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Update – Es gibt keine Entschuldigung, Herr Sauerland – treten Sie zurück – sofort

Gerüchten zufolge erwäge der Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) seinen Rücktritt.

Diese Gerüchte wurden uns unabhängig voneinander aus zwei Quellen zugetragen:

Aus Kreisen der lokalen Kommunalverwaltung und aus Kreisen einer politischen Organisation.

Es hieß zum einen, daß Sauerland seiner politischen Verantwortung wohl nicht mehr entfliehen könne.

Es hieß zum anderen, daß mit seinem anzustrebenden Rücktritt der gigantische Schaden für die Kommune einstweilig zu begrenzen sei.

Zur Stunde – Montag ein Uhr nachts – sind offizielle Stellen zur Befragung in dieser Hinsicht nicht erreichbar.

Wir werden das Gerücht heute vormittag offiziell einschätzen lassen.

Update, 26.07. – 11.00 Uhr.

Im Interview des WDR-Morgenmagazines hat OB Sauerland seinen baldigen Rücktritt nicht ausgeschlossen. Zunächst müsse „das schreckliche Geschehen aufgearbeitet werden“.

Update, 26.07. – 16.30 Uhr.

Persönliche Stellungnahme des OB Sauerland auf der Website der Stadt Duisburg.

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32 Kommentare zu “Update – Es gibt keine Entschuldigung, Herr Sauerland – treten Sie zurück – sofort

  • #1
    diesunddas

    Was denken sich eigentlich Politiker und Journalisten, die die Metropole Ruhr als Monstranz ihrer Popularität vor sich hertragen, wenn es um die Verantwortung derer geht, die als Amtsträger für die Folgen ihres Handelns persönlich haften? Die mit ihrem Tun die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten haben?

    Die die Enge des Veranstaltungsraumes und die Disfunktionalität der Zu- und Abfahrtströme kennen, die wissen, dass es schon in Dortmund diesbezüglich heikle Situationen gegeben hat? Die wissen, dass ein Grossteil der bis zu 1,5 Millionen jungen Teilnehmer erheblich unter Alkohol und Drogen stehen wird und die sich die Auswirkungen einer Panik unter so vielen Menschen unter solchen Umständen auf so engem Raum unverblendet von Wichtigtuerei vorstellen können?

    Alles nur unerhebliche Opfer für die Metropole Ruhr? Eine Metropole, die als solche überhaupt keine verantwortlich Handelnden kennt, weil die Politik dafür keine Voraussetzungen geschaffen hat.

    Wer manifeste Sicherheitsbedenken so wenig ernst nimmt, obwohl sie offenkundig sind, sollte sich von Verantwortung fernhalten, statt auf die einzuprügeln, die sich ihrer Verantwortung bewusst sind und sich ihr stellen.

    Wir wissen ja alle, dass es dieselben Menschen sind, die beispielsweise bei Kernkraft oder Gentechnologie genau wissen, dass alles, was geschehen kann auch geschehen wird und die, wenn es geschehen ist als erste pharisäerhaft auf die verantwortungslosen Verantwortungsträger zeigen, denen es dann auf der Anklagebank wenig hilft über die Metropole Ruhr zu schwadronieren. Denen werden dann die objektiven Fakten und ihr Wissen und Wollen vorgehalten, sonst nichts, weil Verantwortung so geht.

    Zu Recht, als ständige Erinnerung, körperliche Unversehrtheit und Leben anvertrauter Menschen so gut wie möglich zu schützen, auch wenn der Spassfaktor auf der Strecke bleibt.

    Überleben ist wichtiger…

    (Offener Brief des Bochumer Polizeipräsidenten Wenner vom Januar 2009)

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  • #3
    Arnold Voss

    Der Schaden für Duisburg und für das ganze Ruhrgebiet ist so oder so nicht mehr zu begrenzen. Dieses Video ist so grausam wie überzeugend, was die Verursachung dieser Katastrophe betrifft und es ist weltweit verbreitet.

    In Anbetracht der Anzahl der Opfer allerdings ist der Schaden für die Region völlig nebensächlich. Diese Kulturhauptstadt-Loveperade ist zuvorderst eine menschliche Katastrophe (geworden), deren fürchterliche Folgen die Betroffenen noch über viele Jahre schmerzen werden.

  • #4
    pütter

    BananenRepublikDeutschland, oder history repeating:

    http://www.sueddeutsche.de/sport/suedafrika-massenpanik-bei-wm-testspiel-1.954432
    http://fussball-blog.welt.de/panik-vergroessert-druck-auf-wm-organisatoren/20100606

    so war die berichterstattung wenige tage vor der fifa-wm 2010 in südafrika. damals war man noch der meinung, dass solche unzivilisierten szenen nur in südafrika – ganz weit weg von deutschland – passieren können. den (süd-)afrikanern traute man nicht im geringsten die errichtung der stadien und eine ordnungsgemäße ausrichtung der spiele. ja! im sprachgebrauch war im übrigen immer der ganze kontinent, wenn es eigentlich ausschlielich nur um den staat südafrika ging. aber DIE afrikaner konnten zwar laute vuvuzeela-spiele vorzeigen, aber dafür im allgemeinen friedfertige spiele ohne nennenswerte vorfälle (..bis auf die streiks bzgl. bezahlung der security-angestellten).

    aber, viel schlimmerere ausmaße als dieser schlimme vorfall vor einem südafrikanischem fußballstation hat nun ein friedfertiges festival in dusiburg, deutschland. ist deutschland jetzt eine bananenrepublik? sind all seine institutionen, ämter, experten und sonstige würdenträger wirklich so hilflos wie es derzeit der gesamten welt demonstriert wird?! deutschland ist eine bananenrepublik.

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  • #6
    Duisburger

    Sehr geehrter Adolf Sauerland, treten Sie umgehend zurück!

    Sie haben dem Image von Duisburg nun endgültig geschadet, nach den ganzen vorherigen peinlichen Provinzpossen, die Sie zu verantworten haben. Entsetzlich, dass jetzt wegen Ihrer persönlichen Eitelkeit 19 junge Menschen sterben mussten und 350 Menschen verletzt wurden – dese Menschen haben sich auf das Duisburger Konzept verlassen und wurden in die Falle gelockt. Das haben Sie zu verantworten und deshalb zeigen einmal Verantwortung und treten Sie endlich zurück!

    Mit dem Versuch, sich selbst ein Denkmal zu setzen und dafür auch über Leichen zu gehen, sind Sie es nicht mehr Wert, ein öffentliches Amt zu bekleiden, ziehen Sie SOFORT Konsequenzen und treten Sie zurück!

  • #7
    Höddeldipöp

    Erstaunlich war gestern die Wandlung des Panik-Forschers Schreckenberger in den Medien von einem hilflosen Würstchen („Das Sicherheitskonzept war ok. Um so etwas zu vermeiden müssen wir an den Menschen arbeiten.“) hin zu einem frühzeitigen Kritiker des Konzepts, der sich in der Brennpunkt-Sendung von Jörg Schönenborn reinwaschen durfte („Ich habe auf die Problemstelle Treppe hingewiesen“) und sich dort unverständlicherweise einreihen durfte in die Reihe der tatsächlichen rechtzeitigen Warner. Im Spiegel-Interview dagegen steht deutlich, dass er das Konzept abgesegnet hat, auch wenn die Veranstalter die Videoüberwachung, die er gewünscht haben will, nicht installiert haben.

    Was sind das für Experten, die sich, was Sicherheitsfragen betrifft, so flexibel an die Wünsche ihrer Auftraggeber anpassen?

    Wenn man diese verrotteten Verhältnisse mal überträgt auf die Frage der Verlängerung der Laufzeiten alter Kernkraftwerke, dann würde ich sagen, steht eine Kernschmelze in unserem Lande unmittelbar bevor.

  • #8
    Ringo

    Ja, Sauerland kann zuruücktreten, oder auch nicht. Der arrme, ueberforderte Tor hat noch am wengsten Schuld an dieser Katastrophe. Schuld hat das „System Duisburg“, in dem jeder gemeingefährliche Idiot noch was werden kann, Hauptsache er hat ein SPD-Parteibuch. Nur, ein System kann nicht zurücktreten, deshalb kühlt euer Mütchen an Sauerland, nach dessen Rücktritt alle so weiter machen können wie zuvor…

  • #9
    Ex-Linker

    Was ist das für ein Oberbürgermeister, der sich selber so bejammert,die Schuld den Opfern gibt, aber nicht einmal vor derweltweiten Öffentlichkeit den Mumm hat, zu seiner Verantwortung zu stehen und zurückzutreten. Die Duisburger haben ihn gestern ausgebuht, als er heuchlerisch Blumen ablegte.

    Aber nicht nur Sauerland muss zurückteten. Auch der Geschäftsführer der Gesellschaft mit beschränkter Haftung, der Ruhr 2010, ist in der Mitverantwortung. Deshalb habe ich ihm heute morgen diese Mail geschickt:

    Herr Pleitgen,

    Sie wollten „starke Bilder, die aus dem Ruhrgebiet um die Welt gehen“ und „für die Metropole Ruhr werben“. Für Sie offenbar ein Grund, die „Loveparade“ in die von Ihnen progranmlich zu verantwortende „Kulturhauptstadt“ integriert zu wissen. Wohl deshalb soll Ihr Kulturdirektor Gorny massiv auf den Duisburger Oberbürgermeister Sauerland eingewirkt haben, diese „Loveparade“ unbedingt stattfinden zu lassen. Zuvor nämlich hatte bereits der Duisburger Stadtrat dieses Spektakel auch aus finanziellen Gründen abgelehnt.

    Berichten zufolge, sollen Sie der Landesregierung weiteres Geld für die „Loveparade“ abgeschwatzt haben, damit das Mega-Event trotz aller Bedenken stattfinden konnte. .Ihnen wird auch dieses Zitat zugeschrieben: „Sicherheit war vorher nicht das viel diskutierte Thema. Es ging immer nur um Geld. Ich frage mich, was ich gesagt hätte, wenn ich vorher von der Existenz des Tunnels gehört hätte.“

    Sie hätten es besser wissen können und müssen. Denn das Thema Tunnel-Zugang ist vor der Todesparade breit und sehr kontrovers in der Öffentlichkeit immer wieder diskutiert worden. Und es war auch bei den internen Besprechungen immer wieder Thema. Hat man Sie darüber wirklich nicht informiert ? Oder haben Sie nicht auch die zu erwartenden „starken Bilder, die weltweit für die Metropole Ruhr werben sollten“ vor berechtigte Sicherheitsdenken gestellt ?

    Nun haben Sie „starke Bilder“, die weltweit zu sehen sind: Tote, notdürftig mit Leichentücher bedeckt, schreiende Menschen – eingepfercht in einen Tunnel wie eine Herde Rinder, hilflose Polizisten, die nicht wissen, was sie tun sollen, flüchtende Menschen, die Mauern und Böschungen hochklettern. Und vier Männer an einem Tisch, die sich selbst kläglich bejammern, aber eben vor der weltweiten Öffentlichkeit partout zu ihrer Verantwortung stehen wollen! .

    Sie wollten auch die „Loveparade“. Sie tragen also Mitverantwortung für eine Katastrophe, deren „starke Bilder“ das Ruhrgebiet nun nachhaltig negativer nicht mehr darstellen können. Sie haben mit Ihrem Eigensinn einer ganzen Region großen Schaden zugefügt und haben sich moralisch mitschuldig gemacht an dem Tod von 19 Menschen.

    Treten Sie als Geschäftsführer der „Ruhr 2010“ unverzüglich zurück! Aus Ehrfurcht vor den Toten und Demut vor den Menschen im Revier. Stoppen Sie alle weiteren Veranstaltungen im Rahmen der „Ruhr 2010“ ! Erklären Sie die „Kulturhauptstadt“.für gescheyttert. Es klebt inzwischen zu viel Blut daran. Das Blut unschuldiger Menschen, die wegen Profitgier, Kulturwahn und Großmannssucht in einen so sinnlosen Tod geschickt wurden..

    In zorniger Trauer um die Toten

  • #10
    Frank

    Dieses Bild einer von Mauern eingepferchten Menge unschuldiger Menschen ruft bei mir ganz mulmige Assoziationen hervor.

    Dieses Video ist der Beweis dafür, dass man hier nicht von einem Sicherheitskonzept sprechen kann. Es mag unterschriebene Formulare gegeben haben. Ein Sicherheitskonzept gab es inhaltlich nicht. Und weil sie alle überfordert waren, hat vermutlich ein Verantwortlicher auf den anderen gewartet und am Ende sind sie zum Schluss gekommen: Auch wenn es bereits Tote und Verletzte gibt, wir tun erstmal gar nix.

    Das ist menschenverachtend. Es ist deshalb ganz selbstverständlich, dass der OB und die Mitverantwortlichen aus Planung und Verwaltung heute zurücktreten. Und zwar ohne goldene Fallschirme.

  • #11
    zersenser

    @Ringo: Sauerland ist CDUler… also keine Ahnung was das SPD-Bashing soll.

    Es gibt einfach in der Sache zu viele Widersprüche. Gegen 18 Uhr war noch von 1,4 – 2 Millionen Besuchern die rede, jetzt kann man nur von 100000 rechnen. Ein Tunnel, der normalerweise für Fussgänger gesperrt ist (so ein Verkehrsschild davor), wird plötzlich für tausende Menschen als Durchgang genutzt, obwohl es doch noch eine zweite Rampe gab. Man hätte also problemlos einen Ein- und Ausgang machen können, und entsprechen auch nur eine Ein- und Auslassrichtung an den Tunnelenden. Die dritte Rampe, die jetzt wohl eine Böschung ist, hätte man sicherlich auch abflachen können. Mals ganz davon abgesehen das die paar Bretter als Brüstung an der alten Brücke (neben der neuen) ein Witz waren. Das ist für Bauleute, aber doch nicht für Menschenmassen. Warum der Presse- und VIP-Eingang nur also Notausgang genutzt wurde (bis auf die VIPs und Presseleute), ist mir nicht verständlich. Warum wurde die Autobahn nicht auch einbezogen? Direkt am Gelände ist die Praktisch ebenerdig, eine Rampe hätte nur am Hauptbahnhof gemacht werden müssen. Warum gab es keine Bus-Shuttles zu den benachbarten S-Bahn-Stationen (Buchholz, etc)?

    Traurig ist das mit der A40 alles doch recht gut geklappt hat. Das organisierte Chaos, aber alles in Bahnen für eine Fläche die denkbar ungeeignet war mit ihren Zufahrtswegen.

    Und dann versaut man es auf der Zielgeraden mit der Love Parade mit völlig vermeidbaren Fehlern.

    Es ist mir einfach nicht verständlich.

  • #12
    Höddeldipöp

    Hammer! In der Süddeutschen schreibt Panik-Forscher Schreckenberger:

    „Die Veranstalter wollten nicht mit mir zusammenarbeiten, sie hatten eigene Gutachter.“

    In wessen Auftrag war er dann tätig? Wohl im Auftrag der Stadt, denn umsonst wird er wohl nicht gearbeitet haben. Und seinen Auftraggebern hätte er als Experte klar raten müssen, die Veranstaltung abzusagen. Er hat ja offensichtlich seinen OK-Stempel benutzt („Das Sicherheitskonzept war in Ordnung“).

    Was aber vor allem deutlich wird ist, dass offensichtlich die Gutachter der Veranstalter maßgeblich sind (bis etwas Schlimmes passiert). Das ist dann das gleiche Problem, wie bei den Kernkraftwerken, wo ein TÜV, an dem überwiegend die Kernkraftwerksbetreiber beteiligt sind, über die Sicherheit der Kernkraftwerke entscheidet. Kontraste hatte ja zuletzt aufgedeckt, dass bei 20 Jahren alten Kraftwerken wichtige Sicherheitsnähte nicht geprüft werden können, der TÜV aber trotzdem die Betriebssicherheit bestätigt und Transparenz diesbezüglich verhindert, weil er Angst hat, bei Stilllegung seine Pfründe zu verlieren.

    Hier ist die große Politik gefragt. Solche Zustände im „Expertenunwesen“ müssen dringend reformiert werden, bevor die nächste Massenpanik ausbricht oder profane Wirtschaftsinteressen weite Teile unseres Landes und unsere Meere komplett verwüsten.

  • #13
    Arnold Voß

    @ Höddeldipöp #5

    Schreckenberger sollte man dieses Video 24 Stunden lang in einer Endlosschleife zeigen. Er hätte keine Auflagen machen sondern grundsätzlich Nein sagen müssen, denn auch er wusste, dass um ein Vielfaches mehr an Ravern kommen würden als in die Sicherheitsberechnung eingegangen sind. Diese Geschichte ist für ihn noch lange nicht vorbei, so geschickt er sich auch jetzt erst einmal rausgeredet hat.

    Oder glaubt hier einer, dass sich die anderen Verantwortlichen hier so einfach die „Arschkarte“ zuschieben lassen?

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  • #15
    TiM

    Auf WDR2 sagte der OB vorhin, er werde über sein Verbleiben im Amt entscheiden, wenn die Angelegenheit aufgeklärt wurde!!!

    Wie kann ein betroffener Verantwortlicher in dieser Position im Amt bleiben und damit eine saubere Untersuchung garantieren???

    Oh, mich erfasst wirklich eine unermessliche Wut und das ist wirklich selten! Wir alle können viele Videos und Bilder im WWW sehen, die das Problem zeigen, die die ganze Dramatik der Situation dokmentieren und dann sitzen die vier Verantwortlichen auf der PK und wollen uns Bürgern, den Angehörigen der Opfer und den Menschen, die sich in diesem engen Kanal des Grauens befunden haben, erzählen, das Sicherheitskonzept sei okay gewesen!
    Für mich ist dies eine schmutzige, unmoralische, kalte, unverschämte und unerträgliche Dreistigkeit, die bestraft gehört! Jeder normale Bürger sieht anhand der Bilder und Videos, dass da ganz eindeutig etwas schief gegangen ist und auch ich fand‘ diesen Tunnel gefährlich für die Menschenmassen. Und dann sitzen diese Menschen dort, lesen ihre Trauerbekundung Wort für Wort vom Papier ab und glauben danach immer noch, alles richtig gemacht zu haben! Bah, wie schäbig und kalt! Einfach nur Klebfliegen an Ämtern! Schämen Sie sich!!!

  • #16
    campus

    was mir an der ganzen Diskussion nicht gefällt, ist dass ausschließlich die Verantwortung bei den bösen Politikern und Verantwortlichen der Verwaltungen gesucht wird. Da macht selbst der WDR mit. Dabei war er einer der Mitveranstalter über 1 – Live. Und nun wird lamentiert. Da wäre doch sicher im Vorfeld, wenn denn wirklich so gravierende Sicherheitsmängel vorlagen, auch der WDR gefordert gewesen, seinen Einfluss geltend zu machen.
    Und der absolute Hohn war dann am Samstagnachmittag die Reaktion der WDR – Kommentatoren Bug und Vogel. Anstatt, wie es sich gehört hätte, die Übertragung life abzubrechen und ins Studio umzuschalten, um von dort ruhigere Berichterstattung zu garantieren, wurde nur auf die vorhandene nicht abstellbare Lautstärke der Aussenübertragung verwiesen. Oder lag da eine Art von Voyeurismus vor?
    Das war keine Sternstunde für den WDR, der auch mal zu seiner Mitverantwortung etwas sagen könnte.

  • #17
    Ex-Linker

    Erstaunlich ist doch, dass ausgerechnet die Duisburger Polizei gegen sich selbst ermitteln darf.

    Das hat ein ganz übles Geschmäckle.

    Wie auch die tatsache, dass der WDR in seiner bisherigen Berichterstattung nicht darauf eingegangen ist, dass Kulturdirektor Gorny auf sauerlandmassiv eingewirkt haben soll.

    Wurde das deshalb im WDR-Fernsehennicht berichtet, weil die Kulturdirektorin Asli Sevindim zugleich die Aktuelle Stunde moderiert ?

    Diese direkte Nähe des Westdeutschen Rundfunks zur „Ruhr 2010“ spricht für einen dick angelegten Filz, im Rahmen der „Kulturhauptstadt“ in der man sich gegenseitig besoffen gemacht hat, die Mterorpole Ruhr mit „starken Bildern“ weltweit zu vermarkten.

    Furchtbarere Bilder, als die, die jetzt um die Welt gehen, kann es nicht mehr geben. Verheerender kann das erzeugte Misstrauen auch nicht mehr sein, dass dadurch entsteht, dass eine Staatsanwaltschaft eine Polizeibehörde gegen sich selbst ermittelt.

    Und genauso schlimm ist es, dass von Sauerland, sein Sicherheitschef Rabe, der stellvertretende Polizeipräsident und Friz Pleitgen an ihren Sesseln kleben, als hätte man sie dort mit Kontaktkleber festgesetzt. Wo bleibt deren Anstand, in Demut vor den Toten sich zu erheben und abzutreten ?

    Über Frau Käßmann haben viele gelästert; aber sie hatte die Courage, ihre Äm,ter niederzulegen. Und das wegen einer Ordnungswidrigkeit. Hier sind 19 Menschen getötet worden, 340 wurden verletzt – und niemand sieht sich nicht einmal moralisch in der Verantwortung.

    Das macht zornig. Und nimmt fast schon die Trauer um die so sinnlos gestorbenen Menschen, die einer gewissenlosen Clique auf den Party-Leim gegangen ist.

  • #18
    Arnold Voss

    @all

    Auf allen Kanälen auch im Ausland wird über die Loveparade berichtet (n-tv lässt einen Ticker durchlaufen). Nur auf der Kulturhauptstadtseite gibt es gerade mal 10 Zeilen. Auf Lab2010 nur 3 oder 4 Blogger. Keine Berichterstattung, nichts. Während Fritz-Radio in Berlin am laufenden Band berichtet auf Eins Live kein Wort.

    Das sagt eigentlich alles, oder?

  • #19
    TiM

    @15
    Da stimme ich zu. War gerade auf der 2010LAB-Seite und wollte die Berichte lesen, als oben die Werbung für eine Kulturveranstaltung mit fröhlicher Musik startet! Da wird einem ja ganz anders… 😛

    Nicht mal eine offizielle Stellungnahme, die für drei Tage mal oben im Header stehen bleibt 🙁

    Hat mal jemand Links, die Stellungnahmen Pleitgens oder Gornys vor der Kamera zeigen? Die Präsenz fehlt mir ehrlich gesagt auch etwas….

  • #20
    Arnold Voss

    @ all

    Schlagzeile bei „Der Westen“: Sauerland will sich der Verantwortung stellen.

    … und bleibt deswegen im Amt.

    Ich bin schon wieder fassungslos. Ruhr, die Metropole des Grauens!

  • #21
    Arnold Voss

    @ all
    Auch bei den Leuten von der Ruhrstadtinitiative/Pro Ruhrgebiet (www.ruhr-stadt.de) bislang kein Wort. Stattdessen eine Einladung zur nächsten Fahnenübergabe.

    Ruhr, die Metropole des Schweigens!

    Eine Art deutsches Sizilien?

  • #22
    Bernd

    Bei Wikipedia heißt es, dass Verkehrsforscher Schreckenberg dem Zugangstunnel zur Loveparade eine Maximalkapazität von 20.000 Menschen pro Stunde attestiert hat. Der Veranstaltungsplatz sollte maximal 250.000 Menschen fassen. Demnach hätte es doch allein schon 12 Stunden gedauert, um den Platz zu füllen. Wie widersprüchlich sind solche Gutachten denn?!

  • #23
    ohne namen

    @ Campus: Das sehe ich ähnlich. Teilweise erachte ich die Reaktion der regionalen Medien als anmaßend und verlogen. Auch den Journalisten war die Größe und Beschaffenheit des Veranstaltungsortes bekannt. Kritik am Sicherheitskonzept wurde allerdings in meiner Wahrnehmung nur peripher geäußert. Der große Schlagzeilen-Tenor am Samstag morgen lautete doch eher „Duisburg feiert die Super-Party“ – und nicht etwa „Stoppt diesen Irrsinn!“.

    (Hier bei einigen Titeln überprüfbar: http://paper.meedia.de/titelgallery_drupal/?q=gallery/&g2_itemId=112784&g2_page=2&mode=&mediamode=&mediamode=)

  • #24
  • #25
    Jens

    @Malte (21):
    Hat Herr Jäger mit organisiert?

    Übrigens, auf Deiner Seite kann man ja nicht mehr kommentieren: Du schreibst was von einer Aussage Jägers vom 23. August 2010. Glaube Du hast Dich da etwas im Monat vertan oder hast Du eine Kristallkugel? 😉

  • #26
    Malte

    Hallo Jens, „Übrigens, auf Deiner Seite kann man ja nicht mehr kommentieren“

    Doch doch, ist nur etwas umständlicher geworden, ein notwendiges übel, leider!

    Zitat: „Du schreibst was von einer Aussage Jägers vom 23. August 2010“

    Sorry, natürlich Juli!

    „Hat Herr Jäger mit organisiert?“

    Er ist mit dafür verantwortlich bzw es ist sein Aufgabenbereich! Übrigens „Wir sind in der Lage, bestmöglichen Schutz für die Menschen zu gewährleisten“ wurde kurz nach Bekanntwerden der Panik von der HP genommen! [Pressemeldung/Landesregierung]

  • #27
    Andre

    Große Klappe – wenig dahinter?

    Von Stefan Laurin (22 Januar 2010)

    Bochum: Die Stadt, die so gerne zu den großen im Ruhrgebiet gehören möchte, patzte – die Loveparade war eine Nummer zu groß. In Duisburg nun das gleiche Bild: Kein richtiger Platz, kein Geld – gute Argumente gegen die Loveparade, aber auch gute Argumente um sich eines klar zu machen: Es gibt nur zwei Städte im Ruhrgebiet, die Veranstaltungen jeder Größenordnung durchführen

    War in Duisburg der Druck im Jahr des Kulturhauptstadtjahr 2010 zu groß, um Abzusagen?

    Fritz Pleitgen sollte auch gehen.

    Muste bewiesen werden, das die Ruhrstadt größer ist als Berlin, mit aller Gewallt?

    Am Samstag kam das ko für 250 Tausend.

  • #28
    Torti

    Herr Gorny auch an Ihren Händen klebt Blut
    nachzulesen hier:
    http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/Loveparade-Absage-waere-laut-Gorny-eine-Blamage-id2425980.html

  • #29
    Achim

    Das Video zeigt gut, wie sehr sich das tragische Geschehen auf den Bereich vor der Treppe konzentrierte. Auf der anderen Seite der Zufahrt/Rampe hatten die Menschen noch Platz zu laufen (ab 0:50 gut zu sehen). Das große Foto in der Faz heute zeigt dasselbe: Eine Stresssituation vor der Treppe, während überall sonst die Menschen noch verhältnismäßig gelassen aussehen. Unfassbar, wie wenige Meter offenbar entscheidend waren.

  • #30
    Doris Maleszka

    Ich erwarte, dass Sie als Oberbürgermeister meiner Stadt auf der Stelle zurücktreten. Sie haben die Verantwortung zu tragen!

  • #31
    Realkaus

    Ein Schande für unsere STADT,
    HERR SAUERLAND TRETEN SIE UMGEHEND ZURÜCK UND STELLEN SICH IHRER VERANTWORTUNG……
    Und der Veranstalter Herr Schaller sollte ebenfalls zu seinen Fehlern stehen
    und die sollen die Schuld nicht von einem auf den anderen schieben.
    Die Pressekonferenz am Sonntag war ja da allerletzte, auf klare Fragen kamen KEINE Antworten.
    Was haben wir eigentlich für einen OB.
    WEG mit dem Kerl,
    ER hat noch nicht einmal den Mumm an der Trauerfeier teilzunehmen.
    Das sagt doch schon alles.
    Weg mit dem Kerl…… und das nicht erst in ein paar Wochen, sondern SOFORT

  • #32
    FreakBaer

    Macht es das Geschehene erträglicher, einen Toten wieder lebendig oder geht es einem Verletzten dadurch besser, dass irgendjemand sein Amt aufgibt?

    Hinterher wussten wie üblich ja alle schon lange vorher, dass es nur schiefgehen konnte und brauchen deswegen einen Schuldigen (für gewöhnlich trifft es ein kleines Rädchen im Getriebe, dass sowieso keine Entscheidungen treffen durfte).

    Es sollte jetzt erst mal eine _vernünftige, unvoreingenommene_ Analyse stattfinden, was genau passiert ist, weshalb es dazu gekommen ist und wie man dies hätte verhindern können. Wenn man dann noch etwas daraus für die Zukunft lernen kann und evtl. umsetzbare Regeln für zukünftige Events dieser Art bekommt, wäre in meinen Augen hilfreicher als die jetzt vorherrschenden gegenseitigen Schuldzuweisungen.

    Wenn ich den Eintrag und die Kommentare hier und anderswo lese, frage ich mich, wie die Reaktionen ausgefallen wären, wenn die Loveparade aus Sicherheitsbedenken kurzfristig abgesagt worden wäre oder nicht in Duisburg sondern irgendwo stattgefunden hätte, wo es viel Platz gibt (sagen wir mal: Ostfriesland oder MeckPom)….

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