Parteien der Bundesrepublik, feige Schatten ihrer selbst, Mitläufer des Klimawahns, längst infiltriert vom Kreml. Wo sie noch Politik machen, stärken sie den real existierenden islamischen Staat, sie katzbuckeln vor den Mullahs, unterlaufen offen und stolz die amerikanische Politik, die den Iran daran hindern will, den Staat der Juden nuklear zu vernichten. Sie warnen vor Eskalation, NACHDEM der Iran Schiffe angegriffen hat, einen Tanker versenkt, um die Häfen der arabischen Öllstaaten zu blockieren. Sie plappern das simple Märchen nach, man wisse ja gar nicht, wer den kriegerischen Anschlag ausgeführt hätte.

Die Dakotas entschwanden am Himmel. Mit ihnen mein Land. Eines der Fotos, die mein Sohn neben mir stehend aufnahm, es sieht die DC-3 in Richtung einer Wolke schon von hinten, das ist nun das Desktopbild meines Bürorechners. Zuvor prangte dort die ISS im Weltraum über der Erde schwebend, als Zeichen des Aufbruchs der Menschheit. In Germanistan ist der Aufbruch zu Ende, der Rückbau der Zivilisation steht auf der Tagesordnung der Generation Dumpfbacke.

Derniere.

RuhrBarone-Logo

21 Kommentare zu “Derniere – Als mit den Dakotas mein Land entschwand

  • #1
    Joe

    Es ist wirklich ein Skandal, dass die einmalige und letzte Chance, die Erfahrung der „Rosinenbomber“ für eine jüngere Generation 70 Jahre nach der Luftbrücke noch einmal erlebbar zu machen, derzeit in Berlin von Ideologen verhindert wird.
    Skandal im Skandal dabei ist, dass bürokratische Gründe vorgeschoben werden und die Mainstream-Presse dieses unglaubliche Verhalten des Senats (insbesondere auch gegenüber einem betagten Helden wie Gail Halverson) so gut wie gar nicht thematisiert.
    Dies sagt in der Tat viel über das heutige Deutschland und insbesondere seine Politiker aus.
    Traurig!

  • #2
    Robert Müser

    Amen!

    Ich vermisse in diesem Beitrag noch in bester Springer-Manier das eingestreute "DDR" und schon würde ich mich 40 Jahre jünger fühlen.

    Mal so nebenbei …

    Die alte BRD ist mit der Wiedervereinigung mit der alten DDR untergangen.

    Der blühende Landschaften-Bimbes-Mann und seine Helfershelfer hatten auch keinen Plan, außer das die Ossis ihnen als vermeintlichen Heilsbringer hinterher gerannt sind. Das Ergebnis dieser plan- und kopflosen Politik kann man sich fast überall außerhalb der Hotspots im Osten anschauen inkl. der sozialen Verwüstungen, die diese Politik bei der Bevölkerung hinterlassen hat.

    Auch hat sich die CDU in den Anschlußländern nicht gerade mit Ruhm bekleckert, als sie sich relativ schamlos die dortige CDU einverleibt hat. Wird bis heute gerne vergessen.

    Die aktuellen Gedankenspiele mancher Ost-CDUler zum Machterhalt mit Hilfe der AfD sind nicht gerade ein Ruhmesblatt der Politik. Kann man aber gerne als Autor drüber hinweg sehen, wenn man reflexartig auf die böse SED einprügelt.

    Der Berliner Senat hat sich ohne Zweifel in Sachen Luftbrücke nicht mit Ruhm bekleckert, allerdings sind neben der Linken auch noch die SPD und die Grünen aktiv im Senat beteiligt. Die aktuelle Politik des Berliner Senats lässt mich in manchen Politikfeldern schon gruseln …

  • #3
    Stefan Laurin

    @Robert Müser: Da die Bundesrepublik die "DDR" nie anerkannt hat, geht das mit den Anführungszeichen auch vollkommen in Ordnung.

  • #4
    Waldemar Pabst

    @Robert Da ärgert sich aber einer bis heute darüber, dass diese blutige und mörderische Diktatur untergegangen ist und mit ihr das ganze Reich des Bösen. Ja, ich bin ein Springerfan, ich habe die Welt schon in meiner Jugend abonniert gehabt. Ja, ich bin ein Mann des Westens, ein Mann der Freiheit, der parlamentarischen Demokratie, ich hatte nie meine Phase, wo ich Massenmördern und ihren Ideologien hinterher gelaufen bin und darauf bin ich stolz. Die "DDR", deren Menschen mit einer Art abstraktem Bezugsscheinsystem entlohnt wurden, also mit nichts bezahlt wurden, hatte schrottreife Betriebe, zerstörte Straßen, in für die Generation Dumpfbacke nicht zu glaubender Weise vergiftete Luft und Flüsse, völlig verfallene Häuser, die vom Ruinen schaffen ohne Waffen kündeten, die heutigen Enteigner werden das dann irgendwann noch selber kennen lernen. Es ist ein Wunder, dass es bei den Verwerfungen, die erwähnt wurden, geblieben ist, das Land von dort, wo es war, insgesamt dahin zu bringen, wo es heute ist, war ein Wunder und Erfolg meines Kanzlers. Blühende Landschaften und niemandem wird es schlechter gehen? Wer die "DDR" auch nur einmal von drinnen gesehen hat, der kann nur davon künden, im Vergleich zu dem, was war, ist es so gekommen.

    Und nein, keine Bundesrepublik ist untergegangen, die neuen Bundesländer haben sich aus freien Stücken ihr angeschlossen. Wie dieses Land aber sich verändert hat, demonstrierte mir Facebook damit, dass zur selben Zeit, da dieser Aufsatz erschien, Fb. mich für drei Tage sperrte. Mein Hasskommentar lautete, "der Neid ist die Triebfeder des Deutschen", er muss uralt gewesen sein, ich weiß nicht einmal mehr, in welchem Zusammenhang und wo dies geschrieben haben mag. Es ist ein Land geworden, in dem polemische Meinungsäußerung unerwünscht ist, es wird nur schlimmer werden. Das Land, in das ich geboren wurde, ist nicht mehr.

  • #5
    Robert Müser

    @ Stefan Laurin,
    interessante These, die sich eigentlich mit den diversen Ostverträgen unter Brandt/Genscher faktisch erledigt hat.

    Die Schreibweise "DDR" bezog sich auf die Springer-Presse, die diese Schreibweise (verlagsintern: ‚Tüttelchen‘ genannt) vor dem Umbruch in der DDR bereits ab 02.08.1989 aufgegeben hatte, da man es nicht mehr zeitgemnäß betrachtete.

    Quelle dazu:
    https://www.welt.de/welt_print/politik/article4235636/Als-aus-der-DDR-die-DDR-wurde.html

  • #6
  • #7
    Robert Müser

    @ Waldemar Pabst,

    Sie haben mein tiefstes Mitgefühl, dass Sie in diesem Staat verfolgt werden, wenn Sie Polemiken schreiben und dafür Ihre Meinung unterdrückt wird. Aber dafür können Sie ja hier schreiben, Sie sollten es aushalten können, dass man nicht unbedingt Ihre Meinung teilen muss.

    Aus eigener Anschauung kenne ich die DDR schon Jahre vor dem Zusammenbruch und seien Sie versichert, ich habe immer bewundert, wie die Menschen dort mit diesem System und seinem Mängeln klar gekommen sind. Meine eigene Verwandschaft hat mir erst nach 1990 Dinge erzählt, die man vorher sich nicht traute zu erwähnen.

    Die Art und Weise, wie die "alte" Bundesrepublik nach der Wende die Wiedervereinigung betrieben hat, lässt mich unter heutigen Sicht der Dinge immer noch ratlos zurück. Am berühmten 17.06. hat die westdeutsche Politik irgendwelche Sonntagsreden gehalten, ohne so wirklich an die Wiedervereinigung zu glauben. Die Panik war nach November 1989 bei diversen Akteuren der Politik zu greifen. Wenn dies alles im Osten so toll ist, weil die weise CDU unter dem größten Kanzler aller Zeiten alles richtig gemacht hat und noch Ummengen von Geld in den Osten gepumpt hat, dann frage mich ernsthaft warum ein Großteil der Ostdeutschen ihr Heil nun in der AfD sieht, wenn Teile der Bevölkerung zuvor ihre negativen Erfahrungen mit der SED und ihrem System gesammelt hat.

    Aber seien Sie tapfer, vielleicht geht es in Teilen des Ostens demnächst nach den nächsten Wahlen wieder unter der Führung der AfD deutlich nach oben. Der altersweise Chef der Bundestagsfraktion (übrigens bei der CDU Hessen in seinen Ansichten über die Jahre gereift) hat ja eine bestimmte Vorstellung zu bestimmten Epochen der deutschen Geschichte, dies ist aber sicherlich nicht in ihrem Sinne?

  • #8
    ke

    Vor lauter Wut über die Ideologen von der Spree, habe ich vergessen, mich für den tollen Artikel zu bedanken.
    Es traut sich noch jemand, über diese Flugzeuge enthusiastisch zu berichten. Und auch über die Kämpfer für die Freiheit.

    Im offiziellen Deutsch-Sprech sind das doch sicherlich Mitglieder einer Generation, die sehenden Auges mit ihren CO2 Fressern dafür gesorgt hat, dass wir jetzt mit dem Klima Probleme haben.

    Tolle Fotos.
    Ich schäme mich, wie mit diesen Menschen, die viel Aufwand betreiben, um diese Maschinen zu zeigen, in unserer Hauptstadt umgegangen wird!

  • #9
    Waldemar Pabst

    Es ist immer wieder lustig und sinnfrei, mit jemandem zu debattieren, mit dem man eigentlich nicht einem eine tragfähige gemeinsame Grundlage zum streiten hat. In diesem Sinne, schönen Sonntag.

  • #10
    Realmika

    Vielen Dank für diesen großartigen Artikel. Es geht eine goldene Ära zu Ende, der Kampf um die Freiheit ist für die Mehrheit kein Thema und vielleicht schon verloren.
    Vielleicht bricht ein asiatische Zeitalter an, von dort werden viele Impulse in 50 Jahren kommen. Es bleibt spannend, inwieweit sich das übrige Europa besinnt oder ob Deutschland hier wieder einen fatalen Sonderweg einschlägt. Großbritannien ist der Testfall.
    Was Deutschland angeht bin ich sehr, sehr pessimistisch. Ich denke, dass wir wohl in den nächsten zehn Jahren Deutschland ganz verlassen werden.

  • #11
  • #12
    Waldemar Pabst

    @ke Aber wir sind Dinos im neuen Germanistan, um die Erkenntnis kommen wir nicht herum. Und doch bin ich froh, aus meiner Zeit zu stammen und sie erlebt zu haben, statt in ein so bleiernes, von Glaubenshysterien, Bildungsferne und Verzichtepflichten unter der Aufsicht von Fanatikern geprägtes hineinwachsen zu müssen.

  • #13
    Waldemar Pabst

    Es hat am Ende heute doch noch ein Überflug in Berlin stattgefunden. Es ist nicht im Ansatz das, was einmal geplant war, aber es zeigt, wie Proteste wenigstens ein klein wenig in letzter Minute noch bewegen können.

  • #14
    Gerd

    Deutschland 2019 ist zum Fremdschämen hoch zehn.

    Dass das mit dem Morgentauplan nix wurde, hatte in erster Linie wirtschaftliche Gründe. Ein Deutschland, dass sich nicht versorgen kann, muss entweder extern versorgt werden oder es müssen ein paar Millionen verhungern.

    Ersteres war wirtschaftlich inakzeptabel, letzteres moralisch.

  • #15
    ke

    Es wird Zeit, dass die jungen Menschen, die auch heute noch MINT-Berufe ergreifen, sich auch stärker gesellschaftlich engagieren, damit eben nicht die 20 Semester Theater-/Politikwissenschaft-Studenten ohne Abschluss die Richtung unseres Landes bestimmen.

  • #16
    Robert Müser

    @ Waldemar Pabst

    Es ist immer wieder traurig und ernüchternd, mit jemandem versuchen zu debattieren, der über eigene Polemiken eine klare Meinung zu einer extremen Partei wie der SED und ihren Nachfolgern hat, aber Polemiken als Antwort zu seinen eigenen Thesen ausweicht.

    Ihre Meinung zur SED haben Sie hinreichend dargelegt. Ihre Meinung zu den anderen Parteien wie z.B. zur AfD, SPD, Grünen, FDP und CDU hätte ich gerne mit Ihnen im Diskurs herausgearbeitet. Wäre sicherlich eine spannende Diskussion in Zeiten der sich wandelnden Parteienlandschaft in Deutschland geworden.

    In diesem Sinne, schönen Sonntag.

  • #17
    Waldemar Pabst

    @Mülser Wenn Du den Aufsatz gelesen hättest, wüsstest Du es. Mit Ausnahme der FDP, aber die spielt eh keine Rolle, ich verachte sie, aber habe sie zuletzt aus Mangel an Alternativen gewählt. Die SED hat keine Nachfolgepartei, sondern ist nur mehrfach umbenannt worden, weshalb sie bis heute auf die vom Täter Gysi beiseite geschafften Vermögenswerte zugreifen kann. Ansonsten ist es Lebenszeitverschwendung mit jemandem zu diskutieren, mit dem man dazu keine Grundlage hat und der nichteinmsl Lesen und Sinnentnahme beherrscht.

  • #18
    Helmut Junge

    @Robert Müser (16), um die Antworten auf diese Fragen zu finden, brauchen Sie nur den Namen über seinen Kommentaren anzuklicken. Dann kriegen Sie seine Seite, auf der er sich dazu äußert.
    Aber schade, daß er sich nicht der Diskussion mit Ihnen stellt. Aus meiner Sicht jedenfalls. Diskussionen hier bei den Baronen sind doch erfrischender als Statements, wie "hier stehe ich, ich kann nicht anders".Schade, schade, schade.

  • #19
    Abraxasrgb

    Die Situation des Liberalismus:
    Meldet der Soldat dem Offizier:
    „Sir, wir sind komplett von rechts und links umzingelt, Sir!“
    Antwortet der Offizier:
    „ Fein, gut so, denn dann können wir in alle Richtungen für die Sache der Freiheit kämpfen!“
    😊
    YMMV

    Den Umgang mit den Dakotas , kann man als Allegorie lesen, da stimme ich völlig zu. Und dann melancholisch resignieren.
    Oder als Appell die Denkblokaden der universal- oder partikuläregalitären von links und rechts mit der Intelligenz der Dakotas aufzubrechen. Freiheit ist immer prekär, weil es einfacher ist sie einzuschränken, als sie zu leben!

    Zählen eigentlich vergorene Weintrauben auch zu den Rosinen?

  • #20
    Joe

    Ich habe ja oben geschrieben, dass mir der Artikel gefällt und ich sein Anliegen teile.
    Aber warum sich der Titelautor hier der Diskussion mit Herrn Müser verschließen will, das verstehe ich nicht.
    Zumal im Artikel doch von der Zeit geschwärmt wird, als „noch verschiedene Auffassungen“ sich einen fairen Wettstreit lieferten.
    Und warum soll es keine gemeinsame Grundlage für einen Austausch mit Herrn Müser geben?
    Verstehe ich nicht!

  • #21
    Waldemar Pabst

    Immer wieder eine neue Bestätigung: Alles, was man über dieses kranke, undankbare, kaputte, den Untergang anstrebende, lächerliche Germanenvolk wissen muss.

    Eine Berliner Gleichstellungsbeauftragte lässt einen Schwulenfunktionär deshalb am 4. Juli keine Regenbogenfahne hissen, weil er ein gemeinsames Foto mit dem amerikanischen Botschafter gemacht hat. Für viele deutsche Linke besteht der Lebenstraum darin, wieder in irgendeiner Abteilung Inneres des Rates des Kreises andere zum Wohle ihrer verfluchten Ideologie schikanieren zu können.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.