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Guttenberg verleiht Gefechtsmedaillen: Lasset uns stolz sein!

Guttenberg in Afghanistan Foto: Bundeswehr/RC North PAO/Tom McCarthey

Militärisch sei in Afghanistan nichts zu gewinnen, so eine weit verbreitete Redensart. Musste schon bislang der Wahrheitsgehalt dieser Aussage zumindest als zweifelhaft betrachtet werden, lässt sich spätestens seit diesem Wochenende klipp und klar feststellen: Falsch! In Afghanistan ist sehr wohl militärisch etwas zu gewinnen.

Und zwar, wie der „Spiegel“ jetzt in Erfahrung gebracht hat, eine Gefechtsmedaille. Endlich wird ein Kämpfer-Orden für Bundeswehrsoldaten eingeführt. Am 25. November geht es los. Schon in zehn Tagen wird Freiherr von und zu Guttenberg die ersten Exemplare des neuen Ehrenzeichens an auf dem Schlachtfeld gestählte Fighter verleihen. An gestählte wie auch an weniger abgehärtete; denn die Tapferkeitsmedaille soll auch nach dem Tod verliehen werden können.

Entscheidend ist, dass der Soldat sich überhaupt im Kampf erweisen konnte. Mit dieser neuen Regelung reagiert der Bundesverteidigungsminister nunmehr auf den unhaltbaren Zustand, dass jeder Jeti und Pleti die stinknormale Einsatzmedaille der Bundeswehr erhält – allein dafür, dass er oder sie einmal auf Kosten des Steuerzahlers eine Auslandsreise mitmachen durfte. Wirklich wahr: jeder Teilnehmer eines Bundeswehr-Auslandseinsatzes bekommt diese Medaille an die Brust geheftet. Um nicht missverstanden zu werden: kein Wort gegen das Küchenpersonal, nichts gegen die liebenswürdigen Krankenschwestern – ohne ein gut organisiertes Feldlazarett macht auch der schönste Krieg keinen richtigen Spaß. Natürlich: die Ärzte. Es ist wahrlich nichts dagegen einzuwenden, dass so ein Arzt eine Medaille bekommt.

Doch nicht jede deutsche Hand ist zum Wickeln eines Verbands oder zum Führen eines Skalpells geschaffen. Manchmal muss es eben eine G36 sein, das Heckler & Koch – Sturmgewehr für die Infanterie. Gerade im Krieg. Wenn Sie in der Industrie Mitarbeiter besonders hervorheben wollen, denken Sie ja wohl auch zunächst an die Ingenieure und Facharbeiter und nicht an die Putzfrauen und Pförtner. Oder den Betriebsarzt. Na also! Dennoch musste erst ein Mann aus dem Adelsgeschlecht den Ministersessel besteigen, um dem in der Truppe stets verbreiteten gesunden Gefühl für Ehre, Rang und Gerechtigkeit Geltung zu verschaffen. Karl Theodor zu Guttenberg hat jetzt dieser ehrlosen Gleichmacherei ein Ende bereitet und das neue Ehrenzeichen eingeführt.

Der Kämpfer-Orden stellt eine Sonderstufe der Einsatzmedaille der Bundeswehr dar und darf nur an jene Soldaten verliehen werden, die „mindestens einmal aktiv an Gefechtshandlungen teilgenommen oder unter hoher persönlicher Gefährdung terroristische oder militärische Gewalt erlitten“ haben. An echte Kämpfer eben; sagt man an „Helden“, wird man ja gleich wieder schräg angeguckt. Wie dem auch sei: der Bundespräsident hat dieser wahrhaft überfälligen Reform bereits zugestimmt, und die Truppe hat sowieso diesen Schritt sehnsüchtig erwartet. Ja, es stimmt: es gibt bereits das „Ehrenkreuz für Tapferkeit“. Das haben Soldaten erhalten, die unter Lebensgefahr verletzte Kameraden in Afghanistan geborgen hatten. Respekt! Durchaus. Das können Sie aber nicht mit den Kämpfern auf eine Stufe stellen, die höchstpersönlich den Feind – sagen wir mal: geschwächt haben.

In anderen Nationen kennt man ein sog. „Verwundetenabzeichen“. Nun ja. Ich meine: überlegen Sie nur einmal, welchen Eindruck das hinterlassen könnte, wenn Sie mit sowas in der Heimat – ein Jahr später oder zwanzig Jahre später – bei irgendeinem x-beliebigen Schützenfest aufkreuzen. „Besonders begrüßen möchte ich N.N., Träger des deutschen Verwundetenabzeichens in Bronze, der 2011 bei einem Einsatz in Afghanistan ein Bein verloren hatte!“ – Peinlich, so etwas. Das kam auch weder für das Verteidigungsministerium noch für das Bundespräsidialamt ernsthaft in Frage. Die mussten ihre Ablehnung freilich ein wenig schicklicher begründen. Ein Verwundetenabzeichen für die deutschen Soldaten, haben sie dann mitgeteilt, sei deshalb auszuschließen, weil Verwundungen keine „besondere durch den Soldat zu erbringende Leistungen“ seien.

Na eben. In den Krieg ziehen und als Krüppel zurückkommen kann ja schließlich jeder. Da muss man dann nicht auch noch groß stolz drauf sein. Und wenn man es doch ist: viel Spaß auf dem Schützenfest! Stolz sein kann man im Krieg nur dann, wenn man direkt in der Gefechtssituation dem Feind gezeigt hat, was Sache ist. Wenn man ein paar Taliban oder wen auch immer höchstpersönlich ausgeknipst hat. Dann, aber auch nur dann, hat auch kein Mensch etwas dagegen, wenn man im Kampfe verwundet wird. Oder auch den Löffel abgibt. So etwas gehört dazu. Kein Thema. Wie gesagt: die Gefechtsmedaille gibt es bei Bedarf auch posthum. Für die Gattin, soweit vorhanden. Oder für die Mutti. Dieses Ehrenzeichen wird richtig was darstellen. Auf einem schönen Platz im Wohnzimmer platziert, kann dann auch der Papa auf den Filius so richtig stolz sein.

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29 Kommentare zu “Guttenberg verleiht Gefechtsmedaillen: Lasset uns stolz sein!

  • #1
    Abnick Grabotki

    Nach dem Tod, Krieger Witwen wollen auch versorgt sein. Im Erlebensfall sind die Krieger Orden sicherlich mit €`s geschmückt.

  • #2
    Helmut Junge

    Ohne Hurrageschrei macht selbst den Generälen der Krieg keinen Spaß.
    Wenn dann die Kreativen von der „Schöner Krieg führen AG“ Lametta aufhängen,
    machen sie sich sicher Hoffnung auf mehr Begeisterung. Aber eigentlich ist es eine Flucht nach vorne, da niemand mehr an die frühere Staßenbauer- und Sozialarbeiter-Erzählungen glaubt. Das mit den Orden zeigt wohl dem letzten Döskopp im Land, daß es sich um einen mörderischen Krieg handelt.
    Auch die Grünen und SPD, die das ganze ja angezettelt haben, können jetzt wieder ihre früheren pazifistischen Wurzeln aus dem Keller ausgraben, weil sie ja sagen können, daß sie das so nie gewollt haben.
    Unter diesem Aspekt bin ich gespannt, ob das mit dem Hurrageschrei so klappt,
    oder ob sich jetzt neue Gegner bilden.

  • #3
    Kiri

    [Ironie]
    Wat? Gutti führt das Ritterkreuz wieder ein?
    Naja, ein AiW (Affe im Wehrmachtsanzug) will ja auch ordentlich dekoriert werden, wenn er in der Zigarrenschachtel heim ins Reich geholt wird
    [/Ironie]

    Wofür brauchts eine Gefechtsmedaille? Um zu zeigen, dass die einen Eier hatten und die anderen nicht?
    Eigentlich sollte der Einsatz eines Soldaten klar sein – dafür extra Lametta einzuführen, weil einer mal seiner „Pflicht“ wirklich folgt, da sieht man mal wie es im inneren der BW aussieht.

  • #4
    Ulrich Kaiser

    Der Schreiber des Artikels suhlt sich selbstverliebt in dem, was er als Ironie betrachtet. Aber die Überbeanspruchung eines an sich guten Stilmittels hinterlässt am Ende nur einen faden Nachgeschmack. So ist es auch mit diesem Artikel.
    Die Gefechtsauszeichnung, die Bundeswehrsoldaten nunmehr verliehen werden kann, ist seit langem überfällig. In jedem anderen Staat gehört sie zur Normalität. Somit ist sie auch ein Stück Ehrlichkeit. Die Bundeswehr führt in Afghanistan Krieg – so what?

  • #5
    martin

    Das ist Teil des Projekts die Bundeswehr in eine Angriffsarmee für wirtschaftliche Interessen zu verwandeln.
    Ein Verteidigungsminister, der auftritt wie Tom Cruise, kommt da ganz gut.

  • #6
    BVerfGE 93, 266 - 'Soldaten sind Mörder'

    @ Ulrich Kaiser

    „Die Bundeswehr führt in Afghanistan Krieg – so what?“

    „Soldaten sind Mörder“ – so what?

  • #7
    Ulrich Kaiser

    Soldaten sind KEINE Mörder. Wer diesen Teilsatz Tucholskys aus dem Zusammenhang gerissen zitiert und auf den Einsatz der Bundeswehrsoldaten in Afghanistan bezieht, zeigt, wes Geistes Kind er ist.
    Mörder sind in Afghanistan vielmehr die Taliban. Wer sie perverserweise als „Verteidiger“ bezeichnet und die Soldaten der westlichen Allianz als „Angreifer“ und „Mörder“, hat nicht wirklich verstanden, worum es bei diesem Konflikt geht, vermutlich will er es in seinem ideologisch geprägten Scheuklappendenken auch gar nicht. Es geht nicht darum, irgendwelchen „Imperialisten“ den Zugriff auf irgendwelche Rohstoffe zu ermöglichen – das ist krankes Linksideologengeschwurbel; dafür wäre die Art des deutschen Afghanistan-Engagements völlig ungeeignet.

  • #8
    Stefan Laurin

    Die Leute riskieren ihr Leben. Wir haben sie via Parlament dorthin geschickt. Und ein paar Taliban weniger kosten mich nicht eine Minute meines Nachtschlafs. Wo ist das Problem?

  • #9
    Ulrich Kaiser

    Das Problem ist nicht, ob es „ein paar Taliban mehr oder weniger gibt“. Das sollte einem in der Tat nicht den gesunden Schlummer rauben. Das Problem ist vielmehr, dass nach einem Abzug der westlichen Truppen das dort installierte Karzai-Regime unweigerlich zusammenbricht und einem erneuten Taliban-Regime Platz macht. Zusammen mit einem bereits jetzt instabilen Atomwaffenstaat Pakistan, in dem ebenso eine zunehmende Radikalisierung islamistischer Kräfte stattfindet, gäbe das – im doppelten Sinne – eine kritische Masse, die einen – vorsichtig formuliert – schon etwas schlechter schlafen lassen sollte. Dabei ist nicht einmal an einen nuklearen Schlag mit Mittelstreckenraketen von pakistanischem Boden gegen „den Westen“ zu denken, sondern daran, dass spaltbares Material in die Hände von Extremisten fallen könnte, das es ermöglichte, eine „schmutzige Bombe“ zu bauen und sie inmitten einer europäischen Großstadt zu zünden. All das scheint die sicherheitspolitisch freundlich desinteressierten deutschen Spießer nicht zu kümmern, die ja nur allzu gerne den Schlaf des (moralisch) Gerechten schlafen.

  • #10
    Sebastian

    @ Ulrich Kaiser

    „… es Linksideologengeschwurbel …“

    lustig, wie leicht man Leute dazu bringt, noch einen Kommentar zu schreiben (smilie).

    Herr Kaiser, vielleicht noch ein Kommentar zum *LINKEN* Bundesverfassungsgericht?

  • #11
    Helmut Junge

    @Stefan Laurin,
    Alles richtig, es gibt Parlamentsbeschlüsse. Die Soldaten sind dort, und halten ihren Arsch hin, weil sie wegen dieser Parlamentsbeschlüsse dort hin geschickt wurden.
    Was die Taliban betrifft, denke ich ähnlich wie du, aber es gibt das Problem, daß der Krieg dort nicht sein müßte, denn ein winziger Bruchteil des Geldes, das dieser Krieg kostet, hätte aus den Afgahnen reiche Leute gemacht, und den Boden für die talibanische Renaissance trocken gelegt.
    Die USA hatte beim Einmarsch noch verkündet, daß sie niemals den Fehler der Russen wiederholen würden, und das Land sofort nach der Vernichtung der Taliban verlassen wollten.
    Sie sind geblieben. Und wir hängen mit drin.
    Dann sind wir alle mit dem Märchen, daß es dort um Straßenbau ginge verarscht worden. Jetzt nennt man es mittlerweile, notgedrungen Krieg. Oder doch noch nicht?
    Wir rutschen da immer tiefer in den Sumpf, ohne daß von deutscher Seite auch nur eine Alternative angedacht wird.
    Dann sind die Soldaten, weil es ja gar keinen Krieg geben darf, auch nicht richtig ausgerüstet!
    Stefan, es ist diese Verlogenheit, die mich persönlich anwidert.
    Und diese Verlogenheit ist darin begründet, daß es in Deutschlands Bevölkerung nie eine offene Diskussion darüber gab, wo unsere Interessen überhaupt liegen.
    Darum gibt es aber auch keine offene Auseinandersetzug mit den Kritikern.
    Es gibt nämlich zwar Parlamentsbeschlüsse, aber die sind wegen der vom Grundgesetz bedingten, engen Möglichkeiten nicht belastbar.
    Nur die Soldaten, die sind dort jetzt zwischen Taliban und Knastandrohung.
    Und die Helden, die sie hingeschickt haben, distanzieren sich sofort, wenn der Verdacht besteht, daß da Gesetze gebrochen worden sein könnten.
    Diese Situation ist doch nicht akzeptabel.

  • #12
    Stefan Laurin

    @Helmut: Ich bin auch dafür, dass wir rausgehen. Es gibt keinen Grund mehr. das Leben unserer Mitbürger zu riskieren. Die Ziele können nicht erreicht werden. Wir, der Westen, haben diesen Krieg verloren. Karzai ist ein Verbrecher – die Taliban werden zurückkommen. Das mit dem Geld sehe ich anders: Hätten wir es den Afghanen gegeben, hätten wir jetzt reiche, gut bewaffnete Taliban. Aber das hat nichts mit dem Orden zu tun. Da riskieren Leute ihr Leben – das anzuerkennen ist man ihnen schuldig, wenn man sie dahin schickt. Und das hat unser Parlament getan.

  • #13
    Helmut Junge

    @Stefan,
    gut, dann sind wir beide dafür, daß wir da raus müssen, und wir sind beide dafür, daß die Soldaten für ihre Leistung dort Anerkennung finden müssen.
    Aber dann sind Orden zu wenig, finde ich.

  • #14
    Eva

    Die deutschen Soldaten in Afghanistan verdienen selbstverständlich Respekt, aber nicht in der Form, dass ihnen Tapferkeitsmedaillen verliehen werden. Vielmehr haben sie den Respekt verdient, dass ihr Leben und ihre Gesundheit nicht in einem sinnlosen Krieg aufs Spiel gesetzt werden. Wie viele andere bin ich der Meinung, dass dieser Krieg nicht der „Verteidigung unserer Freiheit am Hindukusch“ dient, sondern ein Angriffskrieg und damit verfassungswidrig ist. Außerdem zeigen die Geschichte und die Erfahrungen der letzten 9 Jahre, dass dieser Krieg ohnehin nicht zu gewinnen ist. Die größte Auszeichnung für die Soldaten wäre daher meiner Meinung nach, wenn man sie nach Hause holt und nicht weiter in Afghanistan verheizt.

  • #15
    Eva

    O.k. jetzt haben sich die letzten Kommentare zeitlich überschnitten. Wir scheinen uns da alle ziemlich einig zu sein.

  • #16
  • #17
    ChrisBo

    Wer plant einen andrren Menschen zu töten, plant einen Mord. Das trifft den Alltag des Soldaten wohl recht gut. Nur weil man auch mal aus Notwehr tötet ändert das nichts an dieser Tatsache!

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  • #19
    Thomas Borowski

    @ Stefan Laurin: „Und ein paar Taliban weniger kosten mich nicht eine Minute meines Nachtschlafs. Wo ist das Problem?“

    Taliban sind also Untermenschen, die gekillt werden können. Oder habe ich da was falsch verstanden? Und was ist mit den Kolateralschäden an den Seelen der Soldaten und der afghanischen Zivilbevölkerung? Wir haben kein Recht, leichtfertig andere Kulturen am Arsch der Welt zu missachten, um fragwürdige Ziele zu erreichen. Wer fremde Länder besetzt, wird vertrieben und scheitern – das zeigt die Geschichte. Aber zum Trost gibts ja schöne Orden. Denk ich an Deutschland in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht.

  • #20
    Stefan Laurin

    @Thomas: „Taliban sind also Untermenschen, die gekillt werden können.“ Nein, natürlich keine Untermenschen. Die Unterstellung ist bösartig. Aber typisch für dieses Land. Taliban sind Leute die sich mit Ihrem leben dafür einsetzen, dass die Nacht niemals aufhört. Das Mädchen nicht in die Schule dürfen. Dass es keine Freiheit gibt. Sie sind der Feind. Und zumindest das sollte man noch erkennen können, lieber Thomas.

  • #21
    Arnold Voß

    @ Thomas Borowski #19

    Wir haben sehr wohl das Recht andere Kulturen zu missachten, Thomas. Erst recht wenn mit ihr so fragwürdige Ziele wie die der Taliban verbunden sind. Und die verfolgen sie eindeutig nicht nur am Arsch der Welt , sondern als sogennannte Gotteskrieger auf der ganzen und für die ganze Welt.

    Was glaubst du, was sie mit deiner Kultur machen würden, wenn sie ihr Hauptziel, denn totalen Gottesstaat auf Erden erreicht haben. Sie achten? Dich so weiter leben lassen wie du es bisher tust? Weil du ihre Kultur immer geachtet hast? Aber vielleicht ist das ja dein Ding, so ein Gotteststaat.

    Meins ist es nicht! Und glaube mir, die Frauen in Afghanistan sind da auch nicht so richtig begeistert davon. Auch nicht die Demokraten in diesem Land. Und die Schwulen schon gar nicht. Ob man deswegen einen Krieg führt bzw. führende darf, ist eine ganz andere Frage.

    Aber Achtung habe ich vor keinem Menschen und erst recht nicht vor einer Kultur, der/die allen das Singen und Tanzen, und den Frauen auch noch das Lesen und Schreiben verbietet. Von all den anderen menschenfeindlichen Ver- und Geboten der Taliban ganz zu schweigen. Solche Leute können nicht mal Toleranz von mir erwarten.

  • #22
    Thomas Borowski

    @Stefan und Arnold: Die Taliban sind nicht meine Feinde. Deshalb sind sie aber keinesfalls meine Freunde! Erst recht bin ich kein Gotteskrieger und sympathisiere auch nicht mit ihnen. Ich bete keine Götter an – egal ob sie Gott, Mohammed oder Buddha heißen. Dass deutsche Soldaten für die Freiheit von Mädchen am Hindukusch kämpfen, das könnt ihr sonst wem erzählen. Die Kreuzritter zogen übrigens mit dem selben Messianismus in den Kampf. Religionskrieg im 21. Jahrhundert, und das soll richtig sein?

  • #23
    Arnold Voß

    @ Thomas Borowski

    Thomas, weder Stefan noch ich haben hier geschrieben, dass die deutschen Soldaten für die Freiheit von Mädchen am Hindukusch kämpfen. Das ist wohl eher und ausnahmsweise mal ein Colateralnutzen dieses Krieges. Allerdings für die Frauen in Afghanistan ein nicht zu unterschätzender.

    Umgekehrt gilt das allerdings nicht. Die Taliban scheißen sowohl auf Colateralschäden als auch -nutzen. Die (er)kennen auch kein Kriegsrecht (an) und werden für ihre Massaker auch vor kein Gericht gestellt. Ganz im Gegenteil, auf die warten spätestens im Himmel allerschönste Vergünstigungen für die Greueltaten die sie auf Erden anrichten.

    Schön, das solche Menschen nicht deine Freunde sind. Hatte ich auch nicht anders erwartet. Halte das auch eher für selbstverständlich. Aber was nützt das denen, die unter ihrem Regime zu leiden haben?

    Und noch was Thomas. Sie mögen nicht d e i n e Feinde sein. Aber so wie du dich selbst beschreibst bist genau du der i h r i ge . Ein Erzfeind sogar. Ein Ausbund des Teufels. Einen, den es bis aufs Messer zu bekämpfen gilt. Sei froh, dass sie zur Zeit noch ganz weit weg von dir operieren. Das kann sich schneller ändern als du denkst.

    Ich bin auch ein sogenannter Ungläubiger. Leute die Menschen wie mir wegen eben dieses Unglaubens laut und öffentlich und aus Prinzip den Tod wünschen, egal wo auf dieser Erde, sind meine Feinde. Was sollen sie sonst sein, Thomas? Ich bin nicht Jesus und ich glaube auch nicht an die Wiedergeburt!

    Das heißt noch lange nicht, dass ich ihnen auch den Tod wünsche. Ich bin nämlich auch kein Kreuzritter. Aber ich werde solche Menschen mit allen friedlichen Mitteln bekämpfen, die mir zur Verfügung stehen. Und wenn sie denn unbedingt den Krieg mit mir wollen, dann werde ich mich entsprechend zur Wehr setzen. Wie gesagt, ich bin nicht Jesus.

    Ich habe nur die Schnauze gestrichen voll davon, dass mir irgendwelche Leute aus religiösen Gründen öffentlich den Tod wünschen dürfen, ohne dass sie Jemand dafür zur Rechenschaft zieht. Ja, dass sie auch noch öffentlich jubeln und feiern dürfen, wenn sie Leute wie mich massakriert haben. Oder wenn sie eine Frau zu Tode steinigen, weil sie untreu war. Oder wenn sie einen Schwulen aufhängen weil er schwul ist.

  • #24
    Helmut Junge

    @Thomas Borowski,
    Wieso schreiben Sie:
    „Die Taliban sind nicht meine Feinde“
    obwohl es seitens der Taliban Drohungen gegen deutsche Orte gibt?

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,651464,00.html

    Wohnen Sie nicht in den genannten Orten, wie Hamburg, Köln, München, Berlin, Frankfurt? Oder kriegen Sie, wie seinerzeit Noah Bescheid, wenn es losgehen soll?

  • #25
    Thomas Borowski

    @ Helmut Junge: Ich werde nicht vorab informiert, wenn der Weltuntergang kommt, aber er läuft schon. Noah kommuniziert nicht mehr mit uns.

    Wären wir nicht in Afghanistan einmarschiert, gäbe es auch keine Drohungen gegen deutsche Orte. Den „Pakt mit dem Teufel“ haben Generäle und Politiker geschlossen:

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-68785446.html

  • #26
    Oedipa Maas

    Ich als verfolgte Gelsenkirchener Christin kann über solch einen naiven Gutmenschen-Pazifismus leider nur den Kopf schütteln. Natürlich sind die Talibims unsere Feinde! Ihr totalitärer Terror hat schon ungezählte Deutsche das Leben gekostet (ich jedenfalls habe sie nicht gezählt), und die Drohungen, die Helmut da oben auflistet, sprechen für sich. Wahrscheinlich haben sie sogar schon deutsche Fahnen verbrannt. Das ist natürlich noch kein Grund, die Talibumm und evtl. vorbeieilende Passanten, die sich bedauerlicherweise in ihrer Nähe aufhalten, jetzt zu Untermenschen zu stilisieren. Stattdessen sollten sie sachlich, nüchtern und effizient eliminiert werden. Ich vertraue in dieser Hinsicht fest auf unsere Bundeswehr!

  • #27
    Helmut Junge

    @Thomas Borowski,
    Wenn Sie meinen Kommentar (11) lesen, werden Sie meine persönliche Position zur Frage Abzug, oder bleiben, finden.
    Aber der Angriff vom 11.9.01 auf das Pentagon und andere Einrichtungen der USA, sowie Angriffe auf „falschgäubige“ Moslems, auf Hindus, auf Christen in den Nachbardörfern gehen größtensteils vom afghanisch-pakistanischem Raum aus.
    Das tun sie jetzt, aber das war alles auch schon vor ausländischen Interventionen so.
    Dahinter steckt ein Wille, dem ich mich nicht kampflos beugen möchte.
    Das ist der Wille, die Welt zu beherrschen.
    Sie werden jetzt spontan gedacht haben, daß das legitim sei, weil jetzt die Amerikaner die Welt beherrschen. Stimmts?
    Wenn ja, beantworten Sie sich mal die Frage, warum die Menschen vor den Taliban fliehen, wenn sie können. Oft genug fliehen sie in die USA, oder nach Europa.

  • #28
    Helmut Junge

    @Oedipa Maas,
    zwischen Satire und Quatsch ist nur wenig Abstand.
    Mit etwas gutem Willen läßt sich Ihr Beitrag (26) gerade noch als Quatsch eingruppieren, oder so ähnlich.
    Übrigens sind Christen viel weniger von den Taliban bedroht, als schiitische Moslems oder Hindus. Wegen Ihres Christentums brauchen Sie sich hier in Mitteleuropa keine Sorgen machen. Ich habe lediglich von einem religiös motivierten Mord an einem Jeziden gelesen. Aber mit solchen „Teufelsanbetern“ wollen ja auch Christen nichts zu tun haben.

  • #29

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