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Mein Ruhrgebiet: Pit Gottschalk – „So gemütlich hatte ich mir Kettwig nicht vorgestellt.“

Pit Gottschalk. Foto: privat

Anfang März starteten wir hier im Blog eine neue Serie. An jedem Dienstag veröffentlichen wir einen Beitrag unter dem Titel ‚Mein Ruhrgebiet‘. Dabei gilt es jeweils für eine bekannte Persönlichkeit ihre ganz spezielle Beziehung zum ‚Revier‘ in einem kurzen Interview zu offenbaren.

In dieser Woche beantwortete mit dem Journalisten Pit Gottschalk ein bundesweit anerkannter Sportfachmann unsere fünf Fragen.

Der 51-Jährige war jahrelang in verantwortlicher Position in den Redaktionen der Funke Medien Gruppe tätig, wirkte dort u.a. entscheidend an der Produktion von ‚WAZ‘ und ‚Reviersport‘ mit.

Viele unserer Leser werden ihn sicherlich auch von seinen regelmäßigen Auftritten in diversen Sport-TV-Talkshows wie dem ‚Doppelpass‘ von Sport1 kennen.

Seit einigen Monaten bringt Gottschalk, der in der Vergangenheit auch bereits für diverse andere Verlage und Medienhäuser tätig war, zudem einen täglichen Fußballnewsletter unter dem Namen „Fever Pit’ch“ heraus.

Wenn Sie an das Ruhrgebiet denken, was fällt Ihnen zuerst ein?

Tatsächlich denke ich zuerst an die beiden großen Fußballstadien. An das Westfalenstadion in Dortmund und die Schalke-Arena in Gelsenkirchen.

Was ist Ihr absoluter Lieblingsort im Revier?

Als ich Ende 2015 mit dem Zug in Essen ankam, schlenderte ich durch die Fußgängerzone und verguckte mich, keine Ahnung warum, an den kleinen Platz vor dem Grillo-Theater. Fast jeden Morgen habe ich hier unter den grünen Sonnenschirmen gefrühstückt, bevor es anschließend zum Arbeitsplatz ging, es gab immer zwei Buchteln aus der Bäckerei Döbbe und einen Tall Café Latte von Starbucks. Ich mochte diesen Platz, weil ich das Gefühl hatte, Menschen aus dem Pott zu treffen, die Frau mit Kopftuch wie den Rentner, der sich furchtbar über die Politik aufregte. Das wahre Leben halt.

Wenn Sie Besuch bekommen, der noch nie im Ruhrgebiet war, wo bringen Sie ihn während seines Aufenthaltes hier auf jeden Fall hin?

Nach Kettwig. Selten habe ich mich mehr getäuscht. In Hamburg hatte ich immer ein Bild von Industrie und Gewerbegebiet vor Augen, weil Axel Springer dort die NRW-Zeitungen druckte. Dann schleppte mich ein Ur-Essener dorthin, und alles geriet ins Wanken, als ich dort die gepflasterten Wege und das Fachwerk saß. So gemütlich hatte ich mir Kettwig nicht vorgestellt. Ein ganz neues Bild vom Ruhrgebiet entstand. Oder Werden: Der Platz an der Basilika ist im Sommer wie Klein-Italien. Herrlich!

Und welchen Ort im Pott sollte Ihr Besuch auf keinen Fall zu Gesicht bekommen?

Den Borsigplatz in Dortmund. Man ist enttäuscht, was aus diesem traditionsreichen Ort geworden ist.

Was wünschen Sie sich für das Ruhrgebiet in den nächsten Jahren? Was gibt es zu verbessern?

Das Ruhrgebiet könnte selbstbewusster sein. Etwas fürs Image tun. Wenn man als Wahl-Hamburger in den Pott zieht, hört man als erstes: Suche dir bloß eine Wohnung in Düsseldorf. Eine klassische Fehlentscheidung, die ich bereue. Aber so ist der Ruf außerhalb halt immer noch. Das Ruhrgebiet denkt zu kleinlich manchmal und könnte ein bisschen mehr trommeln. Aber das, so ließ ich mich belehren, sei nicht die Stärke des Ruhrgebietlers. Man ist lieber bescheiden.

 

In den vergangenen Wochen erschienen in dieser Reihe bereits Beiträge mit:

Dirk große Schlarmann

Sebel

RuhrBarone-Logo

19 Kommentare zu “Mein Ruhrgebiet: Pit Gottschalk – „So gemütlich hatte ich mir Kettwig nicht vorgestellt.“

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