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Niedersachsenwahl: Lindners zu früher Jubel

FDP_Sieg_NDSSicher, für die FDP war es ein guter Abend gestern in Niedersachsen – und an einem solchen Abend ist man schon einmal euphorisch. Aber ganz so gut, wie es in dieser Pressemitteilung der nordrhein-westfälischen FDP  von 19.55 Uhr erscheint, war er dann doch nicht: SPD und Grüne haben eine Vorsprung von einer Stimme im  Landtag  und werden wohl die  nächste Regierung stellen. Schwarz-Gelb ist abgewählt. Wer auf Nummer sicher geht, wartet mit so einer Pressemitteilung an einem so spannenden Wahlabend wie gestern  besser noch ein wenig länger mit der Siegesmeldung.

 

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18 Kommentare zu “Niedersachsenwahl: Lindners zu früher Jubel

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  • #2
    Walter Stach

    Lindner:
    „Klare Absage an Rot-Grün“….was hat Lindner denn um 19.55 gestern Abend geritten?
    Habe ich ihn als politische Führungspersönlichkeit völlig falsch eingeschätzt?

    Ansonsten kommentiere ich hier die Niedersachens-Wahl nicht.
    Mich nervt das tagelange Gequatsche in den Medien nach diversen Wahlen;mit dem Bemühen um eine möglichst objektive politischen Analyse hat das selten zu tun -gilt für „Rechte und Linke“ innerhalb und außerhalb der Medien.

  • #3
  • #4
    der, der auszog

    Sehe ich ähnlich wie Henning. Da hat sich jemand aufgrund des herausragenden Erfolgs seiner Partei zu früh gefreut und möglicherweise zu früh zu tief ins Glas geschaut.

    Viel skandalöser finde ich in diesem Zusammenhang die im Vorfeld abgegebenen Prognosen von Jörg Schönenborn und anderen Kristallkugelbeschwörern, die nicht hoch rechnen, sondern sich immer häufiger hoch verrechnen. Ergebnisse von 9,9% in Niedersachen oder 8,5% in NRW liegen relativ komfortabel über der 5%-Hürde und widersprechen so ziemlich allem, was sich die Meinungs- und Wahlforscher vor den Urnengängen in den Medien zusammenorakelt haben.

    Je dramatischer Wahlprognosen zusammen gehämmert werden, um so wilder schreiben sich die Medien anschließend in Ekstase. Leider gibt es immer mehr Politiker, die sich von dieser Zahlenklemptnerei beeinflussen lassen.

  • #5
  • #6
    Helmut Junge

    Ach, Herr Lindner, was wäre schon dabei, zu sagen:“ Ja, da war ich wohl zum frühen Zeitpunkt zu euphorisch?“
    Wenn man das Erlebnis, sich zu früh gefreut zu haben, hinterher verarbeitet, führt das gelegentlich zu neuen Erkenntnissen.

  • #7
    Georg Hengstenberg

    Ach Herr Lindner, wo Sie gerade hier sind:

    Bei der FDP wussten bei der Wahlparty der niedersächsischen FDP Ihre niedersächsischen Partykollegen wohl schon vor der Prognose um 18.00 Uhr das voraussichtliche Ergebnis.

    Ich war bis jetzt im guten Glauben, dass erst mit der Prognose erste Ergebnisse der Wahl veröffentlicht werden.

    Über welche Kontakte verfügt denn die FDP in dieser HInsicht?

  • #8
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Georg Hengstenberg: Die Frage kann ich beantworten: Die Fraktionen/Parteien und ausgewählte Medien erhalten bei Wahlen gegen 16.00 Uhr bereits erste Zahlen – die sogenannten Exitpolls. Das dient zur Vorbereitung der Berichterstattung (Bei den Medien) und bei den Politikern um sich Gedanken über die Interpretation der Zahlen zu machen. Die Exoitpolls werden von den Meinungsforschungsinstituten erstellt und sind die Grundlage für die Prognosen um 18.00 Uhr. Erstellt werden sie mit Hilfe der Wähler: Die werden nach Verlassen der Wahlkabinen ins bestimmten Wahllokalen gebeten ein zweites Mal abzustimmen. Diese Stimmen werden dann ausgezählt.

  • #9
    Andreas

    @ Christian Lindner #5

    hat Sie eigentlich schon jemand aus der CDU aufgefordert, die Leihstimmen zurückzugeben ?

    (mit Zins-Stimmen, natürlich, nur so geht freie Wahlwirtschaft)

  • #10
    Henning

    @Der, der auszog
    Bei aller Übereinstimmung über das Glas Champagner – den Meinungsforschern kann man hier meines Erachtens nichts vorwerfen. Die Wählerinnen und Wähler haben nun mal in Umfragen vor der Wahl gesagt, dass sie die FDP zu etwa 5 % wählen wollen.

    Aufgrund der knappen Lage um die Fünf-Prozent-Hürde und der Situation, dass die Mehrheit der Niedersachsen McAllister behalten wollte, haben sich dann viele kurzfristig entschieden, ihre Stimme doch der FDP zu geben.

    Das scheint aber eher ein EFFEKT der Umfragen zu sein als dass die Umfragen hier falsch lagen.

  • #11
    Arnold Voss

    Am Ende bleibt es gehoppst wie gesprungen: Zusammen wollte man bleiben und zusammen hat es nicht gereicht. Ich denke schon, dass das eine Richtungsentscheidung der Wähler war, die sich auch auf Bundesebene durchsetzen wird.

  • #12
    Klpe

    @henning: Korrektur: nein, nicht die Mehrheit der Niedersachsen sondern die der schwarz-gelben Wähler wollten auch weiterhin McAllister; und aus deren Logik heraus machte das Stimmensplitten Sinn. Die Mehrheit dee Niedersachsen aber wollte den Wechsel oder aber akzeptiert ihn. Die einen wählten rot-grün; die anderen akzeptierten ihn durch ihr Fernbleiben.
    M.a.W.: Die Mehrheit der Niedersachsen wünschte einen anderen MiPräs.

  • #13
    Henning

    @Klpe
    Nein, es gab Umfragen, wo die Mehrheit der Befragten tatsächlich sagte, sie wolle McAllister als Ministerpräsidenten behalten. Gewählt haben sie dann nicht ganz so.

  • #14
  • #15
    Arnold Voss

    @ Henning

    Es gibt auch Umfragen die zeigen dass die Mehrheit der Bürger Niedersachsens Schwarz-Gelb, also die Koalition, nicht länger an der Regierung haben wollte. Wenn dann der MP sich an die FDP bindet nutzt es ihm nichts, dass er beliebt ist, bzw. kommt er in eine Zwickmühle in der er in diesem Fall zum guten Schluss zerrieben wurde.

    Angela Merkel hat das nach diese Wahl sofort verstanden und von jetzt an wird sich zeigen müssen was die FDP noch ohne Leihstimmen auf die Waage bringt.

  • #16
    Nansy

    @ Arnold Voss – die abwertende „Leihstimmen“diskussion taucht ja meistens dann auf, wenn der politische Gegner nicht wie gehofft in der politischen Versenkung verschwunden ist. Ein paar kluge Worte zu der Frage der Leihstimmen kan man hier finden:
    http://zettelsraum.blogspot.de/2013/01/leihstimmen-wie-versucht-wird-den.html

  • #17
    Henning

    @Arnold Voss
    Ja, das war sogar in der gleichen Umfrage. Eine wirklich paradoxe Situation. Man will den Ministerpräsidenten behalten, aber seine Koalition nicht – muss aber dazu den ungeliebten Koalitionspartner stützen.

    @Nansy
    68 % der FDP-Wähler nennen ihre Stimme doch selbst „klassische Leihstimme“.

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