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Mein Ruhrgebiet: Marc Quambusch – „Ein Fußballstadion sollte keine Halle sein.“

Marc Quambusch. Foto: privat

Es ist Dienstag und somit einmal mehr höchste Zeit für eine neue Ausgabe von ‚Mein Ruhrgebiet‘, unsere kleinen Serie, in der Persönlichkeiten der Region fünf Fragen beantworten und uns dadurch ein Stück weit etwas über ihre Sicht auf das Revier verraten.

In dieser Ausgabe hat Marc Mauricius Quambusch seine Leidenschaft in Bezug auf das Ruhrgebiet mit uns geteilt. Der inzwischen in Hamburg lebende Journalist, Filmemacher, Manager und engagierte Fußballfan aus Dortmund ist glühender BVB-Fan und vielen hier sicherlich durch sein Mitwirken am Film „Am Borsigplatz geboren – Franz Jacobi – Die Wiege des BVB“ bekannt, oder auch als Mitbegründer des Bündnisses „Kein Zwanni – Fußball muss bezahlbar sein“.

Wenn du an das Ruhrgebiet denkst, was fällt dir dann zuerst ein, Marc?

Eine Region mit wundervollen Menschen, die aber in Summe deutlich unter ihren Möglichkeiten bleiben. Es macht mich kirre wie wenig sich die Leute im Pott zutrauen. Wie Christoph Biermann in seinem wunderbaren Buch „Als wir vom Fußball träumten“ schrieb: Es sagt viel, dass „Woanders ist auch Scheiße“ das Lebensmotto viele Bewohner des Ruhrgebietes ist.

Was ist dein absoluter Lieblingsort im Revier?

Für mich als Borusse natürlich das Westfalenstadion. Eines der schönsten Fußballstadien der Welt. Und der „Spiegelsaal“ in der Oesterholzstraße 60, dem Ort wo Borussia Dortmund gegründet wurde. Ich habe mit Jan-Henrik Gruszecki und Gregor Schnittker den Film „Am Borsigplatz geboren – Franz Jacobi und die Wiege des BVB“ produziert und „Janni“ hat dann den Spiegelsaal käuflich erworben und wieder in den alten baulichen Zustand versetzt. Ein magischer Ort.

Wenn du Besuch bekommst, der noch nie im Ruhrgebiet war, wo bringst du ihn während seines Aufenthaltes im Ruhrgebiet auf jeden Fall hin?

Es ist so unorginell, aber: Ins Westfalenstadion. Weil da der Pulsschlag des BVB pocht – und man sowieso alle spannenden Menschen dort trifft. Was soll man an einem Samstagnachmittag auch sonst machen?

Und welchen Ort im Pott sollte dein Besuch auf keinen Fall zu Gesicht bekommen?

Die Arena auf Schalke. Ein Fußballstadion sollte keine Halle sein.

Was wünscht du dir für das Ruhrgebiet in den nächsten Jahren? Was gibt es zu verbessern?

Ich würde mir wünschen, dass die Menschen sich endlich mal mehr zutrauen. Die Elbphilharmonie hätte es im Pott nie gegeben, weil hier gerne mal alles in Kindergartenplätze umgerechnet wird. Die Hamburger regen sich auch über die Baukosten der Elbphilharmonie auf, aber nun haben die halt eine Attraktion von Weltruf. Sowas würdest Du im Pott nie hinbekommen. Hier wird viel zu viel Klein-Klein gedacht.

 

In den vergangenen Wochen erschienen in dieser Ruhrbarone-Reihe bereits Beiträge mit:

Dirk große Schlarmann

Sebel

Pit Gottschalk

Oli Hilbring

Aladin El-Mafaalani

David Schraven

Gregor Schnittker

Jörg Stanko

RuhrBarone-Logo

2 Kommentare zu “Mein Ruhrgebiet: Marc Quambusch – „Ein Fußballstadion sollte keine Halle sein.“

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