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Die Linke: Dierkes bei Antisemitenaufmarsch in Duisburg dabei

Hermann Dierkes

In Duisburg ruft ein „Netzwerk gegen Rechts“ zu einer antiisraelischen Demo auf. Mit dabei: Der Fraktionsvorsitzender der Duisburger Linkspartei, Hermann Dierkes.

Wie die Internetseite ProZion-NRW meldet, findet am Donnerstag in Duisburg eine antiisaelische Demonstration statt. Motto: „Solidarität mit ­der Gaza – Flottille“. Die liegt noch immer im Hafen von Athen. Angebote der griechischen Marine, die Hilfsgüter nach Gaza zu transportieren, wurden von den Verantwortlichen angelehnt. Immerhin geht es um eine antiisraelische Machtdemonstration und nicht um praktische Hilfe:

Ewa Jasiewicz vom „Free Gaza Movement“ erklärte: „Wir wollen die Blockade brechen. Der Flottille geht es nicht darum, humanitäre Hilfe nach Gaza zu bringen.“ Darum sei das Angebot der griechischen Marine keine Option.

Aufgerufen zu dem antiisraelischen Protest hat das „Netzwerk gegen Rechts“, ein Sammelsurium von Gruppen die ProZion passend wie folgt beschreibt:

Dass das örtliche „Netzwerk gegen Rechts“ schon lange keine Kombination von sogenannten Antifaschisten ist, sondern ein Feigenblatt für diverse Freizeitgruppen, Parteien, Islamisten und offenen Antisemiten…

Klar, da darf dann auch Hermann Dierkes, der Fraktionsvorsitzende der Linkspartei im Duisburger Rat nicht fehlen. Dass seine Parteispitze versucht sich von Gestalten wie ihm zu distanzieren, ficht Dierkes so wenig an wie das Parteiausschlussverfahren, dass ein Mitglied seiner Partei in Duisburg gegen ihn beantragt hat. Wenn gegen Israel gehetzt wird, darf Dierkes nicht fehlen. Er ist einer der Redner der Veranstaltung.

Mit von der Partie ist selbstverständlich auch der HDR. Das Kürzel steht für Human Dignity and Rights. Menschenwürde und Menschenrechte, zumal englischsprachig, also international, eigentlich eine schöne Sache. Sehen wir uns diese Vereinigung etwas näher an:
Der in Duisburg ansässige HDR ist der deutsche Ableger der türkischen islamistischen Organisation „Özgür Der“. Das Ziel der Vereine ist, aus der Türkei eine islamische Republik zu machen. Man begreift sich als Teil der Umma.
Zu zweifelhafter Popularität brachte es der HDR mit einer Demonstration, die er am 17. Januar 2009, in Duisburg veranstaltete, also eine Woche, nachdem die Polizei bei einer Milli-Görüs-Demonstration unter dem Jubel des Pöbels zwei in einer Privatwohnung hängende israelische Fahnen entfernte.

Diesmal war die Polizei besser gewappnet. Nachdem auf der HDR-Demo Sprechchöre Adolf Hitler um Hilfe gegen die Juden riefen, konnte sie einen weiteren Eklat verhindern. Dazu musste allerdings die Demonstration abgebrochen werden, bevor sie auf eine kleine Gruppe pro-israelischer Gegendemonstranten hätte treffen können. Gleich am darauf folgenden Montag, den 19.01.2009, berichtete Report Mainz über die unglaublichen Ereignisse auf der Islamisten-Demo in Duisburg.
Ralf Jäger, Chef der Duisburger SPD und seinerzeit als Fraktionsvize innenpolitischer Sprecher der NRW-SPD, forderte, unverzüglich ein Verbot des HDR zu prüfen: „Nach Angaben des Verfassungsschutzberichtes 2008 wurde die HDR im Jahr 1996 in Duisburg gegründet, verfügt dort über rund 50 Mitglieder und ist ausschließlich in Nordrhein-Westfalen tätig … Wir fordern, sorgfältig und schnell zu prüfen, ob die HDR in Nordrhein-Westfalen verboten werden kann.“ Zudem wies Jäger darauf hin, dass die antijüdischen Pöbeleien am Rande der von der HDR organisierten Demonstration „nicht nur gegen den Gedanken der Völkerverständigung verstoßen, sondern auch den Bürgerinnen und Bürgern unseres Landes nicht zuzumuten sind.“

Der HDR wird geführt vom Deutschtürken Yalcin Icyer. Auf ihn waren Polizei und Staatsanwaltschaft bereits 2006 im Rahmen von Terrorermittlungen gestoßen. Auf die Internetseite von Yalcin I. fanden sich Gebetstexte für den HDR, zum Beispiel: „Oh Allah, vernichte Deine Feinde, vernichte die Amerikaner, Russen und die Juden! Oh Allah! Beschleunige ihre Vernichtung und mache ihren Besitz zu einer Spende für die Muslime!“

Bei der Hausdurchsuchung stellte die Polizei in der Wohnung von Herrn Icyer Propagandavideos von islamistischen Gruppierungen, etwa aus Tschetschenien, aber auch eigene Reiseberichte des 56-Jährigen sicher. Der Bezieher von Sozialleistungen reiste spätestens seit Mitte der 90er-Jahre sehr viel.
Die Sicherheitsbehörden vermuten, dass er seine Reisen durch Spenden finanziert. Nachweisen konnten ihm Fahnder Reisen auf den Balkan und nach Pakistan, zudem hatte er versucht in die Palästinensergebiete zu kommen. In seinen Tagebuchaufzeichnungen hatte Icyer festgehalten, für Allah sterben zu wollen.

 

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14 Kommentare zu “Die Linke: Dierkes bei Antisemitenaufmarsch in Duisburg dabei

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    Rainer Lang

    Die Linke (=SED) bekommt ihr Antisemitismusproblem deshalb nicht in den Griff, weil sie nun einmal eine Antisemitenpartei ist.

  • #4
    h.f.ullmann

    Schön dass man hier mal darauf hinweist dass nicht jeder harmlose Vereinsname auch einen harmlosen Verein repräsentiert. Es gibt Deutsche Elternvereine, die wurden von Mili Görüs Mitgliedern gegründet.

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  • #6
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  • #8
    ebertus

    Wer „Solidarität mit ­der Gaza – Flottille“ zeigt, der ist Antisemit; so einfach ist die Welt als Herrschaftsinstrument. Halte es da eher mit Hannah Arendt, der auch schon mal „grundsätzlicher Antizionismus“ vorgeworfen wurde, die jedoch derartigen Korpsgeist immer sehr reserviert gegenüber stand. Aber „hier“ eine wohl eher deplazierte, vollkommen andere Ebene der Reflektion.

  • #9
  • #10
    Paul Renner

    Leute, das ist journalistisch aber reichlich dünne. Da will man wissen, was sich an Fakten hinter der Überschrift „Die Linke: Dierkes bei Antisemitenaufmarsch in Duisburg dabei“ verbirgt und dann stellt sich das Ganze als Mogelpackung heraus. Stattdessen wird kilometerweise Altbekanntes über das HDR-Häuflein aufgewärmt. Haben die die Demonstration zur Unterstützung der Gaza-Flotille angemeldet? Oder warum werden die an dieser Stelle mit soviel Aufmerksamkeit bedacht? Und was ist jetzt mit Dierkes? Und warum handelt es sich um einen „Antisemitenaufmarsch“? Erfährt man alles nicht. Stattdessen wird auf eine obskure Website namens „ProZion NRW“ verwiesen, die offensichtlich von einigen sehr weit rechts stehenden politischen Wirrköpfen betrieben wird. Komisch im Zusammenhang mit den Ruhrbaronen. Das Ganze riecht eigentlich mehr danach ein wenig Traffic zu generieren, über den sich vielleicht das eine oder andere Buch von Donald Rumsfeld und George W. Bush verkaufen lässt. Oder die Ergüsse einer republikanischen Polizistenwitwe, die will, dass der antirassistische Aktivist Mumia Abu Jamal nach Jahrzehnten im Knast endlich hingerichtet wird. Wurden die Ruhrbarone Opfer von Polit-Phishing oder haben sie sich vorsätzlich zum Trottel rassistischer Rechter machen lassen?

  • #11
    Stefan Laurin

    @Paul Renner: Nö, daran ist gar nichts dünne: HDR ist eine antisemitische Vereinigung und der Fraktionsvorsitzende der LInkspartei in Duisburg spricht auf einer Veranstaltung von denen. Und klar, die Demo ist zur Unterstüützung der Gaza-Flotille angemeldet worden. Das erschließt sich dem aufmerksamen Leser aus dem Motto der Demo: „Solidarität mit ­der Gaza – Flottille”. Und was an ProZion obskur sein soll verstehe ich auch nicht. ProZion ist ein Blog und wir verweisen und beziehen uns als Blog täglich auf andere Blogs. Und den Unfug von wegen „Rassisten“ und „Politi-Pishing“ kommentiere ich nicht. Das ist mir zu bilig.

  • #12
    Paul Renner

    Werter Stefan: Das HDR eine antisemitische Vereinigung und auch sonst ein übler Haufen ist, ist seit langem bekannt. Aber dann hätte man den Artikel halt „Nichts neues von den Islamisten der HDR“ nennen sollen. Und eigentlich wollte ich wissen, ob die *HDR* die Demo angemeldet hat, weil der der Großteil des Artikels sich nunmal ausschließlich auf dieses Grüppchen bezieht. Was mich aber nachdenklich stimmt, ist, dass du nicht in der Lage bist zu erkennen, was für ein Verein „ProZion NRW“ ist. Besorge dir vielleicht einfach mal die dort beworbene Hetzschrift mit der Forderung nach Hinrichtung Mumia Abu-Jamals. Du wirst darin wenig anderes finden als reaktionäres weißes Herrenrassen-Geschäume gegen Farbige, die es gewagt haben, sich nicht mit ihrer Rolle als Fußabtreter oder Onkel Toms abzufinden. Wer sich mit solchen Gestalten gemein macht und sie propagiert, ist in meinen Augen keinen Deut besser als die angefeindete Gegenpartei. Ebensowenig wie man sich als Linker mit Antisemiten gemein machen kann und darf, sollte man das mit Leuten, die inzwischen so weit rechts angekommen sind, dass sie das Lied der reaktionären israelischen Rechten und der Teaparty-Bewegung singen.

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