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Kampf der Religionen – oder doch nur ein Milieu-Problem?

Es ist ein heikles Thema, das immer wieder tabuisiert wurde. Und das aus gutem Grund. Zu schnell haben ewig Gestrige das Thema instrumentalisiert und grenzdebile Parolen geschwungen. Aus Angst vor den Rechten hat die politische Elite daher das Thema vermieden. Nun entpuppt sich diese Strategie als Bumerang: Offenbar gibt es einen Zusammenhang zwischen Religionszugehörigkeit und Gewaltbereitschaft.

Konkret lässt sich die Studie, die aus einem Forschungsprojekt des Bundesinnenministeriums und des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) hervorgegangen ist, auf einen Nenner bringen: Je größer die Bindung junger Männer an den Islam ist, desto größer ist ihre Gewaltbereitschaft. Zudem nehme mit der Religiosität auch die Akzeptanz von Machokulturen und die Nutzung gewalthaltiger Medien zu. Es ist inzwischen der zweite Bericht zu diesem Thema – und deckt sich teilweise mit der Kriminalstatistik, derzufolge die Zahl der Straftaten von Tätern mit Migranten-Hintergrund steigt.

Als Erklärungsansatz ziehen die Autoren Befunde des türkischstämmigen Religionswissenschaftlers Rauf Ceylan heran. Dieser hatte festgestellt, dass die Mehrheit der Imame in Deutschland den Rückzug in einen konservativen Islam fördert. Die meisten Geistlichen seien nur zeitweise in Deutschland, könnten kein Deutsch und deshalb keine positive Beziehung zur deutschen Kultur aufbauen. Für sie sei die Dominanz der Männer selbstverständlich. Verantwortlich für die Phänomene sei nicht der Islam selbst, meinte der zuständige Studienleiter Pfeiffer: „Das ist kein Problem des Islam, sondern der Vermittlung des Islam.“ Damit rückt er vorschnelle religiöse Urteil zurecht, die einen Kampf der Religionen sehen, anstatt tiefer zu blicken.

In dem Forschungsprojekt wurden im Zeitraum 2007/2008 bundesweit in 61 Städten und Landkreisen rund 45 000 Schülerinnen und Schüler der neunten Klasse befragt. Ein Schwerpunkt war die Frage, wie sich die Zugehörigkeit zu einer Religion und die persönliche Religiosität auf die Einstellungen und Verhaltensweisen von 14- bis 16-Jährigen und insbesondere auf die Integration junger Migranten auswirken. Das Ergebnis: Während junge Christen mit steigender Religiosität weniger Gewalttaten begehen, ist bei jungen, männlichen Muslimen das Gegenteil der Fall. Junge Migranten ohne Konfession seien am besten in die deutsche Gesellschaft integriert. Sie würden zu 41,2 Prozent das Abitur ansteuern. Bei jungen Muslimen sei dies anders: Sie strebten zu 15,8 Prozent den Abiturabschluss an, hätten zu 28,2 Prozent deutsche Freunde und fühlten sich zu 21,6 Prozent als Deutsche.

Gerade im Ruhrgebiet dürfte diese Studie, auch mit Blick auf die Turbulenzen beim Moschee-Verein in Duisburg, für neue Diskussion sorgen. Die Zahlen sind, das muss ich zugeben, erschreckend. Ob sie wirklich belastbar sind, kann ich nicht beurteilen. Für mich stellt sich aber die Frage, ob es sich hier nicht eher um ein Milieu-Problem handelt – also die sozioökonomischen Faktoren eine Rolle spielen, die ferne vieler Migranten-Haushalte zum Bildungsbürgertum und die geringen Aufstiegsmöglichkeiten, die junge Muslime hier in Deutschland haben, die eben aus einem Elternhaus kommen, das auf Hartz IV angewiesen ist und ein post-modernes Männerbild besitzt.
Bin gespannt, was der Shooting-Star der CDU, Integrationsminister Armin Laschet, der garde fulimant unter die Buchautoren gegangen ist, aus dieser Studie macht. Oder ob er sich wie die letzten fünf Jahre auf verbales tabuisieren des Themas konzentriert und damit weiterhin notwendige Entscheidungen verschleppt. Die Studie zeigt, dass diese Strategie gescheitert ist.

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47 Kommentare zu “Kampf der Religionen – oder doch nur ein Milieu-Problem?

  • #1
    Marti

    Was ist die Ursache der Gewalt, die von Muslimen ausgeht?

    Nach klassischem islamischen Recht sind “Blut” (dam) und “Gut” (mal) von Nichtmuslimen nicht geschützt. Ihr Blut darf sünd- und straflos vergossen werden, ihr Gut darf ihnen von Muslimen genommen werden.

    Wenn sie den Muslimen demütig eine Kopfsteuer (dschizya) zahlen, können sich Nichtmuslime für ein Jahr Schutz (dhimma) erkaufen.

    Nur Juden und Christen haben diese Möglichkeit. Atheisten, Polytheisten, Dualisten und andere, wie etwa Buddhisten, haben diese Möglichkeit nicht.

    Die Normen sind nach feststehenden und stringenten Regeln (usul al-fiqh) aus der göttlichen Offenbarung (Koran und Sunna) abgeleitet und gelten als gottgegeben und unveränderlich.

    Eine Unterscheidung zwischen Recht und Moral kennt der orthodoxe Islam nicht. Die oben genannten Gesetzesregeln sind folglich gleichzeitig auch moralische Richtlinien.

  • #2
    Thomas

    Rauf Ceylan hat das seriös erhoben.

    Seine Befunde basieren etwa auf Feldstudien in Duisburg-Hochfeld im Jahr 2006.

    http://www.socialnet.de/rezensionen/4613.php

    In Kern ist in diesen Feldern natürlich auch die Mertonsche Anomiethese einschlägig.

    http://www.krimlex.de/artikel.php?BUCHSTABE=&KL_ID=13

    http://de.wikipedia.org/wiki/Anomie

  • #3
    Kolonia

    Falls diese türkischen Imame wirklich das Problem sind, sollte man nur noch deutschsprachige Imame aus der Türkei einreisen lassen.

    Allerdings glaub ich nicht, dass viele der arabischen Intensivtäter tatsächlich jeden Freitag in die Moschee gehen ???

  • #4
    Werner Jurga

    @ Marti (# 1): Ihr Kommentar befasst sich also mit der Ursache der Gewalt, die von Muslimen ausgeht? So jedenfalls Ihr selbstgesetzter Anspruch. Wenn Ihre Darlegungen irgendwie das Thema treffen sollten, wäre dazu schon die Voraussetzung, dass junge türkische Schläger dbzgl. genauseo bibelfest bzw. koranfest sind wie Sie. Dass „religiöse Bindung“ hier jedoch in irgendeinem Zusammenhang mit theologischen Wissen steht, ist nicht mehr als ein verwegenes Implikat.
    @ Thomas (# 2): die Mertonsche Anomiethese, natürlich. Beeindruckend!

  • #5
    Der Hans

    Mahlzeit!

    Ich will ja eigentlich gar nicht ständig an den Autoren rummäkeln, aber wie kann man in einem Artikel, der die Korrelation von Religiosität und Gewaltbereitschaft zum Thema hat, so oft muslimischen Glauben und Migrationshintergrund vermengen und/oder synonym verwenden?
    Im letzten Absatz kann man sich das ja noch ein wenig schönreden, aber im ersten Abschnitt wird es schlicht inhaltlich falsch, wenn man so korreliert.

    große Islam-Bindung != Migranten-Hintergrund

    höhere Gewaltbereitschaft != steigende Zahl der Straftaten

    (Letzteres gleich aus mehreren Gründen, denn hoch ist nicht gleich steigend und zudem sind nicht alle Straftaten Gewaltkriminalität.)

    So gerät nämlich die angerissene und wirklich interessante Frage in den Hintergrund, ob nicht vielleicht die Ursache-Wirkungs-Kette folgendermaßen abläuft

    Migrationshintergrund > soziale Chancen > (religiöse Bindung) > Gewaltbereitschaft

    Das wäre aber sicher einen Gedanken wert.

  • #6
    Malte

    „Falls diese türkischen Imame wirklich das Problem sind, sollte man nur noch deutschsprachige Imame aus der Türkei einreisen lassen“

    Das ändert nichts an der Religion oder dem Koran! Was wirklich hilft bei diesen Menschen ist Bildung, Bildung und nochmal Bildung!

  • #7
    Markus

    Hat mal jemand gesehen das Christian Pfeiffer an der Studie mitgewirkt hat. Der hat in Sachen Amokläufe und Computerspiele schon genug Schaden angerichtet.

  • #8
    Kolonia

    „Das ändert nichts an der Religion oder dem Koran! Was wirklich hilft bei diesen Menschen ist Bildung, Bildung und nochmal Bildung!“

    Wie möchten Sie das umsetzen ?

    Sollen Intensivtäter zum Abitur gezwungen werden ?

  • #9
    Sebastian Flyte

    @ Malte: Sehr richtig. Eine andere Richtung sind in Afrika viele NGOs gegangen, die speziell Mädchen und Frauen gefördert haben. Die führt auch dazu, dass sich die verkrusteten Denke-Strukturen in der Gesellschaften lösen.

    @ Der Hans: Es ist keine Vermischung, sondern es gibt Überschneidungen, die ziemlich groß sind. Zudem stimmte ich Dir in seiner Argumentationskette zu – wie ich ja schon geschrieben hatte: „Für mich stellt sich aber die Frage, ob es sich hier nicht eher um ein Milieu-Problem handelt – also die sozioökonomischen Faktoren eine Rolle spielen…………….“

  • #10
    BesorgterBürger

    Man kann sich natürlich fragen, was zuerst da war…
    sind junge Muslime dadurch gewaltbereiter und schlechter in der Schule, weil sie gläubiger sind?
    oder fühlen diese sich nur stärker hingezogen zu einem konservativen Weltbild, und sind deshalb gläubiger?

    Ich bin mir ziemlich sicher, dass letzteres der Fall ist.

    Zumal es auch genug Untersuchung gibt, dass die Neigung zu Konservatismus und niedrigen IQ korreliert.

    Dementsprechend wären Lösungsansätze, zum Einen eine bessere Ausbildung hinzubekommen (gilt allerdings für alle, nicht nur für Muslime) und speziell bei den Muslimen dafür zu sorgen, dass die Imame nicht nur Urlauber aus der Türkei sind.

    Die DITIB hat aber nun mal eine starke Verbindung zum türkischen Staatsapparat, sodass ich mal vermute, dass es da Probleme gäbe, wenn man die Imam-Situation verbessern will.

    Und die Verbesserung der Bildungssituation inklusive höherer sozialer Durchlässigkeit verspricht ja jede Partei mehr oder weniger…

    Man muss sich natürlich immer wieder in Gedächtnis rufen. Normalerweise sind Einwanderer durchschnittlich höher gebildet als die einheimische Bevölkerung, weil Auswander normalerweise eben nicht die Arbeitslosen, sondern die Fachkräfte eines Landes sind.
    Durch die gezielte Anwerbung von „Gastarbeitern“ damals, wollte man in Deutschland jedoch eine neue Unterschicht entstehen lassen. Und da die nun geblieben sind, gibts halt heute noch überproportionale viele Muslime in der Unterschicht.

  • #11
    Michael Herzog

    Hmm – für mich liest sich das eher so, als würde es in Deutschland einfach an hier aufgewachsenen und in ihrem Umfeld integrierten Imamen fehlen.

    Welche Möglichkeit hat man in Deutschland momentan Imam zu werden? Studium der Theologie etc. ähnlich wie bei den Christen?

  • #12
    Tante Jay

    *tischkantebeiss*
    Ihr wisst, dass das Mr. Ich-hab-von-Methodik-soviel-Ahnung-das-ich-jede-Studie-fälschen-kann Christian Pfeiffer kommt?

    Das ist ne KFN-Studie und bislang (und das ist mir als Dyskalkuliker sogar aufgefallen) war JEDE Studie von denen grandioser Müll. Das ist hier nicht anders.

    Meine Herren, die Studie ist von 2008, es wurden 44.000 Schüler befragt und man hat die Schlüsse, die sich auch aufdrängen, nicht gezogen.

    Wenn ich mir die Studie so durchlese, ist die Gewaltbereitschaft eher gesunken, aber das Anzeigeverhalten hat sich geändert. Es werden *bestimmte* Leute schneller angezeigt.

    Auch hat die Studie nicht die Art von Gewalt hinterfragt. Sorry, aber ich mache durchaus einen Unterschied darin, wenn einer sich mit Einsatz von einem Messer oder der Faust Sachen von einem Klassenkameraden besorgt oder ob sich zwei Jugendliche im Hormonüberschwang in die Haare bekommen und raufend am Boden liegen. Beides ist Gewalt, aber das erstere hat doch deutlich eine andere Wertung und ist als Raub zu Recht strafbewehrt.

    Nur – wenn der Sieger Migrant ist, wird der Deutsche eher hingehen und anzeigen als umgekehrt oder wenn beide Kämpfer deutsche sind. DAS gibt die Studie auch her, Stichwort verändertes Anzeigeverhalten, wenn man die anderen Daten mal in einem anderen Zusammenhang liest.

    Bitte Leute, hauts den Pfeiffer raus. Der stinkt. Und alles, was der anpackt, ist methodisch wie didaktisch völlig ungeeignet, um als seriöse Quelle zu dienen. Der ist ein Statistikmietling. Jemand der was bestimmtes erreichen möchte, mietet ihn um die dazu passende Statistik zusammenzulügen. Aber fallt doch auf den nicht rein.

    Die Realität (und ich bin _täglich_ an Schulen und das sind keine Sonnenscheinschulen) sieht doch noch deutlich anders aus.

    Das sagt übrigens auch die KFN-Studie, nach der 3/4 aller Schüler keinen Gewaltkontakt hatte.

    Übrigens die letzte Statistik-Ente von Pfeiffer war die Studie zur Polizeigewalt, wonach über 60% aller Polizisten mehr schwere Gewalt erfahren haben. Das war genauso eine Ente.

  • #13
    Tante Jay

    @Besorgter Bürger: Geschichtsunterrichtsnachhilfe bitte. Die Einwanderungswellen in den 60ern und 70ern kamen aus Griechenland und Spanien. Nicht aus der Türkei, das kam erst später.

    Aber klar, das sind ja alles strenggläubig muslimische Länder 🙂

  • #14
    JK

    Also das mit dem Imamen stimmt schon so.

    Ich kenne auch junge Türken die Imam werden/geworden sind. Die trinken nicht, haben kein sex, und sind sehr sehr sehr Konservativ. Mit 20, im Jahr 2010. Also ist das Interesse nicht so wirklich hoch, ausser da wo der IQ auch relativ weit unten ist….

  • #15
    Dieter Carstensen

    Sehr platt der Artikel, mit Verlaub! Religion ist immer ein Problem, denken wir nur mal an Irland, wo sich Katholiken und Evangelisten jahrzehntelang gegenseitig abgemurkst haben! Mitten in Europa, ging auch ganz ohne Muslime! Vor wem soll ich nun mehr Angst haben, vor Katholiken, Evangolen oder Muslimen oder vor Angela Merkel???

  • #16
    Der Hans

    Liebe Tante Jay,

    ich mag Herrn Pfeiffer auch nicht. Aber eine Studie wird durch handwerkliche Mängel schlecht, nicht durch den Namen des Versuchsleiters.

    Verändertes und/oder ungleich verteiltes Anzeigeverhalten ist ein gern genommener Haken der Kriminalitätsforschung (darum bemüht man sich bei der PKS ja z.B. auch um Dunkelfeld-Analysen),

    aber erstens konnte ich noch nirgendwo einen Hinweis finden, dass Anzeigen als Basis für die Daten gewählt wurden (kann aber durchaus an mir liegen),

    zweitens wird eine Studie nicht falsch, wenn sie statistische Schwächen hat (jede Studie hat die); vielmehr gilt es dann, diese Schwächen rechnerisch einzubeziehen und abschließend eine Bewertung abzugeben, wie weit die gewonnen Erkenntnisse signifikant sind, also statistisch der Zufall ausgeschlossen werden kann.

  • #17
    Sebastian Flyte

    @ Dieter Carstensen: Ich kann Dir hier nur widersprechen. Das ist eine These, die Samuel Huntington zwar auf mehr als 500 Seiten in seinem Buch über den „Clash of Civilizations“ niedergeschrieben hat. letztlich aber einen Beweis für seine seine these, 1999 in Foreign Affairs erstmalig veröffentlicht, bis heute schuldig geblieben ist.
    Religion ist niemals der eigentliche Auslöser für Konflikte, auch in Irland und Nord-Irland nicht. Religion wurde dort wie in manchen islamistischen Ländern als Instrument verwendet, um ganz andere Interessen durchzusetzen: wie etwa die Herrschaft über eine bestimmte Region oder der Kampf gegen Besatzungsmächte. Und im Kampf zwischen Israelis und Palästinenser geht es ja primär auch nicht um die Religion, sondern schlicht und einfach um Gebietsansprüche.

    Daher glaube ich eher, dass es ein Milieu-Problem weiterhin ist, dass zu einer erhöhten Gewaltbereitschaft führt. In der Religion mag man sich die Legitimierung dafür holen. Doch umso wichtiger ist es doch, die Schichten und Milieus in die Post-Moderne zu holen und nicht im dunklen Mittelalter zu belassen, wo es möglicherweise noch zu einer weiteren Radikalisierung kommt.

  • #18
    Eva

    @ Markus + Tante Jay: Christian Pfeiffer und sein Institut sind im Bereich der Forschung zur Kriminologie sehr anerkannt. Die Studien aus diesem Hause sind seriös gemacht und halten einer wissenschaftlichen Überprüfung stand. Also bitte nicht mehr diese Diffamierungen. Ansonsten drängt sich bei mir der Eindruck auf, dass Ihr beide gar kein Interesse daran habt, die Ursachen von Gewalt richtig zu erkennen, sondern – vielleicht aus falsch verstandener PC – lieber am selbstgestrickten, nicht überprüften Weltbild festhaltet.

  • #19
    JK

    warum wurde mein Kommentar gelöscht?

    Admin: Habe ich Ihnen in einer Mail geschrieben.

  • #20
    Kolonia

    Zur Info:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Imam#Imame_in_.C3.96sterreich_und_Deutschland

    „In den Gemeinden der DITIB, dem Dachverband der türkischen Muslime in Deutschland, wirken ausnahmslos türkisch sprechende Imame, sogenannte Religionsbeauftragte. Ausgewählt werden sie in ihrem Heimatland von der „Gemeinsamen Kulturmission“, in der Vertreter verschiedener Ministerien sitzen.“

    Da müsste man sofort ansetzen !

  • #21
    Marti

    @ Werner Jurga sagt am 7. Juni 2010 um 13:27

    „…Wenn Ihre Darlegungen irgendwie das Thema treffen sollten, wäre dazu schon die Voraussetzung, dass junge türkische Schläger dbzgl. genauseo bibelfest bzw. koranfest sind wie Sie.“

    Diese dem orthodoxen Islam entstammenden Normen werden Jugendlichen während ihrer Sozialisation meist indirekt vermittelt. Im Koran, genauso wie im islamischen Recht gibt es kein Äquivalent zu den begriffen gut und böse. Was zählt sind die Begriff verboten (haram) und erlaubt (halal), bzw. die fünf Kategorien von „Pflicht“ bis „verboten“.

    Was in welche Kategorie gehört, wird bei der Sozialisation erlernt. eine eigene Einsichtsfähigkeit in gut und böse wird vom orthodoxen Islam bestritten.

    in jedem Islamforum, aber auch in anderen Foren, die von Muslimen besucht werden kann man beobachten wie dort Normen diskutiert und vermittelt werden.

    Dazu braucht man nicht „bibel“- bzw. „koranfest“ zu sein.

  • #22
    Eva

    @ Sebastian: Ne, ist wohl leider nicht nur ein Milieu-Problem. Was die Arbeitsgruppe um Christian Pfeiffer gemacht hat, lässt sich vereinfacht so ausdrücken: Die haben mögliche Ursachen für Gewalt einschließlich der religiösen Auffassungen statistisch gegeneinander getestet. Dabei zeigte sich, dass nicht nur Faktoren wie z.B. ein niedriges Bildungsniveau, ein niedriger sozioökonomischer Status, männliches Geschlecht und jugendliches Alter mit einer höheren Wahrscheinlichkeit, gewalttätig zu werden, einhergehen, sondern eben auch ein radikales muslimisches Weltbild. Natürlich ist das ein unbequemes Ergebnis. Einfacher zu vermitteln wäre gewesen, dass sich die Religion bei der Gegenüberstellung mit den anderen Faktoren als unerheblich erweist, weil die anderen Faktoren die Gewaltneigung bereits ausreichend erklären. Das zeigt die Studie aber eben nicht, und es spricht ja gerade für das Kriminologische Institut, dass sie auch unbequeme Befunde veröffentlicht. Wenn man Gewalt wirksam bekämpfen will, muss man die Ursachen richtig erkennen, und dazu leistet die Studie einen Beitrag.

  • #23
  • #24
    emden09

    PROLL ist PROLL (das gilt für Deutschen PROLL genauso wie für Migranten-PROLL)

    Dass aber wir DEUTSCHE (mindestens) seit vielen Jahrezehnten dazu neigen ausgerechnet Migranten und Andersgläubige an den (unteren) Rand der Gesellschaft zu drängen, ist eher ein Trauerspiel deutscher „Kultur“ als eine Aussage über die Kultur und Religion von Migranten und Muslimen.

    Insofern bedeutet PROLL-Kultur halt Prügeln statt verbaler Auseinandersetzung und wenn wir Migranten und Muslime in die PROLL-Ecke drängen erhalten wir von dort eben auch mehr körperliche als geistige Auseinandersetzung.

    Aber Ausgrenzung in Deutschland ist und bleibt ein DEUTSCHES Problem, nicht eines der Migranten. So wie eben Augrenzung von (z.B. Deutschen) Migranten in den USA des 17.-19. Jhds ein US-Amerikanisches Problem ist und bleibt und die dort überwiegende Zahl von Verbrechern mit Migrationshintergrund heute noch davon zeugt, dass die scheinbare Tolleranz westlicher Kulturen im wesentlichen für Fehlverhalten der eigenen Ethnie nicht aber für Migranten gilt.

    Ich beschäftige hier einige Mitarbeiter mit Migrationshintergrund (aus der sogen. muslimischen Welt – „sogen.“ weil da eben auch Christen drunter sind 😉 und ich kann nur sagen, dass sind die fachlich besten, disziplinierten, fleißigen und loyalen Mitarbeiter. Eben solche, die sich nicht an den Rand drängen ließen, sondern sich durchgesetzt haben. Aber das kostet eben mehr Kraft als viele haben und entspricht nicht unserem hehren Prinzip der Chancengleichheit.

  • #25
    Wolfram Obermanns

    @ Marti
    Die türkische Ausformung des Islam gilt meines Wissens aber nicht gerade als besonders orthodox.

    Ob die Religion wirklich der Grund der Gewalttätigkeit ist möchte ich auch bezweifeln, trotz der hohen Korrelation. Andererseits kann die Idee religiöser Überlegenheit und Rechtfertigung gewalttätigen Handelns als Verstärker wirken aber an der Stelle wird unscharf, ob der Islam eine hinreichende Bedingung für Gewalttätigkeit darstellt, oder welche enthemmenden Faktoren hinzukommen müssen.

  • #26
    Tante Jay

    @Eva: Sorry, aber dem muss ich auf das entschiedenste widersprechen. Eine Studie zur Polizeigewalt, die plakativ 61% Steigerung gegen Polizisten feststellt und dann in der Studie selbst auf „geschätzte 50%“ runtergedampft wird, ist nicht mal das Papier wert, auf das sie steht. Vor allem, wenn man sieht, dass im Thesenpapier davon nichts steht sondern nur in der 37-seitigen Langfassung. Das ist peinlich.
    Von den Problemen, die sich ergeben, wenn man eine freiwillige Registrierung zur Umfrage als Datengrundlage nimmt, reden wir mal gar nicht. Diese Datengrundlage ist ebenfalls nicht mal die Online-Zeit wert, die sie verschlungen hat. Und das KFN hat ja selbst zugegeben, dass diese Studie Bullshit ist – indem sie reinschreibt, dass die Daten zwar erhoben wurden, aber ohne Gewähr ausgewertet, weil die Zeit nicht ausreichte. Das war also ein Schnellschuß aus der Hüfte und dient jetzt als Gesetzesgrundlage.

    Christian Pfeiffers Publikationen zu Online-Spielen strotzen vor statistisch fixierten Vorurteilen – da wurde von vornherein so recherchiert, dass das Ergebnis rauskam, dass die USK falsch bewertet und na-tür-lich die KFN das erheblich besser könnte. Also bitte die KFN künftig das bewerten lassen. Das ist übrigens eine immer wiederkehrende Forderung von Herrn Pfeiffer, die einen schon mal Übelkeit verursachen. Denn gerade in dem Feld gehts meiner unmaßgeblichen Meinung nach nur um Kohle.

    Die „aktuelle“ Studie (wie man eine 2 Jahre alte Studie als aktuell verkaufen kann, erschließt sich mir nicht auf Anhieb), hat methodische Fehler, die das gewonnene Datenmaterial zumindest als fragwürdig einstufen lassen.
    Die Opfer danach zu befragen, welche Religion ihre Täter haben, hat schon etwas…surreales.

    Dunkelfeldforschung ist wichtig. Aber bitte nicht vom KFN. Das KFN mag eine anerkannte Stelle sein, aber sie ist es völlig zu unrecht. Da passieren Fehler über Fehler und auf Basis dieser fehlerhaften und schlecht durchgeführten Statistiken werden haarsträubende Thesen aufgestellt und Gesetze verabschiedet. Sie beeinflussen uns hier direkt.

    Von daher: Ich verkenne keinen Augenblick, dass wir Probleme haben. Aber wenn das KFN eine derartige Studie mit einem derartigen Ergebnis veröffentlicht, ist meine allererste Frage:

    Wem nutzt es? UNS mit Sicherheit nicht.

    Seriöses Institut. Pft. Und die Bildzeitung ist ein Nachrichtenmagazin…

  • #27
    Arnold Voß

    @ all

    Wer den Eigenanteil der Religion an der Gewaltbereitschaft herausbekommen will kann einen sehr einfachen 3-Stufen-Eigenversuch/Test machen. Er/Sie trage in der ersten Stufe ein T-Shirt, jetzt im Sommer auch sehr angenehm, mit der Aufschrift: Ich bin ungläubig. In der zweiten Stufe mit der Aufschrift: Ich bin Jude. In der dritten Stufe mit der Aufschrift: Gott ist auch schwul. Jeweils eine Woche lang damit es sich auch lohnt.

  • #28
    Sebastian Flyte

    @ Tante Jay: Und die BILD-Zeitung ist ein Nachrichtenmagazin.

    Ob man es glauben will oder nicht: Die BILD ist die Zeitung mit den meisten Exklusiv-Nachrichten und Nennungen in anderen Medien, die es in Deutschland gibt.

  • #29
    Tante Jay

    @Sebastian: Und Bildblog zeigt (bei allem Nitpicking, was die betreiben), wie oft die Enten bringen oder aber manipulative Nachrichten bringen. Die schaffen es ja, selbst Nachrichten, die für die Bildzeitung negativ sind, so zu drehen, dass sie positiv dastehen.

    Mhm, bei näherer Betrachtung vielleicht doch eine sehr hübsche Analogie. KFN und Bild haben wohl doch mehr miteinander gemein, als ich erst dachte 🙂

    Btw. könnte man über die Exklusivnachrichten der Bildzeitung auch noch was verlieren, aber dann ufert die Diskussion aus 😉

  • #30
    Tim

    Es ist doch völlig egal, ob hier ein Zusammenhang zwischen Islam und Gewaltbereitschaft oder Bildung und Gewaltbereitschaft oder Wasauchimmer und Gewaltbereitschaft besteht. So oder so hat unsere Gesellschaft keine Mittel zur Hand um jedwede Ursache irgendwie angehen zu können. Das einzige Mittel, das uns seit je her eingefallen ist, sind noch mehr Sozialarbeiter, noch mehr Beratungsstellen, noch mehr Betreuung, noch mehr Dialog, noch mehr guter Wille, noch mehr Verständnis, noch mehr … Egal was die Ursache für die zweifelsfrei bestehende Gewaltbereitschaft im genannten Milieu ist, man wird diesen Mensch und auch nicht der Gesellschaft helfen können, weil man weder etwas gegen eine archaische Kultur bzw. Religion zu tun im Stande ist, noch hätte man in den letzten Jahrzehnten irgendwelche Erfolge in der Bekämpfung von Dummheit und Armut, heute als Bildungsferne verharmlost, erreicht.

    Ich bin äußerst pessimistisch wenn es darum geht, wie und ob wir diesen für uns existentiellen Entwicklungen begegnen können.

    Tim, der seinen Nachnamen nicht im Internet lesen möchte, aus Hagen.

  • #31
    Arnold Voss

    @ Wolfram Obermanns # 25

    Monotheistische Religionen sind aus sich heraus und unausweichlich gewalttätig. Nicht andauernd, aber immer wieder. Mission und Gegenmission sind nichts anderes als religiöse Schlachtfelder in denen Un- und Andersgläubige schnell zwischen die Mühlsteine kirchlicher Macht und jede Art von persönlicher Brutalität und Unterdrückung geraten. Bis heute.

    Es mag das Christentum, den Islam oder das Judentum irgendwann ohne Fanatismus geben, aber es gibt umgekehrt keinen religiösen Fanatismus und damit keine religiöse Gewalt ohne Religion.

    Und es sind in der Regel die Gebildeten unter den Religiösen die die Ungebildeteten unter ihnen auf- und verhetzen.

  • #32
    Wolfram Obermanns

    @ Arnold Voss
    Sind Sie sich sicher, daß ein T-Shirt mit der Aufschrift „Ich bin gläubig“ oder „Atheisten sind schwul“ gesundheitsförderlicher wäre?
    Gemäß der KFN-Studie stellen Immigrantenkinder ohne Religionszugehörigkeit in den Kategorien Ladendiebstahl, Sachbeschädigung und Alkoholmissbrauch die Spitzengruppe. In Fragen körperlicher Gewalt werden sie von den muslimischen Jugendlichen auf den zweiten Platz (von vieren) verwiesen.

    Nachdem ich die Studie mal Quergelesen habe, scheint neben dem sehr schlechten Bildungsstand insbesondere die Befürwortung häuslicher Gewalt bei traditionellen Muslimen das Kernproblem zu sein.
    Mir ist außerdem aufgefallen, daß Neuntklässler mit kurdischem Hintergrund nochmals deutlich schlechter integriert sind als Türken allgemein.

  • #33
    Arnold Voss

    Wolfram, mit anpasserischen, ja unterwürfigen Parolen kann man keine Gewalt- respektive Toleranzbereitschaft testen, oder? Andererseits habe ich mit meinen Parolen niemanden persönlich diffamiert.

    Mit der Parole „Atheisten sind schwul“ tun s i e das, sofern schwul sein überhaupt als Diffamierung aufgefaßt werden kann, allerdings. Sie würden damit jedoch keine einzigen Atheisten ernsthaft aus der Reserve locken. Mit „Muslime/Christen usw. sind schwul“ täten sie das sehr wohl und das auch noch absichtlich provozierend, weil es dort (leider) eine Menge Leute gibt, die das subjektiv auch so auffassen würden.

    Wenn ich in der dritten Stufe Gott selbst die Eigenschaft des „auch Schwulseins“ anhefte, dann ist das „auch“ dabei sehr wichtig. Man könnte es bei etwas guten Willen als „Gott ist für alle da und vor ihm sind alle gleich“ interpretieren. Wenn eine solches T-Shirt ein schwuler Muslime tragen würde, dann wäre es sogar ein innereligiöser Befreiungsschlag bzw. ein öffentlicher Protest der die Reform und nicht die Abschaffung des Islam intendiert.

    Ich habe meine Parolen also keineswegs absichtlich und als selffulfilling prophecy polemisch gewählt. Trotzdem gehe ich davon aus, dass damit niemand die drei Wochen ohne erhebliche Probleme überstehen wird.

  • #34
    Wolfram Obermanns

    @Arnold Voss
    Der Umstand schwul zu sein, oder als solcher bezeichnet zu werden ist diffamierend?

  • #35
    ghostwriter

    @emden09

    Die angebliche Verdrängung von Ausländern an den unteren Rand der Gesellschaft ist natürlich kein Bestandteil „deutscher Kultur“ – ihre Aussage ist schlicht an den Haaren herbeigezogen und hat etwas vom Rothschen diskursiven Alarmismus. Jeder der integrationswillig ist und die deutsche Sprache beherrscht hat hier alle Chancen der Welt. Schauen Sie sich doch mal die ganzen erfolgreichen Asiaten an, deren Kinder zum Teil bessere Schulabschlüsse erzielen als Deutsche.

    Zu der Studie:
    Diese liefert noch ein anderes Ergebnis: junge, gläubige Christen sind besonders friedfertig, während ihre moslemischen, gläubigen Altersgenossen besonders zur Gewalt neigen – was ist/sind die Ursache/n?.

  • #36
    Malte

    @ghostwriter: Der Koran und das Patriarchat, ganz einfach! Ansonsten haben sie recht, jeder hat hier dieselben Chancen!

    @Kolonia: „Wie möchten Sie das umsetzen ? Sollen Intensivtäter zum Abitur gezwungen werden“

    Nicht jeder Muslime ist Intensivtäter, aber viele nicht muslimische Deutsche sind es! Und überhaupt, Was ist das für ein Agitation?

    @Dieter Carstensen:
    „Sehr platt der Artikel, mit Verlaub! Religion ist immer ein Problem, denken wir nur mal an Irland, wo sich Katholiken und Evangelisten jahrzehntelang gegenseitig abgemurkst haben! Mitten in Europa, ging auch ganz ohne Muslime! Vor wem soll ich nun mehr Angst haben, vor Katholiken, Evangolen oder Muslimen oder vor Angela Merkel“

    Es geht hier nicht um Angelika! Der Artikel stützt sich auf eine offizielle Studie, was ist daran so platt? Es geht auch nicht um Katholiken oder andere Christen, es geht um Muslime! Des weiteren geht/ging es in Irland auch um Politische und Wirtschaftliche belange und es hat mit diesem Thema nichts zu tun!

    Das ist hier wohl kaum ein Thema für Religionshasser!

  • #37
    Arnold Voß

    @ Wolfram Obermanns,

    subjektiv kann das sehr wohl so sein. Der Schwulenhass hat nach meiner Ansicht in den Unterschichten wieder zugenommen, egal ob muslimisch oder nicht, und damit auch die Gefahr, dass sich ein Mensch, der ganz unbefangen und ohne jeden Hintergedanken so bezeichnet wird, dadurch diffamiert fühlt. Dass die Schwulenhasser untereinander diese Bezeichnung absichtlich als Diffamierung benutzen ist nur die andere Seite der gleichen Medaille.

    Das der (christliche) Bischof unserer „Metropole“ Ruhr im jahre 2010 Schwulsein für „widernatürlich“ hält und deswegen nicht mal mit Schwulen reden will, macht deutlich dass der Schwulenhass nicht nur in der Unterschicht vorhanden ist, ja mit Bildung relativ wenig zu tun hat, wenn er religiös begründet wird. Ob der Mann die Ausnahme von der Regel bei den Katholen ist, scheint mir sogar zunehmend zweifelhaft. Bei den Muslimen dagegen ist die Homophobie Standard, egal ob gebildet oder nicht.

  • #38
    Mali

    Wer sind die Opfer dieser gewalttätigen jungen Männer? Glaubensbrüder? Ungläubige?

  • #39
    Stefan Laurin

    @Mali: Die meisten Opfer kommen immer aus dem Umfeld der Täter – also werden auch die Opfer der Gewalt vor allem Muslime sein.

  • #40
    Tante Jay

    @Stefan: Diese Schlüsse sind nicht fundiert und meines Wissens gibt die Studie diese Aussage auch nicht her 😉

    lies sie dir mal durch, sie ist auf der Startseite des KFN veröffentlicht.

  • #41
    Kolonia

    „Nicht jeder Muslime ist Intensivtäter, aber viele nicht muslimische Deutsche sind es!“

    In Berlin sind 80% der Intensivtäter Araber bzw. Türken.

    Wo soll denn da mit Bildung angesetzt werden ?

    Wie wäre es mit einer vernünftigen Antwort ?

  • #42
    Wolfram Obermanns

    @ Arnold Voss
    Wir driften langsam in eine vom Thema losgelöste Diskussion ab, die mir obendrein mehr auf Spekulation denn auf Fakten zu Fußen scheint.
    Entgegen Ihrer Äußerung scheint übrigens die KFN-Studie bei atheistischen Jugendlichen eine erhöhte Kriminalitätsrate nachzuweisen, die nur von muslimischen Jugendlichen nur bei Gewalttaten übertroffen wird.
    Die landläufige Verbreitung homophober Ansichten war erst kürzlich bei der Kritik unseres Außenministers ersichtlich, nur waren die Quellen dieser Kritik nicht unbedingt das, was ich als kirchlich, christlich oder religiös bezeichnen würde, sondern im Gegenteil eher als antikirchlich, antichristlich, antireligiös und politisch links angesiedelt.
    Daß Schwulenhass nichts mit dem Bildungsniveau zu tun hat, da sind wir einer Meinung, aber ich bin mir auch sicher, daß er völlig unabhängig von irgendwelchen religiösen Gesinnungen existiert.
    Sie führen zu Recht den katholischen Bischof Overbeck als Beispiel homophoben Denkens innerhalb der katholischen Kirche an und es wirft auf diese Organisation ein denkbar schlechtes Licht, wenn eine ihrer Führungspersönlichkeiten sich derart disqualifizierend im Fernsehen präsentiert. Wenn Sie die Sendung gesehen haben, dürfte Ihnen aber nicht entgangen sein, daß er umgehend von einem Laien Widerspruch erfuhr und es dieser Widerspruch war, der den Applaus bekam.
    Wie es zu einer solchen inkompetenten Besetzung eines Bischofsamtes in der katholischen Kirche kommen konnte, ist aber doch ein völlig anderes Thema als die Frage nach Islam und Gewalt, wie es in der KFN-Studie aufgeworfen wird.

  • #43
    Christina Hahn

    Die Politik sollte endlich verstehen, dass Migrant nicht gleich Migrant ist. Wir wissen, dass es Unterschiede zwischen Religionen gibt, die gibt es aber auch zwischen Ethnien. Egal, welcher Religion diese sind.

    Wir wissen auch, dass eine niedrige Bildung statistisch mit einer erhöhten Kriminalität zusammenhängt – und das wissen wir nicht erst seit gestern. Der Zusammenhang existiert bei Deutschen genau wie bei Nicht-Deutschen.
    Und Migranten als homogene Masse zu betrachten, so wie es die Politik gerne tut, ist doch völliger Quatsch. Verschiedene Kulturen, Religionen, whatever, bringen verschiedene Herausforderungen mit.

    Rainer Geißler hat es etwa so auf den Punkt gebracht: Wenn ich von zu Hause aus eingetrichtert bekomme, dass Bildung das höchste Gut ist, dann lebe ich auch danach. Es gibt allein schon riesige Unterschiede zwischen Iranern und Türken in Deutschland: Fast jeder 2. Iraner macht Abitur, bei den Türken ist es jeder 10. Die meisten Iraner bekennen sich aber auch zum Islam und passen damit so gar nicht in die Welt, die alles mit der bösen Religion erklären will.

    http://www.fb1.uni-siegen.de/soziologie/mitarbeiter/geissler/rainer_geissler_-_die_metamorphose_der_katholischen_arbeitertochter_zum_migrantensohn.doc

    Es gibt zu viele Faktoren, als dass man sie in einer Studie berücksichtigen kann, denke ich. Vor allem gibt es Faktoren, die ein gewalttätiger Moslem keinem Statistiker erzählen wird.

  • #44
    Malte

    @Kolonia:“Nicht jeder Muslime ist Intensivtäter, aber viele nicht muslimische Deutsche sind es!” In Berlin sind 80% der Intensivtäter Araber bzw. Türken.
    Wo soll denn da mit Bildung angesetzt werden ? Wie wäre es mit einer vernünftigen Antwort ?

    In Gelsenkirchen Hassel ist das nicht anders, dort stellen sie in dem Stadtteil aber auch den Großteil der Jugendlichen, wir wissen, die bekommen viele Kinder!
    Gelsenkirchen geht den Weg, das man jetzt schon im Kindergarten mit entsprechenden Maßnahmen versucht dem entgegen zu wirken. Mit der Generation, die jetzt schon Ü14 ist, machen wir gar nichts mehr, die ist zum größten Teil verloren!

    Für mich wäre, das meine ich ganz im Ernst, Bildungszwang die Lösung!

    http://www.tagesspiegel.de/meinung/kommentare/schule-statt-schuld/1429694.html

    Dazu: Abschaffung aller Hinterhof-Moscheen, Verbot von Milli Görüs, keine Staatlich gesteuerten Imane aus der Türkei und kein Migranten-Bonus mehr, wenn es um Straftaten geht. Und nein, ich bin kein Nazi, rechtes Gedankengut liegt mir sehr fern!

    Parallelgesellschaften müssen aufgelöst werden, zumindest müssen wir da einen Fuß in die Tür bekommen, das sagen auch zumindest die Muslime/Türken, die ich in meinem Bekannten/Freundeskreis habe.

  • #45
    Arnold Voß

    @ Wolfram Obermanns

    Da scheine ich mich missverständlich ausgedrückt zu haben. Ich bin nicht der Meinung das Religionszugehörigkeit quasiautomatisch gewalttätig macht bzw. nicht religiöse Menschen weniger gewaltbereit sind.

    Es gibt viele Gründe für individuelle Gewaltbereitschaft und Aggressionslust, die jenseits religiöser Werte und Orientierungen liegen. Religiöse Identitäten haben allerdings den Nachteil, dass sie in der Regel den Gegenpol gleich mitliefern. Den Nichtchristen, -juden, -muslimen und als Generalgegner den nichtreligiösen Menschen und den Atheisten.

    Religion definiert ihre Zugehörigkeit nämlich immer durch Differenz und diese ist eben nicht nur horizontal gemeint. Nach dem Motte: Der, der einer anderen oder gar keiner Religion angehört ist halt (nur) anders als ich. Sie nimmt zugleich eine vertikale Wertung der Andersartigkeit vor, die bei monotheistischen Religion in der Regel die andere als minderwertig betrachtet.

    Und hier genau setzt im Auseinandersetzungsfall die Verbindung zur Gewalt ein. Obendrein gibt Religion dieser Gewalt eine absolute Rechtfertigung jenseits weltlicher Gesetze und Normen was für jedes gesellschaftliche Zusammenleben eine erhebliche Bedrohung darstellt.

    Wer aus anderen Gründen als den religiösen hasst bekommt so über seine religiöse Identität und ihre innere Logik eine Art Freifahrtschein, mit der er seinen Hass, sofern er in religiös begründet, kollektiv legitimieren kann, ja dafür sogar noch soziale und kulturelle Unterstützung dafür erfährt.

    So wie bestimmte Leute Alkohol trinken um aggressive sein zu dürfen missbrauchen bestimmte Menschen ihre religiöse Identitäten um gewalttätig sein zu dürfen. Bei religiösen Fanatikern kommt jedoch beides zur vollen Deckung. Religion und Hass werden eins und zugleich gesellschaftlich explosiv wenn sie auch die friedfertigen Mitglieder der Religion mitreißen und die, die per Religion nur nach einer Legitimation für ihre anderweitig erzeugten Aggressionen suchen.

  • #46
    Wolfram Obermanns

    @ Arnold Voss
    Ja, Religion definiert ihre Zugehörigkeit durch Differenz, aber die Identität einer jeden sozialen Gruppe entsteht durch Differenz.
    Wohin diese Differenz führt, ist zunächst vollkommen offen.
    Freifahrtscheine, seine Aggressionen gegen reale oder eingebildete Konkurrenten auszuleben, hat mit Blick in die Geschichtsbücher noch jedes Identitätskonzept geliefert, sei es Religion, Nationalismus, Sozialismus, der die beiden letztgenannten vereinheitlichende Nationalsozialismus, Rassismus, Feudalismus, (selbst Schalke e. a.) etc. pp.
    Auf eine hemmende Wirkung des Atheismus zu setzen, halte ich für gefährliche Naivität. Ein Blick in die Onlineforen lehrt da im schnellen Überblick Skepsis. Die Ausbrüche eines anonymisierten, virtuellen, atheistischen Mobs, der auf blosen Verdacht hin z. B. Zollitsch aburteilte, läßt der Phantasie wenig Spielraum wie diese Horde handeln würde, wenn sie könnte, wie sie wollte.
    An diesem Beispiel u. a wird. deutlich was noch notwendig ist, damit Differenz Aggression entfesseln kann, ein Feindbild.
    Ein Feindbild eines großen Teils der Atheisten in diesen Foren (nur in diesen Foren?) ist der Moslem, vor dem Katholiken, vor anderen Christen, vor anderen religiösen Gruppen, es existiert da durchaus ein ausdifferenziertes Feindbildschema und Überlegenheitsgefühl. Auch das Konzept böse Religion / guter Atheismus ist ein unten/oben Schema und somit ein Aggression förderndes. Tatsächlich kann ich mir z. Z. nicht vorstellen, daß ein allseits respektabler Auftritt wie der von Phillip Möller auf dem ökumenischen Kirchentag von einem Gläubigen auf einem Atheistenkongress hier in Deutschland in gleicher Weise nachvollzogen werden könnte.

    Unser Thema ist aber nicht der Atheismus, sondern das Kernproblem der Gewalt in muslimischen Haushalten, das zumindest scheint die KNF-Studie zu zeigen.
    Ihr Hinweis auf die höchstwahrscheinlich gewaltentfesselnde Wirkung eines von Ihnen skizzierten Statements im türkischen Viertel bleibt richtig.
    Richtig bleibt auch, daß der Koran wie die Bibel Atheismus als Todsünde einstufen, auf der anderen Seite aber auch beide sagen, in Fragen des Glaubens kann es keinen Zwang geben. Allein der Blick auf Religion beantwortet also nicht die Frage, warum der eine wahrscheinlich aggressiv wird, oder im Beispiel Möller ein „[Atheisten] die brauchen wir auch“ beschieden bekommt.
    Warum also der eine die gewalttätige Option wählt und der andere nicht nur eine tolerante sonder sogar bejahende Position zum Opponenten bezieht, bleibt die offene Frage. (Genauso wie es offen bleibt warum einige Atheisten in der Auseinandersetzung mit Glauben dialogunfähig sind und andere den das eigene Leben bereichernden Aspekt von Religiosität durchaus würdigen können.)
    M. E. ist die völlige Unkenntnis der Gegenposition und vor allem die dürftige Ausstattung der eigenen Position einer der wesentlichen Gründe, der die Aggression befördert, weil jedwedes „Aber“ gleich als Infragestellung des Selbstbildes, als existentielle Bedrohung der sozialen und individuellen Identität erfahren wird. Schaut man sich die prekäre Lebenssituation der potentiellen Täter an, liegen sie mit Ihrer Selbstwahrnehmung auch noch richtig. Kommt hinzu daß Gewalt als Problemlösungsstrategie in der Familie etabliert ist, braucht man wirklich nur noch 1+1 zusammenzählen.
    Daß die gezogenen (gewalttätigen) Schlüsse letztlich dysfunktional sind und durch Aggressivität bestenfalls ein Pyrrhussieg errungen werden kann, bleibt trotz all dem auch wahr.

    Die Frage, ob der Islam in Deutschland Gewalttätigkeit grundsätzlich begünstigt, ist mit diesen Überlegungen noch nicht geklärt.
    Die Behauptung der KNF-Studie ist, in muslimischen Familien ist Gewalt ein verbreitetes Phänomen und die Ausübung der Gewalt wird von den Imamen in der Regel nicht nur geduldet sonder explizit gut geheißen, sie wirken also verfestigend im Bezug auf destruktive Problemlösungsstrategien. Im Ergebnis ist die religiöse Praxis von Muslimen in Deutschland statistisch signifikant gewaltfördernd.

    Ob sie das in muslimischen Haushalten tatsächlich grundsätzlich ist oder sein muß, steht immer noch auf einem anderen Blatt.
    Tatsache ist es allerdings auch, daß der Islam seit geraumer Zeit ein fundamentales und massives Gewaltproblem hat, wobei das bevorzugte Mordopfer sogenannter Islamisten in Vergangenheit, Gegenwart und auf absehbare Zukunft hin Muslime waren, sind und bleiben werden, und die Opferzahlen weltweit gehen Jahr für Jahr in die Hunderte, wenn nicht Tausende. Ein wirklich kraftvolles Plädoyer aus dem Islam heraus gegen diese Exzesse habe ich bisher noch nicht bemerken können.

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