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Falsche Taktik beim Umgang mit Markus Söder? – CDU-Chef Armin Laschet droht die totale Pleite

Armin Laschet (CDU): „Dies hätte ich mir nie im Leben vorstellen können!“ (Foto: Roland W. Waniek)

Armin Laschet (CDU). Foto: Roland W. Waniek

Noch vor wenigen Wochen hätte man sich das Schauspiel, das uns CDU und CSU aktuell beim Ringen um ihren gemeinsamen Kandidaten für das Bundeskanzleramt liefern, gar nicht ausmalen können. CDU-Vertreter Armin Laschen und CSU-Politiker Markus Söder zeigen sich seit Tagen unbeirrt, streben beide offiziell nach der Macht im Herbst. Je länger diese Hängepartie dauert, je schlechter erscheinen dabei die Chancen für den ursprünglichen Favoriten, NRW-Ministerpräsident Laschet.

Sollte es am Dienstag tatsächlich zu einer Art Kampfabstimmung in der gemeinsamen Fraktion in Berlin kommen, dürfte Söder dabei als Sieger hervorgehen, wenn man den Berichten im Vorfeld glauben kann. Damit würde sich dann zugleich der auch in den Umfragen bei den Wählern deutlich beliebtere Kandidat durchsetzen. Für Armin Laschet hingegen, wäre das eine politische Katastrophe.

Während es den Grünen seit Wochen gelingt ihre Kandidaten-Entscheidung zwischen Annalena Baerbock und Robert Habeck hinter verschlossenen Türen vorzubereiten, befindet sich das Unionslager inzwischen mitten in einer medialen Katastrophe, aus der der spätere Sieger in jedem Falle beschädigt hervorzugehen droht, wenn sich beide Streithähne nicht doch noch irgendwie kurzfristig geschickt gütlich einigen können.

Insbesondere für Laschet droht das Prozedere zu einer politischen Niederlage ersten Ranges zu werden. Wird er als gerade erst frisch gewählter CDU-Boss unfreiwillig nicht Kanzlerkandidat drohen auch seine Tage an der Parteispitze womöglich schon gezählt zu sein. Einen dermaßen zurückgeworfenen Politiker wird die CDU sicherlich nicht länger an ihrer Spitze dulden können bzw. wollen, ohne dadurch weiteren Schaden zu nehmen. Die anstehende Bundestagswahl im Herbst rückt näher, da bräuchte es eigentlich einen positiven Ruck in der Organisation und keinen über viele Wochen und Monate gedemütigt wirkenden Parteichef.

Auch für Nordrhein-Westfalen wäre es ein sehr schlechtes Signal, wenn es zukünftig von einem ‚Verlierer‘ als Ministerpräsident geführt würde. Wer gegen den deutlich ‚kleinen‘ Konkurrenten den Kürzeren zog, kann derjenige wirklich ein guter Anführer im größten Bundesland der Republik sein? Laschet droht auf Dauer die ‚Ersatzbank‘, wenn er sich gegen Markus Söder nicht durchsetzen kann.

Und auch für Söder selber würden die kommenden Tage, so er sich denn beim Kampf um die Kanzlerkandidatur gegen den CDU-Mann durchsetzt, kein leichter Gang werden. Und das nicht nur wegen der schwierigen Corona-Lage.

Setzt sich Söder erst mit einer umstrittenen Abstimmung gegen seinen Konkurrenten durch, dürften nach der Entscheidung weiterhin mit hoher Wahrscheinlichkeit giftige Pfeile von der unterlegenen Konkurrenz zu erwarten sein. Den Grünen und der übrigen politischen Landschaft wäre das sicherlich sehr recht.

Es erstaunt also sehr, dass CDU und CSU nicht in der Lage waren diesen Machtkampf schon im Vorfeld hinter den Kulissen auszutragen und zumindest nach außen den Eindruck einer großen Geschlossenheit zu gewährleisten. Denn ganz überraschend kommt es ja nicht, dass sowohl Laschet als auch Söder Bundeskanzler werden wollen. Das pfiffen die Spatzen doch schon lange von allen Dächern. Trotzdem war das Unionslager offenbar völlig unvorbereitet.

Kann sich Deutschland wirklich vier weitere Jahre unter der Führung eines so zerstrittenen politischen Lagers leisten? Viele Bürger werden das sicherlich mit ‚Nein‘ beantworten und am Wahltag die entsprechende Quittung ausstellen.  Und insbesondere Armin Laschet droht dabei zum großen Verlierer zu werden.

 

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8 Kommentare zu “Falsche Taktik beim Umgang mit Markus Söder? – CDU-Chef Armin Laschet droht die totale Pleite

  • #1
    thomas weigle

    Ist doch immer wieder schön, wenn sich die Schwarzen selbst zerlegen. Natürlich wird der Abfall von Doitschland davon profitieren. Aber da es vornehmlich im Osten eh Überschneidungen und Zusammenarbeit wie bspw. in Plauen zwischen dem Abfall und gewissen Teilen der CDU gibt, wird die politische Landschaft ehrlicher in Zukunft abgebildet werden.

  • #2
    Emscher-Lippizianer

    Die Selbstzerlegung der CDU ist ein weiterer Erfolg von Honeckers Rache. Bei den diversen Wahlen zum Parteivorsitz hat sie immer gegen den Kandidaten der Basis intrigiert. Und dieser spielte ihr mit schwachen Auftritten auch noch in die Karten. Die Angst der Delegierten, daß Merzens Fritz sie aus der Komfortzone holt, war riesig groß. Daher wählte man halt AKK und fühlte sich gut dabei, oder später -nach einer an Peinlichkeit nicht zu überbietenden Bergmannsnummer- eben den kleinen Enkel von Karl dem Großen. Damit ist man immer brav den Weg des geringsten Widerstandes gegangen. Und nun -bei der Beantwortung der K-Frage- berechigter- und verdienterweise Angst vor dem ersten Arbeitsmarkt auf. Der eigene Vorsitzende hat als Eiertänzer keine Chance am 26.09. das Kanzleramt zu erreichen. Die Chancen sind mit Söder besser, aber immer noch nicht garantiert. Allerdings ist dieser Söder auch nicht gewollt, da er es noch schafft Honeckers Rache an Standpunktlosigkeit und Oppotunismus noch zu übertreffen. Tja, liebe CDU…. Das habt ihr euch selbst eingebrockt…

  • #3
    Robert Müser

    Kurz und knapp:

    Eine Auszeit von der Macht bietet der CDU und ihrem Personal die einmalige Chance auf einen personellen und inhaltlichen Wiederaufbau. Die CDU sollte diese Chance nutzen, sonst wird sie den Weg vieler anderen Parteien in Europa ihrer Prägung gehen, die ins politischen Nichts bzw. der Bedeutungslosigkeit verschwunden sind.

    Die Ambitionen von A. Laschet sind daher zu begrüßen, sie erhöhen die Chance einer krachenden CDU-Wahlniederlage …

    😉

  • #4
    WALTER sTACH

    Profit für die Medien?
    Robin,
    an Dich als "Medienschaffender" , und zwar ausgehend von dem Trump-Effekt in den USA, die Frage, ob und ggfls in welchem Ausmaß haben die hiesigen Medien insgesamt von dem Spektakel "Laschet – Söder" bisher profitiert -Auflagensteigerung, Steigerung der Einschaltquoten, Steigerung der Beiträge in den (a) sozialen Medien ? Höhere Quoten auch hier bei den Ruhrbaronen?
    Gibt es dazu schon irgend welche Erhebungen/Schätzungen/Mutmaßungen?

    In de USA haben sich die einschlägigen Daten jedenfalls , nach dem Trump das Präsidentenamt verloren hat, nennenswert zu Lasten der Medien verschlechtert, z.B. de Einschaltquoten bei CNN, die Auflage der New-York Times.

    Robin,
    zum Personalkonflikt Laschet-Söder selbst sage ich nichts mehr. Ich warte ab. Stets an den neueste Meldungen dazu interessiert und folglich weiterhin als Konsument zahlreicher Medien überaus aktiv -sh, meine o.a. Frage-

  • #5
    Hollis Brown

    @ Emscher-Lippizianer: Besser kann man das nicht sagen! Kein Mensch würde heute den Namen "Markus Söder" diskutieren, wenn am 16.01.2021 der von der Basis gewollte Kandidat Friedrich März zum neuen CDU-Parteivorsitzenden gewählt worden wäre. Aber wie oben bereits gesagt: "Tja, liebe CDU…. Das habt ihr euch selbst eingebrockt…": https://i.redd.it/50m59498gpb61.jpg

  • #6
    Enno

    Die SPD ist dabei, eine historische Chance zu verpassen. Sie könnte die Union ohne vorheriges Blinken auf dem Seitenstreifen überholen. Dazu müsste sie Borjan-Esken, Kühnert, den Grinseschlumpf und ein paar mehr im Keller verstecken und eine Politik für die steuerzahlende, arbeitende Bevölkerung anbieten, für Mittelstand und Mittelschicht.

    Aushängeschild könnte beispielsweise Malu Dreyer sein.

    Ich sage das ohne jegliche Restsympathie für die Verräter-Partei und bin auch kein Dreyer-Fan.

  • #7
    Der gerechte

    Es ist nur traurig wie die presse versucht den söder klein zu machen. Sollten doch alle das zitat von schäuble bringen so wie die zeit: wir die cdu sind die genies ihr der durchschnitt. Frechheit vom hinterzimmer der amigogruppe. Die gehören einfach weg! Das zitat der alten garde ist schlimmer als das hinterzimmer zitat von söder. Wer will den ein bundeskanzler latschet der 28 klausuren verliert und dann einfach 35 noten vergibt und dann den job als dozent verliert. Keiner

  • #8
    thomas weigle

    #7 Schon vergessen? Der hat die letzte LTW gewonnen-leider. Egal! Merz hat sich ja schon in Stellung gebracht, wird sich sicher gegen Brinkhaus als Oppositionsführer durchsetzen. Das ganze Merkelgesimse kommt in den Müll. Und schon stimmen die alten Frontlinien wieder: Klassenkampf von oben.

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