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Einkommensstatistik NRW: “Willst du das Ruhrgebiet oben sehen, musst du die Tabelle drehen”

Gelsenkirchen Foto: Roland W. Waniek

Das Ruhrgebiet ist wirtschaftlich seit Jahrzehnten das Schalke04 der laufenden Saison: Es hat viele Mitglieder, macht keine Tore, holt keine Punkte und ist so arm, das bald Münchener Obdachlose zu Spenden für die Region aufrufen könnten.
Das statistische Landesamt NRW hat heute das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte veröffentlicht und die Daten zu einem Ranking zusammen gefasst. Auf den Punkt gebracht: Im Ennepe-Ruhr-Kreis und in Mülheim können sich die Menschen ab und an Flaschenbier von Marken leisten, die im Fernsehen beworben werden. Der Rest trinkt Hansa aus der Dose. Nur in Gelsenkirchen reicht es auch dafür nicht: Dort spritzt man sich, um lustig zu werden, etwas Mümmelmann, den günstigen Kräuterlikör von Aldi, in die Vene.

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4 Kommentare zu “Einkommensstatistik NRW: “Willst du das Ruhrgebiet oben sehen, musst du die Tabelle drehen”

  • #1
    Philipp

    Wer sich mal richtig die Kante geben will: Hier die Liste der deutschen Städte nach BIP.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_deutschen_St%C3%A4dte_nach_Bruttoinlandsprodukt

    Beim BIP pro Kopf ist Bottrop auf dem letzten Platz und mit Herne u. Oberhausen mittlerweile hinter Gera, Dessau und Suhl.

    Oder einfach mal Bottrop und Herne mit Wolfsburg u. Ingolstadt vergleichen. Da wird es dann richtig bitter.

  • #2
    DEWFan

    Hansa schmeckt besser als so manches Fernsehbier 😉

    Das Mülheim so gut dasteht wundert mich nicht. Dort leben genau wie in Essen zwei Milliardärsfamilien, siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_500_reichsten_Deutschen.

    Und Essen steht – trotz des 2. Platzes mit Aldi Nord – nur noch knapp vor Dortmund, und die reichsten Dortmunder sind schon bedeutend "ärmer" als die Aldi Familien. Zur Erinnerung: ein Milliardär entspricht 1000 Millionären.

    Und wenn man nur das reine Einkommen betrachtet, greift man zu kurz. Ein Beispiel: ich habe mal für meine Branche und meinen Beruf verglichen, was ich maximal in Köln verdienen würde: es wären etwa 10% mehr, als das Maximum in Dortmund. Und jetzt vergleiche in dann noch die Miete meines 20 Jahre alten Vertrages einer Genossenschaft mit den Quadratmeterpreisen bei Neuvermietung, da würde ich schon in Dortmund deutlich drauf zahlen, von Köln ganz zu schweigen…

  • #3
    Philipp

    Ich habe auch mittlerweile die Hoffnung aufgegeben und das aus einem ganz einfachen Grund:

    Es gibt mit Evonik noch genau ein! größeres gesundes Industrieunternehmen im Ruhrgebiet und das muss jährlich hunderte Millionen an den Hauptaktionär RAG-Stiftung abführen, damit wir hier nicht absaufen (Ewigkeitsbergbau).

    Das wars. Es gibt sonst niemanden. Und auch Förderer wie Anneliese Brost haben sich mit dem Bau des Konzertsaals in Bochum entschieden eine bürgerliche Institution des 19. + 20 Jahrhunderts zu zementieren, anstatt eine Art "Ruhrrisikokapitalfonds" aufzulegen um z.B. digitale Geschäftsmodelle des 21. Jahrhunderts zu fördern. Tengelmann zieht mittlerweile seine Digitalentwicklung nach München ab und auch anderer digitaler Handel (z.B. gerade Flaschenpost aus Münster, Millardenübernahme) wird hier nicht entwickelt. Dabei war Essen mal die Handelsstadt!

    Na ja… ich geh dann mal und trink einen tiefen Schluck Mümmelmann 😉

  • #4
    Ferdinand Tegeler

    Subtrahiert die Lebenshaltungskosten und München steht ganz unten und Essen ganz oben. Es ist wie bei Corona. Die absoluten Zahlen sagen nichts aus.

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