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Gemeinnütziger Journalismus: Christian DuMont Schütte sollte sich aus der Debatte raushalten

DuMont-Verlagsgruppe: Große Geschichte, kleine Erben. Foto: Unbekannt Lizenz: Gemeinfrei

Nach einem Bericht von RTL kritisiert Christian DuMont Schütte in seiner Funktion als Vorsitzender des NRW-Zeitungsverlegerverbandes (ZVNRW) die Initiative der Landesregierung, „Vereinen und Stiftungen, die den Journalismus unterstützen, einen Gemeinnützigkeitsstatus zu ermöglichen“.   Spendenfinanzierter Journalismus sei kein Garant für journalistische Unabhängigkeit, sagte dagegen DuMont Schütte. Damit hat er natürlich Recht: Allerdings ist keine Form der Finanzierung ein Garant für  journalistische Unabhängigkeit. Am Ende müssen die Leser entscheiden, welchen Medien sie vertrauen und sie werden langfristig jenen vertrauen, die unabhängig sind. Ob sie nun von Vereinen, Stiftungen oder Unternehmen getragen werden spielt keine Rolle. DuMont-Schütte gab eine Binsenweisheit von sich, mehr nicht. Und mehr kann man von ihm auch nicht erwarten.  2007 sagte er der FAZ, in zehn Jahren sei Google tot – so richtig viel Ahnung von seinem Gewerbe hatte der  Vorsitzende des DuMont-Aufsichtsrates, das Amt übernahm  er von seinem Großvater Alfred Neven DuMont, noch nie.

Dass er sich heute noch zu verlegerischen Fragen äussert wundert ohnehin – sein Verlag will aus dem Geschäft mit Regionalzeitungen, zu dem große Titel  wie der Kölner Stadtanzeiger gehören, aussteigen und sucht einen Käufer. Er gehört, wie die Funke-Erben, zu einer Verlegergeneration, der ihr Geschäft in den Schoß gefallen und die weder in der Lage ist es zu bewahren noch es auszubauen. Ausser seinem Namen qualifiziert DuMont Schütte nur wenig. Er sollte sich aus der Debatte um den gemeinnützigen Journalismus heraushalten.

Mehr zu dem Thema:

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3 Kommentare zu “Gemeinnütziger Journalismus: Christian DuMont Schütte sollte sich aus der Debatte raushalten

  • #1
    Wolfram Obermanns

    Als Vorsitzender des ZVNRW muß sich DuMont Schütte zum Thema äußern. Wie kompetent er das kann, entscheidet sein Publikum.
    Falls den etablierten Vertretern der Verlegerzunft als Argument gegen die Gemeinnützigkeit nicht mehr einfallen sollte als die zitierte Plattitüde, treten sie, wenn auch wider Willen, genau genommen als Unterstützer des Projekts auf. Meine Skepsis gegenüber der Idee bröckelt jedenfalls dadurch ein Stück weit mehr.

  • #2
    Gerd

    "Allerdings ist keine Form der Finanzierung ein Garant für journalistische Unabhängigkeit. Am Ende müssen die Leser entscheiden, welchen Medien sie vertrauen und sie werden langfristig jenen vertrauen, die unabhängig sind."

    Ja, aber wenn staatstragende Medien durch Spenden von Parteien, Stiftungen und NGO finanziert werden, können sie ohne Angst vor Verlusten für ihre Finanziers Propaganda machen.

  • #3
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Gerd: Die Parteien haben doch eigene Medien: Ihr FB-Seiten, die SPD den Vorwärts und die Anstalten überschlagen sich vor Begeisterung über die Grünen.

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