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Aus für Straßenstrich in Dortmund – und doch eine Blamage für die Stadt

Foto: Barbara Underberg

Der Arnsberger Regierungspräsident Gerd Bollermann folgt dem Rat der Stadt Dortmund und verbietet in der gesamten Stadt die Straßenprostitution. Doch für die Verantwortlichen der Stadt Dortmund ist das nur auf den ersten Blick ein Triumph.

Am 16. Mai ist Schluss mit dem Straßenstrich in Dortmund. Nicht nur an der Ravensberger Straße in der Nordstadt sondern in ganz Dortmund ist dann Straßenprostitution verboten. Regierungspräsident Gerd Bollermann folgte damit einem Beschluss der Rates der Stadt – die Sorge, der Nachbarstädte, dass sich die Straßenprostitution verlagern würde, teilt er nicht.

Ein Sieg für SPD und CDU, die im Rat das Verbot der Straßenprostituion durchgesetzt haben? Nein. Denn Bollermann macht der Stadt zehn Auflagen. Auflagen, welche die Konsequenz aus zum Teil jahrelange Versäumnissen der Stadt sind und dem Eindruck widersprechen, dass vom Straßenstrich in der Nordstadt alles Übel ausgeht.

Die Auflagen:

Umsetzung baurechtlicher Maßnahmen und gegebenenfalls ordnungsbehördliche Schließung sogenannter Problemhäuser

Wahrnehmung des Wohnungsaufsichtsrechts nach dem Gesetz zur Förderung und Nutzung von Wohnraum für das Land NRW, wonach es unter anderem möglich ist, Hauseigentümern zur Sicherstellung von Mindestanforderungen bestimmte Instandhaltungsmaßnahmen aufzugeben

Umsetzung abfallrechtlicher Maßnahmen nach dem Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz, Durchsetzung der Pflichten von Abfallverursachern

Umsetzung gesundheitlicher Maßnahmen durch das Gesundheitsamt nach dem Hygienerecht

Jugendschutzkontrollen durch Jugend- und Ordnungsamt

Durchsetzung der Schulpflicht von Kindern

Umsetzung gewerberechtlicher Maßnahmen zu Gewerbeanmeldungen

Stringente Bekämpfung der Schwarzarbeit

Konsequentes Vorgehen gegen illegales Glücksspiel

Verstärkte Verkehrskontrollen des fließenden und des ruhenden Verkehrs durch Polizei und Ordnungsamt

Alle diese Maßnahmen sollten eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Keine Bezirksregierung sollte eine Stadt dazu ermahnen müssen, ihren Job zu machen. In Dortmund haben Politik und Verwaltung offensichtlich in den vergangenen zu sehr auf Leuchttürme und knackige PR-Maßnahmen gesetzt. Die Alltagsarbeit wurde hingegen nicht vernünftig erledigt. Das populistische Gerede vom „Eisernen Besen“, mit dem man kehren wolle, entlarvt sich jetzt  umso deutlicher als der Verbalaktionismus von Leuten, die ihren Job nicht ordentlich gemacht haben und eine schwarzen Petra suchten: Die Prostituierten des Straßenstrichs. Politiker und Verwaltungsleute, die bislang noch nicht einmal die Schulpflicht durchsetzen konnten sollten sich mit markigen Sprüchen eher zurückhalten.

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11 Kommentare zu “Aus für Straßenstrich in Dortmund – und doch eine Blamage für die Stadt

  • #1
    Tortist

    Ich bin von der Entscheidung mehr als begeistert. Als Mitglied der Elterinitiative zum Verbot hätte ich nicht gedacht das der RP so weit geht.

    Die Entscheidung ist eine schallende Ohrfeige für Herrn Steitz der als Gutmensch-Grüner so gut wie alle Probleme der Nordstadt ignoriert und damit verschlimmert hat.

    Von den Auflagen bin ich ebenfalls sehr angetan.

    Endlich werden mal Problem und Vollzugsdefizite klar benannt.

    Bollermann rules !!!

  • #2
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Tortist: Es ist nicht nur eine Blamage für Steitz sondern für den gesamten Verwaltungsvorstand – inklusive ex OB Langemeyer und Amtsinhaber Ullrich Sierau.

  • #3
    Der Klugscheißer

    Laurin hat ja sooo recht. Da hat er jahrelang vor der Entwicklung auf dem Straßenstrich gewarnt, Vorschläge gemacht und Hinweise gegeben – aber Langemeyer und Sierau haben einfach nicht auf ihn gehört. Aber das wird sich jetzt ändern. Nach dieser Blamage wird Langemeyer – ach nee, der ja nicht mehr – ab sofort wird Sierau immer erst mal Laurin fragen, was zu tun ist. Endlich wird es aufwärts gehen mit Dortmund. Laurin for mayor!

  • #4
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Klugscheißer: Da scheint ja gaaanz ein sensibler Spezialdemokrat schwer getroffen zu sein 🙂

  • #5
    Georg Kontekakis

    @ Klugscheißer

    Es ist nicht der Job von Stefan Laurin, sich den Kopf von Sierau und Langemeyer zu brechen. Dafür wurde er nicht gewählt. Die Oberbürgermeister aber schon – und zwar von den Bürgern Dortmunds.

    Stefan ist nur sich gegenüber verantwortlich. Sierau und Langemeyer den Bürgern ihrer Gemeinde.

    Denk mal drüber nach – schaffst Du schon.

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  • #8
    marc

    Ich frage mich ja, wie der werte Herr Bollermann diese Auflagen durchsetzen möchte. Die Stadt wird doch ohnehin darauf hinweisen, dass alle Auflagen bisher schon erfüllt werden, oder?
    Wie will die BezReg „messen“, ob z.B. die Schulpflicht von Kindern durchgesetzt wird? Das wird sie ja sicher schon heute bis zu einem gewissen Maß tun.

    Insofern sehe ich das nicht so, dass die Entscheidung ein Dämpfer für die Stadtspitze ist. Diese hat vielmehr ihren Willen bei Herrn Bollermann durchgesetzt und kann nun wie geplant die Schließung vornehmen.
    (ob das sinnvoll ist, will ich hier mal nicht diskutieren)

  • #9
    Gerhard Schiweck

    @“Der Klugscheisser“: Sollen Journalisten den Job von Politikern machen?
    @Stefan Laurin: Bitte! Etwas mehr journalistisches Selbstbewußtsein würde ich mir schon wünschen. Danke!

  • #10
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