6

Immer wieder diese Mentalitäts-Debatte beim BVB

Der neue BVB-Trainer Edin Terzic. Foto: BVB

Eigentlich sollte man vielleicht heute doch besser den ‚Mantel des Schweigens‘ über diesen Auftritt des BVB am gestrigen Dienstag im DFB-pokal-Achtelfinale legen. Nach einer scheinbar komfortablen 2:0-Führung in Halbzeit eins verspielten die Dortmunder Profikicker ihren Vorsprung gegen den Zweitligisten SC Paderborn in der Folgezeit wieder, mussten in die Verlängerung und konnten sich dort nur mit Glück durchsetzen.

Starstürmer Erling Haaland zeichnete am Ende für den entscheidenden Treffer zum 3:2 verantwortlich. Die Schwarzgelben stehen damit im Viertelfinale und schon Übermorgen spricht keiner mehr über diesen Kick, der abermals für viel Verdruss im Fanlager der Borussen gesorgt hat. Mundabputzen und einfach weitermachen? Vielleicht besser nicht.

Ganz so leicht sollte man die Sache dann selbst als Dortmunder vielleicht besser nicht nehmen. Klar, gegen unterklassige Gegner sind schon ganz andere Mannschaften in Schwierigkeiten geraten, viele davon sind sogar ausgeschieden. Fragen Sie heute zum Beispiel mal in Leverkusen nach, was den Verantwortlichen dort zum Los RW Essen einfällt. 😉

Was die Sache für den BVB gerade so ärgerlich macht, das ist die in Dortmund nämlich schon länger ungerne gehörte Mentalitätsfrage, die man der Mannschaft aber immer wieder stellen muss. Heute ist wieder so ein Tag.

Ist diese Mannschaft einfach nicht in der Lage halbwegs regelmäßig das Leistungsvermögen abzurufen, das in ihr steckt? Warum nur zeigt der BVB der Saison 2020/21 so häufig, dass es ihm an Motivation, an Begeisterung an Leidenschaft fehlt?

Warum reicht es den Gegnern in Dortmund häufig schon sich hinten rein zu stellen und leidenschaftlich zu verteidigen, um den BVB in ernsthafte Schwierigkeiten zu bringen?

Was hat die Dortmunder Kaderplaner dazu bewogen sich ihre Mannschaft genau so zusammenzustellen, wie sie es eben taten?

Und warum gelingt es nach Lucien Favre auch Trainer Edin Terzic scheinbar häufig nicht die Mannschaft mit einer Einstellung auf den Platz zu schicken, die für 90 Minuten konzentrierten und engagierten Fußball reicht?

Spieler aus der Mannschaft der Schwarzgelben reagierten in der Vergangenheit immer geradezu allergisch auf den Vorwurf, dass diese Mannschaft ein grundsätzliches Mentalitätsproblem hat, dass der Charakter der Mannschaft nicht stimmen würde.

Hält dieser wechselhafte Zustand eines Teams aber über einen längeren Zeitpunkt an, wie dass bei den Westfalen ja der Fall ist, dann kommt man an dieser Frage nicht länger vorbei. Irgendwann werden auch die Spielerden Gedanken zulassen müssen, dass bei ihnen vielleicht irgendetwas in Sachen Einstellung nicht stimmt. Dass das Leistungsvermögen grundsätzlich da ist, das ist ja unstrittig.

Also, was bitteschön stimmt mit diesem Team nicht?

RuhrBarone-Logo

6 Kommentare zu “Immer wieder diese Mentalitäts-Debatte beim BVB

  • #1
    Werntreu Golmeran

    Das liegt an diesem emotionslosen Trainer!

    Würde Herr P…….. wohl sagen, wenn der denn Favre hieße.

  • #2
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    @Werntreu Golmeran: Ist denn Terzic bisher so viel herausragender als Typ? Ist zweifelsohne ein netter Kerl, aber das war Favre ja auch. Ich hatte hier im Blog ja schon in einem anderen Text kürzlich geschrieben, dass der BVB meiner Meinung nach einen Trainer mit deutlich mehr Strahlkraft braucht. Der wird wohl auch bald kommen. Die Frage ist nur, ob der BVB bis dahin alle Saisonziele verspielt hat….

  • #3
    Werntreu Golmeran

    Der beste deutsche Trainer auf dem Markt mit Erstligaerfahrung scheint Jürgen Klinsmann zu sein, die 4 die danach kommen kenne ich nicht, dann kommt für den BVB ein alter Bekannter, Thomas Doll, auf Platz 6, dann irgendwann Bruno Labbadia fast gleich auf mit Klaus Augenthaler und auf Platz 15 der mittlerweile 71jährige Winnie Schäfer.

    https://www.transfermarkt.de/trainer/verfuegbaretrainer/statistik/40/plus/0/galerie/0?land_id=40&wettbewerb_id=alle&seit=alle&punkteschnitt=0+-+3&filtern_nach_punkteschnitt=0%3B3&0=0&3=3&spielklasse=1&plus=0

    Aki Watzke sollte man in die Wüste schicken, oder igendwo in die Pampa, einen schicken Parka hatte er gestern ja schon an.

  • #4
    Walter Stach

    Robin,
    Deine Frage stellen sich viele BVB-Fans.
    Ich auch.
    Ich kann sie nicht beantworten. Und die Antworten zahlreicher sog. Experten sind entweder nichtssagend, sind oftmals altbekannter Phrasen, sind "in sich" nicht schlüssig und haben keinen gemeinsamen Nenner.

    Das Spiel gestern gibt mir jedenfalls erneut einen Grund für meine "Behauptung", daß der BVB in der derzeitigen Verfassung viel, viel Glück brauchen dürfte, um den 4. Tabellenplatz und damit die Champ.lig zu schaffen.

  • #5
    Anton Wieser

    Sicher muss man die Mannschaft kritisieren. Aber ein Can, Haaland oder Delaney haben doch Mentalität. Diese überträgt sich aber nicht auf den Rest der Truppe. Terzic probiert alles aber scheinbar erreicht er die Truppe nicht in dem Maß um über 90 Minuten zu gehen. Gegen Wolfsburg und Leipzig hat es doch auch geklappt. Ich habe den 3. oder 4. Platz noch nicht abgeschrieben und bin überzeugt dass wir im Pokal gegen starke Gegner wie Leipzig oder Wolfsburg auch eine andere Borussia sehen werden. Wie oben beschrieben geht es natürlich auch darum den Herrn Watzke mal zu fragen was er eigentlich vor hat oder auch nicht. Gegen Freiburg haben wir immer gut ausgesehen und werden dort auch gewinnen. Und dann schau mer mal. Heja BVB

  • #6
    Eduard Krassa

    Ich kann mich noch an die Zeit erinnern, als ich (glühender BVB Fan seit 1975) mir ein paar "dreckige" Siege meiner Borussia gewünscht habe. Gestern war es ein "dreckiger" Sieg und ich sagte mir…egal, gewonnen, weiter gehts. Auf welche Idee ich aber überhaupt nicht gekommen bin ist, unsachgemäße Kritik über die Mannschaft oder den Trainer auszuschütten. Ich glaube nicht, dass einer der "großen" Kritiker sich die Belastung unter der alle Spitzenmannschaften Europas gegenwärtig stehen auch nur im Ansatz vorstellen kann. Die Leistungskurven in allen europäischen Ligen zeigen es sehr deutlich. Unsere Mannschaft ist noch sehr Jung. Junge Spieler sind in ihren Leistungen schwankend. Durch die pandemiebedingte Situation wird dieser Effekt noch deutlich verstärkt. Daher müssen wir damit leben. Talente zu entwickeln um den Verein finanziell stabil zu halten hat eben seinen "Preis". Zu Edin Terzic. Was soll der arme Kerl machen? Zum Einen war er die ganze Zeit ein Teil des Systems…so auch offenbar in der Wahrnehmung der Spieler. Zum Anderen hatte er nicht die Chance in der Wintertransferperiode Spieler, die zu seiner Idee passen, zu ergänzen (in der gegenwärtigen Situation ein untragbares finanzielles Risiko). Das einzige, das Edin Terzic bleibt, ist ein behutsames Hinlenken des bestehenden Kaders in Richtung seiner Spielphilosophie. Und das macht er nach meiner Auffassung gut. Also liebe BVB Familie, bleibt auf dem Teppich und geduldig. Ich glaube an die Mannschaft und auch an den Trainer. Und was die Kritik an Zorc und Witzke betrifft…memento 2006…es ist gut kühle Kopfe in den Leitungsetagen zu haben…Träumer haben da nichts zu suchen. Hera BVB

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.