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NHL – Die Welt ist eine Scheibe (2)

Christian Ehrhoff

Inzwischen hat der Februar bekanntlich begonnen. Und traditionell ist die Zeit nach dem All Star Game die Zeit in der besten Eishockeyliga der Welt, wo das Spiel noch einmal deutlich an Intensität und Geschwindigkeit zunimmt. Alle 30 Teams der Liga haben inzwischen über 50 ihrer 82 Vorrundenspiele absolviert. Die Tabelle nimmt langsam Form an. Von unserem Gastautor Robin Patzwaldt.

Bis Ende März wird sich herausstellen welche 16 Teams in dieser Saison die Qualifikation für die KO-Runde (Playoffs) schaffen, und welche 14 Teams die unbeliebte lange Sommerpause buchen müssen.

Schaut man aktuell einmal auf die Lage in der Liga, dann stellt man, wie eigentlich jedes Jahr um diese Zeit, fest, dass es große Überraschungsteams gibt, welche tolle Entwicklungen, im Vergleich zur Vorsaison, verzeichnen können, während es auf der anderen Seite natürlich auch wieder große sportliche Enttäuschungen gibt, die man sich eigentlich nicht so recht zu erklären vermag.

Klar, es sind derzeit noch immer, je nach Team, 25-32 Spiele der Vorrunde zu spielen, und somit reichlich Punkte zu vergeben. Es stellt sich jedoch allzu häufig heraus, dass man eben mal nicht so einfach 5-10 Punkte in der Tabelle auf andere Teams ‚gutmachen‘ kann, so wie man vielleicht noch glaubt. Traditionell punkten gerade die Teams bei denen es mit der Playoff-Qualifikation knapp werden könnte, gegen Ende der Vorrunde vermehrt, da sie den einzelnen Spielen größere Beachtung schenken, während Teams ganz oben oder unten in der Tabelle dann gerne mal sportlich etwas ‚abschenken‘. Es zählt also bereits jetzt jeder ergatterte Punkt.

Wenn wir mal einen Blick in den Osten werfen, dann fällt in der ‚Eastern Conference‘ vor allem auf, dass die zu Saisonbeginn hoch gehandelten Buffalo Sabres derzeit Tabellenvorletzter der 15 Teams sind. Als ich zu Saisonbeginn noch die Gelegenheit hatte in Berlin zur Premiere gegen die Los Angeles Kings mit dem deutschen Nationalspieler Christian Ehrhoff zu sprechen (siehe Foto), war er noch der Überzeugung zu einem echten Titelanwärter gewechselt zu sein. Das sieht derzeit allerdings überhaupt nicht danach aus, und die Sabres müssen aufpassen überhaupt noch in die KO-Runde einzuziehen. Bei derzeit allerdings schon über 10 Punkten Rückstand auf den erforderlichen 8. Platz im Osten, sind die Chancen allerdings schon gar nicht mehr besonders hoch, dass dies überhaupt gelingt.

Auch dem Traditionsteam aus Montreal, den Canadiens, geht es derzeit nicht wesentlich besser. Auch die Trennung von Coach Jacques Martin im Dezember hat Ihnen noch nicht den erhofften Schwung verliehen. Unter dem neuen Trainer Randy Cunneyworth läuft es bisher auch nicht entscheidend besser.

Im Osten zählen die Teams aus Florida (Panthers) und Toronto (Maple Leafs) bisher zu den positiven Überraschungen. Beide sind vielleicht etwas überraschend noch mitten im Playoffrennen. Eine Position, welche beide Franchises schon seit Jahren nicht mehr erreichen konnten. Da könnte es den Teams in diesem Jahr gelingen endlich mal wieder eine etwas längere Saison zu spielen.

Die Washington Capitals hingegen, kommen für ihre hohen Ansprüche einfach nicht so recht in Schwung. Zwar belegt das Team um Superstar Alex Ovechkin derzeit wieder den ersten Rang in der Southeast Division, die bisher erreichten 60 Punkte sind allerdings der schwächste Wert aller Divisionsersten. Auch die Trennung von Coach Bruce Boudreau gegen Ende des Jahres änderte daran wenig.

Positiv im Osten hingegen bisher das Auftreten der Pittsburgh Penguins die auch ohne ihren Superstar Sidney Crosby, welcher bereits seit Monaten fehlt, erstaunlich stabil spielen, und die derzeit mitten im Playoffrennen mitmischen.

Schauen wir in die ‚Western Conference‘.

Mit den Detroit Red Wings, den Vancouver Canucks und den San Jose Sharks führen jeweils die Favoriten die drei Divisionen des Westens an.

Positive Überraschung der bisherigen Saison sind im Westen auf jeden Fall die St.Louis Blues, welche nach jahrelanger Erfolglosigkeit einen Sichtbaren Aufschwung nehmen und die Playoffs 2012 als derzeit Viertplatziertes Team im Westen fest im Blick haben.

Auch die Nashville Predators, welche seit Jahren, trotz großer Standortnachteile und geringem Budget eine gute Rolle in der NHL spielen, sind als derzeit Fünfter wieder mitten im Geschehen.

Negative Überraschung sind die Anaheim Ducks aus der Pacific Division. Der Titelträger aus 2007 wurde bereits im Vorjahr wieder zu den ernsthaften Titelanwärtern der Liga gezählt. Derzeit ist das Tabellenende allerdings deutlich näher als die Playoffplätze. Das ist schon eine große Überraschung.

Auch die Calgary Flames überraschen negativ. Derzeit befindet man sich als 13. der Tabelle im Westen weit entfernt von den eigenen Ansprüchen. Dass die Edmonton Oilers und die Columbus Blue Jackets das Tabellenende zieren, damit war hingegen schon eher zu rechnen.

In den nächsten Wochen werden die Teams traditionsgemäß noch einmal verstärkt durch Wechselaktivitäten von sich reden machen, bevor dann Ende März die Vorrunde endet. Die Liga wird sich in wenigen Tagen in Käufer und Verkäufer aufteilen. Teams mit Ambitionen werden personell noch nachrüsten. Teams welche ohne Playoffs planen müssen, werden sich von erfahrenen Spielern mit im Sommer auslaufenden Verträgen trennen, um im Austausch junge Talente und Nachwuchsspieler von den Spitzenteams für eine sportlich erfolgreichere Zukunft zu bekommen (im Tauschgeschäft). Das wird dann wieder spannend.

Im März sind wir daher schon wieder ein Stück schlauer…. Bis dahin!

Und nicht vergessen: ‚Die Welt ist eine Scheibe!‘

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