Dortmund: Nazis rufen zur Teilnahme an Tierschutz-Demo auf

Nazi-Demonstration in Dortmund
Nazi-Demonstration in Dortmund

Wächst da zusammen, was zusammen gehört? Im Internet rufen die Dortmunder Nazis zur Teilnahme an einer Demonstration von Tierschützern gegen den Circus  Universal Renz auf.

Vom 25. April bis zum 5. Mai gastiert der Circus Universal Renz in Dortmund. Grund genug für Tierschützer gegen den Zirkus zu mobilisieren.  Dieses mal können sie sich über Verstärkung aus der Nazi-Szene freuen: Im Internet rufen Dortmunder Neonazis zur Teilnahme am Tierschutz-Protest auf:

Interessierte können sich dort eine eigene Meinung bilden, inwieweit die teils schwerwiegenden Vorwürfe von Tiermisshandlungen zutreffen und ggf. die Kritik an der Ausbeutung geschützter Tierarten durch die Unterhaltungsindustrie mittragen.

Und wer nun meint, die Nazis springen auf den hippen Tierschutz-Zug auf, irrt. Tierschutz haben sich die Nazis schon immer auf die Fahnen geschrieben. Nicht nur das Adolf Hitler ein begeisterter Vegetarier war, auch das erste Tierschutzgesetz wurde in Deutschland in der Nazizeit erlassen – schon im November 1933.

Wie vieles aus der Öko-Ecke hat auch der Tierschutz braune Wurzeln.

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32 Kommentare

  1. #1 | Marc sagt am 22. April 2013 um 16:59 Uhr

    Ob der Tierschutz nun braune Wurzeln hat….ich weiß ja nicht. Vielleicht eine etwas harte Ansage? Denn nur weil es Dinge während der NS-Diktatur gab bzw. bestimmte Dinge dort entstanden, sind diese nicht per se schlecht oder Nazikram.

    Es geht doch viel mehr darum, was für eine Idee und Ideologie dahinter steckt, wie diese argumentiert und vertreten wird. Und da würde ich den Tierschutz nicht unbedingt in die braune Ecke stellen. Auch wenn es zumindest zu stimmen scheint, dass Nazis sich gerne der „Öko-Ecke“ bedienen. Die Grünen hatten da ja auch z.T. arge Probleme. Aber mir scheint es doch ein Unterschied, ob ich mich mit Atomkraft oder Umweltverschmutzung auseinandersetze oder „Blut und Boden“ propagiere.

    Allerdings sollten die Tierschützer aufpassen. Denn mit den Nazis gehen keine Zweckbündnisse. Auch wenn man scheinbar gemeinsame Ziele in einem Bereich hat.

  2. #2 | JoS sagt am 22. April 2013 um 19:56 Uhr

    Lieber Stefan, hier verwechselst du Geltung und Genese. Das Tötungsverbot steht auch bereits in der Bibel, das macht es nicht sinnfrei. Dass du aus Spaß distinkte Entitäten töten magst ist eine Sache; das hier ist aber eine Unverschämtheit!

  3. #3 | Christine sagt am 22. April 2013 um 22:57 Uhr

    Dieser Artikel ist so dämlich wie jede 17-jährige Glatze, die hinter einer Hakenkreuzfahne hinterherrennt. Und jeder, der gerne eine Zichte nach der anderen qualmt sympathisiert automatisch mit Helmut Schmidt und dessen politischer Gesinnung?

  4. #4 | Linke Tierschützerin sagt am 23. April 2013 um 00:45 Uhr

    Eine Ansage an alle Menschen mit Nase: Hitler hatte auch ’ne Nase!
    https://www.zeit.de/2001/17/200117_stimmts.xml

    Nee, aber mal im Ernst. Nazis gehen mal gar nicht. Da kenn ich nichts. Aber einen pauschalen Zusammenhang zwischen Ökos/Veggies und Nazis herzustellen is ja auch voll daneben!

  5. #5 | Stefan Laurin sagt am 23. April 2013 um 07:53 Uhr

    Ideengeschichtlich besteht da nun einmal ein Zusammenhang:
    „Es ist – leider – kein Zufall, dass Umweltschutz und Rechtsextremismus so gut 
zusammenpassen. „Im Verlauf der Ökologiegeschichte waren es entgegen der heute vorherrschenden Meinung nicht etwa anarchistische, marxistische, sozialdemokratische oder liberale Strömungen, die den Charakter der Ökologie entscheidend prägten“, schrieb Oliver Geden 1996 in seinem Buch „Rechte Ökologie“. „Es war zumeist konservatives bis faschistisches Gedankengut, das sowohl der ökologischen Wissenschaft als auch den ökologischen Bewegungen seinen Stempel aufdrückte.“ Geden zeichnet nach, wie eng die Begründung der Ökologie seit dem späten 19. Jahrhundert mit sozial-darwinistischem und rassistischem Denken verzahnt war.“
    https://www.greenpeace-magazin.de/index.php?id=5812
    Das wird heute noch an der nahezu religiösen Inbrunst deutlich, die nahezu allem inne ist, das aus dem Öko-Spektrum kommt. Sie ist so deutlich autoritär, dass man Tomaten auf den Augen haben muss, um das nicht zu erkennen.

  6. #6 | Nansy sagt am 23. April 2013 um 08:06 Uhr

    Ist doch wirklich eine interessante Frage, ob und inwieweit einige Ideen aus der Öko- oder „linken“ Ecke braune Wurzeln haben. Die geistige Grundhaltung scheint mir nicht allzuweit voneinander entfernt zu sein. Zur Erinnerung:

    Kampf gegen den Tabak:
    Die Kampagne der Nazis gegen das Rauchen schloss Rauchverbote in Straßenbahnen, Bussen und S-Bahnen ein. Des Weiteren wurden die Gesundheitserziehung gefördert und die Tabaksteuer erhöht. Die Nationalsozialisten verhängten zudem Beschränkungen bei der Tabakwerbung und beim Rauchen im öffentlichen Raum und in Restaurants und Cafés. Die Parole hieß: Jeder Deutsche ist verantwortlich für seine Taten und Emissionen gegenüber der Volksgemeinschaft und deshalb hat er nicht das Recht seinen Körper mit Drogen zu schädigen. Bekannt dürfte auch sein, dass
    der Begriff des Passivrauchens in Deutschland geprägt wurde.

    Alkoholpolitik der Nazis:
    Ein wesentliches Merkmal der nationalsozialistischen Alkoholpolitik war die Unterscheidung zwischen heilbaren und unheilbaren Trinkern. Unheilbare Trinker wurden von Beginn an als „erbbiologisch minderwertig“ stigmatisiert und verfolgt. Die Familie eines schweren Trinkers sei fast immer minderwertig (heute vielleicht modern: Prekariat?), hieß es vom Gesetzgeber, und auch eine Neigung zu krimineller und asozialer Betätigung weise auf die Berechtigung einer Unfruchtbarmachung hin. Es liegt auf der Hand, dass allein nach diesen Kriterien alle sozial unangepassten Alkoholiker gefährdet waren.

    Ernährung:
    Wie wohl auch bekannt sein sollte, war Hitler ein Anhänger der vegetarischen Ernährung. Die ethische und gesundheitliche Überlegenheit der vegetarischen und am besten rohen Ernährung gehörte auch zu Hitlers privaten Lieblingsthemen. Bei einem Tischgespräch in der Reichskanzlei am 25. April 1942 erwähnte er auch, dass er die Umstellung des deutschen Volkes auf eine vegetarische Ernährung nach dem Krieg in Angriff nehmen wolle.

    Sollten Übereinstimmungen zur heutigen „Gesundheitspolitik“ auffallen, möge man mir doch einmal erklären, wie man sich da herauswinden will?

  7. #7 | Alex S sagt am 23. April 2013 um 09:11 Uhr

    ad Autor: Stefan, wieso mußt Du die wichtige Info unbedingt mit Deiner anti-öko-hetze verquicken?

    Offensichtlich ist es Dir wichtiger bestimmten Leuten/Milieus nur unbedingt noch einen mitzugeben und nimmst dabei eine Relativierung in Kauf die echt zum Kotzen ist. Wozu diese Spaltung und Hetze? Als ob es in der Nazi-Stadt Dortmund nicht echt Wichtigeres gebe. Selbst für Deine Obsession des öko-bashings ene echt fiese Nummer diese Info als Aufhänger dafür zu benutzen.

    Meine Oma würde sagen: „Schäm Dich Jung.“

  8. #8 | Stefan Laurin sagt am 23. April 2013 um 09:26 Uhr

    @Alex S: Es ist wichtig, die Ideengeschichtlichen Parallelen aufzuzeigen. Schau Dir mal meinen letzten Kommentar an – da sind sie grob aufgeführt. Hier ein weiterer Artikel zu dem Thema:
    https://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/oekonationalsozial/

  9. #9 | Nansy sagt am 23. April 2013 um 09:50 Uhr

    @Stefan: bedauerlicherweise wird nur angebliches öko-basching beklagt (Alex S), man vermeidet aber tunlichst sich mit den Parallelen zum Gesundheitsfaschismus der Nazis auseinanderzusetzen – schade, aber auch bezeichnend….

  10. #10 | Alex S sagt am 23. April 2013 um 10:57 Uhr

    ad Stefan et. al: Ich beklagte die Verquickung und vor allem die Relativierung!

    Und vor allem ad Nansy: Was heißt hier bitte denn bitte „bezeichnend…“? Verstehe ich als persönliche Unverschämtheit.

    Wer hier in Dortmund öko-Lohas und deren Hobbys mit den menschenmordenden und die Stadt terrorisierenden Nazis für nen sophistischen Kurztext tendentiell sophistisch gleichsetzt betreibt schlußendlich nur Verharmlosung.

    Schon entäuschend, für was eine effekthaschenden billigen Mist hier im Blog antifaschistische Solidarität mal eben über Bord geworfen wird.

  11. #11 | Stefan Laurin sagt am 23. April 2013 um 11:32 Uhr

    @Alex: Wo bitte ist gleichgesetzt worden? Für die braunen Wurzeln der Ökos bin ich nicht verantwortlich. Jeder sucht sich aus in welcher ideengeschichtlichen Tradition er steht.

  12. #12 | Nansy sagt am 23. April 2013 um 11:32 Uhr

    @Alex S:
    …um mal ganz banal zu antworten – bezeichnend finde ich es, dass man sich einerseits über das Auftreten „hackenknallender“ Nazis aufregt, andererseits die geistige Grundhaltung des Faschismus (besonders wenn er in moderner Form auftritt) nicht mehr hinterfragt.

  13. #13 | Alex S sagt am 23. April 2013 um 11:58 Uhr

    ad Nansy: „die geistige Grundhaltung des Faschismus (besonders wenn er in moderner Form auftritt)“ – sorry, noch nicht mal Ihre eventuelle Antwort auf die Frage was oder wer hier genau die moderne Form des Faschismus seien könnte interessiert mich. Ich spekuliere darauf in 2 Sätzen sind wir sowieso bei „linken Gutmenschen“ und enden bei „Die Raucher sind die neuen Juden“ Vergleichen. Danke, keine Lust darauf.

    ad Stefan: Ooooch, wo bleibt denn hier die sprachliche Sorgfalt und sonstige journalistische Profession 😉 Also bitte, sonst suchen wir uns zusammen einen Deutsch GK, der uns Deinen Satz „Wie vieles aus der Öko-Ecke hat auch der Tierschutz braune Wurzeln.“ – sprachlich, subtextmäßig und kommunikationstheoretisch analysiert.

    Mal dazu ein Beispiel: „Wie vieles aus der Ruhrbaronen-Ecke hat auch der Artikel [xxx] Wurzeln.“ Na, klingelt da was?

  14. #14 | Nansy sagt am 23. April 2013 um 13:14 Uhr

    @Alex S:
    schade, aber es war leider zu vermuten, dass Ihnen zu dieser Frage nichts einfällt (oder nichts einfallen darf?). Mit mir unterstellten banalen Parolen wie „Die Raucher sind die neuen Juden“ kann man eben nicht die auffallenden Übereinstimmungen der Nazi-Gesundheitspolitik zur heutigen “Gesundheitspolitik” hinwegbügeln.

    Wenn die WHO Tabak-Kontrolle – nur als Beispiel – das Ziel ihrer Bemühungen selbst als „The Tobacco Endgame“ bezeichnet, dann darf man sich als potentielles Objekt des Tobacco Endgames wohl noch fragen dürfen, ob man sich durch solche Pläne an frühere „Endlösungen“ erinnert fühlen darf?
    Aber Sie möchten ja nicht darüber sprechen, nicht wahr?
    https://tobaccocontrol.bmj.com/content/22/suppl_1.toc

    Wenn sich die grüne Ministerin Steffens vom Alkoholabstinenzler-Verein die Guttempler einen Ehrenpreis für ihr „segensreiches Wirken“ überreichen lässt, obwohl die NS-Vergangenheit der Guttempler nie richtig aufgearbeitet wurde, führt das zu keinerlei Fragen. Dafür regt man sich lieber über die Vergangenheit irgendeiner schlagenden Studentenverbindung auf.
    Aber Sie möchten ja nicht darüber sprechen, nicht wahr?

    Wenn extreme Gruppierungen wie Fleischverbot.info „Fleisch gehört verboten“ fordern, ist das bei bestimmten radikalen Vegetariern durchaus diskussionswürdig. Die von den Nazis angedachte Umstellung des deutschen Volkes auf eine vegetarische Ernährung nach dem Krieg, wird da in keinem Zusammenhang gesehen, da man heute ja den Umweltschutz als Ziel vorgeben kann.
    Aber Sie möchten ja nicht darüber sprechen, nicht wahr?

    Die Parole der Nazis: „Jeder Deutsche ist verantwortlich für seine Taten und Emissionen gegenüber der Volksgemeinschaft und deshalb hat er nicht das Recht seinen Körper mit Drogen zu schädigen“ können Sie – abgesehen von dem Wort „Volksgemeinschaft“ – so oder ähnlich in jeder Diskussion über Alkohol, Fett, Fast-Food oder Rauchen wiederfinden.

    Wenn Sie das alles mit „linken Gutmenschen“ in Verbindung bringen wollen – nur zu – ich habe das nicht behauptet.

  15. #15 | Klaus Lohmann sagt am 23. April 2013 um 23:16 Uhr

    @Alex S: Worin liegt eigentlich Ihr Problem, z.B. allein nur die *Methoden*, mit denen grünalternative Ökoschutz-Lebensweisen heute angepriesen werden, mit faschistischer Public Relation, mit Nazi-Marketing gleichzusetzen?? Der militante Kampf gegen US-Tabakkonzerne hatte vor vielen Jahrzehnten schon was faschistoides, was sich bis heute in der begründungslosen Polemik gegen „willensschwache“ Raucher fortsetzt.

  16. #16 | Martin sagt am 23. April 2013 um 23:56 Uhr

    Ist doch gut, wenn Leute etwas für den Tierschutz tun. Da heute ohnehin schon Hinz und Kunz vorschnell zu „Nazis“ abgestempelt werden (die Massenmedien sind da immer besonders fix), sollte man diesen Vorwurf ignorieren. Die Nazihysterie schafft sich auf Dauer sowieso selbst ab und das ist gut so.

  17. #17 | Nansy sagt am 24. April 2013 um 11:45 Uhr

    @Klaus Lohmann: Das Problem bei bestimmten Leuten scheint darin zu liegen, dass sie vorzugsweise nur Nazi´s bekämpfen, wenn sie optisch, arkustisch oder durch Gewalthandlungen als solche erkennbar sind – d.h. diese Leute bekämpfen nur Symbole – nicht die dahinterstehende Ideologie.
    Faschistische Handlungen und Ziele, sofern sie von „bürgerlichen“, sich in „normalen“ Parteien und Organisationen befindlichen Schlips- und Kleidträgern/innen verkündet werden, werden als solche nicht mehr erkannt.

  18. #18 | Kanipaja sagt am 24. April 2013 um 15:29 Uhr

    Viele Tierschützer haben eine äuserst eurozentristische Sicht. Sie fordern die Freilassung von Wildtieren. Und meinen damit nicht nur Löwen und Tieger sondern auch Elefanten und Kamele. Dabei sie sehen nicht, dass in anderen Teilen der Welt Kamele und Elefanten auch Affen genauso Haustiere sind wie in Europa Hunde, Katzen und Pferde. Sie sind schon etwas Nazi

  19. #19 | Mario sagt am 25. April 2013 um 23:18 Uhr

    Hitler war _kein_ Vegetarier – er hat gegen Lebensende nur noch wenig und „besonderes“ Fleisch gegessen von dem er meinte, dass dieses besser für seinen Magen ist da massive Beschwerden hatte. Die Mär des Asketen war Propaganda und liegt nicht weit weg von der Propaganda die Sie Herr Laurin so gerne gegen alles was irgendwie auch nur grün oder vegetarisch/vegan klingt betreiben, wozu definitiv auch dieser Artikel hier gehört.

    Die Ruhrbarone sind sehr schlecht mit Ihnen bedient. Das Sie dann auch noch die Achse des Guten als Argument nutzen, die ebenfalls durchweg voll auf der Schiene des Menschen der über der Natur steht liegt und schädliche Einflüsse des Menschen negiert, hat keinerlei Qualität da Sie ja bereits deren Meinung wiedergeben. Sie machen die Quellen für Ihre Argumente gleich mit zu neuen Argumenten, ganz großes Kino.

    Das ist noch nichtmal Groschenjournalismus hier sondern Rumpöbeln. Traurig.

  20. #20 | Stefan Laurin sagt am 25. April 2013 um 23:36 Uhr

    @Mario: Reden Sie sich das mal alles schön. An ihrem Wesen soll doch bestimmt die Welt genesen…

  21. #21 | Nansy sagt am 26. April 2013 um 06:56 Uhr

    @Mario: Zitat aus der Zeit: „Müsli und Rohkost waren seine Hauptnahrung. Auch wenn andere Quellen von dem einen oder anderen Würstchen oder Täubchen berichten, kann man wohl sagen, dass Hitler sich vegetarisch ernährte.“ Also war Hitler Vegetarier.
    Die These, dass der vegetarische, nicht rauchende und auch sonst asketisch lebenden Führer nur ein Propagandakonstrukt sei, ist die Einzelmeinung des Hitler-Biografen Robert Payne (eine Meinung unter anderen).
    Vegetarierorganisationen wehren sich natürlich vehement gegen den Vorwurf, dass Hitler einer den ihren gewesen sei – das lässt sich leicht nachvollziehen.
    Dass Moralprediger und Gesundheitsideologen manchmal anders handeln, als sie selbst predigen, durchzieht die Vergangenheit wie ein roter Faden.
    Bei den Nazis war es zum Beispiel der als „Reichstrunkenbold“ verschriene Arbeitsfrontführer Robert Ley, der das Volk mit einer Kampagne zum Teetrinken umerziehen wollte.
    Ein anderer Moralapostel heißt Eliot Spitzer und lebte in New York. Als Staatsanwalt von New York war er einer der gefürchtetsten Wallstreet-Sheriffs aller Zeiten. Weder korrupte Politiker in Albany, illegale Einwanderer, noch geplagte Ehemänner, die bei Prostituierten ein Ventil für ihre Frustrationen suchten, waren vor ihm sicher. Der tugendsame Gouverneur musste plötzlich zurücktreten, weil ihm nachgewiesen wurde, dass er seit 10 Jahren in einen Prostitutions-Ring verwickelt war, regelmäig Sex mit Nutten gehabt hatte und dafür insgesamt 80.000 Dollar hinblätterte, die er sich zuvor aus der Staatskasse geholt hatte.
    Moralprediger und Gesundheitsideologen können also durchaus Wasser predigen und selbst Wein saufen.

  22. #22 | Mario sagt am 26. April 2013 um 09:16 Uhr

    Das viele Menschen Wasser predigen und Wein trinken ist ja nichts unbekanntes.

    Mit der Sache selbst hat das aber nichts zu tun – wenn Hitler Vegetarier/Veganer gewesen wäre würde das ja den Veganismus nicht schlecht machen. Schlecht ist aber Dinge zu behaupten die schlichtweg nicht stimmen und zudem genau diese Zusammenhänge zu ziehen die Herr Laurin zieht. Der freut sich schlichtweg über jedes noch so absurde Argument gegen die von ihm so sehr wenig gemochte grüne und/oder vegane Bewegung anstatt anderen einfach mal zuzugestehen so zu leben wie sie es möchten.

    Und es ist ein Unding wie hier bei den Ruhrbaronen so jemanden freier Lauf gelassen und harmlose Kommentare zensiert / gelöscht / nicht freigegeben werden während etwas derart dreistes wie das Gleichsetzen von Veganern mit Hitlern toleriert wird.

    „[Nazis und Tierschützer,] Wächst da zusammen was zusammen gehört“ – ein ganz starkes und mieses Stück.

  23. #23 | Mario sagt am 26. April 2013 um 09:18 Uhr

    Wenn man übrigens Zeitzeugen glauben darf (ich tue es mal, auch wenn Herr Laurin und Sie offensichtlich viel bessere Quellen als Zeitzeugen haben) waren seine beiden Lieblingsessen Leberknödel bzw. Forelle.

  24. #25 | britney sagt am 26. April 2013 um 13:14 Uhr

    „Wächst da zusammen, was zusammen gehört?“ – Jau, geht’s noch?

    Nazis sind sich für keine Kampagne zu schade, selbst wenn man sich dafür mit antispeziesistischen „Gutmenschen“ solidarisieren muss – was ja schon fast wieder lustig ist.

    Soll man nun das Tierschutzgesetz abschaffen, weil Nazis es für ihre Propaganda erlassen haben? Und darf ich mich jetzt auf antifaschistische Veranstaltungen wie „Deutschländer-Bratwurst-Wettessen gegen Hitler-Vegetarier-Nazis“ einstellen? Und wenn ja, wären Schäferhunde auf dieser Veranstaltung erlaubt?

  25. #26 | Nansy sagt am 26. April 2013 um 13:57 Uhr

    @Britney: ist das nun gewollt missverstanden? Ich hoffe nicht. Nicht Tierschutz oder Vegatarismus ist das Problem, sondern die Haltung einiger extremer Anhänger dieser Bewegungen – gemeinsam mit dem Nationalsozialismus und anderen Ideologien ist ihnen der Ausschließlichkeitsanspruch für ihre Anschauen.
    Sie müssen und wollen alle anderen zu ihrer Lebensweise bekehren, und wenn es nicht anders geht, mit Zwang (Veggie-Day ist ein Beispiel dafür).
    Gemeinsam mit den Nazis ist auch ihr Glaube, dass jeder für seine Taten und Emissionen gegenüber der Gemeinschaft verantwortlich ist und deshalb nicht das Recht hat, seinen Körper mit Drogen zu schädigen. Diesen Satz können heute noch viele problemlos unterschreiben.
    Es geht also nicht um Vegetarier oder Tierschützer, sondern um die Ideologie einiger Radikaler aus diesem Spektrum.

  26. #27 | britney sagt am 26. April 2013 um 15:43 Uhr

    @Nansy: Dann hätte Stefan Laurin schreiben sollen, dass es ihm um „einige extreme Anhänger“ einer Ideologie geht. Hat er aber nicht. Im Artikel ist pauschal von „Tierschützern“ die Rede.

    Der (freiwillige) Veggie-Day läuft hier also unter dem Stichwort „Zwang“? Warum? Ist es dann auch bereits Zwang, wenn ich in der Kantine Bolognese essen muss, obwohl ich Appetit auf Carbonara habe? Und wären dann nicht auch Aktionen gegen Rassismus fürchterlich aufdringlich und bekehrend? Sind die auch nazimäßig?

    Radikale Idioten gibt es überall – geschenkt. Aber wie sollen bitte Tierschützer/Tierrechtler durch die Welt gehen ohne jemandem (euch?) auf die Füße zu treten? Sollen die im stillen Kämmerlein für die Freiheit der Tiere beten oder was?

  27. #28 | Nansy sagt am 27. April 2013 um 09:56 Uhr

    @Britney: Richtig – Radikale und Extremisten gibt es überall, was aber nichts daran ändert, dass die Übergänge vom Radikalen zum „Normalen“ fließend sind – und das ist aus meiner Sicht gefährlich. Bleiben wir nur mal als Beispiel beim „freiwilligen“ Veggie-Day – Meldungen aus Zeitungen können da schon weiterhelfen:
    „Vegetarier-Initiativen fordern einen komplett fleischfreien Tag pro Woche, die Grünen schließen sich der Bewegung an.“
    „Die Grünen fordert mit ihrem Fraktionsbeschluss vom 1. Juli 2011 unter dem Titel „Nachhaltiger Konsum“ unter anderem einen Veggietag in allen öffentlichen Verpflegungseinrichtungen.“
    „Um vegetarische und vegane Kost erlebbar zu machen, unterstützen wir die Idee eines fleischfreien Veggie-Tages in öffentlichen Kantinen und Einrichtungen und die Stärkung des vegetarischen und veganen Angebots“, sagt die verbraucherpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion“

    Das hat also nichts mit Zwang zu tun? Womit denn dann? Steht die eigene Position auf so schwachen Füßen, dass man die Menschen zwangsbekehren muss? Jetzt wird es wieder naive Stimmen geben die sagen, das ist doch nur ein Tag, den kann man doch aushalten. Wie wir alle wissen, fängt es oft mit „nur einem Tag“ an und geht dann munter weiter. Nur welches Weltbild steht denn hinter einer solchen Position? Die Aussage der Kolumnistin Barbara Ellen in der Sonntagszeitung Observer ist beispielhaft für ein solches Weltbild: „Dass Menschen nicht dazu in der Lage sind, Verantwortung für sich selbst zu tragen, wird durch unsere heutige Gesellschaft deutlich belegt. Woher kommt denn der permanente Alkohol- und Nikotinmissbrauch, woher kommt denn die Fettsucht, woher kommt schließlich die Spielsucht? Menschen, die sich verantwortlich verhalten, lassen nun einmal die Hände von alkoholischen Getränken, Cigaretten, Dickmachern und schließlich auch Spielautomaten. In der Tat müssen wir die Menschen vor sich selbst schützen, zu einer gesunden Lebensweise erziehen und von ihrer Sucht befreien.“
    Damit sind wir wieder bei den Nazis: Das nationalsozialistische Konzept zur „Gesundheitsführung“ wurde vom stellvertretenden Reichsärzteführer Friedrich Bartels im Jahr 1936 ausformuliert. Es enthält für jeden Einzelnen gewissermaßen eine Verpflichtung zur Gesundheit.

    Es sammelt sich auch nicht zufällig bei diesen Themen der gleiche Menschenschlag, nämlich Leute die ein wenig ausgeprägtes Selbstwertgefühl besitzen und für jede Vorschrift von Staat für ihre Lebensführung dankbar sind. Natürlich darf nach ihrer Auffassung auch kein anderer außerhalb dieser Normen leben. Viele Änhänger der Grünen scheinen nach dieser Devise zu leben.

    Dass Politiker meinen, für jedes Problem ein Gesetz schaffen zu müssen, ist ein bekanntes Ärgernis. Dass viele Bürger froh sind, wenn ihnen jemand Anweisungen gibt, ist aber ebenso unerfreulich. Vordergründig meint man, Ordnung schaffen und Sicherheit vermitteln zu können. Faktisch aber sind solche Gesetze meist Ausdruck von Intoleranz und Kleinkariertheit. Und fast jedes Gesetz hat seinen geschichtlichen Vorläufer – kaum eine Massnahme von heute ist wirklich neu.

  28. #29 | britney sagt am 28. April 2013 um 18:16 Uhr

    @Nansy: Was haben jetzt bitte die Grünen oder Barbara Eller mit dem Artikel oben zu tun? Grünen- und Moralapostel-Bashing ist ja auch bei den Rechten sehr beliebt. Aber reihe dich da ein, wenn du magst …

    Die Veggie-Day-Initiative, die ich kenne, ist freiwillig. (https://donnerstag-veggietag.de/hintergrund/faq.html). Niemand wird da gezwungen auf Fleisch zu verzichten.

    Viele Ideen fangen im Kleinen an. Und? Sind für dich 30er-Zonen auch radikal? Oder sind die okay, weil man um 30er-Zonen keine NS-Referenzen stricken kann? Ich finde es übrigens eher intolerant und kleinkariert, wenn man vorgeschobene Luxus-Bedürfnisse (zB. an sämtlichen Tagen eine bestimmte Auswahl an Fleischgerichten zur Verfügung zu haben) über das Leben von Tieren stellt.

    Eine Welt ohne Vorschriften und Gesetze wäre natürlich super. Können wir ja mal eine Woche lang ausprobieren, mal gucken, wie es so läuft, hm?

    Wenn du die Grünen nicht magst, dann wähl sie halt nicht. Wie gesagt, wenn du Vorschläge hast, wie Tierschützer es besser machen können, nur her damit. Aber um die Tiere geht es dir eh nicht, oder? Tierschützer mit Nazis in Verbindung zu bringen wird den Tieren beim Zirkus Renz jedenfalls herzlich wenig nützen.

  29. #30 | didi sagt am 3. Mai 2013 um 12:13 Uhr

    Hitler war ein Fanatiker. Die meisten Vegetarier, Veganer und Tierrechtler die ich kenne (und ich kenne eine ganze Menge) sind Fanatiker. Alle vertraten, bzw. vertreten ihre Ideologien kompromisslos und als einzig gültige Wahrheit. Jeder der es sich erlaubt diesen Ideologien nicht zu folgen ist minderwertig und darf dem entsprechend behandelt werden. So werden Straftaten im Sinne der Ideologie nicht nur toleriert und bagatellisiert, sondern in Menschen verachtender Weise sogar gut geheissen.
    Ich sehe da eine ganze Menge Parallelen.

  30. #31 | Nansy sagt am 7. Juni 2013 um 10:03 Uhr

    Passend dazu aus der TAZ: „Grün ist der Hitler“

    Zitat: „„Hitlers Tischgespräche“ heißt ein aufschlussreiches Buch, dessen Lektüre beweist, dass der Gröfaz ein Grüner unter Braunen war. Es zeigt Hitler als einen visionären Vordenker, den damals grüne Kernthemen umtrieben.“

    https://www.taz.de/Die-Wahrheit/!117583/

  31. #32 | Anonymous sagt am 14. März 2014 um 09:00 Uhr

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