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Neujahrsempfang – ein optimistischer Blick in Duisburgs Zukunft

 

SchauinslandReisenArena - Bild: duisburg.de

„Duisburg muss sich nach der Loveparade-Katastrophe nun wieder auf seine Stärken besinnen“, hat er gesagt. Was so viel bedeuten soll wie: okay, im Jahr 2010 hatte Duisburg Schwäche gezeigt. Aber jetzt, also im Jahr 2011, sind die Stärken dran. So etwas sagt man halt … auf einem Neujahrsempfang. Und gestern fand der statt, in der SchauinslandReisen-Arena – geb. MSV-Arena. Für Ortsunkundige: Abfahrt Wedau, dort dann zum Stadion, wo früher einmal das Wedau-Stadion stand. Das gibt es heute freilich nicht mehr, zumal dort jetzt die SchauinslandReisen-Arena steht. Wissen Sie Bescheid. Heute spielt hier der MSV; aber gestern – ich sagte es ja schon – fand hier der Neujahrsempfang statt. Der Neujahrsempfang der Stadt Duisburg. 

Bedauerlicherweise war ich gar nicht eingeladen. Schade. Denn nur „Gäste aus Politik, Wirtschaft und Organisationen waren geladen und die meisten waren auch gekommen“, hört man bei Radio Duisburg. „Es gehe schließlich darum, dass die Entscheidungsträger in der Stadt sich auch einmal in lockerer Atmosphäre träfen“ – logisch. Und obwohl ich nicht dabei war, „sind diesmal mehr Gäste gekommen als in den Jahren zuvor.“ Das ist ja ein Ding! Rund 450 Gäste sollen gestern da gewesen sein. Hätte man eigentlich dabei sein müssen. Aber was sollte man machen, wenn man keine Einladung bekommen hatte?! Gemein. 

Jetzt kann ich Ihnen nicht einmal berichten, ob es und, wenn ja, was gestern Leckeres zu essen gegeben hat. Drei Meldungen hat Radio Duisburg über dieses für die Stadtgesellschaft bedeutende Ereignis heute bereits rausgejagt, und aus keiner ging hervor, wie es gestern mit dem Catering aussah. Echt! So etwas wird einfach verschwiegen – um 9:36 Uhr, um 11:35 Uhr, um 12:33 Uhr: das ganz große Schweigen! Ich hätte freilich jemanden anrufen können, der dort war. Das ist mir aber zu blöd. Hinterher wird mir noch Futterneid unterstellt. Das möchte ich nicht; wobei: das Essen soll ja immer toll sein, in der MSV, sorry: in der SchauinslandReisen-Arena. Egal …

Wie gesagt: ich weiß es nicht. Ich glaube aber, dass es ziemlich gut gewesen sein muss. Denn hier, bei Radio Duisburg, steht wörtlich: „Zum traditionellen Neujahrsempfang der Stadt sind diesmal mehr Gäste gekommen als in den Jahren zuvor.“ Sicher, die erschienenen Esser aus Politik, Wirtschaft und Organisationen konnten das auch nicht alle wissen, was es Leckeres gab. Aber denken. Denn die Stadt hatte schließlich ganz schön Etwas im Salz liegen. Noch aus dem letzten Jahr. Sie wissen schon: diese blöde Loveparade-Katastrophe. 

„Nach den Geschehnissen in 2010 müsse 2011 ein Neubeginn werden“, hat er gesagt. Die Parole lautete: „Chancen für Duisburg nutzen und nicht zerreden“! Sehr gut. Diese Parole, oder sagen wir mal besser: „diese Marschroute hat Oberbürgermeister Adolf Sauerland für 2011 ausgegeben.“ Klasse! Oder nicht? Ich meine: das ist doch klasse, wenn man eine klare Marschroute hat. Optimismus, Neubeginn, Chancen nutzen …  Das fanden die wichtigen Leute aus Politik, Wirtschaft und Organisationen offenbar auch; deshalb „blickten die Gäste des Neujahrsempfangs optimistisch in die Duisburger Zukunft.“ 

Okay, der Rat hat „kaum noch Gestaltungsmöglichkeiten“, weil der städtische Haushalt „kaum Spielraum“ bietet – hat er gesagt, der Adolf Sauerland. Trotzdem „blickten die Gäste des Neujahrsempfangs optimistisch in die Duisburger Zukunft“. Ich hätte da doch dabei sein müssen. Lecker Essen hin, lecker Essen her. Denen ist doch etwas gesteckt worden. Da ist doch eine wichtige Info über den Tisch gegangen. Irgendwie muss da durchgesickert sein, dass Sauerlands Tage in Duisburg gezählt sind. Warum sonst sollten diese Gäste aus Politik, Wirtschaft und Organisationen optimistisch in die Duisburger Zukunft blicken? Es kann doch nicht sein, dass die alle total bestusst sind. Das kann doch eigentlich nicht … – oder?

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6 Kommentare zu “Neujahrsempfang – ein optimistischer Blick in Duisburgs Zukunft

  • #1
    DAMerrick

    Kann nicht nur.
    Ist sogar.

    Um es mit Ihren Worten zu sagen: Die sind alle total bestusst.
    Aber das wussten wir ja schon.

    Auch wenn Sie versuchen optimitisch zu sein und zu hoffen das es nicht so ist. 😉

  • #2
    Gisela

    Wer weiss, was der OB denen allen versprochen hat für den „optimistischen Blick in die Zukunft“. Dann ist es auch völlig egal, ob man bestusst ist, Hauptsache die Einnahmen stimmen später. Immerhin hat der OB sich ja hier auf bekanntem Terrain bewegt, als sogenannter „Party-OB“. Zu solchen Menschen geht man gern zum Feiern, selbst wenn man der SPD angehört.

  • #3
    Katharina

    21 junge Menschen, die voller Vertrauen nach Duisburg gekommen sind, können nicht mehr optimistisch in die Zukunft sehen.
    Über 5oo Verletzten fällt es schwer, optimistisch in die Zukunft zu sehen, obwohl sie sich bestimmt bemühen.
    Und Hinterbliebene, wo sollen die den Optimismus hernehmen?

    Die Loveparade wird nicht vergessen Herr OB, Sauerland.

  • #4
    Axel

    @ Gisela

    Ja, Du hast ja so recht, die „Bestusstheit“ muss zum Thema gemacht werden.
    Oder ne, die ist ja schon Thema. Hat 21 Menschen das Leben gekostet.
    Dem Erschrecken ist die Wut gefolgt. Die Ohnmacht. Letztendlich die „Realität“ der Protagonisten. Scheisse, die kommen damit nicht durch. Bestusstheit kann nicht das Primat kommunaler Politik sein.

  • #5
  • #6
    Katharina

    zu 5 Was ist das denn für eine dumme Frage?
    Soll das Vera…. sein?
    Paßt gar nicht zum Thema !

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