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Lale Akgün: ” Es macht mich wütend, dass die Schule ihre Aufgabe, Kinder und Jugendliche zu selbständig denkenden Menschen zu erziehen, nicht mehr wahrnehmen kann”

Lale Akgün Foto: Raimond Spekking Lizenz: CC BY-SA 4.0

Nachdem der französische Lehrer Samuel Paty am Freitag von einem islamistischen Jugendlichen geköpft wurde, weil er im Unterricht beim Thema Meinungsfreiheit auch Mohammed-  Karikaturen des französichen Satire-Magazins Charlie Hebdo zeigte, wandte sich die ehemaligen SPD-Bundestagsabgeordnete Lale Akgün auf Facebook an ihre Leser: 

Dieses Posting von Akgün hatte folgen, wie die Kölnerin heute schrien:

Lehrer sollten sowenig Angst vor ihren Schülern haben wie Schüler vor ihren Lehrern. Ideologien, die das Schüler-Lehrer-Verhältnis zerstören gehören benannt und es ist die Aufgaben von Politik und Zivilgesellschaft, sich gegen sie zu stellen. Vielleicht helfen auf dem Weg dahin ja auch Zuschriften von Lehrer an Lale Akgün.

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5 Kommentare zu “Lale Akgün: ” Es macht mich wütend, dass die Schule ihre Aufgabe, Kinder und Jugendliche zu selbständig denkenden Menschen zu erziehen, nicht mehr wahrnehmen kann”

  • #1
    Ottoburger

    In den USA lebt derzeit der Pressespruch von TRUMP-Befürwortern wieder auf, der sich gegen Politiker wendet, die andere Auffassungen als TRUMP vertreten: „Lock them up! Lock her up!“ (dtsch: „Sperr sie ein!“)

    Ich kann nicht erkennen, dass die drei letzten Generationen im Ruhrpott und unter Bergrecht ein besonderes Interesse an der Entwicklung der Demokratie hatten und erwarte, das Ruhrgebiet wird zum Abklatsch der amerikanischen Entwicklung oder der BREXIT-Stadt Portsmouth.
    Portsmouth ist seit 70 Jahren Partnerstadt von Duisburg *) und feiert das. Die Einwohner des britischen Marinestützpunkts haben mehrheitlich für BREXIT und Boris Johnson gestimmt.

    Image von Duisburg, Ruhrgebiet. Das passt! Mehr davon in Bälde hier bei uns daheim!

    *) … damals als britishe Maßnahme, deren "Kommunisten"-Angst vor und in NRW (ausgehend von Duisburg und dem Ruhrpott) zu bekämpfen?

  • #2
    Helmut Junge

    Sie sind irgendwie im falschen Beitrag gelandet @Ottoburger
    Hier im Beitrag von Lale Akgün geht es um islamistischen Mord in Frankreich und der Angst deutscher Lehrer davor, daß ihnen bei der ausübung ihres Berufes etwas ähnlichen geschehen könnte. Eigentlich müßten deutsche Regierungspolitiker dazu etwas sagen. Immerhin arbeiten Lehrer in deren Auftrag.

  • #3
  • #4
    Gudrun Menningmann

    Sehr geehrte Frau Akgün,

    Ihrem unter dem Stichwort "Sonntag" veröffentlichten Artikel möchte ich mich anschließen. Meine Erfahrungen decken sich voll und ganz mit der obigen Beschreibung .
    Ich bin als Kunst- und Philosophiepädagogin an einer Gesamtschule mit über 90 % Migrationshintergrund beschäftigt. Nach 10 Jahren durchgängig guter Erfahrungen erlebe ich nun seit 2018 die von Ihnen geschilderte Situation von Schülern der Oberstufe.
    Immer wieder wurde ich von einem Schüler aufgefordert, ihn "anzuerkennen". Da für mich Respekt zum Unterricht dazugehört, sah ich das Problem nicht ganz ein. Daraufhin wurden andere Mitschüler gegen mich eingenommen. Deutsche Schuler*innen der Unter- und Mittelstufe sind bereits so weit auf Linie gebracht, dass Blonde innerhalb eines Jahres "schwarzhaarig" geworden sind (genetisch!), andere sich das Haar schwarz färben.
    Es war der Abiturjahrgang 2020, der zum Sommer die Schule verlassen hat. Dennoch ist der Terror geblieben.
    Inzwischen ist ein Mob angewachsen, der mich auch über die Schule hinaus in meinem Privatbereich terrorisiert. Man droht mir offen mit Gewalt durch Beate Zschäpe, die mir etwas und "noch mehr kaputt machen" könne, wenn ich sie und die Muslime nicht "anerkenne", was so viel heißt wie z. B.: "Gudrun, wir sind denen niemals wieder begegnet, die denen nicht folgen." Von der kriminellen Seite aus ist es durchaus nicht unmöglich, übergriffig zu werden.
    Ich befinde mich dieser Situation gegenüber allein und ich werde wütend, wenn ich daran denke, dass es damals angefangen hat, als ich diese Muslime als Oberstufenkurs unterrichtet habe.

    In diesem Zusammenhang möchte ich auf ein Buch hinweisen, das zur Verschärfung der Lage möglicherweise noch beigetragen hat.
    Es handelt sich um einen Roman der Autorin Hera Lind mit dem Titel "Die Frau, die frei sein wollte".
    Es ist der Bericht einer jungen muslimischen Frau über ihre Erfahrungen mit der Zwangsverheiratung. Das Besondere daran ist dass die im Text verwendeten Personennamen durchgängiig bis auf zwei Ausnahmen jeweils durch genau eine/n einzige/n Schüler/in an meiner Schule vertreten sind. Dadurch wirkt die Geschichte der Schule wie auf den Leib geschneidert. Bedenklich daran ist, dass dieser Roman ein enormes Gewaltpotential enthält, einschließlich einer Anspielung auf das Attentat der Marianne Bachmeier im Lübecker Gerichtssaal.

    Gern möchte ich mit anderen Betroffenen ins Gespräch kommen, um die Gesamtsituation in den Blick der Öffentlichkeit zu rücken.

  • #5

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