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Die Gegner der Corona-Maßnahmen sind doch selber schuld, wenn ihre Demos untersagt werden

3D-Grafik des SARS-CoV-2-Virions Bild: CDC/ Alissa Eckert, MS; Dan Higgins, MAM – This media comes from the Centers for Disease Control and Prevention’s Public Health Image Library (PHIL), with identification number #23312 Lizenz: Gemeinfrei

Es ist der große Aufreger des bisherigen Tages: Mehrere Corona-Demonstrationen, die am Wochenende in der Bundeshauptstadt Berlin stattfinden sollten, sind vom Berliner Senat verboten worden. Zur Begründung hieß es: Angesichts des erwarteten Kreises der Teilnehmenden werde es zu Verstößen gegen die Infektionsschutzverordnung kommen.

Auch wenn es derzeit noch gut möglich erscheint, dass die Entscheidung auf juristischem Wege gekippt werden könnte, starteten nach Bekanntwerden der Pläne direkt die üblichen Scharmützel im Internet. Die potenziellen Demonstranten gegen die Corona-Maßnahmen fühlen sich zu Unrecht drangsaliert. Deren Kritiker jubeln ob der Pläne, die Demos nicht zuzulassen. Das übliche Spielchen halt.

Wer sich im Regelfall nicht so sehr an den Vorgängen ereifern kann, so wie ich zum Beispiel, den machen die Abläufe inzwischen einfach etwas ratlos.

Ich mag es grundsätzlich auch nicht, wenn Menschen das Demonstrationsrecht erschwert wird. In diesem Falle bin ich jedoch der Meinung, dass die Corona-Demonstranten keinen Grund haben, sich über eine ungerechte Behandlung zu beschweren.

Die Bilder von den vergangenen Veranstaltungen mit ähnlichem Tenor waren ja eindeutig. Von solchen Demos ging vielfach eine unnötige Gefahr aus für alle, die sich um eine Eindämmung des Virus bemühen, die selber auf Aktivitäten und liebgewonnenes Verhalten in diesen Tagen verzichten, um sich und andere nicht zu gefährden. Das darf nicht sein!

Es wäre ja geradezu aberwitzig, wenn tausende von absichtlichen Verstößen gegen die nicht grundlos geltenden Corona-Einschränkungen dazu führen würden, das Virus in Deutschland wieder stärker auszubreiten.

Nur mit viel Mühe, persönlichem Verzicht und hohen Kosten ist es uns als Gesellschaft gelungen in diesem Frühjahr die ‚erste Welle‘ in ihrem Verlauf abzumildern. Ein Vergleich mit anderen Ländern zeigt ganz deutlich, wie gut die Maßnahmen in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern, die weniger streng gegen Corona vorgegangen sind als ‚wir‘, gewirkt haben.

Unsere Gesellschaft kann sich, auch bei den steigenden Zahlen der vergangenen Wochen, noch immer sehr glücklich schätzen.

Wenn jetzt darüber gemeckert wird, dass Berlin solche Demos, die in der Vergangenheit immer wieder massive Verstöße beinhaltet haben, am Wochenende nicht sehen will, dann ist das unlogisch.

Wer sich an die für alle geltenden Regeln und Bestimmungen hält, der darf in diesem Lande auch demonstrieren. Wenn auch derzeit notgedrungen nicht so ungezwungen, wie er es vielleicht gerne täte.

Dass Veranstaltungen, die mit einer hohen Wahrscheinlichkeit ein Verhalten von zahlreichen Teilnehmern beinhalten werden, welches dem Wohl der großen Mehrheit der Bevölkerung zuwiderläuft, untersagt werden, ist aus meiner Sicht nur konsequent und vernünftig.

Die Gegner der aktuell gültigen Corona-Maßnahmen sind doch selber schuld, sollten sie ihre Veranstaltungen am Wochenende nicht wie angedacht durchführen können.

Mit einer Einschränkung der Meinungsfreiheit oder ähnlichem hat das nichts zu tun. Es geht vielmehr um das Wohl der Allgemeinheit.

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9 Kommentare zu “Die Gegner der Corona-Maßnahmen sind doch selber schuld, wenn ihre Demos untersagt werden

  • #1
    Pit

    War denn der Einfluss der letzten Corona-Demo in Berlin auf das Infektionsgeschehen nennenswert?
    Immerhin waren dort 17000 Teilnehmer unterwegs.
    Laut worldometer haben wir in Deutschland derzeit gerade mal 245 critical cases: also in jedem sechstem Krankenhaus liegt etwa ein covid-Patient.
    Dafür die Grundrechte weiter derart einschränken? Unverhältnismäßig!

  • #2
    Berti

    Hallo, Pit, danke für Ihren Kommentar. Sie denken mit. Was mich im Kontext von Demonstrationen usw. allgemein verwundert hat: Nach den revolutionären 1. Mai-Kundgebungen in Berlin – tausende People ohne Mundschutz, aber mit Geschrei und engem Körperkontakt auf der Straße in Kreuzberg: Und? Nach den Meisterfeiern des FC Liverpool in etwa zur gleichen Zeit mit Zigtausenden Unmaskierten auf wenig Fläche, saufend. tanzend, feiernd. Und? In Weißrussland nun zehntausend (angeblich hunderttausende) meist Unmaskierte auf den Demos. Und? Mein Erklärungsversuch: Möglicherweise meidet dieses teuflische Killervirus Maskierte, ferner ist es womöglich Liverpool-Fan (dort isst man viel Chips & Fish, antiviral !) mag das Klima in Minsk nicht so sehr (dort essen die Menschen unabhängig von ihrer politischen Einstellung viel Knoblauch, antiviral !). Wie dem auch sei – eins steht fest: gemeinsam werden wir das Killervirus zur Strecke bringen.

  • #3
    Sperling

    Für mich ist dieses Verbot nur ein Zeichen von Angst. Denn nach der Demo am 01.08 hat man nicht viel von höherer Infektion gehört. Dann kamen die Reiserückkehrer, da dort dann mehr getestet wurde,gingen die Zahlen angeblich nach oben. Warum will man alles unterbinden was Spass macht? Soll man wohlmöglich nur noch arbeiten,essen, schlafen,arbeiten? Fehlt dann nur noch das gesagt wird,wieviel Kinder man haben darf.

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  • #7
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