8

Naturkundemuseum Münster: lohnt das?

Dinos, Wasser, Indianer. Naturkundemuseum Münster.

Münster – was gibt´s im Naturkundemuseum zu entdecken? Ist es cool? Langweilig? Teuer? Vielleicht ist dies der Beginn einer neuen, unregelmäßigen Reihe zu Museen im und ums Ruhrgebiet. Lasst mich mal wissen, was ihr dazu meint. Wer Wissenschaft mag, der sucht ja immer mal wieder ein Museum auf. Und derer gibt es viele. Zu verschiedenen Themen, mit verschiedenen Schwerpunkten. Für verschiedene Zielgruppen.

Im LWL-Museum für Naturkunde in Münster versucht man mit verschiedenen Themenbereichen zu punkten. Und ja, Bildungseinrichtungen versuchen natürlich immer auch zu erziehen. Das Museum in Münster macht da keine Ausnahme.

Wasser und Indianer

Neben dem Thema „Dinos“, das mich dorthin zog, gibt es dort aktuell eine Ausstellung zum Thema „Wasser bewegt“, in dem wir natürlich mitgeteilt bekommen, wie schlimm-schlimm-schlimm das Ganze auf der Südhalbkugel aussieht und eine Ausstellung zu den Prärie- und Plainsin-Indianer, die natürlich das erlittene Unrecht dieser Ureinwohner Nordamerikas in den Mittelpunkt stellt. Dabei ist der Indianerteil der Ausstellung wenig aufdringlich, überzeugt durch eindrucksvolle und gut zusammengestellte Exponate, und läßt insbesondere durch Fotografien den Betrachter selbst seine Schlüsse ziehen, die alles andere als angenehm für die europäischen US-Siedler ausfallen. Dieses Verhältnis von Exponatsqualität und unaufdringlicher Selbsterkenntnis ist bei der Wasser-Ausstellung umgekehrt – dafür finden sich hier wenigstens einige „hands on“-Exponate. So dürfen dann auch hiesige Kinder ausprobieren, ein Wasserfaß zu rollen. Das ist letztlich irgendwie befremdlich, weil es dem Kind Spaß macht, dies kurz zu machen, während das Erlebnis auf der Südhalbkugel für die Kinder wohl mehrheitlich anders darstellen dürfte.

Dinos

Den Kern des Museums macht aber die Dinosaurierausstellung aus. Zunächst hat man das Gefühl, das diese kleiner ist, als erhofft. Dann sieht man die ersten Exponate, und denkt sich ‚Naja, Münster, was willst du erwarten?‘ – bis man hinter einer Ecke plötzlich vor einem T-Rex- und einem Pottwal-Skelett steht und ‚Wow“ denkt. Ab da wird der Besuch abenteuerlicher. Viele weitere Skelette beeindrucken, durch ihre schiere Größe und die Nähe, in der verschiedene Dinos zueinander präsentiert werden. Kleine Filmchen erklären die Welt der Urechsen und die Suche nach ihnen auch für Kinder verständlich. Die Filme starten auf Knopfdruck erst ihren Ton, so dass man nicht in einer Lärmkulisse untergeht. Das ist schön. Leider sind aber darüber hinaus hier Elemente, bei denen man Sachen berühren und selbst machen kann, mehr als gering gesät. Schade. Ebenso wie der Umstand, dass ein Mammut in einem Raum ohne Beleuchtung steht, und wohl „renoviert“ wird – was aber übel nach Besenkammer aussieht.

Bücherecke & Zeit-Preis-Verhältnis

Eigentlich ausserhalb der Ausstellung befindet sich eine kleine Bücherecke, in der man es sich auf einigen Liegekissen bequem machen und mit dem Blick auf einen an der Decke hängenden Riesenkalmar in mehreren Dutzenden thematisch passender Bücher stöbern kann. Ohne jede zeitliche Einschränkung. Zusammen mit einem Kita-Kind wird man im Museum nicht die Muße haben, jede Begleittafel zu lesen, geschweige denn vorzulesen. Bei Kindern sollte ruhig das Erlebnis im Vordergrund stehen, das neugierige Durch-die-Gegend-gelaufe, der erfreute Ausruf beim Entdecken eines jeden Dinoskeletts, eben das Begeistern für die Wissenschaft. Insgesamt sollte man für die drei Themenwelten so 1,5 bis 2 Stunden einplanen, wofür man als Erwachsener 6,50 € bezahlt und Kinder bis 6 Jahre freien Eintritt haben.

Fazit

Kann man machen. Vor allem, wenn man noch nie einen Dino gesehen hat, ist das Naturkundemuseum in Münster eine schöne Sache. Die beiden „Zusatzwelten“ muss man sich nicht geben, wobei die Indianerexponante aber durchaus beeindruckend sind. Viele verbinden den Museumsbesuch auch mit einer Visite im Planterium (die Kombikarte spart einen Euro), oder mit dem angrenzenden Allwetter-Zoo. Schade ist, dass es zu wenig Möglichkeiten im Dinobereich gibt, um selbst aktiv Sachen gestalten zu können – und die mediale Interaktivität ist ausbaufähig. Freies WLAN gibt es leider auch nicht.

Und nun noch einige Eindrücke. Fotografieren ohne Blitz ist allen Besuchern erlaubt!



(Alle Fotos: Sebastian Bartoschek)

RuhrBarone-Logo

8 Kommentare zu “Naturkundemuseum Münster: lohnt das?

  • #1
    Robin Patzwaldt

    Ich mochte ja immer das Naturkundemuseum in Dortmund. Leider ist das seit gefühlten Ewigkeiten schon zu. Oder? Und den Aquazoo in Düsseldorf. Auch schon ewig zu. Wenn die mal wieder in Betrieb sind, dann fahre ich da gerne wieder hin. In Münster besuche ich nur den Zoo neben dem Naturkundemuseum halbwegs regelmässig. Den mag ich, ist mir aber zu teuer. OK, war etwas OT jetzt, fiel mir aber so ganz spontan an einem Sonntagabend dazu ein. 😉

  • #2
    kE

    Das Dortmunder Naturkundemuseum hat mich als Schüler immer wieder interessiert. Hoffentlich bleiben die Dinos. Es soll aber wohl erst später wieder eröffnet werden. Was machen die da?

    Die Fossilien aus Münster habe ich auch schon in anderen Museum in USA gesehen, wenn ich jetzt nichts verwechsele. Dort scheint viel gemacht zu werden.

    Mich wundert es immer wieder, wie viele Besucher der Gasometer in Oberhausen anlockt, wenn ein paar Fotos gezeigt werden. Irgendwie scheint das zu gefallen.

    Die Dortmunder Museumsgebührenordnung ist auch eine gute Idee, ein paar Menschen in die Museen zu locken. Ich war aber schon lange nicht mehr da. Das letzte Mal direkt nach der Eröffnung im U. Das war für mich grausam. Alles wirkte total chaotisch und ohne für mich erkennbares Konzept. Schon die Bildschirme im Eingangsbereich erinnerten eher an einen Elektromarkt als an Kunst.

  • #3
    Markus

    Das Museum ist ein Landesmuseum vom Landschaftsverband Westfalen. Die haben, zusammen mit den Landschaftsverband Rheinland, eine coole Jahreskarte. 25 € für ein Jahr für alle Museen, unbegrenzt, ist bezahlbar. Für 10 Tacken mehr kann man eine Begleitperson mitnehmen, egal wen, Karte "Ich und Du".
    1 x Besuch aus dem bayrischen Ausland übers lange Wochenende, vier Museen zu zweit, hat man schon die Kosten raus.

  • #4
    Klaus Lohmann

    @Robin, kE: Zur Zeit wird im Dortmunder Naturkundemuseum kräftig saniert. Die Rohbauarbeiten am neuen Eingangsbereich sind wohl so gut wie abgeschlossen, jetzt wird weiter im Innern verschönert.

    Und weil wir Dortmunder ja bei Sanierungen großer Gebäude so richtig "Experten" bez. Abschätzung von Geld, Zeit und Aufwand sind (siehe U-Turm), verzögert sich die Neueröffnung wohl bis Mitte 2018:-( Die Sanierung soll im Herbst fertig sein, der Aufbau der neuen Ausstellung dauert dann halt noch.
    http://www.ruhrnachrichten.de/staedte/dortmund/44137-Dortmund~/Wiedereroeffnung-erst-Mitte-2018-Umbau-des-Naturkundemuseums-wird-deutlich-teurer;art930,3161249

  • #5
    Donngal

    Also meine Kinder sind begeisterte Stammgäste im Naturkundemuseum Münster, die sind aber mit 2 und 4 Jahren sogar noch recht jung für die Ausstellung. Trotzdem begeistern Dinos und die wechelsenden Sonderausstellungen.

    Das Mammut war tatsächlich mal ein Highlight, ist aber jüngst auch mir unerfindlichen Gründen sehr "versteckt". Man kann es durch eine kleines Loch in der Wand (An dem steht "Nicht durchgucken", was die Kinder direkt zu zivilen Ungehorsam erzieht, netter "Gag") beobachten. Finde ich schade, ich hoffe, dass das große Mammut bald wieder exponierter präsentiert wird.

    Das Naturkundemuseum in Osnabrück gefällt den Kindern auch sehr gut, mir nicht ganz so gut wie das in Münster.

    Das Museum in Dortmund erwarte ich auch mit Freude, hoffentlich vergeht die Zeit bis zur Eröffnung schnell. Ansonsten sind die Naturkundemuseen ja etwas rar in NRW, wenn ich das richtig sehe…

  • #6
    Helmut Junge

    Lieber Sebastian, das ist eine gute Idee. Museen vorzustellen ist sowieso immer gut. Und dieses Museum hatte ich bisher ausgeklammert, weil es bei einem Tagesausflug in Münster immer knapp ist. Von hier aus ist ja selbst Münster schon ordentlich weit entfernt.

  • #7
    Walter Stach

    Münster lohnt immer!!!.

    Stadtbummel unter den Arkaden; Prinzipal-markt, neues Kunstmuseum des LWL-auch architektonisch interessant-, Picasso-Museum -klein, aber fein….und, und………
    Pinkus-Müller – mit Bier aus der hauseigenen Brauerei……….

    Für Menschen aus dem nördlichen Ruhrgebiet wie mich hat die Stadt insgesamt ein anderes Flair als unsere "Metropolen", ein auf mich positiv wirkendes; warum auch immer.

    Und auf dem Weg dahin:
    z.B. Schloß Lüdinghausen, Burg Vischering, Schloß Nordkirchen, Schloß Senden…..Römer-Museum in Haltern….

    Das Naturkunde-Museum ist allemal einen -längeren-Besuch wert, den ich allerdings zuletzt vor ca. 5 Jahren mit meinem Enkel absolviert habe.

  • #8

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.