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Duisburg: Neonazis und Linke am 1. Mai auf dem selben Platz?

Die neonazistische Partei Die Rechte hat für den 1. Mai Aufmärsche in mehreren Städten angemeldet, darunter auch am Duisburger Hauptbahnhof (Ruhrbarone berichtete).

Die Antifaschisten der Initiative gegen Duisburger Zustände hatten mit den Nazis gerechnet, und deshalb bereits vor über zwei Monaten selbst eine Versammlung am Hauptbahnhof angemeldet – möglicherweise also schon vor den Rechtsradikalen. Johanna Haldemann, Sprecherin der Gruppe, fordert deshalb ein Verbot der Nazidemo: „Wir können unseren potenziellen Versammlungsteilnehmern schon aus Sicherheitsgründen nicht zumuten Kundgebungsort und Anreiseweg mit militanten Neonazis zu teilen. Wir erwarten deshalb von der Polizei den Aufmarsch der Partei Die Rechte zu verbieten.“

Die Duisburger Polizei hat in ähnlichen Fällen bisher meist rechte und linke Versammlungen zugleich auf dem Portsmouthplatz zugelassen, dabei kam es im Bahnhof immer wieder zu Zusammenstößen zwischen den verschiedenen Kundgebungsteilnehmern. Noch ist unklar ob die Nazis tatsächlich nach Duisburg kommen werden, sie haben auch in mehreren anderen Ruhrgebietsstädten Demostationen angemeldet – vermutlich für genau so einen Fall. „Der Ball liegt jetzt im Feld der Duisburger Polizei“, so Haldemann.

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10 Kommentare zu “Duisburg: Neonazis und Linke am 1. Mai auf dem selben Platz?

  • #1
    Duisburg gegen Rechts

    Die Initiative gegen Duisburger Zustände ist absolut unseriös. Als sie vorgeblich gegen Pegida demonstrierten, protestierten sie auch gegen die Umma, die religiös fundierte Gemeinschaft aller Muslime. Dazu wurde das Duisburger Netzwerk gegen Rechts verleumdet, indem man ein Dittmer Zitat über den Holocaust dem Netzwerk als dessen eigene Aussage unterjubelte. Sie als Antifaschisten zu bezeichnen, ist eine Ohrfeige für alle tatsächlichen Antifaschisten. Verbieten wird man keine der Demos, denn die Polizei ist keine Genehmigungsbehörde.

  • #2
    Duisburger

    „Die Antifaschisten der Initiative gegen Duisburger Zustände hatten mit den Nazis gerechnet, und deshalb bereits vor über zwei Monaten selbst eine Versammlung am Hauptbahnhof angemeldet“

    Was sind das denn für „Antifaschisten“, wenn sie vor Monaten schon Informationen hatten, die sie nicht an die anderen Duisburger Bündnisse weitergegeben haben? Profilierung geht vor Antifa-Arbeit, oder wie?!

    Vor kurzem beschwerte der Autor dieses Artikels sich noch über BlockaDO sie hätten angeblich am Vorabend die Route der Nazis gekannt und die Info nicht weitergegeben. Einen Beweis für dieses Gerücht ist bis heute ausgeblieben. Und nun schreibt er hier seelenruhig, dass die IgDuZ schon 2 Monate (!) im Vorfeld Informationen hatte und keine Spur von Empörung, dass sie nichts weitergegeben haben.

    Ich frage mich warum Ruhrbarone hier Autoren zulässt, die mit zweierlei Maß messen. Solche doppelten Standards ziehen die journalistische Qualität des Blogs nach unten. Der Artikel zu BlockaDO wurde ja schon in den Kommentaren zerlegt und dieser Artikel hier zeigt nochmal, dass es dem Autor nur um Kampagnenjournalismus geht.

  • #3
  • #4
    Felix Christians Beitragsautor

    @Duisburg gegen Rechts: Die Gruppe hat „gegen Rassismus und Islamismus, gegen Volk und Umma“ protestiert. Gegen die Umma zu sein bedeutet natürlich nicht gegen Muslime zu sein, sondern gegen das Konzept einer muslimischen Einheitsnation à la Kalifat. Für sowas kämpfen jene Islamisten, die „den einen“ Islam wollen – ohne verschiedene Glaubensrichtungen (zb Schiiten und Sunniten), ohne säkulare Strömungen – stattdessen die (Zwangs)gemeinschaft aller..

    Das (vermeintliche) Zitat von der parallel stattfindenden Kundgebung des ‚Netzwerk gegen Rechts‘ hat damals übrigens zuerst eine Redakteurin der Akduell (studentische Zeitung) via Twitter berichtet, von der die Initiative das dann offenbar übernommen hat. Den Hergang erläutert die Journalistin hier in einem Kommentar: http://akduell.de/2015/02/anti-pegida-demos-zu-viele-koeche/

  • #5
    Felix Christians Beitragsautor

    @Duisburger Von Informationen kann ja keine Rede sein. Die Gruppe hatte laut Sprecherin damit „gerechnet“, dass auch in diesem Jahr Nazis am 1. Mai in Duisburg marschieren könnten – ich bin sicher das haben auch andere Akteure in der Stadt geahnt, spätestens seit die „Rechte“ angekündigt hat in einer Stadt im „westlichen Ruhrgebiet“ am Abend des 1. Mai zu demonstrieren. Im westlichen Ruhrgebiet haben die Dortmunder Nazis die besten Kontakte in Duisburg (NWDU).

  • #6
    GehtsNoch

    Ein Bündnis, das kein Problem damit hat, zum montäglichen „Fähnchenschwenken gegen Rechts“ mit Betonstalinisten und Antisemiten aufzuschlagen, sollte sich zu den Themen „Seriösität“ und „wahrer Antifaschismus“ doch ein wenig geschlossener halten.

  • #7
    Anna

    Das (vermeintliche) Zitat von der parallel stattfindenden Kundgebung des ‘Netzwerk gegen Rechts’ hat damals übrigens zuerst eine Redakteurin der Akduell (studentische Zeitung) via Twitter berichtet, von der die Initiative das dann offenbar übernommen hat. Den Hergang erläutert die Journalistin hier in einem Kommentar: http://akduell.de/2015/02/anti-pegida-demos-zu-viele-koeche/

    Im Kommentar wird auch erklärt, dass es sich um ein akustisches Missverständnis handelt und damit das Zitat ganz klar nicht vom NgR ist. Man hätte ja mal im Nachhinein dieses Missverständnis mit einer Richtigstellung aufklären können, aber stattdessen schweigt sich die IgDuZ aus…

  • #8
    Dirk-Duisburg

    Zu Kommentar #1: Dieses sogenannte „Duisburg gegen rechts“ ist nicht mehr als eine Freizeitbeschäftigung eines Dauerposters auf Facebook mit auffällig vielen Fakeprofilen, die sich dort die Bälle zuspielen. Offenbar das Machwerk einer Person, die nirgends mitspielen darf und dann bewusst, wie hier im Falle der wirklich gut und sinnvoll agierenden „Initiative gegen Duisburger Zustände“ Zitate derart verdreht, bzw. verfälscht, dass am Ende tatsächlich mitunter bei Menschen, die nicht weiter nachdenken mögen, Eindrücke entstehen und sich verfestigen, die der Wahrheit in den meisten Fällen nicht entsprechen. Das dieses „Duisburg gegen rechts“ auf seiner Facebookseite nun den Autor dieses obigen guten Artikels auf die dort bekannt unnachahmliche „kritisiert“ darf vermuten lassen, dass dieses „Duisburg gegen rechts“ nun die RUHRBARONE öfters beobachten und kommentzieren wird. Was aber letztlich auch nur Ausdruck der intellektuellen Überlegenheit der RUHRBARONE auf dem journalistischen Gebiet im entschiedenen Auftreten gegen rechtes Gedankengut gegenüber unbedeutender Hobbyblogs auf Facebook ist.

  • #9
    Dirk-Duisburg

    Vielleicht noch diesen kleinen, wenn auch interessant-amüsanten, Hinweis. Wenn mann wissen will, aus welchen Ländern so manche Facebookgruppe frequentiert wird, lohnt dieser Link zu Stern TV: http://www.sterntv-experimente.de/FacebookLikeCheck/

    Dort hat man die Möglichkeit alle Facebookgruppen zu betrachten und zu erfahren aus welchen Ländern dort „geliket“ wurde. . „Duisburg gegen rechts“ frequentieren dort mit weitem Abstand ( 43,6%) User aus sogenannten „Weiteren Staaten“ ausser Deutschland diese Seite. Ebenfalls viele aus USA, Thailand oder gar Brasilien. Dort, weit weg von Duisburg, scheint man besonders interessiert zu sein. Gut im Rennen liegt auch Thailand. Zugegeben ist auch Deutschland mit über 30% vertreten. Das aber gut 2/3 aller User, die die Seite „Duisburg gegen rechts“ liken, zum großen Teil aus weit entfernten Ländern entstammen, mag den oder die Seiteninhaber sicher erfreuen. Denn so eine weltweite Resonanz auf eine eigentlich kleine, da kommunal begrenzte, Facebookseite ist schon beachtlich. 😉

    Kurzer Hinweis: Facebookgruppen können beworben werden. Einige Euros per Kreditkarte investiert, ein paar gängige Schlüsselwörter gesetzt, viele zu bewerbende Länder angegeben, erhöht den Zulauf einer Facebookgruppe sehr. Sollten allerdings Tausende User eine Seite liken, aber immer nur eine Handvoll von denen schliesslich dort interagieren, darf die Frage schon berechtigt sein, ob es hier ernsthaft zugeht.

  • Pingback: LabourNet Germany: Treffpunkt für Ungehorsame, mit und ohne Job, basisnah, gesellschaftskritisch » Brauner 1. Mai 2015

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