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Die Unmöglichkeit veganer Gesellschaftskritik

Von veganer Seite wird gerne behauptet über die Umstellung der Ernährung und der damit verbundenen Lebensweise fundamental die Verfasstheit der Welt zu verändern. Doch scheitert diese Vorstellung bereits an mehreren Punkten und verkommt somit zur bloßen Ideologie.

 

Konsumkritik und verkürztes Kapitalismusverständnis

Der eigene bewusst gestalteten Konsum scheint eine bequeme Möglichkeit zu sein die Welt zu verändern, da man ja davon ausgehen kann, dass die Konsumentennachfrage auch das verfügbare Angebot reguliert. So wird einem von veganer Seite gerne mal vorgerechnet, dass eine Umstellung auf eine vegane Ernährung wesentlich besser für die Umwelt sei, helfen würde den Welthunger zu beenden etc. Anschaulich wird einem dann erzählt, dass für die Tierhaltung wahnsinnig viel pflanzliche Kost benötigt wird um die Tiere zu ernähren und durch einen Wegfall der Mast die Ackerflächen freiwerden würden um damit Menschen zu ernähren.
Komplett ignoriert wird dabei dann allerdings, dass die meisten Menschen nicht hungern weil es an Nahrungsmitteln mangelt, sondern eher an dem Geld um welche zu kaufen. Wenn man sich die steigenden Schlachtzahlen trotz steigender Zahl an Vegetariern und Veganern ansieht, verkommt das Gerede von der Wirksamkeit eines Boykotts zur bloßen Ideologie.

Ein Mastbetrieb ist wie jeder kapitalistische Betrieb der Logik des Marktes unterworfen und muss deswegen den Prinzipien der Profitmaximierung folgen, dies erfolgt in diesem Fall durch eine Steigerung der Produktion. Das produzierte Fleisch muss natürlich auch verkauft werden und wird zu diesem Zwecke exportiert, was dazu führt, das zum Beispiel in Ghana ganz konkret die lokalen Märkte zusammenbrechen, da die Waren aus Europa wesentlich günstiger sind und es sich für die dortigen Bauern nicht mehr lohnt zu produzieren.

Polemisch könnte man es damit zusammenfassen, dass nur damit sich verwöhnte Veganideologen auf ihre moralische Überlegenheit einen runterholen können, auf der anderen Seite der Welt Menschen verelenden.

 

Antispeziesmus und die Fetischisierung des Tieres

Das ideologische Rüstzeug des politischen Veganismus bildet dabei der Antispeziesismus,der die Unterschiede von Mensch und Tier nichtig macht und damit das Tier auf die Stufe des Menschen stellt, beziehungsweise notwendig ebenso den Menschen auf die Stufe des Tieres herabwürdigt. Mehr noch wird das Tier dabei zum neuen revolutionären Subjekt stilisiert, eine Aufgabe, die es wegen seiner reinen Naturhaftigkeit und Triebhaftigkeit niemals wird leisten können. So wurde lange Zeit diskutiert die intersektionale tripple oppression theory, die als Unterdrückungsachsen race, class und gender festmacht noch um die Kategorie species zu ergänzen und somit Fleischkonsum auf eine Stufe mit Rassismus und Sexismus zu stellen. Zwangsläufig führt eine solche Einstellung zur Relativierung letzterer Unterdrückungsverhältnisse. Die Kette der Relativierungen bricht auch bei der Shoa nicht ab und zeigt dort einen spezifisch veganen Antisemitismus.

Spezifisch veganer Antisemitismus

Bekanntestes Beispiel für einen spezifisch veganen Antisemitismus ist die PETA Kampagne „Der Holocaust auf ihrem Teller“, gegen die zum Glück der Zentralrat der Juden erfolgreich klagte. Logischerweise ist es dem Antispeziesten durch seine Erhöhung des Tieres, nicht möglich Unterschiede zwischen Mensch und Tier zu erkennen. Erschüttert sieht er auf Massentierhaltung, die er natürlich für ein Verbrechen halten muss. Erschüttert sucht er nach einem Vergleich und bleibt aufgrund dessen planvoller Durchführung bei der Shoa hängen. Da dem Antispeziesisten auch Massentierhaltung sinnlos erscheint, bleibt er auch blind für die mannigfaltigen Unterschiede. Ganz abgesehen davon, dass Tiere eben nicht die neuen Juden sind, sind die Gründe für Massentierhaltung und der eliminatorische Antisemitismus der in der Shoa kulminierte in keinster Weise zu vergleichen. Die Massentierhaltung dient dazu durch die Verwertung des Fleisches Profit zu erzielen, während es im eliminatorischen Antisemitismus darum geht, die Juden, die als Träger des raffenden Kapitals und Verschwörer imaginiert werden vom Antlitz der Welt zu tilgen, bis nichts jüdisches in der Welt mehr verbleibt.

Über eine vegane Ernährung die Welt zu verändern ist somit ein reiner Irrglaube.
Wer für sich privat aus welchen Gründen auch immer leben will, soll es tun, an der Welt ändert sich nichts

Die Unmöglichkeit veganer Kritik; JS
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42 Kommentare zu “Die Unmöglichkeit veganer Gesellschaftskritik

  • #1
    abraxasrgb

    Ich empfehle Vegetariern und Veganern immer ein Gespräch mit der Kuh im Restaurant am Ende des Universums (Douglas Adams, Per Anhalter durch die Galaxis) 😉

  • #2
    Michael

    Gute Überschrift: "Die Unmöglichkeit veganer Gesellschaftskritik"

    Ebenfalls nicht schlecht,: "Die Unmöglichkeit vegetarischer Gesellschaftskritik"

    Zum Thema selbst kann ich nichts beisteuern, da ich Carnivore bin.

  • #3
    Friedemann

    Wichtiges Thema, leider grandios schlecht argumentiert. Ja, es ist Bullshit, die Lösung aller Probleme im Veganismus zu suchen. Aber wenn der Autor allen Ernstes glaubt, Veganer*innen trügen die Schuld an den Fleischexporten, denkt er mindestens so verkürzt, wie er es andern vorwirft. Mit den Verirrungen einiger Antispeziest*innen und PETA-Fans müssen sich die Leute (egal ob vegan oder nicht) tatsächlich mal auseinandersetzen. Antisemitismus und sonstige Totalausfälle sind nicht zu leugnen. Man sollte jedoch ein – zugegeben leider nicht selten vorkommendes – Phänomes nicht mit ideologischer Voraussetzung verwechseln.

  • #4
    Manuel

    Wie? Drei hingerotzte, kaum zusammenhängende Sitze und das war’s? Dieser Text ist, sofern es sich überhaupt ernsthaft mit dem Thema Veganismus und Gesellschaft auseinandersetzen wollte, an Peinlichkeit kaum zu überbieten. Ich selbst finde die sektiererischen und – was schlimmer ist – die teilweise totalitären Züge bestimmter Gruppen im Veganismus gefährlich und im hohen Maßen abstoßend. Eines haben Veganer aberi meistens zu bieten: jede Menge gute Argumente. Vielleicht sollte sich der Autor mal damit beschäftigen, bevor er künftig solchen Müll veröffentlicht.

  • #5
    Michi

    Menschen sind eine Untermenge der Tiere, biologisch gesehen. Folgend bezeichne ich nichtmenschliche Tiere der Einfachheit halber trotzdem verkürzt als Tiere. Tiere sind nicht die neuen Juden. Juden wurden "wie Tiere" behandelt. Die Herabwürdigung zu Tieren findet man häufig im Rassismus. Völlig richtig wird hier ein Unterschied zwischen Holocaust und Tierhaltung genannt: Die Vernichtung. Die Ausbeutung der Tiere umfasst auch die Reproduktion. Die Industrialisierung der Ausbeutung unter weitgehender Missachtung der Opferperspektive hat aber schon Ähnlichkeiten.

    All unsere Probleme zu lösen ist offensichtlich eine schwierige Aufgabe und da darf man zweifeln, ob Veganismus die Lösung ist. Andersherum wird allerdings auch kein Schuh draus: Wie funktioniert denn bitte der Plan, durch Ausbeutung der Tiere die Welt zu verbessern?

  • #6
    dulce bellum inexpertis

    Strohmann über Strohmann

    Der Autor ist in seiner eindeutig Antideutschen Argumentation verhaftet und ist nicht in der Lage eine logisch konsistente Argumentation abzuliefern.

  • #7
    Stefan

    Antispeziesisten werten keine Menschen ab, sondern Tiere auf, die von der Tierindustrie systematisch entindividualisiert werden. Hierbei kommt das Gleichheitsprinzip zum Tragen, dass gleiche Interessen, wie das Interesse nach physischer Unversehrtheit, gleich zu berücksichtigen sind. Es geht keinesfalls darum, wie hier behauptet Unterschiede zwischen Mensch und Tier nichtig zu machen. Es gibt nunmal keine rational (!) begründbare Trennlinie für eine unterschiedliche Wertigkeit zwischen menschlichen und nichtmenschlichen Tieren. Da Menschen Tiere sind, bedeutet der Einsatz für Tierrechte auch immer den Einsatz für Menschenrechte.
    Und ja, die abartig subventionierte Intensivtierhaltung ist in ihrer quantitativen Ausprägung mit all ihren Folgen sicherlich eines des größten Verbrechen der Menschheitsgeschichte.

  • #8
    Arnold Voss

    Sehe ich genauso, Stefan. Habe ich gestern noch mit einer befreundeten Kuh besprochen. Ganz rational. Darauf hat sie bestanden. Habe ich natürlich voll respektiert. Bei mir gehen bei diesem Thema nämlich krass die Emotionen los.

  • #9
    Antonietta

    Die Tierhaltung, und damit der Konsum tierischer Produkte, ist einer der Hauptverursacher für die größten Probleme unserer Zeit: vom Klimawandel über die Rodung der Wälder, bis hin zur Ressourcenverschwendung und Trinkwasserproblematik. Wenn Ihnen etwas an unserem Planeten liegt, leben Sie vegan.

  • #10
    Stefan

    Lieber Herr Voss, es ist natürlich auch eine Strategie, den Gegner ins Lächerliche zu ziehen, um bloss nicht seine Komfortzone verlassen zu müssen. Alles Gute für Sie.

  • #11
    Arnold Voss

    Stefan, sie wollen mich offensichtlich missverstehen. Natürlich kann man die Stimme einer Kuh nicht hören. Aber sie spricht trotzdem. Mit ihren wunderschönen Augen. Sie müssen einfach nur mal länger hineinschaun. Seit dem ich das mache, weiss ich ganz sicher, dass es wirklich keinen rational begründbaren Unterschied zwischen mir und den Tieren dieser Welt gibt. Ausser bei Würmern vielleicht. Aber die können ja nicht dafür, dass sie keine Augen haben. Aber irgendwann werde ich auch mit denen reden können. Die innere Bereitschaft habe ich auf jeden Fall. Und darum geht es doch vor allem bei der Gleichwertigkeit von Tieren und Menschen, oder?

  • #12
    Arnold Voss

    @ Antonietta # 9

    Was ist das denn für eine inkonsequente Position? Jeder Mensch der überhaupt etwas isst, tötet Pflanzen und damit auch Tiere oder sogar beides gleichzeitig. Damit zerstört er auch Mutter Erde, die sie hier so abfällig als Planeten bezeichnen. Mit dieser Wortwahl sind sie schon auf der falschen Seite und outen sich als Tier- und Pflanzen Feindin. Wer wirklich sauberes Wasser will, der sollte es gar nicht erst in einen menschlichen Körper hineinlassen. Aber dazu fehlt ihn offensichtlich der Mut.

  • #13
    Stefan

    Herr Voss, nur für Sie: https://www.youtube.com/watch?v=uzgYtyMhujg&index=17&list=PLbxOF5FH854_H1lXouIl0T09HleU5PLvE
    Man wird leider müde Argumente mit Menschen auszutauschen, denen es an einer offenen geisteshaltung fehlt…

  • #14
    Arnold Voss

    Warum versuchen sie jetzt, mich auch noch zu diffamieren? Eine offene Geisteshaltung fängt da an, wo man Tiere als Menschen ernst nimmt. Sie scheinen offensichtlich nicht zu ihren eigenen Prinzipien zu stehen, Stefan. Und jetzt kommen sie mir auch noch mit einem Video? Das ist eben kein tiergerechtes Medium. Es ist vielmehr ein typisches Herrschaftsinstrument von Menschen, denen Tierrechte in Wirklichkeit völlig wumpe sind.

    .

  • #15
    Stefan

    Herr Voss, nichts liegt mir ferner, als Sie zu diffamieren. Schließlich haben Sie sich mit nur wenigen Kommentaren (insbesondere mit dem von 11:09 Uhr) mein Mitleid gesichert.

  • #16
    André

    @11
    Arnold Voss, ich protestiere gegen Ihre Diskriminierung von Würmern!
    Das geht schon sehr in Richtung Rassismus…

  • #17
    Arnold Voss

    @ Stefan # 15

    Sehen Sie Stefan, das Mitleid ist genau das Problem. Tiermenschen brauchen genauso wenig Mitleid, wie Menschentiere. Wir brauchen alle Respekt. Offensichtlich haben sie ihre eigene Theorie nicht verstanden. Ich habe gerade nochmal mit meiner Kuh telefoniert. Mit unserem Augentelefon natürlich. Sie sieht das genauso. Sie ist halt ne voll rationale Socke.

  • #18
    Arnold Voss

    @ Andre 16

    Endlich einer der mich versteht. Ich verzweifele diesbezüglich selbst an meinem Wurmrassismus. Ich habe dazu bei Facebook eine Selbst- bzw. Wurm Erfahrungsgruppe gegründet. Wir begrüßen uns gegenseitig mit "Du Wurm Du", um ein Gefühl für die Diskriminierung dieser Tiermenschen zu bekommen. Demnächst kriechen wir zum ersten Mal in von uns selbst handgebohrte Erdlöcher und kommen da erst bei Starkregen wieder raus. Ich freue mich richtig darauf als Menschentier eine echte Tiermenschen Erfahrung zu machen. Meine Kuh wollte erst mitmachen, aber sie bekommt das mit dem Erdloch nicht hin.

  • #19
    Helmut Junge

    In sehr alten Zeiten der Menschheit, aber immerhin sogar noch bei den Ägyptern der Pharaonenzeit, wurden Tiere als Gottheiten verehrt. Doch davon seit ihr allesamt, auch @Arnold Voß, weit entfernt.
    Eigentlich ein Grund zum Schämen.
    Gegessen wurden die Tiere trotzdem. Vorher wurde der geist des Tieres um Entschuldigung gebeten, und gut war es. Das nenne ich Achtung vor der Kreatur.

  • #20
    André

    @Antoinetta #9

    "Die Tierhaltung, und damit der Konsum tierischer Produkte, ist einer der Hauptverursacher für die größten Probleme unserer Zeit…"

    Ich dachte immer, dies sei der Kapitalismus…

  • #21
    Arnold Voss

    @ Helmut 19

    Meine Kuh hat akzeptiert, dass ich Atheist bin, obwohl sie indische Vorfahren hat. Voll die rationale Socke halt. ABER WARUM DU NICHT? Ich glaube du hast noch einen langen Weg zu deinem inneren Tiersein vor dir. 🙂

  • #22
    abraxasrgb

    #21 Arnold Das "innere Tier" … och man, das hatte ich so schön domestiziert. Jetzt will es wieder raubtieren und !"§$%/%$(//)=( <—- zensiert.
    Manchmal haben einfach die Instinkte den Vorrang. Kein Wunder bei so viel genetischer Identität mit den Bonobo (ca. 98,4 %).
    Ist Deine Kuh auch eine wiedergeborene @indisch? Vielleicht war sie ja mal in einem früheren Leben ein Tiger … und sühnt nun ihren Fleischverzehr.

  • #23
    ke

    Ich bin sehr neugierig, was die Forschung in den nächsten Jahren über die Gefühle/Intelligenz von Tieren evtl. auch Pflanzen herausfindet. Final leben aber Tiere und einige Pflanzen von Lebewesen und Chemie ist ja grundsätzlich doof. Deshalb habe ich als Mensch auch keine Probleme damit, Tiere zu essen.

    Insgesamt ist es natürlich wichtig zu erfahren, welche Ressourcen für die Lebensmittelproduktion benötigt werden und welche Nahrungsquellen weniger Aufwand erfordern. Der Ressourcenverbrauch für 1kg Fleisch ist je nach Tier sehr unterschiedlich.

    Die Argumentation über die Marktwirtschaft zählt hier nicht, da Lebensmittel fast überall massiv subventioniert werden. Haben bspw. Schweinezüchter nicht schon erhebliche Absatzprobleme, weil das Schweinefleisch etwas für "arme Leute" ist und aus religiösen Gründen sowie vorsorglich in vielen Bereich nicht angeboten wird? Dabei ist das Schweinefleisch doch eigentlich typisch für unsere Landschaft/Kultur, und es ist nach meinem Wissen auch deutlich ressourcenschonender als Rindfleisch.

    Insgesamt ist es für mich eine großartige Errungenschaft, dass die Lebensmittelverfügbarkeit zunimmt. Lebensmittel verlieren sogar an Wert, wenn sie in D bspw. für Bedürftige verschenkt werden. Jedem Menschen muss bewusst sein, dass die Sicherstellung der eigenen Versorgung höchste Priorität hat, um das er sich selber kümmern muss. Nahrung ist kein Give away ohne Wert.

    Deutschland ist selber zu unbedeutend als dass es die Welt in Sachen Umweltschutz retten könnte.

  • #24
    Thomas Weigle

    #23 "Deutschland ist selber zu unbedeutend als dass es der Welt in Sachen Umweltschutz retten könnte." Weil das so ist, brauchen wir unsere (Ess) Gewohnheiten auch nicht zu ändern. Wie schön!

  • #25
    Arnold Voss

    Der Terminus Gefühl setzt Sprache, Kultur und Abstraktion voraus. Ihn in Zusammenhang mit Tieren zu verwenden ist deswegen Nonsense. Die Wissenschaft steht diesbezüglich selbst bei Menschen noch zu einem grossen Teil vor einer Black Box und bei Tieren kommen ihre Messmethoden über relativ simple Reiz Reaktion Schemata nicht hinaus. Man kann eben Tiere nicht befragen, sondern nur bemessen und beobachten.

  • #26
    Thomas Weigle

    @ Arnold, Jeder Hundebesitzer kann an seinen Tieren sehr verschiedene Gefühlslagen beobachten. Für Nichthundebesitzer empfehle ich mal "hope for paws" oder adopted dogs" zu googeln. Darüber hinaus gibt es auch Wissenschaftler, die durch vielfältige Experimente heraus gefunden haben, dass Tiere Werkzeuge benutzen, was ja die Fähigkeit zur Abstraktion voraussetzt, gerade gewisse Vogelarten sind da sehr abstrakt unterwegs.
    Meine Hunde waren und sind hinsichtlich ihrer Gefühlslagen jedenfalls kein schwarzes Loch. Da brauch(t)e ich keine teuren und für sie quälenden Untersuchungen in irgendwelchen Hightechlabs, die den Tieren jede Möglichkeit nehmen, sich artgerecht zu verhalten. insofern sind alle Untersuchungsergebnisse mehr als zweifelhaft,

  • #27
    Arnold Voss

    THOMAS, Du siehst mit deine Augen und deinem Bewusstsein das was du Gefühlsleben nennst, nicht mehr und nicht weniger. Mit dieser Projektion hast du die Möglichkeit, dich als Mensch mit deinem Hund zu identifizieren und mit ihm zu kommunizieren und der Hund reagiert darauf. Deswegen hat er aber noch lange keine Gefühle.

  • #28
    Arnold Voss

    THOMAS, nichts gegen deine Gefühle für deine Hunde. Ganz im Gegenteil. Aber wenn die Menschen in Deutschland genauso viel Emotionen, Zeit und Geld für die Flüchtlinge aufwenden würden wie für ihre Hunde, gäbe es kein Flüchtlingproblem, selbst wenn noch viel mehr kommen würden. 🙂

  • #29
    Norbert Krambrich

    Zumindestens herrscht aber breiter wissenschaftlicher Konsens darüber, dass das limbische System als evolutionshistorisch ältere Hirnregion eine zentrale Rolle bei Entwicklung und Ausdruck von Emotionen spielt. Weder evolutonäre Emotionsforschung noch Zoologie oder Entwicklungsbiologie haben in der Hirnforschung signifikante Gründe gefunden, warum dies bei Tieren mit limbischen System nicht ebenso sein sollte. Warten wir also ab, welche Erkenntnisse die Forschung da in den nächsten Jahren noch gewinnt.

  • #30
    Stefan

    Sie haben mich überzeugt. Tiere ihrer vermeintlichen Grundbedürfnisse zu berauben, ist natürlich auf ein nicht vorhandenes Gefühlsleben völlig folgenlos. Ich werde die Fronten wechseln und mich künftig für Käfigbatterien und noch beengtere Verhältnisse in Maststellen einsetzen. Wenn da nur nicht das zentrale Nervensystem System wäre, das zumindest vermuten lässt, dass Tiere ein Schmerzempfinden haben, aber Schmerzensschreie sind wahrscheinlich auch nur reine Reflexe.
    Zu #28: Eine Prioritätensetzung, wonach nachgeordnete Werte erst nach der vollen Verwirklichung der übergeordneten Werte angestrebt werden dürfe, würde bedeuten, dass man sich erst dann für Tiere einsetzen darf, wenn es keinen leidenden Mensch mehr gibt. Ich hingegen halte eine Aufgabeneinteilung im Bereich gemeinnütziger Tätigkeiten für sinnvoler und eigentlich selbstverständlich. Davon abgesehen schließt Mitgefühl für Tiere, das Mitgefühl für Menschen keineswegs aus.

  • #31
    Arnold Voss

    Körperliche Schmerzen als Gefühl zu bezeichnen ist Klippschulniveau. Fast alle Lebewesen haben Schutzmechanismen des Überlebens zu denen vor allem das Schmerzempfinden und entsprechende Fluchtmechanismen gehören. Deswegen haben Tiere sehrwohl Schmerzen. Sie mit der entsprechenden Psychosomatik, geistigen Verarbeitung und der Ausdrucksmöglichkeit menschlicher Gefühle gleichzusetzen, von der der körperliche Schmerz nur ein Auslöser ist, ist auch wissenschaftlich nicht zu vertreten.

    Mitgefühl für Tiere ist eine menschliche nachvollziehbare und moralisch vetretbare Entscheidung. Sie beruht aber nicht auf Gegenseitigkeit. Um es ganz drastisch auszudrücken. Ein Hund ist ohne weiteres und völlig hemmungslos in der Lage ein menschliches Kind bei lebendigem Leibe tot zu beißen und zu verzehren. Ein Mensch müsste dafür umgekehrt bei einem Hundebaby selbst bei todesbedrohlichem Hunger erhebliche Gefühlsschranken überwinden.

  • #32
    Thomas Weigle

    @ Arnold Mit deinem letzten Post hast Du Dich aber in schwere See begeben. Die Behauptung, dass Menschen keine Hunde essen, ignoriert sämtliche historischen Erfahrungen. Bei Hungersnöten wurde und wird alles gegessen, was Pfoten oder Flügel hat, auch Menschen, meist bereits tote, aber nicht immer. Und im Fernen Osten stehen Hunde auch ohne Hungersnot auf dem Speiseplan. Und irgendwie habe ich eine dunkle Ahnung, dass "Mensch frisst Hund" sehr, sehr, sehr viel öfter vorkommt als "Hund frisst Mensch."

  • #33
    Arnold Voss

    Bitte genau lesen. Sie (fr)essen sie nicht bei lebendigem Leibe. Sie töten sie vorher und das in der Regel möglichst schnell. Ansonsten essen Menschen statistisch weltweit eindeutig mehr Tiere als Tiere Menschen. Getötet werden Menschen allerdings massenhaft durch Viren, Bakterien und Würmer. Aber die zählen ja bei den Tierschützern nicht zu den Lebewesen denen ihr Mitgefühl gilt.

  • #34
    Thomas Weigle

    @ Arnold So einfach ist das nicht, denn gerade im Fernen Osten zieht man tw.nicht nur Hunden das Fell bei lebendigem Leib ab. In der Bundesrepublik gibt es Millionen Hunde und wie oft hat ein Hund hier ein Baby gefressen? Ganz nebenbei: wie viele Kleinkinder kommen durch Eltern/Verwandte zu Tode? Dieses Feld gilt es zu beackern. Hunde sind auf Menschen geprägt, wenn es also zu Attacken auf Menschen kommt, dann liegt das in der Regel nicht daran, dass der Hund ein geborener Manbiter ist, sondern weil er dazu abgerichtet worden ist. Oder in der Hundeerziehung seitens des Hundehalters eklatante Fehler gemacht worden sind.

  • #35
    Arnold Voss

    Ich empfehle allen Tierliebhabern ein Gespräch mit Tierpfelgern z.B eines Zoos, die einen Kollegin oder einen Kollegin durch den plötzlichen Angriff eines Raubtieres verloren haben, bzw. das miterlebt haben. Oder mit Eltern deren Kind durch den eigenen Hund getötet wurde. Danach können wir dann gerne wieder über die Gefühle von Tieren reden.

  • #36
    Stefan

    Ich stimme damit überein, dass Tiere nicht über ihre Schmerzen reflektieren können. Das ist für mich ein Grund einem Hund, wenn ich denn einen hätte, bei aller Liebe keine Chemotherapie im Falle einer Krebserkrankung zuzumuten. Da Tiere nicht über Schmerzen reflektieren können und sich wahrscheinlich auch nicht der Vergänglichkeit von Schmerzen bewusst sind, ist es möglich, dass sie in einer entsprechenden Situation gänzlich von ihren Schmerzen erfüllt sind und sie diese weitaus schlimmer wahrnehmen, als Menschen in vergleichbaren Situationen. Schweine können auf dem Weg zur Schlachtbank keine Psalme singen. Auch, dass Tiere nicht oder nur stark eingeschränkt moralfähig sind, ist sicherlich richtig, aber kein Grund sie aus der eigenen Moralsphäre fernzuhalten, das tun wir in der Regel mit entsprechenden Menschen auch nicht. Vielleicht können wir uns darauf eingehen, dass der Weg eines Schweins zum Schnitzel ein leidvoller ist. Und dieses Leiden steht in einem eindeutigen Missverhältnis zu wenigen Sekunden Gaumenfreude, dem einzigen wirklichen Vorteil des Fleischkonsums.

  • #37
    abraxasrgb

    Solange sich kein Tier bei mir verbal und verständlich gegen seinen Verzehr ausspricht, gehe ich von einer konkludenten Zustimmung aus 😉
    Ich habe mich vor Jahren mal mit Peter Singers Argumentationen auseinandergesetzt. Während er mich in anderen Bereichen durchaus überzeugt hat, ist ihm das bei Tierrechten / Vegetarismus nicht gelungen – aber ich respektTIERE(sic!) seine eigene Entscheidung, keine Tiere zu verzehren.
    Der "Lasagne-Pferdefleisch-Skandel" kam aus den angelsächsischen Ländern, in denen Pferde einen kulturellen Status als Haustiere (wie bei uns Hunde) haben. Daher auch die Empörung. Pferd ist übrigens sehr lecker 😉
    Fragt mal einen Hindu nach einem Steak 😉
    Lasst die Menschen doch essen, was sie wollen und kümmert Euch echt lieber darum, dass es keine Menschen mehr gibt – geben müsste -, die verhungern.
    Mir gehen – ehrlich gesagt – diese Wohlstandsprobleme so auf den Zeiger, dass ich gar nicht so viel Fleisch essen kann, wie ich mich übergeben möchte. Da ist Peter Singer konsequenter. EOD
    https://www.ted.com/talks/peter_singer_the_why_and_how_of_effective_altruism?language=de

  • #38
    Thomas Weigle

    @ Arnold Du hast Dich in eine Sackgasse namens "Tiere haben keine Gefühle" verrannt und versuchst Dir selbst und anderen zu erklären, dass das der richtige Weg sei. Nur mal so gefragt, wie viele Kinder werden durch Hunde getötet? Und lässt Du Dein Auto stehen, weil ja die Möglichkeit besteht, dass Du ein Kind überfährst, dass plötzlich und unvorsichtig Dir vor`s Auto läuft?
    Wir reden von Hunden, die seit Jahrtausenden eine enge Partnerschaft mit den Menschen eingegangen sind. Diese Partnerschaft wird Tag für Tag gelebt. Entweder als Familienhund, vielfach aber auch als Gebrauchshunde, die u.a. auch Leben retten. Auch zu therapeutischen Zwecken werden sie gerne und immer öfter eingesetzt, gerade auch im Umgang mit schwerstbehinderten Kindern.
    Von Tigern, Löwen etc ist solches nicht bekannt, es sind Raubtiere, die ihre Beute jagen und töten. Auch im Zoo bleiben sie das, sie werden nicht zu Kuscheltieren. Töten sie Menschen dann doch nur, weil Sicherheitsvorschriften nicht eingehalten worden sind. Und die Tierpfleger wissen um die Gefährlichkeit im Umgang mit Raubkatzen, weisen von sich aus in den Zoosendungen auch immer wieder nachdrücklich auf die Gefahren im Umgang mit diesen Tieren hin.

  • #39
    Arnold Voss

    THOMAS, Deine Hundeliebe macht einen Hund nicht zum Menschenfreund. Dieses Lebewesen ist von Menschen so gezüchtet worden, dass es mit ihm zusammen leben kann. Nicht mehr und nicht weniger. Es stammt aber nach wie vor vom Wolf ab und deswegen gibt es wesentlich mehr Verletzungen durch Hunde, als Ihre menschlichen Liebhaber wahr haben wollen. Wer heute Hunde "kritisiert" bekommt die geballte Lobby ihrer Besitzer zu spüren.

    Was meinst du, wieso mittlerweile in den meisten Städten eine Leinenpficht besteht? Weil Hunde von Natur aus friedliche Wesen sind, die Menschen niemals etwas zu Leide tun würden, weil sie so starke positive "Gefühle" für Menschen haben? In der Sackgasse bist du selbst. Nur mit so vielen zusammen, dass es euch nicht auffällt.

    Nochmal, ich akzeptiere die Menschenliebe zu solchen Tieren, ja ich streichele sie selbst bei Gelegenheit und "rede" mit ihnen. Aber mir würde im Traum dabei nicht einfallen, dass sie das umgekehrt mit mir tun. Ich rede nur mit Menschen, und selbst da denke ich oft, dass das ohne jede geistige Verständigung, geschweige denn emotionale Verbindung passiert. Wenn es passiert ,dann sehe das eher als zwischenmenschlichen Glücksfall an, den ich dann umso mehr schätze.

    Schon deswegen sind mir Vergleiche zwischen menschlichen und tierischen Gefühlen,ja schon die Verwendung diese Begriffs bezüglich von Tieren beim besten Willen nicht zugänglich.Ich empfinde sie partiell sogar als Zumutung. Die Achtumg vor Tieren als Lebewesen hat damit nämlich rein gar nichts zu tun. Das ist nur eine andere Form der menschlichen Benutzung von Tieren zu Vorteil eben der Menschen,die so mit ihnen umgehen. 🙂

  • #40
    Thomas Weigle

    Arnold Hunde reagieren wie viele Menschen auch, auf zu viel Nähe, fühlen sich bedrängt und reagieren entsprechend, deshalb zu Recht Leinenzwang und anderes.
    Bei diesem Thema kommen wir wohl nicht zusammen, da sind unsere Standpunkte zu weit auseinander. Bei dem einen sinkt der Blutdruck nachgewissenermaßen beim Umgang mit Hunden, bei anderen eher nicht. Belassen wir es dabei.

  • #41
    Arnold Voss

    Du hast du wohl recht, und du hast mich dabei nicht gebissen. 🙂
    Ich finde es gut, dass wir geredet haben. Hätte ich mit anderen "Hundenarren" so nicht gekonnt. Danke dafür.

  • #42
    Walter Stach

    Geht es hier um "ewige Wahrheiten" oder um "unbestreitbar objektiv Richtiges " oder um Existentielles oder Essentielles für das Miteinander der Menschen oder gar um Fragen des Überlebens der menschlichen Rasse? Der Kommentar und die meisten Beiträge geben mir Anlass , dieses zu fragen; und das irritiert mich -jedenfalls ein wenig-.

    Arnodl Voss,
    wer noch nie einen Hund -über eine lange Zeit- "gehabt" hat, der kann die emotionale Nähe zwischen "Hundehaltern" und ihrem Hund nicht nachvollziehen, nicht "begreifen" und ihm kann es folglich auch nicht gelingen, diese emotionalen Nähe mit rationalen Argumenten auszuräumen.
    Arnold,
    es soll ja sogar Menschen geben, die ihren Hund mehr lieben als ihre nächsten Mitmenschen. Und selbst solchen "Auswüchsen" von Hundeliebe ist rational nicht beizukommen.

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