#1 | Rainer Möller sagt am 25. Februar 2015 um 11:44 Uhr

Die Individualisierung der Lerngeschwindigkeit ist ein großes und gutes Ziel.

Sie hat aber erst Sinn, wenn zwei Hindernisse überwunden worden sind.

1. der „Lehrplan“, der verlangt, dass alle in einem Jahr das gleiche gelernt haben (oder eben nicht) – und der Lehrplan ist ein zentrales Mittel staatlicher Schulregulierung, um so mehr weil er auch für Privatschulen gilt.

2. Individualisierung erfordert ein völlig anderes Lehrerverhalten und damit eine völlig andere Lehrerausbildung.

Völlig neu muss man dabei übrigens nicht anfangen. Mein Vater hat als Zwergschullehrer mit vier Jahrgängen in einem Klassenzimmer ganz selbstverständlich einen individualisierten Rechenunterricht gemacht (damals gab es dafür auch Lehrmittel!), und als ich meinen Sohn zur Kumon-Schule schickte, stellte ich fest, dass die nach genau den gleichen Prinzipien arbeiteten wie mein Vater.

Aber eine andere Lehrerausbildung gibt es nur mit anderen Pädagogikprofessoren . Die heutigen sind in NRW von der SPD installiert worden und glauben an große zentralverwaltete Schulfabriken.