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Neuer Politblog – CDU Kampfblog?

kante

In den vergangenen Tagen wurde ich von verschiedenen Leuten auf den Blog Klare Kante hingewiesen. Dies sei der neue Kampfblog der CDU in NRW. Nun, ich hab mir das Ding jetzt mal angeschaut. Und muss sagen: Wenn das die Vorhut der schwarzen Wahlkampf-Maschine sein soll, dann weiß ich es auch nicht.

Der Blog ist zunächst einmal mager. Da passiert nix. Erst eine Handvoll Beiträge und die noch schlecht geschrieben. Ein Twitteraccount fast ohne Follower. Das prickeligste bisher: Ein Interview mit Peter Ramsauer. Peter Wer? Ramsauer. Das ist ein Typ aus Bayern, der in Berlin Verkehrsminister ist und in NRW nix zu sagen hat.

Der Ramsauer jedenfalls schwadroniert bei der Klaren Kante über die Bedeutung der NRW-Wahlen für Berlin. Wettert gegen die Linke. Aber sagt kein Wort zum besch.ssenen Nahverkehr im Ruhrgebiet und warum eigentlich der RuhrXpress nicht kommt, der mal als Ersatz für den Metrorapid angedacht war und von Berlin cofinanziert werden sollte. Ein völlig belangloses Interview. Ähnlich die Qualität der anderen Texte.

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In den vergangenen Tagen wurde ich von verschiedenen Leuten auf den Blog Klare Kante hingewiesen. Dies sei der neue Kampfblog der CDU in NRW. Nun, ich hab mir das Ding jetzt mal angeschaut. Und muss sagen: Wenn das die Vorhut der schwarzen Wahlkampf-Maschine sein soll, dann weiß ich es auch nicht.

Der Blog ist zunächst einmal mager. Da passiert nix. Erst eine Handvoll Beiträge und die noch schlecht geschrieben. Ein Twitteraccount fast ohne Follower. Das prickeligste bisher: Ein Interview mit Peter Ramsauer. Peter Wer? Ramsauer. Das ist ein Typ aus Bayern, der in Berlin Verkehrsminister ist und in NRW nix zu sagen hat.

Der Ramsauer jedenfalls schwadroniert bei der Klaren Kante über die Bedeutung der NRW-Wahlen für Berlin. Wettert gegen die Linke. Aber sagt kein Wort zum besch.ssenen Nahverkehr im Ruhrgebiet und warum eigentlich der RuhrXpress nicht kommt, der mal als Ersatz für den Metrorapid angedacht war und von Berlin cofinanziert werden sollte. Ein völlig belangloses Interview. Ähnlich die Qualität der anderen Texte.

Als Macher hinter Klare Kante outet sich Gerd Reuter. Ein alternder Journalist, der als “Kanzlerkorrespondent” mit Alt-Kanzler Helmut Kohl (CDU) „auf allen fünf Kontinenten“ war.

Wer Helmut Kohl ist, muss man den jüngeren Lesern sicher erklären. Das ist der Mann mit den verschwiegenen Millionenspenden, der von dem Skandal vor ein paar Jahren. Ja genau der, der seinen Ehrenvorsitz bei der CDU aufgeben musste, weil er das mit den Finanzen nicht hingekriegt hat. Ich finde, es ist ein merkwürdiger Versuch für einen Blogger, seine Qualifikation mit der Nähe zu einem Bimbesmauschler beweisen zu wollen. Aber egal. Seine Motivation für den Blog sieht Reuter in der „Schicksalswahl„, die auf NRW im Mai zurolle. Als Domain-Inhaber und Admin fungiert ein CDU-Mann und Ex-Vize-Schatzmeister aus der Heimat-Gegend von NRW-Medienminister Andreas Krautscheid (CDU), der sich vor einem Jahr  in den Wahlkampf abgemeldet hat. Erst vor Kurzem ist der Mann, Niels Litzka, aus dem Impressum der Internetseite der CDU-Meckenheim als Webmaster gelöscht worden.

Nur zur Erklärung: Krautscheid ist Vorsitzender der CDU im Kreis Rhein Sieg, zu dem die CDU Meckenheim gehört.

Ich rechne ganz scharf damit, dass die CDU in diesem Wahlkampf versucht, Blogs neben sich im Untergrund zu platzieren, um eine Wahlbotschaft zu transportieren. Nun sagen einige Leute in Düsseldorf, der Blog Klare Kante soll eines dieser U-Boote sein. Gleiches vermuten andere Leute auch hinter dem Blog „Wir in NRW“ – nur mit anderen Vorzeichen. Es wird gespottet, die Schreiber unter dem Ex-WAZ-Vormann Alfons Pieper seien „Rotblogger“.

Tja, wie dem auch sei: Ich glaube nicht, dass Pieper „Rotblogger“ anführt. Dafür sind die Berichte dort meist zu gut, zu fundiert und zu journalistisch. Zudem zeugen sie von einer intimen Kenntnis der CDU-Strukturen. Ich denke eher, da machen Leute mit, die von der jetzigen CDU unter dem Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers enttäuscht sind. Ich glaube, bei „Wir in NRW“ sind Leute aller Colour mit einem journalistischen Interesse.

Wenn der Blog „Wir in NRW“ reine Wahlkampfmasche wäre, so wäre das für mich eine Riesenenttäuschung.

Aber zurück zur Klaren Kante. Auch hier fällt es mir schwer zu glauben, dass hinter dem Schrott eine Parteistruktur steht. Dafür ist das Ding zu uninformiert und schwach. Und wenn doch, dann sollten sich die Wahlkampfmanager der CDU ihr Geld zurückgeben lassen. Das Ding langweilt. Die Zugriffsraten werden miserabel sein. Unter 1000 Leser am Tag – da halte ich jede Wette.

Zudem wäre zu prüfen, ob es sich um Rechtsbruch handelt, wenn eine Partei wie die CDU den Blog aus Parteikassen finanzieren würde, ohne sich als Financier zu outen. Auch hier glaube ich, wird sich die CDU kaum in die Brennnesseln setzen wollen und kurz vor der Wahl einen kleinen Finanzskandal anheizen.

Aus diesen Gründen denke ich lieber, Klare Kante ist das Werk eines alten Mannes, der im Netz Unsinn macht und sich dabei von einem jüngeren Parteigenossen der CDU helfen lässt.

Den Rest wird die Zeit beweisen.

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14 Kommentare zu “Neuer Politblog – CDU Kampfblog?

  • #1
  • #2
    Gerd Reuter

    Lieber Kollege Schraven, das ist ja ein liebreizendes Stück. Objektiv, gut recherchiert und fast nicht beleidigend. Der jugendliche Alfons, den ich sehr schätze, hat stets erkennen lassen, wo er an Wahltagen sein Kreuz macht. Ich lese seine Stücke nach wie vor mit großem Interesse. Notabene: Ich erhalte keinen Cent für meine Mitwirkung. Ich hoffe, das können alle sagen, die sich engagieren – auf welcher Seite auch immer.

  • #3
    Jens

    @Gerd Reuter (2):
    Warum nutzen Sie eigentlich mit klare Kante einen Spruch, der landespolitisch gesehen primär von der SPD in NRW genutzt wird, insbesondere von Hannelore Kraft?

    Ist das ihre Art zu zeigen, wie toll Sie es finden, dass die Rüttgers-CDU den alten Johannes Rau-Slogan „Wir in NRW“ übernimmt?

    Und wann findet man eigentlich in Ihrem Blog mal etwas zu Regina van Dinther und ihrer Beitragsaffäre?

  • #4
    David Schraven Beitragsautor

    Hallo Herr Reuter,

    tja, was soll ich sagen.

    Die ganze Sache sähe vom journalistischen Standpunkt aus gesehen anders aus, wenn Sie Herrn Ramsauer irgendwas gefragt hätten, was mit Verkehr und NRW zu tun gehabt hätte. Themen gibt es genug. Den Ruhrexpress, die Betuwe-Linie, den eisernen Rhein, alles Dinge, die vom Bund seit Jahren versprochen werden, aber die nicht kommen. Man hätte was zu dem Autobahnausbau fragen können. Meinetwegen zu den Wasserstraßen und der Sicherung des Rheines. Alles.

    Allein kein Wort davon.

    Stattdessen Stichworte zum Abspulen von hohlphrasigen Wahlkampfstanzen.

    Was bedeutet die NRW-Wahl für den Bund?
    Würde die CDU auch mit den Grünen regieren?
    Welche Botschaft müssen CDU und CSU den Wählern vermitteln?
    Glaubt die CSU, dass die SPD es mit den Linken macht?
    Ist die soziale Komponente bei Rüttgers gut genug?

    So geht das nicht, sorry. Das ist kein Interview.

    Aber ich freue mich, dass Sie das ehrenamtlich machen.

    Zu Herrn Pieper, dessen Blog ist journalistisch scharf, aber OK.

    Bin gespannt, ob er noch was zu Moron macht.

    Aber im Moment hat eindeutig van Dinther den schwarzen Peter.

  • #5
    Thomas Brackheim

    Zum Begriff „Schwarzer Peter“: Der Ursprung liegt im engl. „Old Maid“ (Alte Jungfer) bzw. frz. „Vieux garçon“ (Alter Knabe). Es war ursprünglich ein einfaches Glücksspiel (meist in der Kneipe), bei dem es darum ging, einen Verlierer zu bestimmen, der die nächste Runde zu bezahlen hat.

    Daher hinkt der Vergleich mit van Dinther. Sie hat ja den „Reibach“ gemacht. Aus Steuergeldern. Sie ist Täter, nicht Verlierer! Und Ihre Verteidigung heute war schwach, peinlich und verlogen. Wie schrieb gestern ein Blog: ReGIERna van Dinther.

    Und zum Wir-in-NRW-Blog: Unabhängige aber aufrechte Journalisten. Ganz sicher. Keine Sozis und kein Wahlkampf-U-Boot. Wären das Sozis, wären die aktiv im politischen Geschäft. Dann wäre es besser um NRW bestellt. Leider ist die Sozialdemokratie in den letzten Jahren personell ausgeblutet wie kaum je zuvor. Aber jede Regierung wäre besser als das, was wir jetzt ertragen müssen. Das ist keine Frage der politische Farbe, sondern von politischem Anstand und elementarem Demokratieverständnis.

  • #6
    David Schraven Beitragsautor

    @ Thomas Brackheim,

    ich würde nicht so weit gehen und sagen, dass bei wir in nrw keine Sozialdemokraten sind. Da sind sicher Genossen dabei. Na und? Bei uns sind auch Genossen. Bei uns sind aber auch alte FDPler, CDU-Leute und Leute aus der Linkspartei. Uns eint das Verständnis, dass man als Blogger und als Journalist möglichst frei berichten können muss.

    Best David

  • #7
    Angelika

    @Gerd Reuter:
    „…wenn Sie Herrn Ramsauer irgendwas gefragt hätten, was mit Verkehr und NRW zu tun gehabt hätte…“ (Kommentar 4, David Schraven)

    Bitte holen Sie das doch mal nach, Herr Reuter. Denn es ist doch in diesen (Wahlkampf-)Zeiten (NRW!) von bes. Interesse, was der Herr Minister zu NRW-Problemen, -Projekten, -Möglichkeiten, -Schwierigkeiten usw. meint.

  • #8
  • Pingback: Links anne Ruhr (04.02.2010) » Pottblog

  • #10
    gravis

    Man schaue sich mal die ersten 5 Follower des Twitter-Accounts von klare-kante-blog an. Da weiß man von wo der Wind weht.

  • #11
    Elmar

    So steht’s auf Klare Kante und zwar genau so:

    „Mit Alt-Kanzler Helmut Kohl war er auf allen fünf Kontinenten, habe alle Höhen und Tiefen dieses Mannes hautnah erlebt…“

    Mmh, lecker. Mehr will ich gar nicht wissen und hoffe statt dessen auf einen Grammatik-Fehler. Und: Welche 5 Kontinente sind hier gemeint? Europa, Amerika, Australien, Asien und? Antarktis? Helmut himself? Oder wird die nicht gezählt? Oder wie zählt man nochmal heutzutage Landmassen????

    http://de.wikipedia.org/wiki/Kontinent#Anzahl_der_Kontinente

    Gruß und Kuss und immer schön klare Kante…

  • Pingback: zoom » Umleitung: Kirche und Missbrauch, mit Gesangbuch und Parteibuch, Streik, Dinther, tolle Tage, Schnee und mehr … «

  • #13
    verwaltung

    Vor 24 Stunden wollte einen kritischen Kommentar zu diesem Thema http://www.klare-kante-blog.de/2010/02/09/ein-blog-unter-beobachtung/ auf dem Blog posten.

    „Mit Verlaub, Sie sind aber selber daran Schuld, dass dieser Blog als U-Boot oder CDU-Kampfblog bezeichnet wird. Warum muss ein CDU-Politiker aus Meckenheim (Pressesprecher) die Domain „klare-kante-blog.de bei denic anmelden? Warum wird dieser Name nach Bekanntwerden von der Homepage der CDU-Meckemheim getilgt? Wie immer gilt, das Internet vergißt nichts.“

    Leider wurde dieser Kommentar, kommentarlos, nicht freigeschaltet. Ich natürlich eine funktionierende Email-Adresse hinterlassen. Das ist mir bisher noch nie passiert.

  • Pingback: Musterrede zur Landespolitik der CDU NRW aufgetaucht » Pottblog

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