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Die sonntaz und ein merkwürdiges Interview mit Fadwa Barghuti

Fadwa Barghuti in Wuppertal

In der sonntaz findet sich ein zweiseitiges Interview mit Fadwa Barghuti, der Frau des palästinensischen Politikers Marwan Barghuti, der in Israel wegen mehrfachen Mordes im Gefängnis sitzt. Was Barghuti dort erzählt und wie ihr Mann dort beschrieben wird, hat mich verwundert.

Samstag, 7. Mai 2011. Ich war für die Jüdische Allgemeine in Wuppertal und berichtete von einem Palästinenserkongress. Zur  „9. Konferenz der Palästinenser in Europa“ waren tausende Palästinenser aus ganz Europa gekommen. Im Umfeld der  Halle gab es Hüpfburgen, Stände mit Leckereien und Büchern.  Der Kongress war die erste große Veranstaltung nach der Einigung von Hamas und Fatah in diesem Frühjahr, und die Euphorie, die dieses Ereignis auslöste, prägte die Veranstaltung.

Eine der Rednerinnen war Fadwa Barghuti. Sie wurde begeistert empfangen und las einen Brief ihre Mannes vor. Marwan Barghuti ist einer der wichtigsten Führer der Fatah und sitzt wegen mehrfachen Mordes in israelischer Haft. Und was er seinen Frau durch den Brief den Menschen im Saal mitteilen lies, passte so gar nicht zu dem, was ich gerade in der sonntaz gelesen habe. Dort wird Barghuti als jemand beschrieben, der sch für die Zweistaatenlösung einsetzt, seine Frau Fadwa betont ihr Engagement für den gewaltlosen Widerstand.

In Wuppertal klang das alles noch etwas anders. Dort wurde die Rede Barghutis simultan übersetzt und ich hab ziemlich viel mitgeschrieben. Von einer Zweistaatenlösung ist dort nicht die Rede:

Die Generation der Rückkehrer kämpft auch um Tela Aviv und vergisst ihr Recht nicht. Wir sagen, die Älteren sterben nicht und die jüngeren werden nicht vergessen. Wir werden zu unseren Häusern zurückkehren aus denen wir vertrieben wurden.

Und von Verhandlungen wurde auch nicht gesprochen:

Die Friedensverhandlungen sind tot – zwei Generationen dieser Verhandlungen haben nichts gebracht.

Das Bild, das ich von Marwan Barghuti und seiner Frau auf der Konferenz in Wuppertal erhalten habe, hat wenig mit dem zu tun, was ich in der sonntaz finde. Das Interview ist online nicht verfügbar, wurde aber angeteasert.

 

 

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