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Mit Dummheit für Heilpraktiker

Homöopathische Globuli und Dilutionen Foto: Wikidudeman Lizenz: Gemeinfrei


Vor zwei Monaten sprach sich der Münsteraner Kreis, ein Zusammenschluss von Ärzten und Wissenschaftlern, dafür aus, den Heilpraktikerberuf zu reformieren oder abzuschaffen.  Die Ausbildung der Heilpraktiker sei mies, eine wissenschaftliche Grundlage für ihre Arbeit gäbe es im Gegensatz zur Medizin nicht. Nun sammeln die Gegner des Münsteraner Kreises Unterschriften. Und alleine ihre Begründungen für den Heilpraktikerberuf sind gute Argumente, ihn sofort abzuschaffen.

Das Fazit, welches der Münsteraner Kreis in seinem Memorandum zieht, ist eindeutig:

Medizinische Parallelwelten mit radikal divergierenden Qualitätsstandards, wie sie aktuell
im deutschen Gesundheitswesen in Form von Doppelstandards bei Ergebnisbewertung und
Qualitätskontrolle bestehen, sind für eine aufgeklärte Gesellschaft nicht akzeptabel. Bei Heilpraktikern stehen aufgrund ihrer ungenügenden, kaum regulierten Ausbildung die Qualifikationen und Tätigkeitsbefugnisse in einem eklatanten Missverhältnis. Heilpraktiker bieten schwerpunktmäßig alternativ- oder komplementärmedizinische Verfahren an, die in den meisten Fällen wissenschaftlich unhaltbar sind. Dies führt zu einer Gefährdung von Patienten.

Spektakulär ist es indes nicht: Dass Heilpraktiker und sogenannte „Alternative Heilmethoden“ modischer Unsinn sind, der Menschen im besten Fall viel Geld, im schlimmsten Fall das Leben kosten kann, ist bekannt. In Großbritannien wird mit der Homöopathie Schluss gemacht, der Wissenschaftsrat der Europäischen Akademien fordert ein Verbot von Globuli.

Es geht den Quacksalbern also an den Kragen. Aber die wehren sich und sie tun das online. Eine eher mies laufende Unterschriftensammlung macht gegen den Münsteraner Kreis mobil. Zwei der Hauptargumente:

Die Schulmedizin möchte uns glauben lassen, sie wüsste es besser als Mutter Natur. Durch ihre Interventionen geben sie vor, den Menschen verbessern zu können. Was ihnen gelingt, gleicht eher dem Sohn von Frankenstein.

Jeder, der dank eines Herzschrittmachers noch lebt, wird das sicher etwas anders sehen. „Mutter Natur“ hat dieses kleine Wunderwerk der Technik dummerweise nicht auf Blumenwiesen wachsen lassen.

Besonders blöd ist das Argument, mit dem sich die Quacksalberlobby gegen wissenschaftliche Studien wehrt:

Traditionelle Methoden benötigen keine Studien, weil sie zum überlieferten Wissen der Erfahrungsheilkunde gehören, die viel länger als in den längsten Langzeitstudien erprobt worden sind.

Dumm nur, dass diese Erfahrungen über Jahrtausende weder aufgeschrieben noch ausgewertet wurden. Deswegen wurde der Aderlass bei allen möglichen Krankheiten über Jahrhunderte angewendet. Wer sich der Wissenschaft verweigert, sollte Menschen nicht anrühren dürfen.

 

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63 Kommentare zu “Mit Dummheit für Heilpraktiker

  • #51
    borstel

    Da bleibt schon etwas übrig. Ich wollte nur daraufhinweisen, daß in bezug auf die Anwendung von Fachwissen und die ethische Haltung in der Ärzteschaft landläufig zwischen Mediziner und Arzt unterschieden wird. Ein Mediziner ist für mich jemand, dem zunächst einmal die Empathie fehtl, der einen Behandlungspfad nicht auf den jeweiligen Patienten anpaßt usw. Aber nichts destotrotz: Die Beispiele (Behandlungsfehler bei Ohr-Op oder Resistenzen bei Bakterien) haben ja nichts mit einer Qualifikation für wissenschaftliches Arbeiten zu tun, sondern sind Beispiele für schlecht umgesetzte praktische Tätigkeit (z.B. vernünftige Händesinfektion und kritischen Einsatz von Antibiotika im letzteren Fall). Daß es qualitativ hochwetige Forschung braucht, ist unbestritten. Daß nicht jeder Arzt promoviert sein muß, ist auch klar. Daß aber strengere Kriterien bei Promotionen eine bessere Medizin erzeugen, halte ich für unbelegt. Wenn ich ein Problem habe, dann gehe ich doch nicht zu einem tollen Forscher, der noch nicht einmal weiß, wie er ein Stethoskop benutzt, sondern zu einem guten Praktiker, der gleichzeitig sich auf dem aktuellen Stand der medizinischen Erkrenntnis hält.

    @ thomas weigle: Objektiv gute Erfahrungen beim Heilpraktiker? Das ist doch des Pudels Kern! Es gibt keine Institution, die hier eine Kontrolle ausübt (was die Gesundheitsaufsicht der einzelnen Länder so treibt, zählt für mich nicht dazu). Und hier wäre eine objektivierbare Qualifkation sehr wichtig, denn nur so könnte ansatzweise Klarheit geschaffen werden, welcher HP etwas taugt, und bei welchen sich die KLienten zwar wohlfühlen, aber ihnen nicht objektiv geholfen wird. Spreu und Weizen…

  • #52
    noch'n Flo

    @ W. Obermanns:

    "Mir scheint, Sie wissen nicht immer was Sie sagen"

    Wie kommst Du darauf?

    "Das Niveau der Ausbildung und Qualitätssicherung von Medizinern entspricht über weite Strecken nicht den Anforderung von anderen akademischen Berufen"

    Das zeigt, dass Du weder vom Medizinstudium, noch von der Facharztausbildung und schon gar nicht vom Alltag eines niedergelassenen Arztes auch nur den Hauch einer Ahnung hast. Hast Du noch mehr zu bieten als Stammtischparolen?

    "Ein Memoranden zur anstehenden und aktuell diskutierten (oder doch schon wieder einmal versandeten?) Reform des skandalös schlechten Promotionsverfahrens in der Medizin hätte ich begrüßt."

    Einer der Gründe, warum ich nicht promoviert habe. Wie auch inzwischen gut 60% aller Medizinstudenten.

    "Fragen zur Qualitätssicherung sind aber zunächst mal genau keine ethischen Fragen sondern Verfahrensfragen."

    Und Qualitätsmanagement, wie es in der Industrie durchgeführt wird, funktioniert im Gesundheitswesen nicht. Ich kann das beurteilen, ich habe in drei Kliniken bei diesem Unsinn mitgemacht. Aber die Politiker finden es toll und haben es deshalb zur Pflicht gemacht.

    "Die in Münster versammelten Herrschaften wußten nicht im entferntesten was sie da überhaupt tun."

    Ja nee, is klar. Das kannst Du ja auch so gut beurteilen. Kleiner Tip: google mal Edzard Ernst, der hat an dem Memorandum mitgearbeitet und ist DER weltweit führende Experte für die sog. "Alternativmedizin".

    "Es kann mich nicht begeistern, wenn Dummköpfe einen noch dümmeren finden und dem seine Dummheit verbieten wollen."

    Tja, wenn man keine Argumente hat, muss man wohl andere beledigen.

    @ thomas weigle:

    "Ich verstehe nicht wirklich, warum man, auch als Arzt, so "gnadenlos" auf die HPs einprügelt."

    Weil dieses Geschäftsmodell Menschenleben gefährdet. Durch Unwissenheit und gnadenlose Selbstüberschätzung.

    "Sollte man als Arzt nicht ein wenig demütiger sein?"

    Warum?

    "Wenn ich das Verhalten v.a. der organisierten Ärzte in Sachen fehlerhafter Behandlung betrachte, dann geht mir vieles durch den Kopf, positiv ist nix davon."

    1. Was sind "organisierte Ärzte"?
    2. Was weisst Du über das Verhalten von Ärzten bei fehlerhaften Behandlungen? Woher hast Du Dein Wissen?

    "Da wir gerade ein eher trauriges Jubiläum abzuhandeln hatten, stellt sich die Frage, ob die betroffenen Mütter damals nicht bei einem HP besser aufgehoben gewesen wären. Contergan jedenfalls hätte der nicht verschreiben können."

    Wie hätten die Folgen der Conterganverordnung verhindert werden können? Nota bene: an Schwangeren darf man keine medizinischen Studien durchführen (aus gutem Grund), also waren die Fehlbildungen bei Ungeborenen nicht vorhersehbar, bis sie eingetreten sind.

    Abgesehen davon ist auch das wieder ein Strohmannargument.

    "Gehen die Leute nicht v.a. deshalb zum HP, weil sie schlechte Erfahrungen mit der Schulmedizin gemacht haben?"

    Nö. Vielen wird auch von anderen Leuten eingeredet, dass die HP bessere Behandlungen machen als Ärzte.

    "Oder jemanden kennen, der…. "

    …einen Bruder hat, der mal mit jemandem zusammengewohnt hat, dessen Mutter mal einen Kuchen für jemanden gebacken hat, dessen Cousine mal von jemandem gehört hat, dessen eingewachsener Zehennagel sich entzündet hatte, was der Hausarzt leider nicht in 24 Stunden heilen konnte.

    "Also würde doch eine Qualitätssteigerung in der Schulmedizin zumindest z.T. den Zulauf zu HPs vermindern."

    Nein, siehe 2 Antworten weiter oben.

    "Solange die Menschen schlechte Erfahrungen mit der Schulmedizin machen"

    Machen sie die wirklich? Oder haben diese Menschen einfach nur unrealistische Ansprüche, worauf die Ärzte sie auch hinweisen, die HP aber nicht?

    @ Helmut Junge:

    "Und deshalb ist es aus meiner Sicht keine Ablenkung, wenn jemand über Arztfehler spricht, sondern elementar wichtig."

    In anderem Kontext sicherlich. In diesem nicht.

    "weil du das Problem mit deinem Berufstand kennst, es aber nicht näher angehen willst"

    Woher willst Du wissen, dass ich das nicht tue?

    "Ich aber bin nicht Opfer einer falschen Heilpraktikerbehandlung, sondern eines hochqualifizierten HNO, eines Oberarztes sogar."

    Das tut mir sehr leid für Dich, aber Du wirst doch sicherlich darüber aufgeklärt worden sein, dass es bei bzw. nach Operationen auch Komplikationen geben kann, oder?

  • #53
    Helmut Junge

    @noch’n Flo, nur weil du so provokant nachfragst: 1983 gab es noch keine diagnostischen Verfahren für solche kleinen Knochen im Mittelohr. Alle Hinweise bezogen sich auf das Mittelohr von dem man dachte daß meine 40DB Hörbeeinträchtigung kämen. Man sagte mir, daß es Routine wäre, gleichzeitig die chronische Vereiterung zu beseitigen und die Hörknöchelchen neu zu richten. Erst während der OP konnte der operierende Arzt sehen, daß der Steigbügel nur Stiftform hatte. Er entschied sich für den Austausch. Also Fenster ins Innenohr und neuen Steigbügel rein. Nein, ich bin nicht gefragt worden, und ich hätte in dem Zustand auch keine Ahnung gehabt, was das bedeuten könnte.
    Ob es 1983 schon die heute übliche Patientenaufklärung gab? Mir hat man das Blaue vom Himmel versprochen. Bevor ich nach Hause durfte hat man an der äußeren Wundnarbe noch einen Abzeß entdeckt, der "gespalten" werden mußte. So viel zu dem Thema. Aber ich habe es überlebt und in der Folge etliche völlig inkompetente Qhrenärzte, die mir statt die nie beseitigte chronische Mittelohrentzündung zu entdecken, Tebonin gegen die unglaublich lauten Hörnervgeräusche gespritzt haben. Ist lange her, ich lebe noch, habe aber immer noch erhebliche Folgeschäden. Einseitig taub, also kein Richtungshären, Gleichgewichtsstörungen wenn ich keine Horizont sehe, und immer wieder Schmerzen im betroffenen Ohr. Mehr dazu zu schreiben habe ich jetzt aber keinen Nerv mehr. Nach der zweiten OP.Radikalhöhle bekam ich eine Facialis Parese mit ungünstiger Prognose auf Heilung. Aber ich hab es mit sehr viel Willen fast wieder hingekriegt.
    Nur sag mir mal, welchen Grund du für die Bemerkung hast: "aber Du wirst doch sicherlich darüber aufgeklärt worden sein, dass es bei bzw. nach Operationen auch Komplikationen geben kann, oder?"
    Ach, weil ich schwerhörig war hatte mich meine Mutter als Kind zu Ohrenärzten geschickt. Einer davon hat mir jahrelang mit einem Gummiball Luft durch die Nase geblasen, wobei ich "Kuckuck " sagen mußte. Der war dann der Meinung, daß meine Schwerhörigkeit deutlich gelindert worden wäre. Und wenn du immer noch nicht genug Fragen beantwortet bekommen hast, könnte ich dir noch einiges über meine Erfahrungen über die HNOS erzählen, bis ich an meinen jetzigen HNO geraten bin, der mich als erster zum CT überwies. Darauf ist vorher nie jemand gekommen!

  • #54
    Ich

    @Helmut Junge
    Das ist eine ziemliche Leidensgeschichte. Ich meine aber, Heilpraktiker wäre NICHT die besseren Therapeuten gewesen, sondern die deutlich schlechteren. Die haben nämlich noch heute keine diagnostischen Verfahren für kleine Knochen im Ohr.

  • #55
    thomas weigle

    noch`n Flo 53#
    Sie haben Recht: HALBGOTTINWEISS und DEMUT sind zwei Begriffe, die nix miteinander zu tun haben
    Was das Contergan angeht: Da ist heftig Scheiße gebaut worden. Ärzte und Pharmaindustrie dürfen das, HPs nicht. Oder habe ich Sie da falsch verstanden?Wie lange hat es gedauert, bis das Teufelszeug vom Markt genommen wurde, nachdem die ersten Missbildungen aufgetreten waren?

    Schon mal was von Ärztekammern gehört? Oder dem Marburger Bund, etc?

    Woher weiß ich nur, dass es fehlerhafte Behandlungen gibt? Ach ja, aus der LÜGENMEDIEN, wenn bspw. über entsprechende Prozesse und Entschädigungszahlungen berichtet wird, sowie aus eigenem Erleben. Ich hab`s auch an den Ohren, allerdings weit entfernt von dem, was @Helmut Junge schildert. Eher etwas lästiges, nix gefährliches, aber immerhin bin ich in den letzten 12 Monaten bei 5 Ärzten vorstellig geworden, bis das Problem richtig behandelt wurde.
    P.S. In Zukunft werde ich Ihre rhetorischen Fragen, denn als solche empfinde ich Ihre an mich gestellten, ganz gewiss nicht mehr beantworten.

  • #56
    Helmut Junge

    @54, das ist unbestritten und ich wollte mich gar nicht mehr zu diesem Thema äußern.
    Aber nochmal: Ich gehe davon aus, daß die Kunden! der Heilpraktiker erwachsene Menschen sind und freiwillig für deren Dienstleistung bezahlen.
    Und ich frage mich jetzt zum wiederholten mal:
    Was soll mich das angehen?
    Eine gute Freundin geht zu Wunderheilern, bezahlt, fühlt sich danach wohl und wenn ich ihr sage, daß ich nicht glaube, daß der ihr hilft, ist sie selbstbewußt genug, mich als Ignoranten zu bezeichnen.
    Ich vermute, daß sehr, sehr viele erwachsene Bürger und vor allem Bürgerinnen ähnlich denken. Und die würden Amok laufen, wenn sich eine Regierung dazu bekennt, diesen Beruf abzuschaffen. Versuchen Sie es. Ich sehe für mich keinen Handlungsbedarf. Nicht mal eine Mehrheit unter den Ärzten stellt sich hinter dieses Memorandum. Nicht mal das klappt.

  • #57
    thomas weigle

    Was ja überhaupt hier noch keine Rolle hier spielte, war die Rolle der HALBGÖTTERINWEI? während der 1000 Jahre. Auch im realen Sozialismus haben Ärzte eine unheilvolle Rolle eingenommen. Und, bitte schön, nicht vergessen, dass sich die bundesdeutschen Ärzte bis in die 70er einen unbelehrbaren Altnazi als obersten Repräsentanten hielten.
    Es gäbe noch viel zur dubiosen Rolle von Ärzten zu sagen, die bspw. Spuren körperlicher Züchtigungen in vielen Heimen auch noch in den ersten Nachkriegsjahrzehnten als solche nicht erkennen wollten und mindestens durch Verschweigen mitschuldig wurden, usw, usf.
    Dass gerade Ärzte auf HPs einprügeln, erinnert doch sehr stark an die HALTETDENDIEB Schreier, die gerne von dem eigenen, immensen Schuldkonto ihrer Profession ablenken wollen.
    P.S. Ich habe hin und wieder in diese "Knochenbrechersendungen" hinein geschaut. Auch wenn`s da "nur" um Tiere ging, erstaunlich….

  • #58
    Ich

    "…Was soll mich das angehen?.."

    Zum Beispiel, weil da eine Parallelwelt zum Schaden der Patienten geschaffen wird:
    https://www.aerzteblatt.de/archiv/160970/Patientensicherheit-Fatale-Beratung-bei-Brustkrebs

  • #59
    noch'n Flo

    @ thomas weigle:

    Mit der Benutzung des Wortes "Lügenmedien" hast Du Dich ein für alle Mal als Diskussionspartner abqualifiziert. Aber es erklärt Deine Denk- und Ausdrucksweise. Wie hiess es noch gleich so schön: "Manche Menschen haben einen geistigen Horizont mit dem Radius Null, das nennen sie dann Standpunkt."

    PLONK!

    @ H. Junge:

    "Ich gehe davon aus, daß die Kunden! der Heilpraktiker erwachsene Menschen sind und freiwillig für deren Dienstleistung bezahlen.
    Und ich frage mich jetzt zum wiederholten mal:
    Was soll mich das angehen?"

    Du findest es also okay, wenn andere abgezockt werden, weil sie nicht beurteilen können, was seriös ist und was nicht? Schon mal etwas von Verbraucherschutz gehört?

    Tolle Einstellung, so richtig schön egozentristisch.

  • #60
    thomas weigle

    #59
    HEILIGE EINFALT:DEIN NAME IST noch`n Flo. Sie sind der erste, der nicht merkt, dass ich den Begriff LÜGENMEDIEN immer IRONISCH benutze. Kopfschüttel!!

  • #61
    thomas weigle

    Lieber Moderator Ich finde, Du hast doch eine gewisse Schutzpflicht den Bloggern gegenüber. Du hättet nicht zulassen dürfen, dass sich @noch´n Flo #59 so herbe und ironiebefreit blamiert. Das ist nicht in Ordnung!

  • #62
    Helmut Junge

    "Du findest es also okay, wenn andere abgezockt werden, weil sie nicht beurteilen können, was seriös ist und was nicht? Schon mal etwas von Verbraucherschutz gehört?
    Tolle Einstellung, so richtig schön egozentristisch."
    tja, das stimmt und kommt noch zusätzlich auf mein Konto. Denn jede Seele, die im Fgefeuer landet, weil ich versäumt habe, sie zum rechten Glauben zu führen, ist sowieso schon drauf. Das läppert sich mit der Zeit.

  • #63
    borstel

    Diese Einstellung, Herr Junge, ist, gelinde gesagt, eigenartig. Sie scheinen nicht zu wissen oder aus der eigenen unerfreulichen Erfahrung gelernt zu haben, daß zwischen dem Patienten und dem Behandler immer eine mehr oder minder große Asymmetrie im Wissen besteht. Mehr noch: Der Klient des Heilpraktikers ist kein bloßer "Kunde", ebenso wenig, wie der Patient des Arztes es ist. Angesichts eines engen Vertrauens- und ggfs. auch Abhängigkeitsverhältnisses ist hier eine entsprechende Berufsqualifikation geboten. Unabhängig davon ist die Ironie nicht zu überbieten: Zu recht wird den Akteuren im Gesundheitswesen die zunehmende Ökonomisierung vorgeworfen. Ich selbst bin froh, daß mich meine vorgesetzten Kollegen vor den schlimmsten Auswüchsen dieser Denkweise bewahren, und ich mir relativ wenig Gedanken machen muß, ob ich irgendwelche Kennzahlen einhalte. Und nun soll also bei den Heilpraktikern eine Kundenbeziehung im Vordergrund stehen und nicht die Fürsorge für den Klienten? Aber wahrscheinlich haben Sie sogar mit dieser Ansicht recht, und der monetäre Aspekt ist das einzig relevante, was die Heilpraktiker antreibt. Vielleicht sollten wir die Idee mit der Ausbildung überdenken: Statt medizinischer Kenntnisse lieber BWL-Basiskurs…

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