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Kurdistan: „Die Türkei setzt ihre Annektionspolitik fort“

Kämpferinnen der YPJ in Rojava Foto: Foto: BijiKurdistan Lizenz: CC BY 2.0

Unser Gastautor Ali Ertan Toprak ist führender Repräsentant der Kurdischen Gemeinde Deutschlands und Mitglied der CDU 

Dem Westen ist eine „kurdenfreie“ Siedlungszone mit türkeitreuen, islamistischen Arabern in Syrien lieber, als säkular und westlich orientierte Kurden. Der Westen erteilt dem nationalislamisten Erdogan einen Freifahrtschein um die kurdischen Gebiete Syriens zu besetzen.

Und muss dafür keine Sanktionen des Westens fürchten. Wer denkt da nicht an die Krim? Heise schreibt: „Denn das, was in Afrin seit März 2018 passiert, plant die türkische Regierung entlang der gesamten nordsyrischen Grenze und den Nordirak bis in den Iran: eine „kurdenfreie“ Siedlungszone mit türkeitreuen, islamistischen Arabern.“

Weder die NATO noch die EU sind mehr in der Lage gegenüber den Islamisten die eigenen Werte zu verteidigen. Die Türkei war und ist der größte Unterstützer des IS und anderer Dschihadisten in der Region.

Es ist mehr als absurd! Jetzt soll die Türkei die Verantwortung über die IS-Gefangenen übernehmen, die von der Türkei jahrelang aufgebaut worden sind. Dieser Islamischer Staat hat jahrelang europäische Hauptstädte terrorisiert und Hunderte von Menschen auf brutale Art und Weise in Europa getötet.

Zehntausende kurdische Frauen und Männer haben ihr Leben verloren, nicht nur bei der Verteidigung ihres eigenen Territoriums, sondern bei der Rettung der von IS-besetzten Gebieten. Ohne die Kurdinnen und Kurden und ihre örtlichen Verbündeten, die dem Westen als Bodentruppe dienten, hätte man den IS niemals besiegen können. Die Kurden haben die Werte und Sicherheit des Westens verteidigt. Als Dank werden die Kurden abermals verraten.

Jetzt bleibt den Kurden nur zwei Möglichkeiten entweder sich zu ergeben oder den Krieg in die gesamte Türkei zu tragen. Ob das am Ende eine kluge Strategie des Westens war, dass man einem im eigenen Land mehr als angeschlagenen Unrechtsregime alles gewähren lässt, wird man am Ende sehen. Der politisch und wirtschaftlich mehr als angeschlagene Erdogan braucht diesen Krieg, um seine Machtposition im Inland weiterhin aufrechtzuerhalten.

Es ist damit auch klar, dass der Westen in Syrien nichts mehr zu melden hat. Und noch eins, falls die Türkei durch diesen Krieg im Inland destabilisiert werden sollte, wird der Krieg in Syrien und die Flüchtlingswelle von dort im Vergleich dazu was in der Türkei passieren könnte nichts dagegen sein.

Ich glaube, dass der Westen niemals zuvor in ihrer Gesamtheit so eine unfähige Führungsriege hatte, wie heutzutage. Wir sind schutzlos gegenüber jedwede Bedrohung unserer Grundwerte und Freiheiten sowohl im Inland, als auch im Ausland.

Das sollte uns alle mehr als beunruhigen…

 

 

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4 Kommentare zu “Kurdistan: „Die Türkei setzt ihre Annektionspolitik fort“

  • #1
    Bochumer

    Der Satz über die Führungsriege im Westen ist auf jeden Fall stimmig. Leider. Den Verrat an den Verbündeten wird der Westen noch bedauern, sobald er neue Verbündete braucht. Das prägt sich doch ein.

  • #2
    Ke

    Die Türkei ist Nato Verbündeter.
    Hat unsere Regierung überhaupt keine Werte mehr?
    Wie lange will sich Europa noch mit Flüchtlingen erpressen lassen?
    Ich frage mich auch , wie toll es jetzt wohl ist, in der Türkei zu urlauben.

    Was haben wir nur für eine schwache Aussenpolitik!

  • #3
    Petra 42

    Was ist völkerrechtlich eigentlich der Unterschied zwischen einer türkischen "Sicherheitszone" in Nord-Syrien und einer russischen "Sicherheitszone" in der Ost-Ukraine einschließlich Krim?

    Wären jetzt nicht massive EU-Sanktionenn gegenüber der Türkei fällig ?

  • #4
    Yilmaz

    Es geht leider schon los:

    https://twitter.com/AmichaiStein1/status/1181283840268132352

    #BREAKING: #Turkish warplanes have carried out airstrikes against the Semalka border crossing between #Syria and #Iraq; Turkish artillery bombards PKK/YPG targets in Malikiyah

    Und unser Aussenminister Heiko Maas ist abgetaucht. Unfassbar !

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