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«Mut gegen rechte Gewalt» prüft Antisemiten-Kooperation nach Ruhrbarone-Recherche

Rechte Ideologie gegen rechte Gewalt?
Rechte Ideologie gegen rechte Gewalt?

Rechte Ideologie gegen rechte Gewalt?

Das Projekt Mut gegen rechte Gewalt, eine Kooperation des stern mit der Amadeo-Antonio-Stiftung, will eine Aktion prüfen, bei unter anderem Autogramme des Rappers Kollegah versteigert werden, der Antisemitismus im Deutschrap verteidigt hat. Nachdem der altgediente Rap-Aktivist Marcus Staiger ein Projekt der Rapper Fard und Snaga kritisiert hatte, beschwerte sich Kollegah, man könne «heute noch nicht mal das Wort ‚Jude‘ verwenden, ohne als Antisemit dargestellt zu werden. Noch nicht mal das Wort ‚Israel‘.»

Bei der Versteigerung einer unterschriebenen Pressewand vom deutschen Webvideopreis können die Bieter ihre vier Wände laut stern «mit reichlich Youtube-Starpower schmücken und dabei auch noch Gutes tun». Die Amadeo-Antonio-Stiftung sagt: « Wir wussten zu diesem Zeitpunkt nicht, wer ganz konkret auf der Wand unterzeichnet hat. Unseren Unterstützern beim stern war es wichtig, möglichst viele bekannte Persönlichkeiten auf der Wand zu verewigen, um die gemeinsame Aktion „Mut gegen rechte Gewalt“ bekannter zu machen.»

Wie die Youtube-Starpower im Einzelnen aussehen kann, zeigt Kollegah, wenn er sagt, «dass wir als Volk unter der Bedrohung stehen, von Machthabern, die uns quasi wirklich radikal versklaven wollen, die uns als Nutzvieh sehen, dann sollte das eigentlich genügen, um gewisses Zusammengehörigkeitsgefühl zu schaffen und uns das nicht gefallen zu lassen».

Auf Anfrage der Ruhrbarone nennt Robert Lüdtke, Sprecher der Amadeo-Antonio-Stiftung die Statements Kollegahs «hoch problematisch». Sie bedienten genau die Argumentation, die von antisemitischer und rechtsextremer Seite komme. Damit würde solchen Parolen leider auch für breitere Kreise die Tür geöffnet.

Die Amadeo-Antonio-Stiftung verbindet nach eigenen Aussagen eine langjährige gute Partnerschaft mit dem stern und es sei sehr unglücklich, dass Kollegah bei dieser Aktion vertreten ist. Man werde «zukünftig genauer hinschauen müssen, woher die Unterstützung kommt».

Beim Verfassen dieses Artikels lag das Höchstgebot bei 57 Euro.

Der stern ließ die Anfrage der Ruhrbarone zu diesem Thema unbeantwortet.

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