12

Suzanne Grieger-Langer – chancenlos beim Landgericht

In einem Rechtsstreit zwischen Suzanne Grieger-Langer und Bärbel Schwertfeger fand heute ein Termin vor dem Landgericht Bielefeld statt. Grieger-Langer hatte einen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung gegen Schwertfeger gestellt und wollte ihr einige Aussagen aus Artikeln, die auch bei den Ruhrbaronen erschienen (hier und hier), untersagen, darunter die Behauptung, sie habe gelogen, was ihren Lebenslauf angeht. Schwertfeger selbst war nicht anwesend, da sie vor zwei Wochen einen Unfall hatte, wie ihr Anwalt erklärte. Grieger-Langer war anwesend, aber chancenlos. Von Yannik Stracke und Sebastian Bartoschek.

Der Richter gab zunächst den Inhalt von Grieger-Langers Antrag sowie die Darstellung Schwertfegers wider. Dann kam Grieger-Langers Anwältin zu Wort. Ihrer Meinung nach handele es sich um eine Kampagne Schwertfegers gegen Grieger-Langer, die auch vor dem Privatleben der „Profilerin“ keinen Halt mache. Sie könne zwar nicht beweisen, dass Schwertfeger etwas damit zu tun habe, aber es seien Personen aus ihrem privaten Umfeld angesprochen worden, nachdem die Artikel erschienen seien. Der Anwalt von Schwertfeger bestritt dies.

Der vorsitzende Richter führte hinsichtlich der Beschwerden Grieger-Langers aus, dass es grundsätzlich zulässig sei, wenn Schwertfeger in einem Artikel auf die neue Datenschutzgrundverordnung  (DSGVO) und die entsprechende Handhabung Grieger-Langers hingewiesen hat. Grieger-Langers Anwältin wendete ein, dass die DSGVO erst einen Tag in Kraft gewesen sei, als Frau Schwertfeger den Artikel schrieb. Das Gericht sah keine Handhabe, die Aussagen Schwertfegers zu untersagen.

Dasselbe wiederholte der vorsitzende Richter in Bezug auf die Aussage Schwertfegers, dass man in dem Studiengang an der Steinbeis Hochschule keine Prüfung ablegen könne, sondern nur eine Teilnahmebestätigung erhalte. Grieger-Langer behauptete, man bekäme bei dem Studiengang eine Urkunde, und diese Reduktion sei nicht zulässig. Der Richter widersprach und konnte keine falsche Behauptung Schwertfegers erkennen.

Schwertfegers Anwalt betonte, dass die Aussage, dass Grieger-Langer keinen Studiengang für die Steinbeis-Hochschule entwickelt habe, nicht zweifelsfrei unwahr war und somit nicht untersagt werden könne. Das Gericht folgte dem.
Der Vorsitzende bezweifelte zudem, dass 96% der Inhalte des Pädagogik-Studiums deckungsgleich mit einem Psychologie-Studium seien. Psychologin sei zwar kein geschützter Begriff, doch es sei keine falsche Behauptung Schwertfegers erkennbar.

Grieger-Langers Anwältin wirkte spätestens nun ernüchtert und hatte hier nichts Ergänzendes hinzuzufügen.

Auch bei der Behauptung, Grieger-Langer habe den Studiengang für die Frankfurt School nie entwickelt, konnte der Richter keine zweifelsfrei falsche Aussage erkennen. Vielmehr betonte er, dass der Studiengang nie existiert habe oder je von einem Studenten belegt worden sei. Grieger-Langers Anwältin dazu: „Ich finde, Sie gehen zu weit“. Zudem sei die Begründung des Richters logisch nicht nachvollziehbar.

Grieger-Langer wiederum behauptete wiederholt, den Studiengang für die Frankfurt School definitiv entwickelt zu haben, was eine große Leistung sei. Sie sage dies „ohne mich rühmen zu wollen“. Sie sei noch immer in Verhandlungen, diesen Studiengang an Hochschulen anzubieten. Sie störe sich massiv an den vermeintlichen Teilwahrheiten, die Schwertfeger verbreite. Dem Richter reichte das nicht.

Die Profilerin äußerte, dass Schwertfeger alle zwei Stunden bei den betroffenen Hochschulen anrufe, und dass die Angaben in ihrem Lebenslauf niemanden gestört hätten, bis Frau Schwertfeger kam. Auf den Gedanken, dass eben darin auch das Wesen von Journalismus liegt, schien die selbst ernannte Top-Speakerin, die gern über Blender in der Wirtschaft spricht, nicht zu kommen. Der Richter sagte erneut, dass seiner Ansicht nach keine falsche Behauptung der Journalistin erkennbar sei.
Schwertfegers Anwalt zitierte darüber hinaus den Leiter der Frankfurt School, der ebenfalls angab, dass der Studiengang nie entwickelt wurde. Grieger-Langer betonte nun, es sei kein Schuldeingeständnis, dass sie die Angaben zur Frankfurt School aus ihrem Lebenslauf entfernt hat. Sie habe ihr geistiges Eigentum zurückgehalten, solange keine Einigung mit der Hochschule bestand.

(Angemerkt sei, dass wir Ruhrbarone aus gut unterrichteten Kreisen wissen, dass die Frankfurt School definitiv zumindest nicht amused über die Aussagen Grieger-Langers ist. Aber das ist eine andere Geschichte und wird ein anderes Mal erzählt werden.)

Die Aussage „Lü Lü Lügenlady“ (über Grieger-Langer seitens Schwertfeger) fand das Gericht dann doch ziemlich heftig, diese sei aber eine Bildunterschrift, die von den Ruhrbaronen vorgenommen worden sei und nicht von Schwertfeger selbst stamme. Selbst diese Aussage hielt das Gericht aber „nicht für völlig abwegig“ und von der Pressefreiheit gedeckt.

Fazit: Der Richter wies alle Vorwürfe Grieger-Langers zurück und schlug eine gütliche Einigung vor, welche jedoch nicht zustande kam, da die Anwältin der Profilerin diese umgehend ablehnte. Der Richter führte dann aus, dass es möglich sei, dass das OLG als höhere Instanz das ein oder andere anders bewerten würde, bilanzierte aber, dass er insgesamt „keine Chancen für die Antragsstellerin“ sehe.

RuhrBarone-Logo

12 Kommentare zu “Suzanne Grieger-Langer – chancenlos beim Landgericht

  • #1
    David Schraven

    Worum ging es denn bei denn Verfahren? Einstweilige Verfügung oder Hauptsache-Urteil? Gab es ein Urteil? Oder wurde ein Verkündungstermin angesetzt?

  • #2
    David Schraven

    Hab gesehen. Einstweilige Verfügung. Alles klar. Wie kam es zu der mündlichen Verhandlung? Gab es vorher schon einen Erlass? Und gegen den Erlass wurde Widerspruch erhoben? Oder ging es direkt in die mündliche Verhandlung?

  • #3
    Sebastian Bartoschek

    GL hatte einen Antrag auf Einstweilige Verfügung gestellt und das Gericht hatte vor einer Entscheidung eine mündliche Verhandlung angesetzt. Es war kein Widerspruch gegen
    bereits ergangene Einstweilige Verfügung.

  • Pingback: Eine zweifelhafte Expertin fürs "Charakter-Profiling" | Übermedien

  • Pingback: Grieger-Langer beeindruckt Ruhrbarone nicht | Ruhrbarone

  • #6
    Malte H

    Wer bucht so etwas? Die Referenzen von Frau Grieger Langer zeigen mir eine lange Liste von Versagern in Nadelstreifen.

  • #7
    superprofiler

    https://www.donner-reuschel.de/das-bankhaus/aktuelles/kapitalmarktkonferenz-2018.html
    Zitat: "Wer sie bucht und ihr zuhört, und das sind internationale Großbanken und Medienmarken, ist von ihr begeistert. „Sie ist der Guide“ und „One of the best in the world“ heißt es dann. Ihre 25 Jahre destillierter Erfahrung im Profiling in Wirtschaft und Wissenschaft entfesseln auf der Bühne ein Sprachfeuerwerk der Extraklasse, so auch bei der Kapitalmarktkonferenz."

    https://youtu.be/n_IB8NcTuiA: …es spaltet sich gerade eine neue Gattung Mensch ab….

  • #8
    Malte H

    @ superprofiler
    Danke für den Link. Zitat: „Bringe dich täglich in Situationen, die dich zwingen, die Dinge neu zu denken.“ In diesem Fall hat wohl Frau Schwertfeger dafür gesorgt, dass der Zwang besteht, die Dinge neu zu denken.

  • #9
    superprofiler

    auch in der Personalerbranche ist sie schwer gefragt als Keynote-Speakerin bei den Social Recruiting Days. https://www.socialrecruitingdays.de/

    Dort wird sie so vorgestellt: "Suzanne ist Europas unangefochtene Profilingexpertin.
    Sie entwickelte die ‘Formula Infiltration®‘, einen Meilenstein der Betrugserkennung. Ihr USP ist die Erstellung von Charakterprofilen auf dem Niveau des psychogenetischen Codes."

    Dazu schreibt sie auf ihrer Website: "Seit der Jahrtausendwende ist es uns möglich den Psychogenetischen Code einer Person, ihre PsychoDNA, zu berechnen. Wir können mittlerweile also alles in Sachen Persönlichkeit berechnen, z.B. wie jemand mit Geld umgeht und ob jemand in der Lage ist loyal zu sein und zwar dem Unternehmen gegenüber und nicht nur sich selbst". Und noch besser: Dafür reicht der Name, das Geburtsdatum und ein Foto der Person.

    Veranstalter ist neben der Quadriga Akademie Berlin der Human Resource Manager, das offizielle Magazin des Bundesverbandes der Personalmanager (BPM), "mit mehr als 4.000 Mitgliedern das Netzwerk für moderne Personalarbeit in Deutschland". Ein echtes Ruhmesblatt für die deutsche Personaler-Szene!

  • #10
    Malte H

    "Formula Infiltration®" – Beudetet das R Zeichnen nicht registered trademark? Im der Datenbank des deutschen Patentamtes habe ich keine Marke "Formula Infiltration®", sondern zwei andere eingetragene Marken von Frau Grieger-Langer gefunden.

    Markenrecherche
    "Hinweis:
    "Die Datenbankabfrage lieferte keine Treffer.
    Suchanfrage:(wm="Formula" and wm="Infiltration") and (DB=DE or DB=EM or DB=IR)"

  • Pingback: Psycho-DNA und GSG9: Auch die Human-Resources-Szene redet über Pseudos und Scharlatane | gwup | die skeptiker

  • Pingback: Grieger-Langers Scheitern geht weiter | Ruhrbarone

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.