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#EM2020: Eine Auftaktwoche zum Vergessen

Das Stadion in München. Foto: Robin Patzwaldt

Die erste Woche der Fußball-Europameisterschaft liegt inzwischen auch schon wieder hinter uns. Zeit also, für ein erstes Zwischenfazit. Was ist hängengeblieben aus den ersten sieben Tagen? Nicht viel!

Zumindest nicht, wenn es um den Fußball geht. Die DFB-Elf verlor gegen Weltmeister Frankreich durch ein Eigentor von BVB-Spieler Mats Hummels mit 0:1. Der Auftritt der Elf von Jogi Löw lag dabei im vorher zu erwartenden Rahmen. Deutschland zeigte schon schwächere Auftritte in den vergangenen Monaten und Jahren. Wirklich gut war das Spiel aus Sicht der Gastgeber in der Münchener Arena aber auch nicht. Die Niederlage war am Ende verdient und kam nicht wirklich überraschend.

Kein Wunder also, dass die im Nachhinein vieldiskutierte Greenpeace-Aktion vor Spielbeginn die Gemüter im Lande deutlich mehr beschäftigte als der Sport.

Das ist überhaupt eine Erkenntnis der ersten Turnierwoche. Die Randgeschichten dominieren bislang eindeutig das Geschehen. Der Sport steht dahinter zurück. Die Sorgen um Christian Eriksen, der im ersten Spiel seiner Mannschaft einen Herzstillstand erlitt, haben Millionen Menschen weltweit umgetrieben, die Sperre des Österreichers Marko Arnautovic, der einen Gegenspieler beleidigt haben soll und dafür für ein Spiel bei der EM aus dem Verkehr gezogen wurde, beschäftigte die Beobachter in aller Welt ebenfalls sehr. Einmal mehr sorgte auch ZDF-Kommentatorin Claudia Neumann national für einen mittleren Shit-Storm, da viele Sportfreunde hierzulande sich noch immer nicht damit abfinden mögen, dass sie mit ihren Leistungen zum Kreis der führenden Sportreporter in Deutschland gehören soll.

Sportlich haben die Niederlande, Italien und Belgien bisher vollauf überzeugt und sich durch jeweils zwei Siege zum Auftakt in das Turnier vorzeitig für das Achtelfinale qualifiziert.

Nachdem auch vier der sechs Gruppendritten in die Runde der letzten 16 einziehen werden, ist auszuscheiden in der Gruppenphase jedoch schon fast eine Kunst. Bei 24 Teilnehmern, haben fast alle Teams bis zum letzten Spieltag die Chance auf ein Weiterkommen in die Runde der letzten 16. Das kommt nach der Auftaktpleite jetzt natürlich auch der DFB-Elf zu Gute, die selbst bei einer weiteren Niederlage gegen Portugal am Samstag durch einen Erfolg gegen Ungarn im letzten Gruppenspiel wohl noch in das Achtelfinale vordringen dürfte, wenn sonst alles einigermaßen nach Plan läuft. Zumindest reichten beim Turnier 2016 eben drei Zähler auf der Habenseite um in die K.o.-Phase einzuziehen.

Und darin liegt sicherlich auch einer der Gründe, warum echte Fußballbegeisterung in diesem Sommer noch immer nicht zu vernehmen ist. Die Vorrundenspiele sind sportlich einfach zu unbedeutend, um sich da richtig mit Feuereifer hineinzusteigern. Das geht wohl selbst den beteiligten Spielern in vielen Fällen so, denn wirklich begeisternd war bisher kaum eine Begegnung, so dass neben den eingangs genannten Randthemen von der Euro 2020 bzw. 2021 nicht viel hängenbleiben wird. Zumindest bisher nicht….

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5 Kommentare zu “#EM2020: Eine Auftaktwoche zum Vergessen

  • #1
    Yilmaz

    Löw hat es in zwei weiteren Spielen hinter sich. Sein System passt nicht und seine Spielweise bringt keinen Erfolg mehr, sondern verhindert den. Unglückliche und unverständliche Personalentscheidungen tun ihr übriges. Es ist überfällig, dass er geht und jetzt zeigt er allen, dass er es nicht mehr kann. Er hat sich verbrannt. Alles Asche und Flick kann dann neu aufbauen…

  • #2
  • #3
    ke

    Ich bin immer noch enttäuscht, dass ich den Knaller der Ukraine gegen Nordmazedonien verpasst habe.
    Aber eigentlich habe ich bisher noch kein Spiel gesehen.
    Eine EM war früher ein Highlight, heute ist es gähnende Langeweile, vor der es auch noch eine Qualifikation gibt.
    Dann passt das Turnier mit seinen vielen Spielorten absolut nicht in die Zeit der Corona-Toten während des Klimanotstands.

    Diesen Fußball braucht kein Mensch.

  • #4
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    @ke: Und selbst das im Vorfeld vergleichsweise attraktiv anmutende Spiel zwischen England und Schottland ist bis zur Halbzeit tödlich langweilig. Bitter! 🙁

  • #5
    Joe

    Die Schotten freuen sich aber! Das Spiel heute England-Schottand war allerdings sehr schlecht… Darüber hinaus habe ich bei dieser EM aber jetzt schon viele gute Spiele gesehen (Holland, Italien, Belgien etc.) und finde den Modus mit den vielen Heimspielen gar nicht schlecht.
    Die Aufblähung des Turniers auf 24 Mannschaften ist natürlich ein Ärgernis!

    Besser als langweilige Bundesliga ist es aber allemal!

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