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Frank Goosen zum Bochumer Prinzregenttheater: „Man kann die Zusammensetzung des Trägervereins sehr kritisch sehen“

romy schmidt frank goosen claus dürscheidt Foto: Dirk Krogull

2014 sah die Welt noch anders aus: Frank Goosen, Romy Schmidt und Claus Dürscheidt (Foto: Dirk Krogull)

Nicht ganz von Anfang an dabei, aber schon seit über zwanzig Jahren (seit 1995) am Bochumer Prinzregenttheater tätig ist einer von Bochums beliebtesten Autoren: Frank Goosen, deutschlandweit bekannt durch Bücher wie „Liegen lernen“ oder „Radio Heimat“. Goosen hat im Prinzregenttheater im Laufe der Zeit in einigen Stücken mitgespielt, darunter „Die Wellen“ nach Virginia Woolf (seinerzeit eine Welturaufführung in einer Stückfassung vom Sabine Reich) oder auch, zusammen mit seinem alten „Tresenlesen“-Kumpel Jochen Malmsheimer, in „Comebeckett“, drei kurzen, knackigen Beckett-Einaktern.

Frank Goosen hat viele Jahre lang regelmäßig seine Soloprogramme im Prinzregenttheater präsentiert, das damals noch unter der Leitung von Sibylle Broll-Pape stand, aber hier auch unter der neuen Leiterin Romy Schmidt weiterhin Leseabende und Filmpremieren veranstaltet. Romy Schmidt adaptierte auch unlängst Frank Goosens Erfolgrsoman „Sommerfest“ für die Bühne des Prinzregenttheaters – ihre Inszenierung von „Sommerfest“ ist nach wie vor eines der beliebtesten Stücke im Prinzregenttheater und wird auch nach der Sommerpause weitergespielt.

Schon kurz nachdem Frank Goosen einst zusammen mit seinem kurz darauf verstorbenen Vereinskollegen Claus Dürscheidt (seines Zeichens legendärer Gründer der Zeche Bochum) frohen Mutes Romy Schmidt als neue Leiterin des Prinzregenttheaters vorgestellt hatte (Sybille Broll-Pape hielt sich dem Termin seinerzeit fern), verließ Goosen allerdings überraschend den Trägerverein des Prinzregenttheaters. Man hörte von Spannungen zwischen dem Verein und der Geschäftsführung, sprich: von Spannungen zwischen Sibylle Broll-Pape und Romy Schmidt, zwischen den sich Goosen nicht aufreiben lassen wollte. Und man liegt damit nicht falsch: Frank Goosen hat den Trägerverein des Prinzregenttheaters vor zwei Jahren verlassen, weil es, so sagt er heute, „zwischen Sibylle Broll-Pape und mir fundamental unterschiedliche Auffassungen über die Aufgabenverteilung zwischen dem Vorstand des Trägervereins und der Geschäftsführung gab“.

Goosen findet es weiter „sehr sehr bedauerlich, wenn die Arbeit von Romy Schmidt und ihrem Team tatsächlich im nächsten Jahr beendet wäre.“ Momentan sitzt die ehemalige Theaterleiterin Sybille Broll-Pape im Vorstand des Trägervereins, somit ist sie als Vorgängerin gleichzeitig die Vorgesetzte von Romy Schmidt, deren Vertrag als Theaterleiterin sie nicht verlängert hat.  Laut Goosen kann man „die Zusammensetzung des Trägervereins natürlich sehr kritisch sehen.“

Denn, um noch einmal auf die damalige hoffnungsvolle Einführung von Romy Schmidt als neuer Theaterleiterin zurückzukommen: Da sah die Welt noch anders aus, denn, so Frank Goosen, danach hat sich Einiges geändert: „Nach dem Tod von Claus Dürscheidt und meinem Weggang besteht der Verein ausschließlich aus engen persönlichen Freunden von Sibylle Broll-Pape.“ Der Vorwurf der Intransparenz steht nach wie vor im Raum, die Stimmen in Bochums Kulturszene mehren sich, dass hier durch den Trägerverein nach Gutdünken und Gutsherrenart der Posten der „Theaterleiterin“ vergeben oder eben auch wieder wegenommen werden kann.

Zu Recht merkt Frank Goosen an, dass die Diskussion, „wen man als Theatermacherin besser findet, nirgendwo hinführt“, weil er es nicht gut findet, die Diskussion „auf eine emotionale Ebene zu ziehen“, seine klaren Statements sind aber, jenseits aller künstlerischen Präferenzen, durchaus als deutliche Aufforderung zu verstehen, das ganze Konstrukt und die internen Strukturen des „Theatervereins Prinz Regent e. V.“ endlich einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

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