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Karnevalskrieg im Ruhrgebiet?

Die Duisburger Jecken sind sauer auf den Geierabend. Der Grund: Sie kennen das Programm nicht. Oder verstehen es nicht.

Aufregung in Duisburg. Wegen dem Geierabend. Die Rheinische Post:

Joachim Loosen ist empört. „Da hört jeglicher Spaß auf“, sagt der Geschäftsführer der Duisburger Karnevalsgesellschaft (KDV). Er ist verärgert über die Macher der alternativen Dortmunder Karnevalssitzung „Geierabend“, die sich über den Umgang mit dem Loveparade-Unglück mit 21 Toten lustig machen. „Leider kann man das nicht verbieten, aber wir distanzieren uns in aller Deutlichkeit davon.“

Was Loosen nicht weiß, weil er das Programm des Geierabends nicht kennt:  Auch für die Dortmunder Kabarettisten hört beim Thema Loveparade der Spaß auf. Die Passagen, in denen es um die Opfer der Loveparade geht haben mit Klamauk nichts zu tun. Es sind bitterböse Texte, die Martin Kaysh zu dem Thema vorträgt. Im  Saal kann man dann eine Stecknadel fallen hören.  Mit dem Besoffski-Karneval, wie ihn der Duisburger Faschingsfundamantalist kennt, hat das alles nicht viel zu tun. Eher mit gutem Kabarett. Für mich gehörten die Loveparade Nummern zu den Höhepunkten des Geierabends. Und der Skandal sind doch nicht die Texte von Martin Kaysh, sondern die Tatsache, das eine Charaktermaske wie Sauerland noch im Amt ist.

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7 Kommentare zu “Karnevalskrieg im Ruhrgebiet?

  • #1
    Perik Hillenbach

    Habe die gleiche Vorstellung besucht wie Stefan und bin absolut der gleichen Ansicht. Die Duisburger Narren verwechseln Ursache und Wirkung. Niemand lacht hier über die 21 Toten, die Stecknadelstille ist eher ein bitteres Gedenken. Aber bitte bloß jetzt keine Diskussion darüber, was Satire darf. Die Antwort ändert sich nicht: immer noch „alles“.

  • #2
  • #3
    Thomas

    Karneval ist in dessen rheinländischen Diasporagebieten – also außer Köln und D’dorf – die äußerste Form der Vereinsmeierei — also höchstens als Objekt unfreiwilliger Komik zu rezipieren.

    Die Duisburger Jecken sind sogar zu blöde, das vom Land auferlegte Sicherheitsregime zu ihrem Rosenmontagszug zu realisieren, angeblich würden sie nicht genügend Ordner für ihren Rosenmontagszug beisammen kriegen.

    Und verlangen also dreist eine Sonderregelung für ihr trauriges Schauspiel – die üblichen Sicherungsvrschriften für Aufzüge, wie sie jeder Anmelder einer Demo, kennt, außen vor lassen wollend.

    http://www.rp-online.de/niederrheinnord/duisburg/nachrichten/Narren-bangen-um-die-Zuege_aid_957919.html

    Im Duisburger Sitzungs- und dessen organisiertem Straßenkarneval wird übrigens weder die Loveparade-Katastrophe noch Sauerland thematisiert.

    In Köln und Düsseldorf sebstverständlich schon.

  • #4
    Arnold Voß

    Gibts auch sowas wie nen Karnevalsfrieden? So mit gegenseitigen Besuchen bei den Veranstaltungen? Oder können die einen die anderen sowieso nicht ab?

  • #5
    Katharina

    Soviel zu: „Wir gehen zur Normalität über“

    Wird Sauerland auch im Karneval geschont?

    Da haben doch selbst die Duisbürger Narrenfreiheit !

    Karneval darf man Kritik üben !!!!!! Ist Sinn der Sache.

    Tradition ade, Rosenmontagszug sinnentleert absagen.

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