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Kachelmann – Opfer oder Täter?

Seit Tagen schaukelt die Story von Jörg Kachelmann, dem Vergewaltiger, durch die Gazetten. Wer ist schuld, wer hat Recht. Ich kann da eigentlich nichts zu sagen. Ich hab keine Ahnung, wie alle anderen auch. Ich wollte zu diesem Thema auch nichts sagen. Aber jetzt habe ich den dritten Tag in Folge Schlagzeilen zu Wetterfrosch Kachelmann gelesen. Die einen betreiben Distanz-Psychologie, die anderen schütteln die Angehörigen.

Mir geht bei der Nummer eine Sache durch den Kopf. Eine persönliche. Und zwar hatte ein guter Kumpel von mir vor ein paar Jahren eine ziemlich durchgeknallte Freundin.

Zunächst machte die Dame einen völlig normalen Eindruck. Sie war nett, belesen und dazu noch hübsch. Nur wurde im Laufe der Zeit ein Wahn sichtbar, der erst Monate nach Ende der Beziehung in seiner ganzen Konsequenz zu begreifen war. Diese Frau hatte sich komplette Beziehungen ausgedacht. Und andere Beziehungen verleugnet. Sie hat es gebracht, ihren Bekannten jahrelang eine Liebschaft mit einem im Ruhrpott bekannten Theaterregisseur vorzugauckeln. Ohne dass der Mann die Frau überhaupt näher kannte. Da war alles gespielt. Selbst die späten nächtlichen Treffen. Der Regisseur wurde später sogar von Leuten beschimpft, die ihn nicht kannten, weil er mit der Frau so schlecht umgegangen sei. Dabei fand das alles nur im Kopf der Frau statt. Unglaublich.

Diese Frau hat später auch meinen Kumpel verarscht. Zwar war sie noch mit ihm zusammen, hatte aber auch gleichzeitig eine Liebschaft mit einem anderen Kerl. Sie führte beide Beziehungen gleichzeitig, ohne dass die beiden Jungs was voneinander wussten. Die Dame spielte beiden monatelang vor, sie seien die einzigen in ihrem Herzen. Erst als mein Kumpel bei ihr einzog und der andere Vogel das auch wollte, flog die Nummer auf.

Jetzt wieder zu Kachelmann. Es könnte ja sein, dass der Wetterfrosch auch an so eine geraten ist. Seine Mitarbeiter wussten offenbar nichts von der Frau. Gut, müssen sie ja auch nicht. Kann ja auch sein, dass Kachelmann tatsächlich mit ihr zusammen war, eine Zeit oder auch länger. Offenbar haben Leute in Schwetzingen die beiden ja auch regelmäßig gesehen. Wie Nachbarn sagen, wie Restaurantbetreiber sagen.

Aber gab es eine Vergewaltigung? Huhhh…. Ich wäre da sehr vorsichtig.

Derzeit kümmern sich staatliche Ermittler um den Verdacht. Und nur die können das am Ende mit der besten Wahrscheinlichkeit sagen. Die Ermittler haben Erfahrung und zudem alle Informationen und das richtige Instrumentarium, der Wahrheit nahe zu kommen.

Alle anderen sollten sich mit Vermutungen und Vorverurteilungen zurückhalten. In alle Richtungen.

Genauso wenig muss nämlich auch die betroffene Frau und vielleicht auch Geliebte von Kachelmann so eine Verrückte wie die Dame meines Kumpels sein. Sie kann auch einfach ein Opfer sein, dass unter dem Wetterfrosch gelitten hat, der nicht öffentlich zu ihr stehen wollte und der sie am Ende vergewaltigt hat. Das kann sein. Ich hab keine Ahnung.

Wir alle wissen weder das eine noch das andere. Zum Glück gehen die meisten Medien auch sehr vorsichtig mit einer Vorverurteilung um. Fast alle setzen Fragezeichen in ihre Berichterstattung.

Wir können nur den beauftragten Staatsanwälten und Polizisten vertrauen. That’s it.

Das Bild zeigt Kachelmann im jahr 2008. René Mettke hat es gemacht und über wikimedia verbreitet. Das Bild steht unter GNU Free Documentation License für Creative Commons:

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29 Kommentare zu “Kachelmann – Opfer oder Täter?

  • #1
  • #2
    Torti

    Das was Du beschreibst sind die typischen Verhaltensweisen eines Menschen mit der Borderline-Störung. Die ziehen in Beziehungen alle Register von Wut, Stalking und Verleumdung. Ich war mehrere Jahre in einer Selbsthilfegruppe für Angehörige von Menschen mit dieser Störrung. Einige der Mäner dort waren wegen Verleumdungen auch mit dem Vorwurf der Vergewaltigung konfrontiert oder sogar verurteilt worden, oder wurden wegen Selbstverletzungen ( auch typisch für Borderliner ) wegen häuslicher Gewalt angezeigt.

    Ob das bei Kachelmann auch so ist, da wäre ich sehr vorsichtig.
    Aber wenn dann Gnade ihm Gott.

    Wenn er tatsächlich ein Vergewaltiger ist verschwindet er zurecht in der Versenkung.

    Letztlich kann man nur auf das System der Rechtsprechung vertrauen.

  • #3
    Ruhrbaroneleser

    Lieber David,

    das war leider der überflüssigste Artikel, den ich bisher bei den Ruhrbaronen gelesen habe. Denn selbst, wenn es sich bei dem mutmaßlichen Opfer um eine Frau mit einer psychischen Störung handeln würde, wäre er problematisch. Wenn nicht, dann können solche Spekulationen ein Opfer wirklich tief treffen. Kauf dir doch mal so ein kleines Heftchen und schreibe “Tagebuch” vorne drauf – das wäre der richtige Ort für solche Überlegungen über persönliche Erfahrungen im Bekanntenkreis, an die du denken musst, wenn du Artikel bei bild.de oder stern.de liest.

    Nix für ungut, ihr macht hier tolle Arbeit – aber weil ruhrbarone.de kein belangloses blabla-Blog ist, gehören solche völlig aus der Luft gegriffenen und unrecherchierten Überlegungen, die zudem noch Vorurteile schüren können, hier meiner Meinung nach nicht hin.

    Grüße aus der Ruhrstadt!

  • #4
  • #5
  • #6
    Bert

    Die Staatsanwälte wissen, dass sie mit einem Haftbefehl gegen Kachelmann dessen Leben ruinieren können. Sie nehmen das in Kauf um ihrer Karriere Willen. Macht sich doch gut im Lebenslauf: Kachelmann vernichtet.

    Wie wärs denn mit einer Vernehmung vor der Verhaftung gewesen ? Ist doch auch möglich.

    Wegen Fluchtgefahr brauchen die sich doch keine Sorgen machen. Wohin sollte der denn? In die Schweizer Berge?

    Die ganze Sache ist doch höchst suspekt !!!

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  • #9
    Robert Koop

    Das JK-Verfahren ist seltsam. Polemisch könnte man sagen, es ist “baden-württembergisch rechtsstaatsrustikal”. Denn es geht ja jetzt nicht um Schuld oder Unschuld von JK sondern um seine Untersuchungshaft. U-Haft soll bekanntlich nur die ordnungsgemäße Durchführung eines Strafverfahrens sicherstellen. Mehr nicht.
    Rechtsstaatliche U-Haft setzt einen Haftbefehl voraus. Für einen solchen U-Haftbefehl braucht es bekanntlich drei Dinge:
    1. Zunächst einen Richter, der unterschreibt. Ein Staatsanwalt findet den im Zweifel immer, allemal dann, wenn er dem Richter -wie es einem weit verbreiteten Brauch entspricht- einen fertig formulierten Haftbefehl zuschickt, den dieser nur zu unterschreiben braucht.
    2. Dann braucht man “dringenden Tatverdacht” wegen einer Straftat. Einfacher Verdacht reicht also nicht; es muss ein “dringender” Verdacht, also deutlich dicker sein. Das scheint hier der Fall zu sein. Verdacht heißt dabei übrigens weder Gewissheit noch Sicherheit. Beides kann es erst nach einem Gerichtsverfahren geben!
    3. Schließlich muss ein Haftgrund vorliegen. Derer gibt es drei. Wiederholungsgefahr, die hier nicht vorliegt; Verdunkelungsgefahr – also das unlautere Einwirken auf Sach- oder Personenbeweise; daran fehlt es auch. Fluchtgefahr (oder gar Flucht) ist der meist verbreitete Haftgrund. Derlei soll bei JK vorliegen, “weil er Schweizer ist und in der Schweiz wohnt”. Die Rückkehr an einen festen Wohnsitz im Ausland ist aber keine Flucht, wie längst eine Reihe von Oberlandesgerichten entschieden haben. Abgesehen davon halte ich es für völlig anachronistisch, im dritten Jahrtausend jemanden hier in Haft zu nehmen, nur weil er Schweizer ist und 150km entfernt in der Schweiz wohnt. Das ist eine nationalistische Rechtsprechung, die unzeitgemäß und unmenschlich ist.
    Ich frage mich, warum man die Problematik nicht durch eine Sicherheitsleistung lösen will. Soll JK doch ordentliche Kaution anbieten und vereinbaren. Dann kann er sich im weiteren Verfahren als freier Mann verteidigen.

  • #10
    syberia

    Teile ebenfalls die Meinung von Ruhrbaronleser. Was hängen bleibt von diesem Artikel ist doch “Ich kannte da auch mal so eine Durchgeknallte…”. Wenn man keine Ahnung hat, sollte man dem Ratschlag von Dieter Nuhr folgen.

  • #11
    otomo

    Ruhrbarone stellt sich vor Kachelmann und sagt: Die hat das doch alles bloß erfunden!

    Das ist die wenig subtile Essenz dieses Artikel.

    Finde ich ekelhaft.

  • #12
    vomWestenaus

    Nein keineswegs; die Ruhrbarone stellen sich keineswegs vor Kachelmann. Der Artikel stellt lediglich klar, dass das Leben wesentlich vielschichtiger ist, als es in der Bildzeitung dargestellt wird und man mit einer Wertung abwarten sollte.

    Einiges mag zwar nicht politisch korrekt sein und vielleicht auch unrecherchierte Überlegungen, doch wem das nicht passt, sollte direkt zur FAZ oder ähnlichem greifen und die Freiheit der persönlichen Meinung anderen überlassen.

  • #13
    David Schraven Beitragsautor

    @ Otomo

    offensichtlich haben Sie den Text nicht gelesen oder nicht verstanden.

    Die “Essenz” des Textes ist:

    vielleicht hat die Frau die Tat erfunden – es gibt so Fälle, in denen Frauen so etwas machen

    vielleicht ist aber auch Kachelmann ein mieser Vergewaltiger, der seine Geliebte schwer mißbraucht hat.

    Wir wissen es nicht. Niemand weiß das.

    Wir können uns kein Urteil erlauben.

    Wir müssen auf die Ermittler vertrauen.

    Das ist nicht ekelhaft, sondern die Realität.

    Nur in einem Punkt haben Sie fast recht.

    Ich stelle mich insofern vor Kachelmann, dass ich für Zurückhaltung in der Verurteilung plädiere.

  • #14
    Matthias

    Sucht Euch nochmal die damalige Sache mit Andreas Türk raus – der wurde auch wegen Vergewaltigung angeklagt – es stellte sich dann aber heraus, dass die Frau völligen Müll von sich gegeben hat und scheinbar auch ziemlich wirr im Kopf war!

    Türk wurde freigesprochen – wegen erheblichen Mangel an Glaubwürdigkeit – seitens der Frau!

    Und die Hetz-Zeitungen wie Bild etc. haben ihn gnadenlos in die Reihe der Vergewaltiger geschoben!

    Türks Karriere war danach vorbei (obwohl unschuldig)

    Lest es Euch mal selbst durch – da kann man nur noch das Kotzen bekommen!

    http://www.bildblog.de/die-verlorene-ehre-des-andreas-tuerck/

  • #15
    otomo

    Ich habe den Artikel gelesen und verstanden.

    Es stimmt: Niemand kann aktuell wissen wie die Wahrheit in dem Fall gelagert ist.

    Deswegen wäre es schlauer mit irgendwelchen Kommentaren und Äußerungen zu warten bis gesicherte Erkenntnisse vorliegen. Das Bild und Co diesem Ethos nicht verpflichtet sind ist nicht neu. Neu ist mir aber das hier auf ähnlichem Nivau publiziert wird.

    Da der Autor des Artikels im Prinzip nichts weiter beizutragen hat, als das er nen Kumpel hat, der mal an eine psychisch labile Frau geraten ist hätte er besser geschwiegen.

    So bleibt als Essenz eben doch nur Stimmungsmache in die andere Richtung.

    Wenn bei der katholischen Kirche oder im Sportverein mal wieder ein Mißbrauch an Minderjährigen publik wird schreibe ich auch nicht, das es auch Fälle gegeben hat, in denen sich die Kinder das alles ausgedacht haben.

    Dabei geht es auch nicht um “politische Korrektheit” (ein übrigens gern von Rechtsextremen gebrauchter Terminus), sondern schlicht um Anstand und Respekt.

  • #16
    otomo

    @David Schraven:

    Mir zu unterstellen ich würde mir die Zeit nehmen ihren Artikel zu kommentieren ohne ihn gelesen zu haben ist oder bloß zu blöd sein ihn zu verstehen ist außerdem unterste Schublade.

    Ich hoffe Sie haben nicht eine ähnliche Meinung zu all den Lesern von Ruhrbarone.

  • #17
    David Schraven Beitragsautor

    @ Otomo

    scheinbar kommen meine Worte nicht bei Ihnen an.

    Ich habe keine Stimmung gemacht. Ich habe nur festgestellt, dass alles anders sein kann, als man sich das denkt.

    Wenn Sie daraus machen, wir würden uns vor Kachelman stellen. Ist das Quatsch. Es zeigt nur, wie wenig Sie abstrahieren können. Für Sie steht scheinbar schon alles fest.

    Das zeigt auch ihr Vergleich mit den Missbrauchfällen in der Kirche oder in der Odenwaldschule.

    Sie haben das wohl nicht begriffen.

    Und Sie haben recht, so denke ich nicht von allen Lesern.

  • #18
    otomo

    Was soll ich an ihrem Artikel denn bitte abstrahieren? Das Ihre rein allgemeine, völlig neutrale Anekdote über einen Kumpel, der mal an die falsche Frau geriet, nichts mit dem Fall Kachelmann zu tun hat?

    Oder das sie den Fall Kachelmann zum Anlaß nehmen, mal generell darüber zu reflektieren, das auch Männer Opfer von Frauen sein können?

    Oder daß sie es verwerflich finden Menschen vorzuverurteilen?

    Sind sie so naiv und glauben, das Ihr Einwurf von der kaputten Freundin des Kumpels im Kontext dieser Vergewaltigungsanschuldigungen nicht bei dem Leser suggeriert, es könnte ja auch bei der Ex vom Kachelmann der Fall sein? Dann unterschätzen sie aber Ihre eigene Macht als Autor.

    Am Ende des Artikels schreiben Sie:

    “Wir können nur den beauftragten Staatsanwälten und Polizisten vertrauen.”

    Interessanterweise sind es ja gerade diese Instanzen, die sich nicht gerade neutral verhalten. Von dieser Seite gibt es doch die Meldungen a la “Wir haben keinen Grund an der Aussage der Frau zu zweifeln”, die von Bild & Co ausgeschlachtet werden.

    Ich kann sehr gut abstrahieren. Meine Auffassungsgabe ist auch noch einigermaßen in Ordnung. Wenn Sie beides in Frage stellen, weil ich Ihren Artikel kritisch kommentiere, sollten sie vielleicht ihre Artikel nicht ins Netz stellen.

  • #19
  • #20
    philipp

    hier muss einmal gesagt werden, dass david schraven keineswegs etwas suggeriert und schon gar nicht offensiv partei für jörg kachelmann ergreift.

    das einizige, was er sagt (und jetzt hören sie bitte gut zu otomo), ist, dass man gegenwärtig weder für noch gegen herrn kachelmann sein kann, da man ganz einfach nichts weiß und aus diesem grund auch nur blöde, gefährliche spekulationen anstellen könnte.

    leider spekulieren manche medien zurzeit aber ganz schön viel über die vermeintliche vergewaltigung. david schraven wollte vielleicht mit blick auf diese journalisten sagen, dass es sich empfiehlt, vorsichtiger zusein. aber wie gesagt: keine verteidigung des herrn k.!

  • #21
    2te Reihe

    “Ich kann da eigentlich nichts zu sagen. Ich hab keine Ahnung, wie alle anderen auch. Ich wollte zu diesem Thema auch nichts sagen.”

    Tja, hättest Du es mal dabei belassen. Wenn man sich von der Präjudiz und Impertinenz der Boulevard Presse genötigt sieht, Analogien im Umfeld zu bemühen, …. Schade, hast Du eigentlich nicht nötig. Genau so wenig wie die Claquere, die hier den “Hörgutzu” Imperativ bemühen.

  • #22
    vomWestenaus

    @otomo

    “Dabei geht es auch nicht um “politische Korrektheit” (ein übrigens gern von Rechtsextremen gebrauchter Terminus), ….”

    -> klassisches Eigentor.

    Ich denke, dem ist nichts hinzu zu fügen.

  • #23
    Herr Klein

    Guter und imho neutraler Artikel der einfach nur sagt: “Halt Leute. Was wissen wir wirklich über die Sache? Fast nichts. Kachelmann kann schuldig oder unschuldig sein. Voher sollten wir alle aufhören zu spekulieren.”

  • #24
    Michael Kolb

    Auch ich hatte mir gedacht, daß der Artikel “hier” vielleicht nicht sooo glücklich wäre. Dann habe ich die Sache aber ein wenig sacken lassen.

    Selbst wenn die Barone angetreten sind, ein Nachrichtenblog zu sein, so ganz ohne “Meinung” geht das irgendwie nicht. Selbst ein Nachrichtenblog ist immer auch Meinungsblog. Teil des Kunstwortes “blog” ist immer noch “log”, also Tagebuch, von daher kann ich es nicht nachvollziehen wenn David nahegelegt wird, sich ein solches zuzulegen (auch wenn ich selber nur zum Besitz eines Moleskine raten kann).

    Gerne werden blogs ja auch als “Gegenöffentlichkeit” wahrgenommen, als Instanz, die veröffentlicht und auspricht, was in den “etablierten Medien” (gruseliges Konstrukt) verschwiegen und verheimlicht wird. Aber genau das wird doch hier getan, warum David deshalb also an die Karre fahren?

    Abgesehen davon empfinde ich den Text als objektiv, neutral und fair… wenn auch nicht unbedingt politisch korrekt und genau da liegt vielleicht der Hase im Pfeffer, wenn gegen David gewettert wird.

  • #25
    2te Reihe

    Lieber Michael Kolb,

    gerne Pluralismus. Gerne Veröffentlichung von verheimlichten und verschwiegenen “Wahrheiten”. Gerne Kampf gegen Vorverurteilung. Deutlich weniger gerne emotionale Schilderungen von schicksalsgebeutelten Freunden, die von “einer Frau verarscht wurden” und solch “objektive, neutrale und faire Internettagebucheinträge”, die für mich zur Mißdeutung einladen und dann ggfs in einer Moleskine besser aufgeben scheinen.

  • #26
    David Schraven Beitragsautor

    Hi Michael,

    ich bin nicht angetreten, um ein Nachrichtenblog zu machen. Ich will hier auch mit Darstellungformen spielen und mit verschiedenen persönlichen Elementen. Ich experimentiere.

    Aber danke, dass Du über die Geschichte zweimal nachgedacht hast.

  • #27
    die kapitänin

    Dieser Artikel bedrückt mich. Er ist so unter dem Niveau der Ruhrbarone, dass es schmerzt. Zudem hat er keinerlei Mehrwert für den Leser und hat BILD-Niveau. Was mich wirklich wundert: Bislang habe ich noch keinen einzigen Artikel oder Kommentar gelesen, der Mitleid mit dem vermeintlichen Opfer hat. Immer ist vom armen Herrn Kachelmann die Rede, und dass seine Karriere nun zu Ende sei, so oder so. Die Frau wird wahlweise als Stalkerin, Durchgeknallte oder rachsüchtige abgelegte Geliebte bezeichnet. Tatsache ist, dass U-Haft nicht aus Jux und Dollerei verhängt wird, da muss die Möglichkeit einer Verurteilung sehr wahrscheinlich sein. Gegen Herrn Kachelmann wird ja auch, wie jetzt bekannt wurde, wegen Körperverletzung und noch Schlimmerem ermittelt: Er soll seiner Ex-Geliebten ein Messer an die Kehle gehalten haben. Einschlägige Verletzungen sind von der Gerichtsmedizin dokumentiert. Kann sie sich natürlich auch selber beibgebracht haben, ich weiß, und die blauen Flecken sind Spuren von freiwilligen Sado-Maso-Spielen beim Sex, alles denkbar. Nur – was hat das alles mit dem Ruhrgebiet zu tun???

  • #28
    Nasenbold

    Der Artikel ist garnicht so schlecht, Borderline hin oder her (ich habe damit auch so meine eher sehr schlechten Erfahrungen..).

    Was mir immer auffällt ist dass für die meisten Frauen die Schuld von Kachelmann festzustehen scheint (und dementsprechende Stimmungsmache).

  • #29
    Christian Alexander Tietgen

    Frauen, die sich so verhalten, sind krank und ihnen muss geholfen werden. Sie machen das ja nicht, weil sie Männer fertigmachen wollen, sondern weil sie eine gestörte Wahrnehmung haben. Sie empfinden das als völlig normal und womöglich als real. Ich würde mich sehr zurückhalten, seltsame Verhaltensweisen als bösartig zu deuten. Die gefährlichsten Menschen sind immer die, die völlig gesund scheinen. Denen werden dann zum Beispiel die Kinder anvertraut, die sie dann sexuell missbrauchen und ermorden. Wer dagegen ein für die meisten Menschen unverständliches Verhalten an den Tag legt, wird nur Missvertrauen erwecken und keinem schaden können. Nun schien diese Frau auch erst völlig normal. Wenn ihr Interesse gewesen wäre, deinen Freund fertigzumachen, hätte sie sich aber anders verhalten, etwa ihn am Traualtar stehen lassen oder per SMS Schluss gemacht. Dann hätte sie ihn vor allen Leuten lächerlich gemacht, so dagegen ist sie doch die, von der alle schlecht reden. Ich glaube eher, dass die Frau ernsthaft psychisch gestört war. Daher halte ich es für unangebracht, so über sie zu urteilen. Wenn jemand durchgeknallt ist, heißt das auch, dass er glaubt, er wäre alleine auf der Welt und die Folgen seiner Taten nicht durchschaut. Natürlich empfindet dein Freund ihr Verhalten als schrecklich. Sie selbst wird aber wahrscheinlich gar nicht gewusst haben, dass er das so empfinden würde. Man denkt vielleicht, dass es noch umso schlimmer ist, wenn sie dazu noch kein Einfühlungsvermögen hat. Da denkt man aber falsch. Denn es ist ja wohl noch viel schlimmer, wenn jemand es vollbringt, jemanden gezielt fertigmachen, weil er genau weiß, wie schlecht der andere sich fühlen wird. Ich finde es da weniger schlimm, wenn er zwar nur auf sein eigenes Wohlbefinden aus ist und dafür manchmal auch anderen schadet, aber sich nicht daran aufgeilt, wenn es anderen schlechtgeht. Sowas ist wirklich schlimm, viel schlimmer, als sich eine Beziehung auszudenken.

    Ich finde es erschreckend, wie selbstverständlich man Menschen als verrückt oder durchgeknallt bezeichnet, ohne über die psychologischen Hintergründe Bescheid zu wissen. Ich mache dir da keinen Vorwurf, weil es da den meisten Leuten so geht. Das ist der Grund, warum Kranke und Behinderte noch heute ausgegrenzt werden. Man wendet auf sie die gleichen Maßstäbe an wie auf gesunde Menschen und hält sie dementsprechend für unmoralisch oder dumm. Sie sind aber nur anders. Und wenn man auf sie zugehen würde und sie zu sozialverträglichen Menschen machen würde, wäre beiden Seiten mehr geholfen als wenn man ihnen alles Schlechte der Welt zuschreibt.

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