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Die identitäre Linke bedeutet das Ende der Kunst

Die Figur des Senor Chang (Ken Jeong) ist in der Serie Community ein komischer Sidekick. Screenshot: Mario Thurnes

Die Figur des Senor Chang (Ken Jeong) ist in der Serie Community ein komischer Sidekick. Screenshot: Mario Thurnes

Netflix hat die Folge „Advanced Dungeons and Dragons“ der Serie „Community“ aus dem Angebot genommen. Eine Szene sei rassistisch. Aus dem Vorgang lassen sich zwei Schlüsse ziehen: Die identitäre Linke kennt kein Verständnis für Kunst. Und lässt man sie machen, ist die Kunst am Ende.

Ray Bradbury stellt in „Fahrenheit 451“ eine totalitäre Gesellschaft vor: Bücher sind verboten. Wer sie trotzdem besitzt, erhält Besuch von der Feuerwehr, die dann die Bücher öffentlich verbrennt. Die Figur des Captain Beatty klärt auf, wie es soweit kommen konnte: aus Rücksichtnahme. Nach und nach habe die Gesellschaft freiwillig auf alle Äußerungen verzichtet, die einzelne Gruppen beleidigen könnten – mit der Konsequenz, dass bald alle Äußerungen verboten waren. Die Unterhaltung besteht in der Welt von Fahrenheit 451 nur noch aus gleichtöniger Wohlfühlmusik.

So weit ist die Welt des Jahres 2020 nicht. Noch nicht. Doch nach und nach werden Kulturangebote zensiert. Aus Rücksichtnahme. Wegen Rassismus-Gefahr. Wer möchte jemandem widersprechen, der vorgibt, gegen Rassismus zu kämpfen? Nun hat es die amerikanische Sitcom „Community“ erwischt. Netflix hat die Folge „Advanced Dungeons and Dragons“ aus der zweite Staffel aus dem Angebot entfernt.

Stein des Anstoßes ist eine Szene, in der die Figur des „Senor Chang“ (Ken Jeong) in einer schwarzen Maskerade auftritt. Das gilt als Blackfacing und steht unter Rassismusverdacht. Denn weiße amerikanische Künstler haben sich früher maskiert, und so die schwarze Kultur übernommen und verhöhnt – so der Vorwurf der identitären Linken.

Gemeinschaft der Verlierer

In der Serie geht es um sieben Studenten, die ein Community-College besuchen. Diese gelten in den USA als Ersatz-Colleges für Verlierer. Und genau das sind die Hauptdarsteller auch: Ein ehemaliger Anwalt, der eigentlich keinen Uni-Abschluss hatte. Ein sozial gestörter und vereinsamter Millionärssohn. Oder eine geschiedene Mutter. Der Name der Serie ist doppeldeutig. Denn an dem Community College treffen sich diese Verlierer und werden zu einer Lerngruppe, vor allem aber zu einer Gemeinschaft, die fest zusammenhält – also zu einer Community.

Fat Neill (Charley Koontz) ist eine Nebenfigur der Serie. In „Advanced Dungeons and Dragons“ verabredet sich die Lerngruppe mit ihm zu einer Partie des gleichnamigen Rollenspiels. Sie wollen ihn aufmuntern. Denn Neill ist lebensmüde, weil er immer wegen seines Übergewichts gehänselt wird. Die Partie soll ihn aufmuntern.

Auch Senor Chang ist eine Nebenfigur. Er beginnt als schräger Spanisch-Dozent, der gerne Sachen tut, die schwer daneben liegen. So engagiert er eine Schauspielerin, die seinem Kurs verkündet, er sei gestorben, um direkt danach mit einem Ghettoblaster in der Hand zu dem Song „I’m alive“ im Kurs aufzutauchen und zu tanzen. Er verliert seinen Job, weil sich herausstellt, dass er ebenfalls keinen Abschluss hat.

Die Figur des Studienleiters Pelton (Jim Rash)  kommentiert das mit den Worten: „Es ist wohl doch nicht rassistisch, einen chinesischen Spanisch-Dozenten nach seinen Zeugnissen zu fragen.“ Nicht die einzige Anspielung in der Serie auf die Blüten, die die identitäre Linke mit der Antirassismus-Bewegung treibt.

Später ist Senor Chang nach und nach ein obdachloser Student, lebt mit einem Affen in einem Lüftungsschacht, arbeitet für Kost und Logis als Sicherheitschef, begründet am College eine Diktatur, spielt Gedächtnisverlust vor und wird zum Werbestar. Kurzum: Die Figur des Senor Changs wird im Laufe der Serie immer wieder ironisch gebrochen.

Blackfacing wird ironisch gebrochen

In der Folge „Advanced Dungeons and Dragons“ taucht Chang nur am Anfang auf. Er stellt innerhalb des Rollenspiels die Figur des Zauberer „Brutalitops“ dar. Dafür hat er sich das Gesicht schwarz gefärbt. Dass dies rassistisches Verhalten ist, thematisiert die Figur der schwarzen Studentin Shirley (Yvette Nicole Brown) in der Folge.

Changs Figur Brutalitops stirbt gleich zu Beginn der Partie. Das Blackfacing kommt also nur am Rande der Folge vor. Es wird durch die Figur des Changs ironisch gebrochen. Außerdem bleibt das Verhalten nicht unkommentiert. Ein rassistisches Statement der Macher lässt sich daraus folglich nicht ableiten. Dass die identitäre Linke den Rassismus-Vorwurf trotzdem erhoben hat, zeigt auf, dass sie Kunst nicht versteht. Wenn Anbieter wie Netflix ihr nachgeben, bedeutet dies das Ende der Kunst.

Die identitäre Linke denkt eindimensional. Deswegen bringt sie als Textform auch nur die Rede und die Polemik vor. Theater, Serien und Filme sind aber mehrdimensional. Das ermöglicht es, Vorgänge zu zeigen und zu bewerten, ohne sie zu verherrlichen. „Das Schweigen der Lämmer“ verherrlicht zum Beispiel nicht die Folter und den Mord an dicken Frauen. Der Zuschauer sieht in dem Film, wie der Täter leidet und am Ende stirbt.

Schon die älteste, bekannte Kunst-Theorie, die „Poetik“ des Aristoteles kennt diesen Vorgang. Aristoteles nennt dies Katharsis. Ins Deutsche übersetzt bedeutet es „Reinigung“. Das Ensemble führt einem Zuschauer ein Fehlverhalten vor und indem dieser sich damit beschäftigt, wird er von dem Fehlverhalten „gereinigt“. Wenn eine Figur wie Chang Blackfacing betreibt, bedeutet das keine Zustimmung der Macher – sondern eine Kritik. Da es sich bei Community um eine Sitcom handelt, ist diese Kritik ironisch verarbeitet.

Anderssein wird verteidigt

Dass ausgerechnet die Folge „Advanced Dungeons and Dragons“ ins Visier geraten ist, zeigt, wie selektiv und zufällig die identitäre Linke im Moment zuschlägt. Denn in der ersten Community-Staffel gibt es bereits eine andere Blackfacing-Szene. Sie kommt im Rahmen einer Bildmontage vor. Auch hier kritisiert die Figur der Shirley mit einem Blick den Vorgang – und ebenfalls lässt sich anhand der Figurenkonstellation eine Kritik des Vorgangs ableiten.

Community entstand zwischen 2009 und 2015. In den USA trieb die identitäre Linke schon seinerzeit seltsame Blüten mit der Antirassimus-Bewegung. Die Sitcom greift dies mehrfach auf. So führt Studienleiter Pelton eine Liste über die Herkunft und Gewohnheiten seiner Studenten: „Um jeglichen Rassismus gar nicht erst aufkommen zu lassen.“

Aus dem gleichen Grund dürfe Juden den 5. Mai oder das Oktoberfest öffentlich feiern, aber nicht Chanukka. Deutsche bestraft Pelton, weil diese an einem Oktoberfest teilgenommen haben. St. Patricks Day wäre aber in Ordnung gewesen. Fremde Kulturen zu feiern, so Pelton, sei ok, die eigene zu feiern, ein Vergehen.

Das College-Maskottchen heißt „Human Being“ und sieht gruselig aus – weil Pelton und der Schöpfer der Figur, Pierce Hawthorne (Chevy Chase), an der Figur alle äußeren Merkmale vermieden haben, die einer Ethnie zugeordnet werden könnte. Die Figur des Jeff Winger (Joel McHale) kommentiert dies mit den Worten: „Nicht rassistisch zu sein, ist der neue Rassismus.“

Community trägt die Botschaft schon im Titel: Die Gemeinschaft hilft, alle Tiefen des Lebens zu überstehen. Zeigt sich die Umwelt feindlich gegen jemanden, etwa gegen den übergewichtigen Fat Neill, dann hält die Gemeinschaft zusammen und verteidigt dessen Anderssein. Die Serie arbeitet stark mit popkulturellen Anspielungen. Die Macher ironisieren popkulturelle Phänomene und feiern beziehungsweise kritisieren diese somit.

Am Ende steht das Ende der Kunst

Das Auftauchen von Blackfacing setzen die Kritiker aber gleich mit der Verherrlichung von Blackfacing. Ihre wackelige Argumentation sichern sie mit Whataboutismus ab: Was spricht denn dagegen, keinerlei Rassismus mehr zu zeigen? Wer dem widerspricht – so funktioniert die Kombination aus Sprechverbot und Whataboutismus – kann ja wohl selbst nur ein Rassist sein.

Doch so eindimensional ist die Welt nicht. Wer sich auf das Spiel einlässt, erlebt einen Domino-Effekt: Dann ist die Welt heute irgendwann genau so wie die Welt in „Fahrenheit 451“. Gerade weil die Welt immer diverser wird. Und eine diverse Welt besteht nicht mehr aus einer Mehrheitsgesellschaft, sondern aus vielen kleinen Gruppen. Der „Alte weiße Mann“ bildet weder in den USA noch in Westeuropa die Mehrheitsgesellschaft: Frauen, Junge und Nicht-Weiße machen in Deutschland mehr als Zweidrittel der Bevölkerung aus. Bei weniger als 33 Prozent von einer Mehrheit zu sprechen, ist absurd.

Dann aber löst der Gedanke, alles nicht mehr zeigen zu wollen, was die Gefühle einer Minderheit verletzten könnte, eben den Domino-Effekt aus, der zur Welt von „Fahrenheit 451“ führt: Eine Welt, in der gar keine künstlerische Darstellung mehr möglich ist. Eine Welt, in der die Kunst tot ist.

Wird der identitären Linken gefolgt, bedeutet dies das Ende der Kunst:
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11 Kommentare zu “Die identitäre Linke bedeutet das Ende der Kunst

  • #1
    Wolfram Obermanns

    "Don’t mention the war!" ist ebenfalls bereits der identitären Gesinnungspolizei zum Opfer gefallen. Mal sehen, wie der Richterspruch ausfällt.
    https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/nur-kein-wort-vom-krieg-ist-fawlty-towers-rassistisch-16811979.html

  • #2
    Helmut Junge

    Würde es ohne Widertand so weitergehen, gäbe es einen Dominoeffekt, und irgendwann wäre die Kunst dann tot. In der Form stimme ich dem Autor zu.
    Aber so läuft das ja nicht im wahren Leben.
    Der jetzige Fall ist noch nicht bedeutend genug. Das nimmt noch keinem die Bettruhe. Diejenigen, die solche Selbstzensur inzenieren, werden auch nicht zufrieden sein. Die nächste Nummer muß größer sein, sonst wird es langweilig. Und solange nur die "Normalos" und die rechte Gemeinschaft einen Verlust empfindet, wird sich die Aufregung in Grenzen halten. Aber mit dem Sendungsbewußtsein ist das so eine Sache. Man muß es einfach Allen zeigen, und deshalb muß das nächste Verbotsobjekt deutlich mehr Leute erschrecken. Geht nicht anders. Die Entwicklung neuer sprachlicher Normen, läßt fast alle älteren Bücher, Filme, Theaterstücke usw. in einen anderen Licht erscheinen. Sind sie doch im jeweiligen Zeitgeist entstanden. Und der ist nach heutigem Standard sowieso falsch. "Vom Winde verweht" ist solch ein Beispiel. Sogar solche Stücke, die bei "älteren" Linken einmal prägend waren, entsprechen mit Sicherheit nicht mehr den Kriterien der selbsternannten Juroren. Und wenn die dann "dran" sind, könnte es breiteren Widerstand geben. Dann gäbe es keinen Dominoeffekt und die gesamte Kultur erstarrt nicht. Etwas wird noch übrig bleiben. Aber vor solchen Filmen im TV werden die Ansager das Zuschauerpublikum darauf aufmerksam machen, daß der Film Stellen enthält, die eigentlich herausgeschnitten gehören, weil sie ein Gefährdungspotential enthalten.

  • #3
    Wolfram Obermanns

    #2 Helmut Junge
    Das große Projekt ist schon durch und es war von einer derart unfassbaren Blödheit geprägt, daß ich bei der Durchführung, mich dabei auf Malcolm X beziehend, nur von "white escapism", einer am Ziel vorbei gehenden Selbstinszenierung, reden kann.
    In dem durch und durch antirassistischen Buch "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer" wurde durch die Streichung der "Zauberwörter" Neger und China lediglich die Botschaft verwässert.
    In "Pipi in Taka-Tuka-Land", einem Buch, dessen Handlungsrahmen rassistische Stereotype par excellence bedient, schafft der "Südseekönig" das Kunststück, den Rassismus der Handlung indifferent bis nach Amerika auszudehnen.
    Wie bei den satirischen Produktionen ist die identitäre Sittenpolizei im Umgang mit Klassikern der Kinderliteratur zu blöd, Rassismus dort zu identifizieren, wo er tatsächlich ist.
    Wie Malcolm X zum weißen Eskapismus schon feststellte, diese Knallköpfe sind Teil des Problems, nicht der Lösung.

  • #4
    Freddi

    Ein guter Artikel. (Ich würde sogar weiter gehen und agen, das man auch mal (z. B.) blackfacen darf, ohne es kritisch darzustellen, solange die Distanz zu erkennen ist)

    Der "Alter weißer Mann"-Abschnitt fällt jedoch heraus und stark ab: Beim "Alten weißen Mann" geht es doch nicht um zahlenmäßige Überlegenheit, sondern um Machtverhältnisse; es sind ja nicht die Frauen, Jungen und Nicht-Weißen, die Politik und Wirtschaft bestimmen. Und selbst wenn sich da gerade (sehr, sehr langsam) etwas ändert: Den AwM, der Jahrtausende den Ton angegeben hat, ist sehr tief und spürbar verankert.

  • #5
    Thomas Baader

    Ein kleiner Hinweis: In der Szene kommt kein Blackfacing vor. Senor Chang verkleidet sich als Dunkelelf, nicht als Afrikaner. Ein Dunkelelf ist eine Fantasy-Figur, kein Mensch. Wäre diese Verkleidung rassistisch, dann wäre es auch rassistisch, sich als Ork oder Troll mit einem dunkleren Hauttton zu verkleiden.

    Siehe dazu hier:
    "Er verkörpert bei Dungeons & Dragons nicht einmal einen Menschen, geschweige denn einen Schwarzen. Ein Dunkelelf ist eine reine Fantasie-Figur und sein Verhalten im Rollenspiel forciert auch nicht auf sonstige Weise Vorurteile gegen eine reale Bevölkerungsgruppe."
    https://www.moviepilot.de/news/netflix-loscht-folge-der-rassismus-verdacht-gegen-community-ist-ein-fehler-1127958

  • #6
    Arnold Voss

    @ Freddi # 4
    "Beim "Alten weißen Mann" geht es doch nicht um zahlenmäßige Überlegenheit, sondern um Machtverhältnisse; es sind ja nicht die Frauen, Jungen und Nicht-Weißen, die Politik und Wirtschaft bestimmen. " Die alten nichtweißen Männer bestimmen z.B. fast überall in Afrika, Indien, Pakistan, China und Japan über die Wirtschaft und haben dort auch die Macht . 🙂

  • #7
    Helmut Junge

    @Arnold, diese(r) Freddi wird von diesen Welten nie gehört haben. Und ob es dort Männer gibt, die das Sagen haben? Unwahrscheinlich.

  • #8
    Walter Stach

    "Das Ende der Kunst"………..???
    Abgesehen davon, daß ich mit dem Begriff "identitäre Linke" nichts anzufangen weiß, jedenfalls nichts, was einen Diskurs darüber zulassen könnte, ,scheint mir der Gedanke, diese "gesellschaftlichen Gruppierung" könnte "das Ende der Kunst" bewirken, abwegig zu sein.

    Kunst als "menschlicher Schöpfungsakt" läßt sich nicht beenden, solange es Menschen gibt. Das haben seit der Steinzeit bis heute all "die Mächtigen" erfahren müssen, die das aus welchen Gründen und mit welchen Methoden auch immer versucht haben.

  • #9
    Wolfram Obermanns

    #8 Walter Stach
    "Abgesehen davon, daß ich mit dem Begriff "identitäre Linke" nichts anzufangen weiß,"
    Weil Identitäre wie man es dreht und wendet eben nicht links sind?
    Dann wären wir genau einer Meinung und unter Linken wie Rechten wahrscheinlich eine Minderheit.

  • #10
    Helmut Junge

    @Walter Stach, Zitat: "Kunst als "menschlicher Schöpfungsakt" läßt sich nicht beenden, solange es Menschen gibt. Das haben seit der Steinzeit bis heute all "die Mächtigen" erfahren müssen, die das aus welchen Gründen und mit welchen Methoden auch immer versucht haben."
    Das ist eine Behauptung, die du nicht belegen kannst. Mußten nicht in Deutschlands jüngerer Geschichte Künstler und Schriftsteller ins Ausland, oder in die innere Versenkung flüchten? Mußten die anderen, die bleiben durften, dann nicht malen oder schreiben, was die Herrschaft erlaubt hat?
    Gab es in der Geschichte Deutschlands nicht häufiger solche Phasen?
    Die Künstler oder Schriftsteller hätten wohl gerne, durften aber nicht.
    Sogar Musiker durften nicht gespielt werden. Sogar Musik!
    https://de.wikipedia.org/wiki/Entartete_Musik.
    Wenn das damalige Regime nicht durch Krieg vernichtet worden wäre, hätten wir uns an die Eintönigkeit vermutlich gewöhnt. Das Mittelalter war so eine Zeit, in der vieles verboten war. Manches hat zwar auf winziger Flamme weiter geköchelt, bis die Schranken zerstört wurden. Aber die Allgemeinheit hat geglaubt, daß die Erde eine Scheibe wäre.
    Ja, ""Kunst als "menschlicher Schöpfungsakt" läßt sich sehr Wohl beenden, Nicht für immer, aber für viele Generationen.
    Heute gilt bereits, daß Bilder in Rathäusern keine nackten oder halbangezogene Personen darstellen dürfen. Das war Auflage für meine eigenen Ausstellungen, und ein Rathausmitarbeiter hat mir Fotos von entfernten Bildern gezeigt. Was ich im Kleinen erlebt hatte, gab es auch auf großer Bühne. https://www.zeit.de/2018/33/wie-frei-ist-die-kunst-hanno-rauterberg-buchauszug

  • #11
    Berthold Grabe

    Gesinnungspolizisten finden sich von rechts bis links in allen Ideologien und Gesellschaftsmodellen.
    Sie feiern heute wider Konjunktur, weil sie keine Faschisten sind und Faschisten üblicherweise das Etikett des Totalitarismus tragen.
    Gemäß dieser platten Einteilung sind diese Leute aber nichts Anderes als Faschisten mit linkem Anstrich.
    Vergangenheit zu tilgen ist nie richtig, egal ob sie böse oder gut war, überhöht gezeichnet oder herabgewürdigt wurde.
    Und es geht um die Tilgung von Vergangenheit, was äußerst dumm rückständig und reaktionär ist.
    Ebenso gut könnte man den Holocaust tilgen als Zeugnis von Rassismus.
    Das es nicht geschieht entlarvt diesen Furor als Gesinnungskontrolle, die das Selbstdenken der Leute fürchtet

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