Douglas Murray: Die Selbstverzwergung der alten weißen Männer

Douglas Murray Foto (Ausschnitt): AndyCNgo Lizenz: CC BY-SA 4.0


Douglas Murray hält uns mit „Krieg dem Westen“ einen Zerrspiegel vor, in den wir besser nicht reinschauen sollten. Denn den besagten Krieg führen wir gegen uns selbst – aufgrund einer Verzerrung in unseren eigenen, „westlichen“ Köpfen.
Von unserem Gastautor Karsten Kastelan.

Schon auf den ersten Seiten seines neuen Buches, startet Autor Douglas Murray mit einer Steilvorlage: „Im Hinblick auf die Rechte der Frauen und sexuellen Minderheiten und natürlich insbesondere, wenn es um das Thema Rassismus geht, wird alles so dargestellt, als wäre es nie schlimmer gewesen, und das an dem Punkt, an dem es nie besser war.“

Nicht, dass gerade letzterer Punkt so einfach zu wiederlegen wäre, denn es ist nun wirklich nicht anzunehmen, dass – und nehmen wir nur einmal Deutschland – Gastarbeitern in den 60ern und 70ern eine größere Akzeptanz entgegenkam als heute. Oder Frauen damals mehr Rechte hatten.

Aber darauf will es Murray, dessen Bücher „Wahnsinn der Massen“ und „Der Selbstmord Europas: Immigration, Identität, Islam“ in ähnlich offensichtliche Kerben schlugen, nicht anlegen. Es geht definitiv nicht darum, uns hier Friede, Freude und Eierkuchen vorzugaukeln.

Rassismus existiert immer noch. Sexismus existiert immer noch. Kultureller Elitismus existiert immer noch. Und auch in der westlichen Welt.

Dass diese Phänomene, die leider immer dann auftreten, wenn verschiedene Menschengruppen aufeinandertreffen, gerade in der westlichen und aufgeklärten Welt seltener existieren, als auf dem Rest unserer Erdkugel ist die These seines aktuellen Werks.

Und warum gerade wir uns dennoch moralisch selbst zerfleischen, ist eine große Frage, die er am liebsten beantworten möchte.

Spoiler Alert: er kann sie nur erörtern, denn so sehr man sich bei der Lektüre seines Buches auch am Kopf kratzt und innerlich mit demselben schüttelt: es wird höchstens Kopfhautverletzungen oder Schleudertraumata hervorrufen und keine einfachen Antworten.

Dass es sich bei „Krieg dem Westen“ dennoch um ein wichtiges Werk handelt, das weitaus mehr gelesen und auch gern diskutiert werden sollte, liegt an der akribischen Herangehensweise des Autors, der unsere westliche, moderne und (hoffentlich) auch aufgeklärte Welt unter die Lupe nimmt und mögliche Schwachpunkte erkennt – unter ihnen Rassismus, Geschichte und Religion und Kultur.

Dies klingt öde – und wäre es auch, wenn Murray nicht eine Reihe von sehr illustrativen Beispielen anführen würde, die den Krieg gegen die westliche Welt veranschaulichen und zumeist von Menschen initiiert wurden, die in besagter Welt scheinbar gut und gerne leben. Meist als Autoren, Aktivisten oder Angestellte von NGOs – aber mit irgendetwas muss man ja sein Geld verdienen. Und wer nicht leisten kann, muss dann halt fordern. Und die Forderungen haben es in sich.

Bei Rassismus scheint es den Aktivisten beispielsweise nicht mehr darum zu gehen, Gleichheit für alle zu propagieren, sondern um Häme und Rache. Der bekannte und eigentlich moderate Talkshow-Moderator Jimmy Fallon sagte beispielsweise 2020 in seiner Show: „Soeben wurden die Ergebnisse der Volkszählung veröffentlicht. Und zum ersten Mal in der Geschichte Amerikas ist die Zahl der Weißen gesunken.“ Belohnt wurde das mit großem Applaus aus dem Publikum.

Das war die Häme. Die Rache folgte aber – und wenn auch nur durch die Bemühungen, das (beispielsweise in Deutschland existierende) Gleichheitsgebot durch Quoten im öffentlichen Dienst zu ersetzen. Und hier – den Denkfehler darf man nicht machen – geht es fast nie um zwei absolut gleichqualifizierte Kandidaten (irgendjemand hat immer knapp die Nase vorn), sondern darum Proporz zu erzwingen.

Schlimmer wird es bei der Critical Race Theory (CRT), die in den 1970ern in den USA unter Intellektuellen entstand, aber erst jetzt richtig Fahrt aufnimmt. Nach dieser sind nämlich alle Weißen Rassisten, ergo niemals Opfer von Rassismus und sie können dem auch nicht dadurch entkommen, dass sie nicht rassistisch denken oder handeln. Einmal mit der falschen Hautfarbe aufgewachsen; für immer darin gefangen. Dieses System gab es durchaus mal, aber nun soll es wiederkommen – halt nur anders belichtet.

Als wenn einen dies als westlichen Leser nicht schon ausreichend aufregen würde – der Griff zum zweiten Glas Wein ist sowohl kulturell als auch aus reiner Notwendigkeit vorprogrammiert – kommt nun noch das Thema „Geschichte“.

Denn die Liste der großen Politiker der westlichen Welt scheint inzwischen deckungsgleich zu werden mit der Liste der Denkmäler, die nun gestürzt werden müssen – zumindest in England, Kanada und den USA, wo Churchill, Lincoln und Jefferson bereits gewaltsam vom Sockel gehoben wurden. Aber nicht nur sie. Wer auch nur einen entfernten Cousin hatte, dessen Eltern Plantagen besaßen, wird wohl kaum noch ein nach ihm benanntes Gebäude auf einem Universitätscampus finden. Die zahlreichen Beispiele hier aufzuzählen, würde zu weit führen – unter anderem auch, weil die (inzwischen gecancelten) Akteure zu wenig bekannt sind. Aber sie sind in ihrer Wahllosigkeit geeint und in der Menge erschreckend.

Witzigerweise, und Murray behandelt dies wirklich mit einer gesunden Portion an schwarzem Humor, betrifft dies nicht auf Karl Marx zu, dem der folgende Satz aus einem Brief an Friedrich Engels aus dem Juli 1862 zugeordnet werden kann:

»Der jüdische N*gg*r Lassalle, der glücklicherweise Ende dieser Woche abreist, hat glücklich wieder 5000 Taler in einer falschen Spekulation verloren.“

Es geht noch weiter und durchaus heftiger. Aber dies sollte man dem heutigen Leser ersparen, weil sonst der Vorrat an Sternchen im Text rapide zunehmen würde. Und man könnte dem großen wirtschaftlichen Vordenker dies ja als Jugendsünde erlassen – gerade weil dieser Satz einer privaten Korrespondenz entstammt. Die allerdings der Nachwelt erhalten blieb – und seinen Ruf, wenn nicht seine Denkmäler von London bis Trier – wie die anderer „Jugendendsünder“ auf den Schrotthaufen der Geschichte verdammen sollten. Aber dies bleibt aus. Stattdessen konzentriert man sich hierzulande in der Hauptstadt gerade einmal auf die Mohrenstraße (so benannt als Ehrung eines afrikanischen Stammesfürsten) und die U-Bahn-Station „Onkel Toms Hütte“ (ein auf einer Kneipe basierendes Wortspiel). Aber es ist klare, politisch motivierte Geschichtsfälschung, die hier betrieben wird. Mit mindestens einer sträflichen Auslassung.

An diesem Punkt sollte man durchaus mal innehalten und sich fragen, ob Murray sich (und geneigte Leser) nicht einfach in Rage redet und reden will. Und ob eine so rapide Abfolge von antirassistischer (und daher grundlegend ehrbarer), wenn auch überzogenen Reaktionen auf hunderte von Jahren der Unterdrückung anderer Kulturen und Rassen nur einen Nadelstich in der dicken Haut der westlichen Wohlfühlgesellschaft darstellt.

Aber ein fauler Geschmack bleibt. Nicht an Murray, sondern an dem, was er berichtet. Als Autor bleibt er der abgehobene, manchmal ironische Betrachter, der – mit dem Privileg einer erstklassigen Bildung an britischen Universitäten ausgestattet – eine kühle Distanzierung zu wahren scheint, deren privilegierter Mangel an Wut und Aufregung er so kühl und nonchalant ausnutzt, wie ein Gast bei einer Cocktail Party.

Aber seine Liste der kuriosen Atrozitäten geht noch weiter.

Das Kapitel Religion könnte man fast auslassen, da Murray offen homosexuell ist und sicher nicht sehr der kirchlichen Doktrin anhängig – aber auch hier scheinen sich seine Vergleiche lohnen, da er die neue Woke-Bewegung (geht auf 1962 zurück und bezeichnet eine selbstsichere Wahrnehmung von gesellschaftlicher Ungleichheit) nichts weiter zu sein scheint, als eine Religion. Wer an sie nicht glaubt, ist zwangsläufig ein Ungläubiger. Daher nicht ernst zu nehmen. Diskussionen erübrigen sich.

Und nun kommen wir zur traditionellen Kultur, die natürlich komplett ausradiert werden muss. Dies beginnt bei klassischer Musik, deren Komponisten damals sogar ihr Geld in Bereichen anlegten, die wir heute als Fonds bezeichnen würden. Und einige von ihnen investierten in Baumwolle. Und die kam wo her und wer hat sie abgebaut? Schon klar.

Auch die Heroine der britischen Frauenliteratur, Jane Austen, wird nicht ausgespart. „In dem Dialog, der nur wenige Zeilen umfasst, sprechen Austens Heldin und ihr zukünftiger Mann darüber, dass es in der Nacht zuvor »totenstill« gewesen sei, als Fannys Onkel (der gerade erst von einer Plantage in Antigua zurückgekehrt war) nach dem kürzlich abgeschafften Sklavenhandel gefragt wurde.“

Es reicht also ein einziger Satz einer fiktiven Heroine, über ihren ebenfalls fiktiven Onkel, um das „Mansfield Park“ und damit das Werk einer großen Literatin zu diskreditieren?

Muss uns das angehen? Eigentlich nicht. Wer Jane Austen gelesen hat, kennt die Werke; wer dies ausließ (nicht unbedingt die spannendste Lektüre). Aber es gibt auch unabsehbare Folgen, da ein solches Buch auf Grund dieser Anschuldigungen aus dem Kurrikulum entfernt werden kann – und ein Schüler sich auch ohne weiteres weigern kann, dieses oder andere Werke der Autorin zu lesen. Ein schwer zu erschlagendes Argument, das sich durch die Lehrerschaft einfacher durch den Austausch des Buches lösen lässt. Und das wäre – und ist – Zensur.

Aber der Irrsinn geht noch weiter. Unser westliches System zur Niederschreibung von Musik (nennt man auch „Noten“), hat noch zwei andere Konkurrenten weltweit. Aber während wir in der Lage sind, ein chinesisches Volkslied so zu Papier zu bringen, dass ein Musiker dieses nachspielen könnte, geht es mit der chinesischen Niederschreibung nicht bei Brahms, Beethoven und (geschweige denn) Wagner.

Und genau deshalb soll dieses nicht mehr an wichtigen Musikhochschulen gelehrt werden. Warum? Weil dies ja einen jungen Studenten aus einer anderen Kultur, wenn auch ein paar Jahrhunderte nach der Erfindung des Systems geboren, benachteiligen könnte.

Nichts von all dem, ist erfunden – und von Douglas Murray gut belegt. Und durchaus humorvoll geschrieben – wenn auch mit dem Galgenhumor, den alte weiße Männer scheinbar bald wortwörtlich kennenlernen sollen.

Aber dem Autor gelingt auch eine wichtige Umkehrung – und die bringt er in Intermezzos zwischen seinen Kapiteln raus.

Warum eigentlich greifen wir Rassismus in der westlichen Welt so vehement an (was ja durchaus Sinn machen könnte), ignorieren ihn aber in Afrika – jüngstes Beispiel wäre Südafrika, wo der schwarz-schwarze Rassismus (oder Nationalismus) momentan Bürgerkriegsähnliche Zustände annimmt? Frauenrechte sind uns wichtig, aber weder in der Türkei noch im Irak. Warum?

Weil wir irgendwie eine Lust und Laune verspüren, uns selbst schlecht zu reden.

Woher diese kommt, kann Murray nicht beantworten. Er liefert uns ein Kompendium des Wahnsinns – einen Horrorfilm, der nur aus Gewaltszenen besteht. Ohne die kleinen Zwischenschnitte, in denen die Heldin den Kühlschrank öffnet oder vor einer Katze erschreckt, bevor der Killer sie ersticht.

Wir können aus seinem Buch zweierlei Lehren ziehen. Entweder abstumpfen und all dies als temporäre Auswüchse unserer Zeit sehen. So wie die Mode der 70er, die Frisuren der 80er – oder „Modern Talking“.

Oder wir können der wirklichen Frage auf den Grund gehen, warum wir einen solchen Heidenspaß daran haben, unsere eigene Kultur, Gesellschaft und Geschichte schlechter zu reden, als die Welt, die uns umgibt.

Sind wir alle möglicherweise nicht mehr in der Lage, die Welt maßgeblich über den erreichten Status Quo zu verbessern? So wie man Lichtgeschwindigkeit, um man mal einen alten, weißen Mann zu zitieren, immer nur approximieren, aber nie erreichen kann, wenn man Masse hat? Also physisch existiert.

Ein wenig mehr Gelassenheit täte uns sicherlich allen gut. Selbstzerfleischung hilft nur Kannibalen – und ist von kurzer Dauer.

Douglas Murray: Krieg dem Westen, München, 2022

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26 Kommentare

  1. #1 | Berthold Grabe sagt am 20. Juli 2022 um 14:47 Uhr

    Das Problem liegt in Ideologie und Glauben verankert, sie drängen Fakten zurück oder verändern ihre Bewertung auf subtile Weise.
    Nach berechtigter Kritik und Unruhen 68 schwappt das Pendel nun ins andere Extrem. Ganz nach dem Motto ein mehr von dem, was gestern gut war muss eine Mehr an Ergebnis bringen.
    Aber das ist definitiv des „Guten“ zu viel.
    Denn wenn eine mehr der gleichen Forderungen dazu führt, das mehr und nicht weniger Menschen hinten runterfallen ist der Peak überschritten.
    Tatsächlich hat die Liberalität in Deutschland bereits massiv abgenommen, Freiheit heute ist wesentlich weniger al Freiheit in meiner Jugend in den 70zigern, auch wenn das damals für ältere Menschen noch nicht im gleichen Maße galt wie für jüngere.
    Da Genderpolitik und Identitätspolitik vor allem versuchen mit Verboten zu erzwingen, was nicht erzwingbar ist, außer in der äußeren Fassade, verlieren wir massiv an Freiheit, ohne einen substantiellen Gewinn.

  2. #2 | paule t. sagt am 20. Juli 2022 um 22:52 Uhr

    Danke für diese Besprechung. Sie zeigt hinreichend deutlich auf, dass von dem Buch nichts weiter zu erwarten ist als die übliche, langweilige Parade von Strohmännern und Falschdarstellungen des neokonservativen Rollbackversuchs. Eine Lektüre kann man sich also offenkundig sparen.

    Beispiele gefällig?

    Frauenrechte sind „uns“ in der Türkei und dem Iran unwichtig? Hä? Von wem redet der Mann?

    Woke = Religion? Jaja, schon klar. Was irgendwer doof findet, wird auch von irgendwem zur Religion verbullshittet. Das sagen die Corona-Spinner über Corona-Maßnahmen, Klimawandelleugner über Klimaschutz, über jedes Thema sagt das irgendwer. Und nun also noch ein Konservativer über Antidiskriminierung. Gähn.

    Critical Race Theory ist selbst rassistisch? Ja, logisch, falls man antirassistisch nicht von rassistisch unterscheiden kann und Selbstreflexion nicht von Diskriminierung. Sonst ist das eigentlich Bullshit.

    „Unser westliches System zur Niederschreibung von Musik“ (…) soll „nicht mehr an wichtigen Musikhochschulen gelehrt werden.“ Wtf? Von so etwas habe ich noch nie gehört. obwohl ich glaube, in entsprechenden Debatten einigermaßen drin zu sein. Wissen die Musikhochschulen das?

    Es wird „alles so dargestellt, als wäre es nie schlimmer gewesen“? Von wem? Das ist auch so eine Behauptung, die einem Konservative in jedem zweiten schlechten Meinungstext entgegenhalten, die aber praktisch niemand ernsthaft aufstellt.

    Usw.usw. Zumindest nach dieser Besprechung nichts Neues, Interessantes, auch nur annähernd Diskussionswürdiges. Vielleicht kann er vieles irgendwie insofern „belegen“, als es ja für allen möglichen Quatsch irgendwo irgendeinen Spinner gibt, der das vielleicht tatsächlich mal gefordert hat. So what.

  3. #3 | Karsten Kastelan sagt am 21. Juli 2022 um 22:53 Uhr

    Lieber Paule G Die von Ihnen geforderten Belege finden Sie in dem Anhang des besprochenen Buches. Dessen Lektüre ich ja ausdrücklich empfehle. 🙂

  4. #4 | Documenta: Problem ist die Klasse der den Westen hassenden Kulturfunktionäre | Ruhrbarone sagt am 22. Juli 2022 um 09:40 Uhr

    […] wie der Postwachstumsökonomie einen Kampf gegen ihn, wie es Douglas Murray in seinem neuen Buch „Krieg gegen den Westen“ auf den Punkt […]

  5. #5 | paule t. sagt am 22. Juli 2022 um 17:22 Uhr

    @ #3 | Karsten Kastelan, Zitat: „Die von Ihnen geforderten Belege finden Sie in dem Anhang des besprochenen Buches.“
    Ich habe keine Belege gefordert, sondern es im Gegenteil als durchaus möglich eingeräumt, dass der Autor irgendwo irgendwelche Zitate als Belege aufgetrieben haben mag. Nur dass es, da bin ich ziemlich sicher, idR abwegige Außenseitermeinungen sein werden (zB bei der angeblichen Forderung danach, westliche Notenschrift nicht mehr zu unterrichten, würde ich viel darauf wetten, dass das an keiner einzigen relevanten Musikhochschule ernsthaft diskutiert wird). Anderes sind seit Ewigkeiten bekannte Strohmänner, wie der Unsinn, „wir“ (wer) würden uns nicht für Frauenrechte in anderen Ländern einsetzen.

    Zitat: „Dessen Lektüre ich ja ausdrücklich empfehle“
    Nur ist dafür ihre Besprechung nach hinten losgegangen. Wenn ich in einer Besprechung nichts anderes finde als vor allem x-mal gehörten, chauvinistischen und mit Strohmännern gestützten Uralt-Unsinn und ein bisschen gänzlich unwahrscheinlichen Neu-Unsinn (wie die Sache mit der Notenschrift), ist das einfach alles andere als einladend. Meine Lebenszeit ist nun mal auch begrenzt.

    Den Mitlesern empfehle ich, die Wikipedia-Einträge (dt+engl) über den Autor des Buchs zu lesen.

  6. #6 | Wolfram Obermanns sagt am 22. Juli 2022 um 19:33 Uhr

    Okay, jetzt habe ich den Wikipediaartikel gelesen und frage mich, warum etwas von dem den Autor auf jeden Fall diskreditiert.
    Für wokes Publikum mögen da Triggerworte zu finden sein, andere finden dort das Porträt eines streitbaren konservativen Autors, der sich pointiert äußert und darum zum Widerspruch einlädt.

  7. #7 | Helmut Junge sagt am 22. Juli 2022 um 21:32 Uhr

    Ich finde auch nichts, was mir aufgefallen ist.

  8. #8 | ein Westphale sagt am 23. Juli 2022 um 04:45 Uhr

    Ich muss gestehen ich bin recht negativ irritiert wie positiv und fast komplett kritiklos Herr Murray hier besprochen wird, angesichts dessen dass das Buch der Rezension nach nur einer, nun anti-woken, Fortsetzung von „Der Selbstmord Europas“ klingt, welches schon nicht viel anderes als eloquenter, völkisch-identitär angehauchter Kampfquark war (Überspitzt zusammengefaßt: „Wir weißen Europäer und die westliche Zivilisation müssen uns endlich gegen die Umvolkung durch die brandschatzende muselmanische Flut und die verblendeten, anti-westlichen und woken Defätisten in den eigenen Reihen wehren!“).

  9. #9 | Don Giovanni sagt am 23. Juli 2022 um 09:22 Uhr

    @Paule-t #5 Meines Wissens hat ein Professor der Musikwissenschaft (muscologie) an der Universität Oxford etwas vom Kolonialismus, den die westliche Musik enthalte, verlauten lassen ohne sich indes auf eine genauere Klärung einzulassen (mein Wissensstand).
    Allerdings habe ich bisher auch noch nie gehört, dass das Lernen der modernen Notenschrift (die etwa um 1700 entstanden ist), für Nichteuropäer diskriminierend sein soll.
    Allerdings versuchten bei uns im Musikwissenschaftlichen Institut einige weiße Europäer*innen ihren musikalischen analphabetismus (einige konnten keinen Noten lesen) dadurch zu rechtfertigen, indem sie vortrugen, sie entzögen sich dem kapitalistischen Leistungsdruck. Das war Ende der Siebziger Jahre. Heute würden sie sicher die Kolonialismuskarte ziehen.
    Zudem lässt sich die europäische Musik vom 17. Jahrhundert an nicht einmal mit älteren europöischen Notensystemen darstellen, weder der weißen (15., 16. bis ins 17. Jh hinein) hanoch der schwarzen Mensuralnotation (13. bis 1. Hälfte des15. Jh), geschweige denn mit dem System der Neumen. Umgekehrt lässt sich die mehrstimmige (polyphon mehrstimmige) Musik dieses Zeitraum nur bedingt in der modernen Notenschrift abbilden.

  10. #10 | Sofa Hunne sagt am 23. Juli 2022 um 11:32 Uhr

    #8 | ein Westphale , das was Sie „überspitzt“ zusammenfassen, lese ich weder aus dieser Buchbesprechung, noch aus dem Wikipedia Artikel heraus.
    Ich frage mich, besser Sie, wo Sie das gefunden haben wollen, daß es diesem Herrn Murray um den Kampf gegen die von Ihnen in die Diskussion gebrachte „Umvolkung durch die brandschatzende muselmanische Flut “ geht. Nach meinem Verständnis geht es ihm darum, daß die alten weißen Männer nicht an allen Problemen dieser Welt schuld sind, was für ihn eine allzuflache Analyse ist.
    Aber vielleicht habe ich ja nicht die richtigen Stellen gelesen.

  11. #11 | David Z sagt am 24. Juli 2022 um 11:00 Uhr

    @Paule t
    Nur weil Sie Kritik altbacken und langweilig finden, heisst das noch lange nicht, dass sie nicht zutrifft.

    Die Ignoranz, die Sie hier offenbaren, ist genau das, was der Autor in seinem Buch beschreibt.

    Sie scheinen Douglas Murray nicht zu kennen. Er ist im anglo-amerikanischen Raum eine bekannte Persönlichkeit, man kennt und schätzt ihn links wie rechts. Da braucht man nicht kindisch auf wikipedia zu verweisen, um zu hoffen, dass diffamierende Aussagen dort seine Kritik im Vorfeld delegitimieren, ohne sie überhaupt erst im Detail zu kennen.

    Ihr Kommentar ist das beste Beispiel dafür, wie Recht Murray hat. Vielen Dank.

  12. #12 | David Z sagt am 24. Juli 2022 um 11:12 Uhr

    @Westphale
    Glauben Sie tatsächlich, an der woken Ideologie gäbe es nichts zu kritisieren?

  13. #13 | paule t. sagt am 24. Juli 2022 um 15:07 Uhr

    @ #11 | David Z, itat:
    „Nur weil Sie Kritik altbacken und langweilig finden, heisst das noch lange nicht, dass sie nicht zutrifft.“

    Stimmt. Nur habe ich mich nicht darauf beschränkt, sie als altbacken und langweilig zu kennzeichnen, sondern auch Gründe genannt, warum das im Artikel genannte nicht zutrifft, etwa der Strohmanncharakter von Argumenten, unglaubwürdige Beispiele, unsinnige Gleichsetzungen etc.

    Falls ich, indem ich das aufzeige, dann das bin, was ein anti-universalistischer, weit rechts stehender, westlicher Chauvinist angreifen will, soll es mir sehr recht sein.

  14. #14 | Arnold Voss sagt am 24. Juli 2022 um 17:56 Uhr

    @ Paule T
    Es wirsd höchste Zeit, dass sie auch mal einen oder mehrere Belege für ihre Thesen liefern. Was genau macht eine westlichen Chauvinisten aus, und wo genau argumentiert Murray in seinem Buch so?

  15. #15 | Sofa Hunne sagt am 24. Juli 2022 um 22:09 Uhr

    Westliche Chauvinisten. Ach so.

  16. #16 | Bert Führmann sagt am 25. Juli 2022 um 07:01 Uhr

    [Korrigiert :]
    @paule t., #5 und #13
    mit Ihrem „dann soll es mir recht sein“ unter der damit verbundenene Rundumschlag-Generalverurteilung anderer versuchen Sie sich einen automatisch wirkenden Reaktiv-Panzer zuzulegen ( s. T-72), – wirken aber dadurch durchaus destruktiv, – was hier auch andere bemerken.
    Genauer diese Ihre Formuierungen betrachtet, sind S i e der C h a u v i n i s t . . . ,- aber macht ja nichts: Ihnen bleibt ja noch das automatik-überlegene LINKS-Sein!

    Auf einer recht interessanten Ebene betreiben Sie genau das, was der mir bisher unbekannte, hier besprochene Autor Douglas M u r r a y beschreibt und kritisieren will. Nicht deshalb verweigere ich mich Ihrem Hinweis auf Wikipedia, was schon nach 1 sek nacht internationalisierter Kontaktschuld/-Pranger klingt; sondern weil Sie zu faul sind — wie viele auf Twitter nichtmals die 5 Zeilen pro Tweet nutzend — ein entscheidendes eigenes ARGUMENT zu formulieren.

    M u r r a y, mit dessen Musik/-Noten-bezogene Kritik ich mich nicht auskenne, hat für mich zumindest nach den hier ersten drei Absätzen hier recht — und seine BUCH-Titel klingen recht lesenswert. Und ja, es läuft ein Krieg gegen den Westen/ das Westliche/ das Abendländische inkl. der Aufklärung auf verschiedenen Ebenen vor allem von innen und fundamental, was
    m i r vor rund 22 Jahren zuerst am WDR-Medienkrieg gegen die KOSOVO-Intervention und dann noch mehr durch, mit Ausnahme von SPRINGERs, kollektive die ISRAEL-feindliche Dauerreaktion der Journaille und vor allem der linken auf den Beginn der islam-arabischen Terror-Intifada am 30. 9. 2000 deutlich wurde — durchaus im Zusammenhang mit ähnlichen Zuständen in Frankreich, S, NO, Spanien, NL, B, Italien und GB inkl. des EU-Parlaments und auch des deutschen mit seiner Generalverurteilung ISRAELs 2010 !

    Inzwischen sind die Hauptobjekte dieses Kultur-Krieges vor allem die eigenen Bürger; und die Öffentlich-Rechtlichen Medien sorgen dafür inkl. mit ausreichend unterwürfigen oder genügend ungebildet-dummenlinekn Gesprächs-Moderatoren, daß diese Verfremdung der Begiffe, wie Rassismus und der damit verbundene Geschichts- und Werdungs-Vorstellungen, der Wurzellosigkeit und des auch individuellen Selbstbverständnisses weiter gegen uns selber vorangetrieben wird.

    Interessanterweise ist immer wieder der ISLAM oft auch unausgesprochen oder unzugestanden oder sind hier geborene oder früher jung importierte moslemische „Rassismus“-Spezialisten oder Super-Antirassisten bzw. ihre ganz darauf ausgerichteten Adepten/ Berater/ Unterstützer/ Schleimscheißer der Casus Knacktus, der Maßsstab, die Beweisführer, die wortfühenden Ideologen — wenn es nicht ausnahmsweise 2 – 3 dunkelhäutig geborene Racheautorinnen sind, – komme grad nicht auf die zwei WDR-geförderten Namen, außer Hesters:

    Die tiefst- und weitgehendste Polemik — und immer wieder ohne jede Kritik an dem Serien-Kriminellen George F l o y d, seinen US-amerikanischen instrumentalisierenden Aufwertern v. a. aus der Democ’s Party, dort eingebettet islamistischen oder antisemitischen Antifa und guten schwer bewaffneten Banden und den damit verbundenen internationalen REALITÄTs-VERDREHERN — kam jüngst natürlich wieder via WDR bzw. LitCologe, – ganz sympathisch, viel wissend . . ., mit www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/audio-literatur-live-Aladin-el-Mafaalani—wozu-rassismus-100.html : Aber wer erkennt an welcher Stelle noch wo den faulen Dreh, wenn auch 4/5 stimmen würde ?
    Das ist wirklich keine leichte Aufgabe, obwohl es sich um einen Hauptangriff auf UNS handelt, indem — so die Einschätzung eines Freundes– in letzter Konsequenz auch hier wieder das Rassist-Sein qua weißer Geburt gepredigt wird !

    Zur Erinnerung, auch da wir uns auch in einer geistigen Auseinandersetzung mit Moskau/ dem Kreml befinden: Es war der Kreml/ KGB, der als Teil einer neuen internationalen Offensive nach der Kuba-Krise gegen ISRAEL und den Westen, der den „Rassismus“/ Antirassismus begrifflich verschob, verdrehte und missbrauchte (-> http://www.Die_Große_Lüge_und_der_Medienkrieg_gegen_ISRAEL; Von der Umkehrung …“ von Joel Fishman, JCPA, Jerusalem), bevor auch nicht mehr mit den KPs verbundene extreme linke Feministinnen ( Feminismus basicly n i c h t zu verstehen als Frauenrechts–Bewegung, sondern als eine v.a. Simone de Beauvoir-begründete Fusion von Neomarxismus und arier-asienesoterischer THEOSOPHIE ), wie Judith Butler und Susan Sontag „es“ weiter verschlimmerten. (– Mal Douglas M u r r a y fragen, ob er diese/ dazu noch mehr Hintergründe kennt. )

    So ist es kein Zufall, daß nicht nur der US-amerikanische antisemitische und separatistische Schwarzen-Islamismus seit 1968 fast unbeachtet blieb ( dazu gehörte auch der ermordete berühmte Malcom X, – ermordet wahrscheinlich von seinen „Brüdern“ aus „Black Muslim Brotherhood“ oder „Islam Nation“), sondern unkritisiert normal, daß die Ex-KPdUSA Professorin Angela D a v i s, die „wir“ letztlich auch Kreml-gelenkten jungen Linken damals aus den Fängen der US-Justiz „retteten“, vertritt längst auch in Deutscheland nicht allein, daß n u r Weiße & J u d e n „Rassisten“ sein können — oder gar müssen! Und natürlich gehört sie wie Sontag und Butler zur Garde jener Intellektuellen, die man getrost FEINDE ISRAELs nennen kann, letztere auch massiv BDS-Unterstützerin.

    Schön ist hingegen, daß daß wir jetzt (mindestens) zwei Autorinnen haben, die u.a. als im Selbstverständnis linke Antirassistinnen dagegen anschreiben:
    – – Judith Sevinc B a s a d mit „SCHÄM DICH! wie Ideologinnen u. Ideologen bestimmen, was Gut und Böse ist“ und heute sogar bis in die VOLKSHOCHSCHULEN anti-Weißen Erniedrigungs- & Unterwerfungs-Training gelehrt wird und
    – – Caroline F o u r e s t, die u. a. für Charlie Hebdo arbeitete, mit GENERATION BELEIDIGT — Von der Sprach- zur Gedankenpolizei — Über den wachsenden [wahnsinnigen !] Einfluss linker Identitärer“

  17. #17 | paule t. sagt am 25. Juli 2022 um 18:45 Uhr

    Es ist lustig, dass #16 mir eine Geberalverurteilung vorwirft. Da könnte man mal kritisch prüfen, welchen Personenkreis ich angeblich „generalverurteile“ (mMn kritisiere ich ja genau eine Person mit ganz bestimmten Argumenten) und wie oft das in #16 selbst passiert, dass ein größerer Personenkreis ziemlich allgemein verurteilt wird.

    Ansonsten finde ich, dass die deutsche Kultur es nicht verdient hat, in derart unlesbarer Sprache „verteidigt“ zu werden.

    Naja, und dass en passant ein rassistischer Mord der Polizei dadurch relativiert wird, dass man dem Opfer irgendwas am Zeug zu flicken versucht, soll in dem Zusammenhang dann auch nicht mehr verwundern.

    Aber klar – und damit auch wieder zum Ausgangspunkt der Diskussion -, in einem Umfeld, in dem so etwas wie der Mord an George Floyd passieren kann und dann von vielen Leuten so relativiert werden kann wie von #16, ist nicht etwa Rassismus das Problem, sondern Antirassismus, der eine „Selbstverzwergung des Westens“ bedeute. Schon recht.

  18. #18 | Karsten Kastelan sagt am 26. Juli 2022 um 16:46 Uhr

    @Alle Leser Da mein kurzer Anriss von Murrays Kritik an der Kritik des westlichen Notensystems hier so leidenschaftlich diskutiert wird (und deshalb habe ich ihn ausgewählt, weil ich es fast kaum glauben konnte), hier ein kurzes Zitat aus dem Buch:

    „Der Grund besteht schlichtweg darin, dass es westlich ist.
    Dieser Angriff erfolgt auch keineswegs in finsteren Gegenden. Tatsächlich
    ereignet sich der Landraub unter anderem an der Universität
    Oxford. Im März 2021 wurden Professoren der Fakultät für Musik eine
    Reihe neuer Vorschläge gezeigt, die besagten, dass »entstehend aus
    internationalen Black-Lives-Matter-Demonstrationen die Fakultätsleitung
    vorschlägt, Änderungen vorzunehmen, um die Diversität des Curriculums
    für das Bachelorstudium zu erhöhen.« Warum sollte sich die
    Fakultät für Musik an der Universität Oxford genötigt sehen, wegen der
    BLM-Bewegung Änderungen vorzunehmen?“

    Ich habe die angegebenen Quellen des Buches geprüft; sie halten der These stand.

    Und auch das war nur sie Spitze des Eisbergs.

    LG, KK

  19. #19 | Karsten Kastelan sagt am 26. Juli 2022 um 16:48 Uhr

    Kurzer Nachsatz:

    „Es wurde auch behauptet, dass das Unterrichten
    musikalischer Bildung in einem Notensystem, das »seine Verbindung
    zur kolonialistischen Vergangenheit nicht abgeschüttelt hat«,
    für bestimmte Studenten »ein Schlag ins Gesicht« sei.“

  20. #20 | Don Giovanni sagt am 26. Juli 2022 um 17:48 Uhr

    #19 Könnten Sie mir eventuell die Stelle nennen, in der Genaueres über die Art und Weise der „Verbindung“ des modernen Notensystems “ zur kolonialistischen Vergangenheit“ besteht, die es „noch nicht abgeschgüttelt hat“. Der so etwas schreibt, muss ja Kenntnisse darüber haben. Oder sollte es einfach nur die Entstehungszeit (besser Entwicklungszeit zwischen 1650 und 1750) sein? Dann wäre vor allem die Vorgängerin, die weiße Mensuralnotaion „kolonialistisch“ konnotiert.
    Warum mutet man aber dann bestimmten Studentrn (etc) überhaupt zu, Musikwissenschaft zu studieren, die sich auch in Oxford ausschließlich mit der europäischen Musikgeschichte beschäftigt?
    Selbst wenn die aremen studentInnen es ertragen könnten, so etwas studieren zu müssen: Wie sollten sie die Kompositionen vom 16. JH bis in die Gegenwart denn studieren ohne Kenntnis des modernen Notensystems?
    Na ja, was die Musikwissenschaft betrifft, ist Oyford ohnehin Provinz.

  21. #21 | Cromwell sagt am 26. Juli 2022 um 19:13 Uhr

    @Karsten Kastelan: Die von Murray angegebenen Quellen mögen einer Überprüfung standhalten, aber das mit der Kritik am Notensystem scheint nicht zu stimmen. Eine Falschmeldung, die vom Telegraph übernommen wurde und dann eine Welle der Empörung ausgelöst haben: https://www.snopes.com/fact-check/oxford-sheet-music/.
    Wenn man sich die Seite der Musikwissenschaft in Oxford anschaut, findet man auch nichts Außergewöhnliches. Musik vom Mittelalter bis zur Gegenwart: „spectrum of contemporary developments in music and musicology: from the 13th-century motet to global hip-hop; from ethnomusicology to music psychology; from historically informed performance practice to electroacoustic composition“ (https://www.music.ox.ac.uk/about). Das nächste größere Event ist die Aufführung von Mozarts Kleiner Nachtmusik am 29. Juli. Wenn man sich über die Beschäftigung mit Hip-Hop oder elektronischer Musik aufregen möchte, „schon recht“, um Paule T. zu zitieren.

  22. #22 | Don Giovanni sagt am 26. Juli 2022 um 20:20 Uhr

    #21 Natürlich kann und darf man sich über die Beschäftigung mit Hip-Hop (und anderen derartigen Strömungen) elektronischer Musik usw. aufregen. Aber der Gegenstand der Musikwissenschaft ist „die“ Musik , die auch diese und andere Bereiche umfasst.
    Warum Oxford sich erst für die Musik ab dem 13. JH zu interessieren schein t, ist mir indes ein Rätsel.

  23. #23 | Karsten Kastelan sagt am 27. Juli 2022 um 10:05 Uhr

    @Don Giovanni

    Cathy Benedict, Patrick Schmidt, Gary Spruce, and Paul Woodford, eds., The Oxford Handbook of Social Justice in Music Education (New York: Oxford University Press, 2015), pp. 69, 70, 194, 199, 305, 282, 416.

  24. #24 | Don Giovanni sagt am 27. Juli 2022 um 11:30 Uhr

    Danke für den Hinweis. Ich habe bereits einige Passagen überflogen. M.E. basieren die Ausführungen weitgehend auf Behauptungen, deren Beweis einzig und allein die „social justice“ zu sein scheint.
    Beispiel: Dass sich viele Schüler mit dem Erlernen der Notenschrift schwer tun, wurde auch zu meiner Studienzeit immer wieder behauptet, ohne zu bedenken, dass auch sogenannte „Privilegierte“ kaum Neigung zum Erlernen dieser Fähigkeit aufbrindgen.
    Der Grund ist einfach: Im Gegensatz zum Konsumieren von Literatur braucht man beim Musikkkonsum keine Notenkenntnisse.
    Die „moderne“ nach Lesart der Autoren im „Handbbok“ kolonial infizierte Notenschrift, ist nämlich leicht zu erlernen – anders als ältere und außereuropäische Notenschriften. Daher ist auch der Einwand oder die Entschuldigung der großen Hürde im Grunde genommen haltlos.

  25. #25 | Zitate | abseits vom mainstream - heplev sagt am 31. Juli 2022 um 08:00 Uhr

    […] Im Hinblick auf die Rechte der Frauen und sexuellen Minderheiten und natürlich insbesondere, wenn es um das Thema Rassismus geht, wird alles so dargestellt, als wäre es nie schlimmer gewesen, und das an dem Punkt, an dem es nie besser war.Douglas Murray, „Krieg dem Westen“, zitiert bei Ruhrbarone, 20.07.22 […]

  26. #26 | David Z sagt am 1. August 2022 um 11:42 Uhr

    @paule t

    „Naja, und dass en passant ein rassistischer Mord der Polizei dadurch relativiert wird, dass man dem Opfer irgendwas am Zeug zu flicken versucht, soll in dem Zusammenhang dann auch nicht mehr verwundern.

    Aber klar – und damit auch wieder zum Ausgangspunkt der Diskussion -, in einem Umfeld, in dem so etwas wie der Mord an George Floyd passieren kann und dann von vielen Leuten so relativiert werden kann wie von #16, ist nicht etwa Rassismus das Problem, sondern Antirassismus, der eine „Selbstverzwergung des Westens“ bedeute. Schon recht.“

    Richtigstellung: Der Täter Chauvin wurde wegen unverhältnismäßigem Gewalteinsatz verurteilt, nicht wegen Rassismus. Man hat das Leben des Polizisten während des Prozesses komplett durchleuchtet und konnte keine Anzeichen für Rassismus finden. Sie liegen also auch hier einmal mehr daneben – und liefern gleichzeigt das beste Beispiel dafür, wie Recht Murray hat in seiner Feststellung, dass falsch verstandener Antirassismus zum toxischen Gesellschaftsproblem werden kann und es bereits ist.

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