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NPD in Dortmund: „Ein kläglicher Haufen“

Ein kläglicher Haufen von 8-10 NPD-Mitgliedern protestierte am Montag Abend vor der Asylbewerber-Notunterkunft in Dortmund Derne. Protest? Eher der schief gegangene Versuch einer Kundgebung. „Nationale Volksfront“ wollte man doch so gerne sein – eine Gruppe nicht größer als der Westerhuder Seniorinnen-Kegelclub ist am Ende dabei herausgekommen. Von unserer Gastautorin Ulrike Märkel.

Und was soll man dann noch gegen 200 Demonstranten ausrichten, die mit Trillerpfeifen und Hupen bewaffnet den Lautsprecherwagen der NPD locker übertönten. Neben „Bunt statt braun“, den Falken, der evangelischen Kirche und den Linken, den Grünen und der SPD waren auch viele Bürger gekommen, um deutlich zu machen, dass die Flüchtlinge –die vor allem aus Krisen- und Kriegsgebieten Zuflucht in Dortmund suchen und oftmals von Kriegserlebnissen traumatisiert sind – bei uns willkommen sind.

Von der SPD und CDU hörte man im Vorfeld zurückhaltende Töne – man bemühte sich erst einmal klarzustellen, dass die Hauptschule Derne ja nur eine Notlösung und nicht von Dauer sei. So richtig herzlich war dann das Willkommen in Derne wohl doch nicht von allen gemeint. Auch Parteikollegin Marita Hetmeier war gestern mit dabei, um für das Bleiberecht der Asylanten und für Toleranz zu demonstrieren – die Roma in der Nordstadt hingegen wollte sie nicht als Anwohnerschaft vor ihrer eigenen Haustüre akzeptieren.

Neben den Reden von Birgit Rauchen von der Ausländerbehörde Dortmund, die für Toleranz plädierte und Mitgliedern der Grünen (Fraktionssprecher Uli Langhorst) und der SPD ( u.a. Parteichef Franz-Josef Drabig hielt eine engagierte Rede gegen Rechts) wies Renate Walkenhorst von dem Träger „European Homecare“ darauf hin, dass Spenden von BürgerInnen – angefangen vom Spielzeug bis zur warmen Winterjacke notwendig und als Spenden gerne angenommen werden. Vielleicht der wichtigste Teil des Abends.

Das Pfeiffkonzert der Gegendemonstranten war nach einer Stunde vorbei – dann packte auch die NPD den Sonnenschirm und ihre acht Mitglieder wieder ein und fuhr davon. Die Flüchtlinge hingegen bleiben und man kann ihnen nur wünschen, dass es diesmal nicht heisst: Menschenliebe ja – aber bitte nicht vor meiner Haustüre!“

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4 Kommentare zu “NPD in Dortmund: „Ein kläglicher Haufen“

  • #1
    Erich Sass

    Aber immerhin wollen 2.771 Dortmunder Idiotinnen u. Idioten sich von solchen Gestalten im Stadtrat vertreten lassen – so zumindest das Ergebnis der letzten Wahl …

  • #2
    Ulrike Märkel

    @ Erich Sass: Ja, da haben Sie leider Recht, es wird daher zwei NPD-Ratsmitglieder geben. Das Ergebnis der NPD ist insgesamt um 1,1% gestiegen – dennoch haben die Rechten insgesamt Stimmverluste zu verzeichnen, denn nicht alle WählerInnen der DVU (die nicht mehr antrat) konnte die NPD für sich gewinnen. Letztendlich wird der DVU-Mann Branghofer lediglich „ausgetauscht“ und summa summarum sind nicht mehr Rechte im Rat der Stadt Dortmund als bei der Wahl 2009.
    Bei einer höheren Wahlbeteiligung wäre das Ergebnis allerdings vermutlich anders ausgefallen. Daher werden ganz sicher alle demokratischen Parteien vor den nächsten Wahlen noch mal kräftig Werbung für mehr Mitbeteiligung der BürgerInnen machen.

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