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In eigener Sache: “Versemmelt – Das Ruhrgebiet ist am Ende”


Im Dezember schrieb mich Werner Boschmann, der Chef des Verlags Boschmann-Henselowsky an und fragte mich, ob ich nicht Lust hätte, ein Buch für seinen Verlag zu machen. Ich freute mich sagte sofort zu, denn eine Idee für ein Buch hatte ich schon lange: Seit 1996, damals wurde ich Redakteur des längst verblichenen Stadtmagazins “Marabo” beschäftigte ich mich journalistisch mit dem Ruhrgebiet. Später dann gründete ich mit Freunden die Ruhrbarone und schrieb zahlreiche Artikel über das Ruhrgebiet für die Welt am Sonntag. Die Beschäftigung mit dem Thema zu Anfangs, auch noch zur Zeit der Gründung der Ruhrbarone 2007, von Begeisterung und Idealismus geprägt: Die Idee, dass das Ruhrgebiet zusammenwachsen könnte, vielleicht sogar eine große Stadt werden, war naiv, aber nicht falsch. Bis heute glaube ich, dass es keinen Sinn macht, das über 50 Städte erfolglos nebeneinander herwurschteln und fast ein Dutzend Nahverkehrsunternehmen sich in erster Linie damit beschäftigen, Parteifreunden Vorstandsposten zu sichern und den Transport von Menschen von a. nach b. eher als lästige Nebenaufgabe sehen.

Es gibt ganz viele solche Beispiele – aber eines ist klar: Im Ruhrgebiet wird nichts zusammenwachsen. Die Beharrungskräfte sind zu groß,  man mag sich nicht dem Wettbewerb mit anderen Regionen stellen und macht lieber den Jammerwessi, der nach Geld bettelt. Politiker und Bürger sind sich da  weitgehend einig:  Erfolg ist für beide kein Maßstab.

Ich glaube, das Zeitfenster für Veränderungen hat sich geschlossen. Deswegen der Titel des Buches: “Versemmelt – Das Ruhrgebiet ist am Ende”. Das wunderbare Cover hat der Cartoonist Oli Hilbring gestaltet. Ich bin ihm dafür sehr dankbar. Für 9.90 bekommt ihr also viel zu lesen und einen richtig guten Cartoon!

Am Freitag, 6. September, stelle ich das Buch um 20.00 Uhr  in der Sold Out Gallery, Königsallee 16 in Bochum vor. Das ist gegenüber des Schauspielhauses. Ich würde mich freuen wenn ihr kommt. Und natürlich auch, wenn ihr das Buch kauft. Ihr bekommt es übrigens in jeder Buchhandlung. Daniel Kasselmann hat gesagt, dass seine Besprechung hier am Freitag erscheint. Dann könnt ihr ja nochmal nachlesen, was in dem Buch so drinsteht.

 

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9 Kommentare zu “In eigener Sache: “Versemmelt – Das Ruhrgebiet ist am Ende”

  • #1
    Nina

    Ich glaube in der Mayerschen habe ich es auch schon gesehen. ☀️☀️☀️
    Bin schon gespannt!

  • #2
  • #3
  • #4
    Helmut Junge

    In Berlin hat man sich vor langer Zeit gegen unglaublich viele Widerstände zur Eingliederung angrenzender Städte zu einem gemeinsamen Großberlin durchgesetzt.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9F-Berlin#Gro%C3%9F-Berlin-Gesetz
    Hier gehr das nicht.

  • #5
  • Pingback: Hat das Ruhrgebiet noch eine Chance? Nein. | Ruhrbarone

  • #7
    thomas weigle

    Dass die Bürger um keinen Preis net wollen ist kein Alleinstellungsmerkmal des Ruhrgebiets. Es gab da mal eine "Großstadt" in Mittelhessen namens Lahn-für um die 2 1/2 Jahre in den 70ern. Diese "Großstadt" hatte sogar das KFZ-Zeichen "L", obwohl das eigentlich für Leipzig im Falle eines Falles vorgesehen war. Man hat halt damals nicht mehr an eine Vereinigung beider deutscher Staaten geglaubt. Es waren übrigens auch die Sozis die das "Vereinigungsprojekt" gegen unglaubliche Widerstände durchgedrückt haben. Die Gelben hatten es sich damals wie es ihre Art war und ist, zwischen alle Stühle gesetzt- in ihr Sofa.

  • #8
    Laubeiter

    Sehr geehrter Herr Laurin, ich las diese Woche viel über die Kritik an der Ironie der on-line Sprechweise von Smith und habe mich gefragt, ob Ruhrbarone Ironie als Stilmittel will oder nicht. Mir scheint, dass es für einen Ruhri lustig ist, seinen Pott zu bespötteln, für die Nicht-Ruhris ist es ein billiges Vergnügen, eine vergleichsweise wenig kaufkräftige Region zu hänseln. Was will ich hier loswerden? ‘Versemmelt’ finde ich einen super Titel für ein Buch. Ist dies jetzt ihre Bilanz Ihrer Zeit im Ruhrgebiet? Ist es angemessen, dem Ruhrgebiet einen Nachruf zu schreibe, weil das, was in den anderen Bundesländern und anderswo in NRW glänzt, eben Gold ist, kein Messing wie im Ruhrgebiet? Ich denke, dass das Ruhrgebiet weniger Abwanderung hat als die neuen Bundesländer. Damit hat das Ruhrgebiet für die nächsten Jahrzehnte die Aussicht, weiter Nachwuchs zu haben für alles: Lehrer, Schüler, Bäcker, Ärzte, Journalisten. Mich zieht es zurück.

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