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Nahverkehr: Alternative Carsurfing?

Abseits der Hauptroute zwischen Dortmund und Duisburg ist der Nahverkehr im Ruhrgebiet dilletantisch organisiert. Ist Carsurfing eine Alternative? Von unserem Gastautor Reinhard Wiesemann.

Mit einem besser funktionierenden Nahverkehrsystem würde die Qualität unseres Lebens besser, weil wir nicht die zufällig benachbarten Angebote (Kino, Theater, Ärzte, Shopping, Arbeit,…) nutzen müssen, sondern 30 Minuten entfernt zu dem Ort fahren könnten, der genau das bietet, was viel besser zu uns paßt. Qualität hängt in ganz vielen Bereichen des Lebens auch mit der Größe des Angebots aus dem wir wählen können zusammen.

Deshalb fordern kluge Zeitgenossen seit Jahren ein besseres Nahverkehrssystem an der Ruhr, doch denken sie meist daran, den herkömmlichen Bus- und Bahnverkehr zu verbessern. Das ist sicher sinnvoll, aber ich möchte anregen, auch einmal über einen Ansatz nachzudenken, der vor fünf Jahren noch nicht möglich war, jetzt aber “reif” zu sein scheint: Genauso, wie Millionen von Menschen über das bekannte Couchsurfing in der ganzen Welt bei Fremden übernachten, wäre es jetzt an der Zeit, das “Mitfahren” über Internet-Techniken in großem Stil zu ermöglichen.

Städte oder ÖPNV-Unternehmen könnten ein System aufbauen, über das Fahrer und Mitfahrer eine Historie und eine Bewertung bekommen, um Sicherheit zu schaffen. Und dann bringt man beide über Smartphones zusammen. Ich wette: Wenn es möglich wäre, in sein Smartphone einzugeben, wohin man will und diese Information vorbeifahrenden Fahrzeugen übermittelt wird, dann muß man nur wenige Minuten am Straßenrand warten, bis ein Auto anhält, das genau dorthin fährt. Mit einem solchen System könnte eine Region wie das Ruhrgebiet zu einem Vorreiter und zu einer Pilgerstätte für Stadtplaner aus der ganzen Welt werden. Und das zu einem Bruchteil des Preises, den andere Metropolen früher für die Nahverkehrssysteme ausgegeben haben, die damals aktuell waren.

Reinhard Wiesemann ist der Macher des Unperfekthauses in Essen

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