Iran vs. Deutschland: Überzeugung schlägt Marketing

Katar (Symbolbild) Foto: 9591353082 Lizenz: Gemeinfrei

Die iranische Nationalmannschaft sang heute vor dem Spiel gegen England nicht die Nationalhymne. Ein Zeichen der Solidarität mit den Demonstranten in Persien. Das Mullah-TV brach die Übertragung ab. Es gehört als Spieler eines Landes wie dem Iran eine Menge Mut zu so einer Geste. Die Reaktion des iranischen Staatsfernsehens zeigte, dass sie verstanden wurde. Wer so etwas macht, steht für seine Überzeugungen ein.

Anders verhielten sich hingegen die Mannschaften Deutschlands, Englands, Wales, Belgiens, Dänemarks, der Niederlande und der Schweiz: Sie lassen sich von der Fifa zurückpfeifen und verzichten auf das die zuvor wichtigtuerisch angekündigte Tragen der „One-Love“ Kapitänsbinde. Die war offenbar nur ein Teil des Marketingkonzeptes der Verbände und nichts, was ihnen wirklich wichtig oder mit Überzeugungen verbunden war. Die Iraner haben gezeigt, dass Überzeugung Marketing schlägt.

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11 Kommentare

  1. #1 | Werntreu Golmeran sagt am 21. November 2022 um 15:40 Uhr

    Woran es den 26 Kickern des DFB fehlt:

    https://youtu.be/0a0Bjgc1X8I

  2. #2 | Franz Przechowski sagt am 21. November 2022 um 18:18 Uhr

    Eine Schmach, so empfinde ich das Einknicken der europäischen Nationalverbände vor der nackten Erpressung der FIFA und ihren Qatarischen Herrn. Ganz anders zeigen sich die iramischen Spieler. Mutig, ja vielleicht sogar voller Todesverachtung. wer weiß schon, was sie daheim erwartet? Ich schäme mich so

  3. #3 | thomas weigle sagt am 21. November 2022 um 19:23 Uhr

    Machen wir uns nix vor, denn die hier so oft beschworenen Werte des Westens zählen in weiten Teilen der (FIFA)Welt nix. Oder vllt doch? Nämlich die Gier nach immer mehr haben wollen. Und die Politik in Europa schaut doch dem korrupten Treiben, nicht nur in der FIFA, mehr oder weniger tatenlos zu. Was habe ich letzt gelesen? Mehrere 100 Lobbyisten kommen auf einen MdB….

    Letztlich ist die FIFA ein Kind der kapitalistischen Gesellschaft.Ab und an unartig, dann droht man mit dem Zeigefinger oder einer „One-Love-Binde, aber das ist es dann schon gewesen.

    Was für ein Glück für die kapitalistische Gesellschaft,dass die Kommunisten sich als so unfähig erwiesen und lediglich in Sachen moralischer Verwahrlosung auf Augenhöhe mit dem kapitalistischen Klassenfeind waren

  4. #4 | Arne sagt am 21. November 2022 um 20:06 Uhr

    Katar betreibt Sportswashing und entlarvt dabei das Pinkwashing des europäischen Männerfußball. Mehr muss man dazu nicht sagen.

  5. #5 | Walter Stach sagt am 21. November 2022 um 20:18 Uhr

    Thomas Weigle,

    a.(
    was zählen denn die sog. westichen Werte im sog. Westen??

    b.)
    Im Profifußball geht es um Umsatzsteigrungen und Gewinnmaximierungen. Das gilt auch für die FIFA. Mit der WM in Katar schafft sie nicht nur den bsiher höchsten Umsatz einer WM, sondern erzielt auch den mit Abstand höchsten Gewinn. Davon profitieren die Mitgliedsverbände der FIFA. letztendlich auch die Profivereine und ihre Spieler, Alles Andere zählt letztendlich nicht. Wer Gegenteiliges angenommen hat, lebt in einer irrealen Welt.
    (Korruption ist insofern systemimmanent).

    c)
    „Die One-Love-Binde“ ?
    Ein Schmierentheater seitens aller Beteiligten.

    d)
    Ich habe mir so eben das Spiel England-Senegal angesehen. Meine „Schul-“ Note für dias Gezeigte: 2, 5, Ich werde mir nicht alle, aber noch einige weitere Spiele ansehen. Ich bin mir sicher, davon werden einige Leistungen von mir noch besser beurteilt werden. können. Darüber wird zu diskutieren sein. Ich befürchte, daß die Leistungen der DFB-Auswahl nicht zu denen gehören werden, die herausragen.
    Wer stattdessen wegen der WM bzw. aus deren Anlass über den Respekt vor den sog. westlichen Welt in Katar, in der arabischen Welt und darüber hinaus zu lamentieren gedenkt, der soll sich darin weiterhin ausleben und sich dabei wohlfühlen in einer Welt „geheuchelter westlicher Werte“, in der es umfassend an Respekt -des Einzelnen, der Mehrheitsgesellschaft- gegenüber jedem (!!) anderen Menschen als einem Wesen mit einer unantastbaren Würde mangelt. Daran ändern gegenteilige Bekundungen z.B. aus Anlass einer Fußball-WM nichts.
    Sie sind für mich vielmehr „dokumentierte“ Heuchelei.

  6. #6 | Suwarin sagt am 21. November 2022 um 23:20 Uhr

    Dieses Jahr bin ich Fan der iranischen Mannschaft.

  7. #7 | thomas weigle sagt am 22. November 2022 um 00:02 Uhr

    @ Walter Stach Wie gesagt,in Sachen moralischer Verwahrlosung war das kommunistische System auf Augenhöhe mit dem unsrigen.. Dieses System hat der ehemalige hochrangige Klaturist i#Michail Voslensky seinen Büchern ausführlich beschrieben,von denen eines passenderweise „Nomenklatura“ heißt.Für kleines Geld im Internet zu haben.

    Und wasdie Werte angeht,die hier so oft beschworen werden, tja,was sollich sagen….

    Eines ist jedenfalls klar,der unselige Infantino ist ein Kind dieser Werte,so wie der Profifußball auch.

    Und was die DFB-11 angeht,die wollen ja den fünften Stern. Die werden sicher reichlich fünf Sterne mitbringen: auf den Rechnungen für Unterkunft usw,aber nicht den einen heiß begehrten, schmunzel.

  8. #8 | Jochen sagt am 22. November 2022 um 09:31 Uhr

    @ thomas weigle

    Kommunisten in Katar? So wie Schweine im Weltall?

    Das Schweine-System, dass uns Fußball in Katar beschert hat, ist doch wohl eindeutig „Freier Westen“, „Westliche Werte“, überhaupt, „das beste System, das es je gab“ (war das jetzt ein Zitat von Stefan Laurin?)

  9. #9 | thomas weigle sagt am 22. November 2022 um 14:57 Uhr

    @Jochen Selbstverständlich sind die Katarie Kommunisten,schließlich ist für jeden Katari das kommunistische Endziel verwirklich: „Jeder nach seinen Fähigkeiten,jeder nach seinen Bedürfnissen.“(Kalle Marx)

  10. #10 | Werntreu Golmeran sagt am 24. November 2022 um 00:41 Uhr

    Ich hab heute nur bis zum Anpfiff geschaut. Wäre Neuer mit der Regenbogenbinde aufgelaufen, hätte ich weiter geschaut. Vielleicht auch, wenn die Hand vor dem Mund bei der Nationalhymne gekommen wäre. Die Geste ausserhalb des FIFA-Live-Signals nur für die Kameras der ARD und der Fotografen war mir dann doch ein wenig homöopatisch. Der Wortbeitrag von Neuer nach dem Spiel war da schon etwas besser.

    So wie das Protestchen muss dann ja auch das Spiel gewesen sein. Es fehlten in den entscheidenden Momenten die Ei….

    Durch die Niederlage hat die Mannschaft jetzt noch zweimal die Chance ihre Ehre zu retten. Wenn man gegen Spanien gewinnt im sportlichen Bereich. Und wenn man verliert, können Neuer und Co. im Spiel gegen Costa Rica – ohne sportlich noch etwas zu verlieren – auflaufen, wie sie wollen. Mit Regenbogenbinde und wenn sie richtig cool wären, mit Lippenstift Rouge und Kajal. Und selbst wenn sie mit drei Niederlagen mit dem historisch schlechtesten Ergebnis bei einer WM ausscheiden würden, könnten sie so noch positiv nicht nur in die Fussball-Geschichte eingehen.

    Ich persönlich glaube, dass die Entscheidung des DFB, vor der FIFA eimzuknicken, zu der Niederlage heute beigetragen haben könnte. Das war ein Zeichen der Schwäche, das man den Jungs da eingebrannt hat. Wenn man wirklich Weltmeister werden will, sollte man auch den Mut und das Vertrauen haben, die Mannschaft entscheiden zu lassen, wie sie auf die Repressionen der FIFA und der Kataris reagiert.

    Fussballerisch kann ich durchaus nachvollziehen, dass Flick gegen Japan Gündogan und nicht Goretzka von Beginn hat spielen lassen. Psychologisch und von der Mannschaftsdynamik her, hätte ich allerdings Goretzka spielen lassen.

    Goretzka hat nicht nur auf dem Platz immer wieder gezeigt, dass er bereit ist, Verantwortung zu übernehmen, er hat auch bei der ZDF-Doku als Einziger den Mut gehabt, klar und eindeutig Stellung zu nehmen und auch seinen eigenen Arbeitgeber deutlich zu kritisieren. Gündogan ist dem gegenüber vielleicht der filigranere Mittelfeldmann, aber wenn es um Haltung geht, weniger überzeugend.

    Wer etwas gewinnen will, muss auch etwas riskieren und auch von sich überzeugt sein. Der Erfolg bei der WM 1974 hat wahrscheinlich auch damit zu tun, dass sich Beckenbauer, Netzer, Breitner, Oversth und Co. damals in Malente gegen Schön und Neuberger durchgesetzt haben.

    https://www.t-online.de/sport/fussball/id_83849776/streit-um-wm-praemien-in-malente-1974.html

    Und auch die zweite Glanzzeit von Bayern München begann 1979 mit einer Emanzipation der Spieler um Breitner und Rummenigge und dem Jung-Manager Hoeneß gegenüber dem Bayern-Vorstand Neudecker, der schon einen Vertrag mit Max Merkel unterzeichnet hatte, dann aber akzeptieren musste, dass die Spieler lieber mit dem Co-Trainer Pal Csernai ihre eigenen Visionen durchsetzen wollten.

    https://www.bundesliga.com/de/bundesliga/news/der-merkel-putsch-fc-bayern-muenchen.jsp

  11. #11 | Walter Stach sagt am 24. November 2022 um 13:59 Uhr

    Werntreu Golmeran,

    nach dem verloren Spiel der DFB – Auswahl, das ich mir im Gegensatz zu Ihnen, ganz angesehen habe hat sich meine relative Gleichgültigkeit gegenüber der WM insgesamt gefestigt. Das gilt auch gegenüber der DFB-Auswahl, die für mich schon seit mindestens einem Jahrzehnt weder Anlass zu besonderem Ärger, noch zu besonderen Freude ist. Deshalb schaffe ich es auch emotional nicht, mir sonderlich Gedanken über das Warum der Niederlage gegen Japan zu machen, mich z.B. mit Ihren Überlegungen dazu näher zu befassen.. Letzteres gilt auch für das „politisch-moralische“ Getöse „rund um die WM in Katar“ nebst FIFA, Infantino, Armbinde „Hände vor dem Mund“ usw,

    Als immer noch begeisterungsfähiger Fußball-Fan habe ich mich gestern wohl noch rechtzeitig entschieden, mir zumindest das Spiel Spanien gegen-Costa-Rica verspätet, aber immerhin noch für ca. 6o Minuten anzusehen. Die spanische Mannschaft hat mich begeistert!!! Fußball kann also , wie von den Spanien gestern zelebriet, immer noch und immer wieder eine sehr, sehr schöne Sache sein, zumindest für alldiejenigen, die diesen Sport als solchen „lieben“.

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