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Loveparade-Desaster: Tote nach Massenpanik – Ursache noch unbekannt

19.50 Uhr. Ruhrbaron Thomas Meiser ist live auf der Loveparade vor Ort.

Thomas Meiser aus dem Pressegetto der Loveparade:

Die Parade läuft unverändert weiter,  die wenigsten Kollegen im Pressegetto haben die große Katastrophe realisiert, sie begutachten zur Stunde noch ihre Festbildchen.

Angeblich sei die Katastrophe – über die mittlerweile längst auch CNN berichtet, zustande gekommen – weil der Straßentunnel von beiden Seiten Düsseldorfer Straße und Koloniestraße zugeschwemmt wurde von Menschen.

Die aufeinandergeprallt seien. Bis zum Tode.

Der Kollege, der mir das berichtet, der war Augenzeuge, ein verläßlicher Mann:

Er, kam nach eigener Aussage, drei Minuten später außerhalb des Tunnels zum Geschehen:  „Da haben sich Menschenmassen aufeinandergeschoben und einander totgetreten.“

PresseEingang Koloniestraße 17.00 Uhr

Presseeingang Koloniestraße 17.00 Uhr - Hier sieht man, wie mehrere Hundert Teilnehmer auf das Paradengelände gelassen wurden, um zu vermeiden, daß deren Gedränge vor den Zäunen zu Körperschäden führt.

Ich selbst habe gegen 17.00 Uhr gesehen, wie vor dem Presseingang sich die Einlaß begehrende Masse so dicht vor den Heraszäunen gedrängt hatte, daß die Security den Einlaß freigeben mußte, um keine Körperschäden zu verantworten.

Gleich dazu meine Bilder.

// Metakommunikation. Hier – im Herzen der Bestie – sind so gut wie alle Netze nach außen zusammengebrochen.

Das einzige, was noch nach Plan weitergeht, ist zynischerweise die Party.

Hier sieht man den stellvertretenden Polizeipräsidenten Duisburgs Detlef von Schmeling (SPD) und den amtierenden Innenminister NRWs Ralf Jäger (rechts, SPD) , wie sie sich kurz vor 17.00 Uhr in der VIP-Lounge der Loveparade 2010 in ihrem Erfolg und in Selbstgefälligkeit sonnen – Tempi passati.

Wann bricht Gorny die Loveparade endlich aus Pietätsgründen ab?

Gleich mehr. So ein Dreck. Ich könnte kotzen.

RuhrBarone-Logo

11 Kommentare zu “Loveparade-Desaster: Tote nach Massenpanik – Ursache noch unbekannt

  • #1
    matthias andré richter

    Kollege TJ. Meiser hatte gestern ja schon deutliche Sicherheitbedenken geäußert!
    Wer ist denn auf die beschissene Idee gekommen, so einen Event auf so einem schlecht erschlossenen Gelände zu fokussieren?

  • #2
    Max

    Es gab eine Massenpanik im EINZIGEN Zugangstunnel. Ein Duisburger erzählte mir gerade, dass es wohl vor der Loveparade schon Stadtgespräch war, dass der Ort keinesfalls für so viele Menschen geeignet ist und die Tatsache, dass es nur einen Zugang gibt, sehr gefährlich werden könnte… Da kann man nur sagen: Herzlichen Glückwunsch an die Stadt Bochum, dass sie lange genug geprüft und die Parade dann abgesagt hat!

  • #3
    Jens

    Scheisse. Aber wenn man weiß, dass auf das Gelände nur 400.000 bis 500.000 Leute drauf passen – dann frage ich mich, wie man auf diesem eingezäunten(!) Gelände (das ist ja der große Unterschied zu Berlin, Essen, Dortmund) mehr als eine Million Besucher gefahrlos unterbringen wollte. Bin erschüttert.

  • Pingback: 15 Tote auf der LOVEPARADE // Gelsenkirchen Blog

  • #5
  • #6
    Helmut Junge

    Zu den Sicherheitsbedenken, die schon vor einiger Zeit diskutiert wurden, habe ich folgendes gefunden:

    http://www.einslive.de/musik/extras/loveparade/2010/fakten_loveparade.jsp

    „Ein detailliertes Sicherheitskonzept für die Loveparade kann erst erarbeitet werden, wenn der Veranstalter seine genauen Vorstellungen für die Parade und die Abschlussveranstaltung bekannt gibt. Grundsätzlich hat die Stadt Duisburg aber schon mit allen beteiligten Stellen, wie Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste, THW, und der Bahn gesprochen und kommt zum Schluss, dass eine Loveparade auch mit über einer Million Besucher in Duisburg „durchführbar ist“. Duisburgs zuständiger Beigeordneter Wolfgang Rabe sagte im 1LIVE-Interview, dass es „auf keinen Fall eine Absage wie in Bochum 2009 geben werde“. Die Sicherheitsbedenken vor allem rund um den dortigen Hauptbahnhof, „gibt es in Duisburg nicht“, so Rabe weiter.“

  • #7
    Yoboo

    Etliche Menschen (egal ob aus der Sicherheit, oder Privatpersonen) haben vorher gesagt, das kann nicht klappen –
    Jedem der die letzten Tage an der Autobahnabfahrt zum HBF kam und einmal auf einer Loveparade war wusste mit einem Blick, dass die etwas passieren würde:
    Ich persönlich hatte eher damit gerechnet, dass die Leute die Zäune zur Autobahn durchbrechen würden.

    Allein die Anzahl der paar Dixies war allenfalls etwas für ein größeres Schützenfest…

  • #8
  • #9
    Jens

    @Helmut Junge (6):
    Siehe den Link (unter meinem Namen) – da findest Du Links zu Kommentaren, die von vornherein auf die Problematik des Tunnels verwiesen haben.

  • #10
    Helmut Junge

    @Jens, danke für deinen Hinweis, später wird sich noch zeigen, wie wichtig die sind.
    Ich muß mich aber wohl direkter ausdrücken, als in meinem Beitrag (6)

    In dem Text steht, daß der Beigeordnete Wolfgang Rabe (CDU) im Interview mit „einslive“ gesagt haben soll:
    „Die Sicherheitsbedenken vor allem rund um den dortigen Hauptbahnhof, „gibt es in Duisburg nicht“.
    Es gab also keine Bedenken! Obwohl jeder Laie den Tunnel als einzigen Fuchtweg
    durchaus als „bedenklich“ einstuft. Ich bin irritiert darüber, daß das, was Laien als Risiko einstufen, von den Verantwortlichen angeblich nicht gesehen wurde. Angeblich! Das wird sich noch herausstellen, ob das nicht doch diskutiert, und aber ausgeklammert wurde.
    Heute sind junge Menschen Opfer dieser „Bedenkenlosigkeit“ Duisburger Politiker
    geworden.

  • #11
    Ede Hac

    Die alt-römische Spaßgesellschaft hatte ihre Toten „in“ der Arena – die aktuelle Spaßgesellschaft hat ihre Toten „vor“ der Arena. Brot und Spiele – the show must go on!
    a never ending story?

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