68

NRW: Die Volkserzieher der Grünen wissen, wie wir zu leben haben

Morgen werden sich die Volkserzieher der Grünen auf dem Landesparteirat in Essen für ein radikales Rauchverbot in NRW aussprechen. Weitere Maßnahmen, uns zu erziehen, werden bald folgen. Denn die Grünen wissen, wie wir zu leben haben.

Bald ist es vorbei mit der liberalen Rauch-Regelung in NRW, dann werden wir im Land ein Nichtrauchergesetz wie  in Bayern bekommen – den Grünen sei Dank. Orte des Exzesses, die dunkle Szenekneipe, werden der Vergangenheit angehören. Und wer glaubt, das betrifft ihn nicht, weil er nicht raucht irrt sich. Denn das Rauchverbot wird nur der erste Schritt sein. Denn die Grünen sind nicht einfach eine Partei mit einem Programm wie die anderen Parteien auch, die Grünen wissen wie wir zu leben haben. Renate Künast schwärmte in Berlin von der Vision einer “drogenfreien” Gesellschaft. NRW-Umweltminister Remmel warnte vor dem Verzehr von Wurst und Fleisch. Auch Süßigkeiten sind natürlich böse.
Sie haben eine Agenda für unser Leben und die wird nun exzekutiert. Es ist eine Agenda des Verzichts, der Selbstkontrolle – und wenn die nicht greift, wird eben von oben nachgeholfen. Es ist ein zutiefst protestantisches Programm – eine autoritäre Vision einer Gesellschaft in der jede Zügellosigkeit, jedes Abweichen vom Pfad der Tugend bestraft wird. Nicht erst im Jenseits, sondern ganz unentspannt im hier und jetzt. Es mag Menschen geben, die so etwas mögen. Nicht wenige zahlen ja auch viel Geld dafür, sich anschreien und auspeitschen zu lassen.

Ich dagegen erwarte von der Politik, dass sie den Staat zügelt, eine möglichst  vielfältige Gesellschaft ermöglicht in der die Menschen selbst bestimmen, wie sie leben wollen.   Meine Vorstellung von Gesellschaft ist offen und bunt. Grün ist sie nicht.

Mal schauen wie sich die SPD im Land verhält. Will sie weiterhin ein Anhängsel der Grünen bleiben oder ist da noch jemand, der sich daran erinnert, dass es mal so etwas wie ein eigenes Profil gab, in dem die Freiheit der Menschen eine Rolle spielte. Wir werden es bald wissen.

RuhrBarone-Logo

68 Kommentare zu “NRW: Die Volkserzieher der Grünen wissen, wie wir zu leben haben

  • #1
    Jean

    fumer ou ne pas fumer – telle n’ est pas la question:

    http://www.thegorgeousdaily.com/wp-content/uploads/2010/08/sieff-2.png

  • #2
    Eva

    Die Freiheit der einen hört da auf, wo die der anderen anfängt. So einfach ist das, Stefan.

  • #3
    Michael Kolb

    Ironisch an diesem Artikel ist ja, daß er auf einem Mac geschrieben wurde und Kommentare mit einem iphone ohne jailbreak freigeschaltet werden…

  • #4
  • #5
    hank

    Das ist ja wieder die alte Leier mit meiner Freiheit und der Freiheit anderer.

    Machen wir uns nichts vor, Rauchen ist etwas ziemlich dummes. All das Gerede von Freiheit soll doch nur die Sucht kaschieren. Aber: jeder sollte natürlich seiner Sucht frönen wie er lustig ist. Nur: lasst gefälligst die anderen damit in Ruhe!

    Ich sehe es als Gewinn für meine Freiheit an, mich überall rauchfrei bewegen zu können.

    Ich habe auch keine Lösung, und will die gesetzliche Regelung nicht verteidigen. Es wäre z.B. viel besser wenn es aus der Gesellschaft kommt, dass das Rauchen ähnlich geächtet wird wie andere Drogen, ganz ohne Gesetze. Im Zweifelsfall würde ich aber die Partei unterstützen, die meine Interessen vertritt, und das wäre in dieser Frage eben ein rauchfreies Leben.

    Ich sehe ein Rauchverbot eher analog zu Tempolimits in der Stadt. Klar, irgendwie ist es für den einzelnen eine Einschränkung, kann er doch nicht brettern wie er will, aber es ist einfach sau gefährlich für die anderen… und brettern kann man ja außerhalb… genau so wie man auch zuhause oder draußen rauchen kann…

  • #6
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @hank: Ich will in keiner drogenfreien Gesellschaft leben. Drogen gehören zur Zivilisation dazu. Wer eine drogenfreie Gesellschaft will, träumt vom neuen Menschen. Den will ich nicht. Und ich sehe auch keinen Grund darin, das alle Orte einem Minimalkonsens unterliegen. Alles was für alle geht ist Mist. Ich mag die Pluralität der Lebensentwürfe und will eine Politik, die so etwas befördert oder zumindest schützt.

  • #7
  • #8
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Stef: Ich bin jemand der es nicht mag, wenn andere ihm etwas vorschreiben.

  • #9
    Kein Grünen-Wähler

    P.s. warum wurde der Begriff “Neospießer” diesmal nicht verwendet? 🙂

  • #10
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Kein Grünen-Wähler: Volkserzieher trifft es besser 🙂 Und der Kram mit dem Strafgesetzbuch war so doof, den hab ich nicht freigeschaltet 😉

  • #11
    Kein Grünen-Wähler

    Das ist schade.
    Sehr sehr schade. War eine ziemlich gute Replik auf ihren Beitrag. Standen ja noch andere Sachen drin im “doofen” Beitrag.
    😉
    Naja, so ist das mit der Freiheit, gell 🙂

  • #12
    der, der auszog

    Was regt ihr euch alle darüber auf, dass ihr weniger rauchen sollt? Kifft doch einfach mehr, setzt euch hin und wieder einen Schuss oder zieht euch nach drei Jahren Abstinenz endlich wieder eine Nase.

    Seit rot-grün in NRW regiert ist das jetzt alles möglich und nach 10 Gramm Canabis, 0,5 Gramm Kokain, Heroin oder Amphetamin kriegt garantiert niemand mehr den Arsch hoch, um in eine Kneipe zu gehen und sich beim Bier gemütlich ein Zigarettchen zu rauchen.

  • #13
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Kein Grünen-Wähler: Sie können schreiben was Sie wollen – aber nicht überall. ich machte ja deutlich das ich für Trennungen bin 😉

  • #14
    Robin Patzwaldt

    Mein Vater verwendet immer einen Spruch, der mich zwar oft nervt, aber häufig halt auch sehr passend ist: ‘ ‘Immer’ und ‘Nie’ gibt es nicht!’
    Der Spruch trifft auch hier zu. Auch die Grünen sind ein bunt gemischter Haufen. Gleich die ganze Partei über einen Kamm zu scheren ist ohnehin ungerecht.

  • #15
    Julian

    Naja, ich möchte mir auch ungern Drogen verbieten lassen.
    Denn: Was sind genau Drogen? Zu den bereits verbotenden kommen ja noch hinzu: Alkohol, Nikotin, Süßwaren, Sport, Internet, etc.
    Alle diese Dinge können ohne große Schwierigkeiten süchtig machen. Und ja, auch Sport, wenn ich mir ansehe wie oft Mitschüler dadurch wichtigere Dinge aus den Augen verlieren oder wie oft es dabei zu Gewalt kommt.

    Und um den schönen Satz zu zitieren: “Die Freiheit der einen hört da auf, wo die der anderen anfängt” Damit man selbst mehr Orte hat, wo man hingehen kann, soll ich dadurch die Möglichkeiten der anderen verhindern? Was ist so schlimm an Raucherkneipen? Es gibt doch genug andere. Und niemand zwingt mich, mit Rauchern, etc. befreundet zu sein. Aber Ich zwinge anderen mein Weltbild auf.

    Aber warten wir einfach mal ab , wo das hinführt. Ab wann Fleisch verboten wird, ab wann Milchprodukte und ab wann wir uns nur noch Vegan ernähren dürfen, etc.

  • #16
    Hallodri

    Lieber Hank, sie können sich doch rauchfrei bewegen. Wo werden sie eingeschränkt? Es gibt in jeder Stadt Nichtraucherkneipen. Dort wird man sie nicht belästigen. Wenn all die Nichtraucher einfach in die Nichtraucherkneipen gehen würden, würde der Markt wohl mehr davon anbieten, aber irgendwie werde ich das GEfühl nicht los, dass die dreckige, kleine Kaschemme um die Ecke ihr Ziel ist und dort gehört das Rauchen (wie auch der Konsum anderer Drogen (Alkohol)) dazu.
    Eine Drogenfreie Gesellschaft wäre dann die rauchfreie Milchbar…hätten sie da Lust drauf? Ich nicht.
    Der Mensch hat ein Recht, sich selbst Dummheiten (und auch als Raucher würde ich Rauchen als Dummheit ansehen) zuzufügen. Das die Grünen (die ja mal Vorreiter für die sinnvolle legalisierung von Cannabis waren) jetzt plötzlich alles verbieten wollen, was nicht den Volkskörper stählt ist eine Geschichte für sich.

  • #17
    Las

    Wer es nicht mag, wenn ihm etwas vorgeschrieben wird, sollte wohl besser in die Wälder gehen…

    Ich kann Hank nur zustimmen. Bleiben wir mal bei den “legalen Drogen”: Wenn du dich betrinkst, ist es zunächst einmal dein Problem (bis du dich hinters Steuer setzt, das ist aber entsprechend auch verboten). Wenn du rauchst, raucht deine Umwelt, ob sie will oder nicht, mit. Es ist also nicht nur dein Problem.

    Die alte Leier, die Nichtraucher könnten doch woanders hingehen, zählt nicht. Schließlich können auch die Problemverursacher, die Raucher, woanders hingehen. Ich bin immer wieder erstaunt, wie eine Sucht Menschen verändern kann, wie realitätsfern sie plötzlich argumentieren und wie tief betroffen sie sind, wenn man ihnen ihren Suchtkonsum erschwert. Und ich bin immer wieder erstaunt, welche hahnebüchenen Argumentationen dabei herauskommen, seine Sucht zu relativieren bzw. die Suchtbekämpfer in eine merkwürdige Ecke zu drängen.

    Ich bin kein Grüner. Aber an dieser Stelle haben sie Recht. Und die SPD sollte diese Forderung mit durchsetzen. Ob sie Bonbons verbieten wollen, weiß ich nicht. Bislang haben sie das aber auch noch nicht in einen Gesetzesvorschlag gegossen. Im Grunde hätten sie aber auch damit nicht völlig unrecht: Mediziner würden einen solchen Vorstoß sicherlich begrüßen. Ich glaube aber nicht, dass es in absehbarer Zeit ein Mindestalter für Schokoladengenuss geben wird. Ebensowenig wie ein rigoroses Verbot von Tabakwaren. Die Rauchschwaden im Eigenheim können also bleiben.

  • #18
    DH

    Die Lösung kommt mal wieder aus China:
    „A grüne Zigarette. Kein zweite Handrauch. Rauch überall.“
    http://de.made-in-china.com/co_jieshibao/product_OEM-Green-Electronic-Cigarette-J118V_hhuohhhey.html

    Im Ernst: Zu Freiheitsaposteln hat Goethe seinerzeit schon alles Entscheidende gesagt.

  • #19
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Las: Wenn sie im Eigenheim – als im privaten Eigentum – bleibe können, warum nicht dann auch im Privateigentum Kneipe? Das ist kein öffentlicher Raum den ich als Bürger betreten muss wie eine Amtsstube. Und ich halte Privateigentum für ein hohes Gut. Wer mit Milliarden die Zockerei von Banken deckt, weil er sich einreden llässt, sie dürften nicht pleite gehen, könnte ein wenig mehr Respekt vor dem Eigentum kleiner Unternehmer haben. In NRW ist die Rauchfrage gut gelöst, die Gesetze sind ok und wenn die Städte zu blöd sind sie umzusetzen, ist das nicht mein Problem.

  • #20
    bochumer

    @ Hallodri:

    “Wo werden sie eingschränkt?”

    Ich kriege ständig Rauch ab – ekelhaft! Wenn ich durch die Stadt gehe, achte ich mehr oder weniger bewusst ständig darauf, wo jemand raucht und wie ich dem Rauch entgehen kann. Achten Sie darauf, ob andere Leute gerade Ihren Qualm abbekommen???

    Wenn es unter Rauchern endlich eine Rücksichtskultur geben würde, dann bräuchten wir auch keine Gesetze mehr. Stattdessen wird auf immer mehr Bahnsteigen etc. geraucht und muss ich als Nichtraucher ständig dem wahllos und rücksichtslos ausgepusteten Gestank ausweichen! Ätzend!

  • #21
    Las

    Nein, eine Kneipe ist nicht so einfach als Privateigentum zu deklarieren. Das fängt schon damit an, dass ich eine Schankerlaubnis brauche, die Lebensmittelkontrolle jederzeit bei mir vorbeischneien kann etc. Eine Kneipe genießt nicht den Schutz der Wohnung aus dem Grundgesetz. Eine Kneipe ist eine Arbeitsstätte für Kellner, Köche usw. Eine Kneipe will der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen, sonst hätte sie keine Kunden. Tut mir leid, das Argument zieht Vorne und Hinten nicht.

    In NRW sind die Gesetze überhaupt nicht gut. Das fängt bei der Frage von Ausnahmeregelungen an (warum muss ich es hinnehmen, dass bei Brauchtumsveranstaltungen doch wieder geraucht werden darf?) und hört bei der Frage der Ein-Raum-Kneipen auf (wieso sind die von den Auflagen beifreit, die größeren Kneipen zugemutet werden?).

    Ein generelles Rauchverbot in geschlossenen (mit Dach versehenen), öffentlichen (jeder kann reingehen) Räumen, wäre die einzig sinnvolle, diskriminierungsfreie und durchsetzungsfähige Regelung.

  • #22
    OnkelJK

    Bravo!

    Ich bin seit 2 Jahren Nichtraucher (war schwer genug) und bis auf das obligatorische Saufen spießig genug, nicht mal Drogen zu nehmen aber ich freue mich wirklich über diesen Beitrag.

    Was geht mir dieses moralisch-pikierte, ewig mahnende Bessermenschentum auf den Sack!

    Rottet euch zusammen -gibt ja ‘n ganzen Haufen von euch- kauft Maultiere und Droschken, pflanzt Tofu-Frikadellen und lebt ein keimfreies Leben aber haltet doch nicht alle anderen für so doof eurer Anweisungen bedürftig zu sein.

  • #23
    Las

    Gegenvorschlag: Wähle die anarchistische Pogo-Partei und sieh zu, dass die über viele hundert Jahre entwickelte Ordnung in diesem Land abgeschafft wird, wenn du so wenig von Regeln des Zusammenlebens hälst. Ich schlage vor, als Erstes das StVG und die StVO abzuschaffen, anschließend vielleicht das StGB.

    Was hier diskutiert wird, hat nichts mit Bessermenschentum zu tun. Ich trinke Alkohol, esse Fleisch und fahre täglich mit einem PKW zur Arbeit. Mir geht es auch nicht um Moralfragen, sondern nur um mein bescheidenes kleines Leben, welches ich möglichst lange ohne Asthma, Lungenkrebs & Co. leben möchte, ohne mich in meinem Gesellschaftsleben von einer schrumpfenden Gruppe von Abhängigen einschränken zu lassen. Ich gehe gerne in Kneipen und in Restaurants. Den Qualm dort mag ich aber nicht. Und mir kann keiner ernsthaft erzählen, er würde ihn lieben, weil er dazugehöre. Gut riechen tut das Zeug nun einmal nicht, das ist ein Fakt.

  • #24
    Heinz Ketschup Schleuser

    Was kommt als Nächstes? Steffens schlägt Guntram Schneider das Pilsglas aus der Hand? Die SPD muss endlich aufwachen. Wowereit rules

  • #25
    Gerhard Schiweck

    @Herr Stefan Laurin,

    es spricht überhaupt nichts dagegen, sich wie Herr Laurin mit den Inhalten des Rauchverbots auseinanderzusetzen und dazu auch eine Position zu entwickeln. Dann machen Sie das auch Herr Laurin, oder Sie schreiben eine ironisierende Glosse, dann dürfen Sie auch mal neben der Sache argumentieren. Ich wünschte mir, dass Sie bald wieder zu Ihrem ansonsten klaren und jounalistischem Stil zurückkehren. Warum Sie die Grünen nicht mögen, ist Ihre Angelegenheit, aber lassen Sie doch diese albernen Sachen wie “die Grünen wollen uns die Welt er- klären”. Denken Sie immer daran, wer mit einem Finger auf einen anderen zielt, zeigt mindestens mit 3 Fingern auf sich zurück.

  • #26
    Hans Czinzoll

    In Berlin hat die SPD schon gemerkt, dass sie den schmarotzenden Grünen nicht länger ein warmes Nährbett schenken sollte. Dass der Parasit sich dessen bewusst ist, zeigt das entlarvende Wutgeheul der verhinderten Senatoren.

  • #27
    Martin Böttger

    @24 Heinz Ketschup Schleuser: wann wird das wo gesendet? Oder gibts schon ein Video davon? Ich würde das gerne sehen. Noch lieber wäre ich live dabei. Wo gibts Tickets? Das Aufwachen der SPD, das würde ich gerne noch erleben, geweckt von der pilsglasschlagenden Barbara Steffens 😉

  • #28
    jot/e

    Es ist vollkommener Blödsinn, dass manche meinen, es sei ein Menschenrecht, in fremden Räumen (hier: Kneipe), die von anderen unterhalten werden (hier: Wirte) rauchfrei ein Bier trinken zu können! Außerdem können ja die Nichtraucher draußen nichtrauchen und total rauchfrei ihr Bier genießen.

  • #29
    crusius

    Sehnwirsmalpositiv: Wenn das beschlossene Sache ist, kommen die Piraten im Ruhrgebiet bei der nächsten Wahl auf 20 %… 😉

  • #30
    allemachtdendrähten

    ist schon irgenwie komisch, alle jammern, ich bin kein Grünen Wähler, aber die Wegnahme von Rechten das muss eben sein. Ich sehe bei den Grünen einen Touch von weg mit den Grundrechten und deshalb wird es Zeit, dagegen anzustänkern.

  • #31
    jot/e

    @ Las

    Zunächst mal ist eine Kneipe ein Gewerbebetrieb und keine kostenfreie Veranstaltung zugunsten der Allgemeinheit. Nur, weil die Tür offensteht, heißt das nicht, dass notwendig jeder seine Vorstellungen von gedeihlichem Zusammensein verwirklicht sehen können muss. Davon beißen auch gewisse öffentliche Auflagen keinen Faden ab. Auch wenn’s schrecklich rückwärtsgerichtet sich anhört: Derjenige, der das geschäftliche Risiko trägt sollte entscheiden können,
    was geht und was nicht und nicht derjenige, der ab und zu mal reinschaut oder auch nicht. Die Frage stellt sich doch, weshalb dieser unbändige Traum der weit überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung nach rauchfreiem Biertrinken nie ein Angebot an genau solchen Lokalen nach sich gezogen hat. Sind die Wirte alle doof? Warum war die Beteiligung an der Abstimmung in Bayern so mager? Die Antwort: Die meisten Leute interessiert die Frage nicht. Und deshalb gibt es überhaupt keinen allgemeinen Auftrag an die Politik, diesen Sachverhalt zu regeln, bzw. das Nichtrauchen-Reglement zu verschärfen.

  • #32
    Helmut Junge

    Das ist leider kein Kabarett. Sonst hätte ich vielleicht ein paar Tipps.
    Irgendein Kabarettist ( Dieter Süverkrüp?) das hat nämlich mal so formuliert:
    “Rauchen schadet der Wehrkraft und nützt dem Feind.”
    Die Grünen haben doch hoffentlich eine andere Begründung gefunden, oder?
    Man könnte dazu doch was Nettes über Schadensabwendung formulieren.
    Schutz der Gesundheit oder so.
    Was die Kindererziehung betrifft, ist es nur schade, dass diejenigen, die so gut Bescheid wissen, leider selber keine Kinder haben. Jammerschade.

  • #33
    Walter Stach

    Steffan, “Grün ist sie nicht”, Deine Vorstellung.Schwarz kann sie allerdings auch nicht sein. Die Schwarzen sind bekanntlich in Bayern -nebst Oktoberfest- in Sachen “striktes Rauchverbot” die Vorreiter in der Republik. Und wenn es denn schon zur Freiheit des Menschen gehört, sich tot rauchen zu dürfen, und es dagegen keine diese Freiheit einschränkenden moralischen Bedenken, die sich in Normen niederschlagen könnten, geben darf, dann ist es doch zumindest bedenkenswert, wieviel € pro Jahr von der Gemeinschaft aufgebracht werden müssen, um den an Lungen- und Bronchialkrebs leidenden Menschen das Leben (und das Sterben)zu erleichtern.

  • #34
    ch.rossner@web.de

    Zum Glück gibt es den Schildower Kreis und die Piraten.
    Alle Drogen müssen legalisiert und versteuert werden, die Prohibition
    erzeugt nur Kosten und Elend. Es gibt keine Drogen-freie-Gesellschaft,
    schauen wir doch zurück. Egal ob Schnaps, Wein, Heroin oder Kokain
    solange wir Menschen hier auf dieser Kugel sind werden wir einen Grund finden
    zu Feiern und uns abzudichten, mit dem gesetzlichen Verbot von Drogen ist nur
    den Heuchlern und Lügnern in unserer Geselschaft geholfen, so können sie sich besser verstecken und heimlich saufen, snifen oder drücken – heimlich ist doch viel spannender.
    Wacht endlich auf, jeder ist für sich selbst verantwortlich und niemand muß uns sagen wie wir zu leben haben.

  • #35
    np

    Dem Satz “In NRW ist die Rauchfrage gut gelöst, die Gesetze sind ok und wenn die Städte zu blöd sind sie umzusetzen, ist das nicht mein Problem.” stimme ich zu, dem Artikel oben aber überhaupt nicht. Der ist nämlich eine stumpfe Polemik, die die Freiheit der Anderen verachtet und den Errungenschaften, für die die Grünen einstehen, nicht gerecht wird. Homoehe, anyone?

    Vom Staat erwarte ich für meinen Teil, dass er die Macht der Konzerne über Gesellschaft und Menschen bricht, und nicht, dass er sich zugunsten eines bescheuert libertären Individualismus selbst abschafft. Aber das wollen sie ja hoffentlich auch nicht, Herr Laurin.

  • #36
    BermudaTrinker

    Also, wenn ich die Welt, die Stefan Laurin hier anstrebt, einmal auf den Punkt bringen darf, dann sieht die wie folgt aus:

    1. Jürgen Großmann darf weiter Kohlekraftwerke bauen, weil es keine Einschränkungen irgendwelcher Volkserzieher gibt. Und weil Jürgen Großmann von RWE das so will und sich nicht einschränken will, profitiert er. Der Klimawandel ist Nebensache. Wichtiger ist das Individuum. Das ist laurin’scher Freiheitsgedanke.

    2. Wir vergesellschaften die Kosten: Weil jeder seiner Sucht fröhnen darf und diese Sucht individuell ausleben darf, wird die Gesellschaft zur Kasse gebeten – für die Folgekosten, für die Nebenkosten wie etwa Passivrauchen etc. Wir privatisieren die Lust, die Kosten sind egal. Kosten engen den laurin’schen Freiheitsgedanken nur ein.

    3. Vor 30 Jahren lag der Pro-Kopf-Verbrauch von Fleisch bei gerade einmal 25 Kilogramm pro Person pro Jahr. Heute sind es 67 Kilo. Jeder zweite Mensch in Deutschland ist zu Fett. Rest: siehe 2. Wer trägt die Kosten: Die Gesellschaft und die, die auf ihre Gesundheit achten. Das ist laurin’scher Freiheitsgedanke.

    4. Die gespaltene Zunge: Herr Laurin ist Apple-Fan. Ein System, das durch Abschottung auffällt. Es ist alles andere als libertär und freiheitsliebend – es ist dogmatisch und abschottend. Und Apple gibt vor, wie wir in der digitalen Welt leben und arbeiten. Zugegeben: Apple hat sehr gute Ideen. Trotzdem ist es ein dogmatisches und “Volks”-erzieherisches System.

    5. Ich hätte ja gar nichts dagegen, wenn Herr Laurin dieses libertaristische Leben einmal konsequent zu Ende leben würde – Dann müsste er nach Sibirien auswandern (denn nur dort gerät er nicht an die Grenzen der anderen). Könnte dann in einer Art Klima-Welt die Folgen des Klimawandels am eigenen Leib erfahren, müsste in einem abgeschottenen Silo klettern und seinen eigenen Zigaretten-Dunst einatmen – und vorher auch noch sein Sparbuch plündern, um die Folgekosten seiner Sucht, Lebens- und Denkweise selbst zu finanzieren – denn auf die Beteiligung der Gesellschaft will er ja nicht angewiesen sein.

    6. Ergo: Es wäre ein äußerst unbequemes und einsames Leben – so ganz alleine mit seiner laurin’schem Freiheitsgedanke, der doch sehr an den “Liberalismus” der heutigen FDP erinnert. Die Vorteile der individuellen Lebenswelt werden privat internalisiert, die Kosten der Gesellschaft aufgedrückt. Mövenpick-Bonus 2.0.

    Dann doch lieber ein grüner Spießer.

  • #37
    Las

    @Jot/E: Auch wenn es wahrscheinlich müßig ist – ich glaube, Sie wollen mich nicht verstehen. In keinster Weise sage ich, dass ich als Gast EInfluss darauf nehmen will/kann, wie eine Kneipe zu führen ist. Der Staat aber kann das und er tut das auch. Was mich in dieser Diskussion schlicht gestört hat, ist diese unreflektierte Übertreibung einiger Diskutanten, was die vermeindlichen Freiheitsrechte von Bürgern und insbesondere Rauchern angeht.

    Wir können uns über Regelungen aufregen, wir können uns über geplante Regelungen aufregen. Wir können uns aber nicht grundsätzlich darüber aufregen, dass eine Regierung Regelungen aufstellen möchte, denn dafür wird sie gewählt. Ob dieses Thema nun eines ist, was die Welt bewegt, kann ich nicht beurteilen, aus irgendeinem Grund aber wird es ja wohl so sein, dass sich nahezu jedes Bundesland, und vor einiger Zeit auch die Bundesregierung, damit mehr oder weniger auseinander setzt. Der EInfluss des Bürgers auf dieses Thema ist mit den Wahlen gegeben. Ich bin mir sicher, dass das Thema des Nichtraucherschutzes sowohl von Grünen, als auch von der SPD schon damals im Wahlkampf benannt worden ist. Also kann sich eigentlich nun Niemand beschweren, denn es war absehbar, dass darüber geredet würde.

    Im konkreten Fall des Rauchens in Kneipen finde ich, dass bereits im zweiten Post eigentlich alles gesagt war: Die Freiheit des Einzelnen hört dort auf, wo die Freiheit eines anderen beginnt. Oder anders: Rauchen ist nun einmal leider keine persönliche Sache, weil unweigerlich Dritte mitbetroffen sind, die es evtl. gar nicht wollen. Jetzt zu sagen, die sollen dann doch nicht in Kneipen gehen, zieht einfach nicht. Wer nicht überfahren werden will, bleibt ja auch nicht zuhause. Gastronomische Betriebe sind nun einmal Teil unseres Gesellschaftslebens und im Zweifel habe ich tatsächlich nicht einmal die Wahl, weil ich z.B. aus beruflichen Gründen in die Kneipe muss (wer jetzt damit kommt, dass ein Kellner sich seinen Beruf freiwillig ausgesucht hat, müsste gegen jede Art von Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz sein). Und die Kneipe ist letztlich ein öffentlicher Raum, der privat geführt wird, mit Erlaubnis des Staates. Dieser kann die Erlaubnis an Bedingungen knüpfen, das ist nun einmal so. Beispielsweise kann einen Wirt, der unzuverlässig ist, seine Konzession auch entzogen werden und schwups ist´s vorbei mit seinem ach so privaten Betrieb.

    Da entscheidet auch nicht der Kunde, dass der Wirt nicht zuverlässig ist, sondern die Behörde. Und nichts anderes sage ich auch: Selbstverständlich hat der Staat das Recht, zu regulieren, was er regulationsbedürftig findet. Über den Inhalt können wir uns streiten, nicht aber über diesen Rahmen. Und das scheinen hier einige vergessen zu haben.

    Im Übrigen habe ich, so glaube ich, mir nie angemaßt, im Sinne irgendeiner Mehrheit zu sprechen. Ich rede nur für mich, der nun einmal Rauch nicht so schön findet. Ich habe jetzt offenbar das Glück, dass die derzeitige Regierung in diesem Punkt ähnlich denkt, wie ich. Schön, die Regierung davor tat dies nicht, zumindest nicht in dem Maß, wie ich es mir gewünscht habe. SIe hat ja auch ein Nichtraucherschutzgesetz verabschiedet, was aber so ein paar Lücken aufweist (Brauchtumsveranstaltungen, Raucherclubs, Einraumkneipen), die im Endeffekt dazu führen, dass wir nichts Halbes und nichts Ganzes haben. Zu Recht finden auch Kneipiers, dass diese Regeln die eine oder die andere Seite bevorzugen und damit eine Wettbewerbsverzerrung erzielen. Da sage ich, dass ein striktes Rauchverbot eindeutiger und besser wäre. Sie können da sagen, dass eine generelle Raucherlaubnis besser wäre. Dann haben Sie aber wieder das Problem des Gesundheitsschutzes am Arbeitsplatz. Auch ein nichtrauchender Kellner hat nun einmal einen Anspruch darauf, an seinem Arbeitsplatz rauchfrei zu sein (s.o.).

  • #38
    Arnold Voß

    Wenn ein bestimmtes Verhalten von bestimmten Menschen nicht nur sie selbst sondern auch andere Menschen gefährdet, gibt es grundsätzlich zwei Wege dieses Problem zu lösen. Die Politik des völligen Verbotes dieses Verhaltens da wo Menschen sich öffentlich aufhalten oder die konsequente räumliche Trennung von Gefährdern und Gefährdeten.

    Unter dem Aspekt, dass Suchtverhalten durch Verbote nicht geändert wird, finde ich, obwohl selbst Nichtraucher, den zweiten Weg in einer demokratischen Gesellschaft für angemessener als den ersten.

    Es kann dabei nicht sein, dass Menschen außerhalb ihrer Privaträume nur noch draußen, also in wetterungeschützen Lagen, rauchen dürfen. Ja wohlmöglich das dann nicht mal mehr in den attraktiven Outdoorflächen wie den öffentlichen Parks.

    Nichts gegen Regulierung im Interesse der Gesundheit, aber das Maß und die Art und Weise hat zu berücksichtigen, dass Süchtige nicht zu Menschen zweiter Klasse erklärt werden. Nicht mal Hunde kann man einfach vor die Tür stellen. Menschen ist das aber in jedem Fall unwürdig.

  • #39
    Dr. Seltsam

    Oh mein Gott.
    Rauchverbote an öffentlichen Orten; wer ist dagegen? Schulen, Krankenhäuser, meinetwegen auch Bahnhöfe (ist es wirklich der Rauch, oder das Rauchen, was stört?).
    Aber diese Debatte erinnert an Vegetarier, die wollen, dass alle Steakhäuser nur noch Salat servieren.
    Oder in der Disko nur IHRE Musik läuft.
    Kein Aas muss in einer Raucherkneipe sitzen oder arbeiten. Wenn ich Autos nicht mag, muss ich kein Taxifahrer werden.
    Usw.
    Ich bin gegen vegetarische, rauchfreie Restaurants. Pflanzen sind auch Lebewesen und bei den Nichtrauchern fühle ich mich ausgegrenzt.
    Sorry, aber das ist Gutmenschenfaschismus. Alle so wie ich. Oder wir.
    Wenn Du in Deinem Yoga- oder Sonstwas-Kurs was auch immer machst, darf ich dann (wir haben abgestimmt) vorbeikommen und sagen: So ,jetzt hier Heavy-Metal hören?!?
    Alkohol ist übrigens auch so ne Sache. Immer diese angesäuselten Typen in der Kneipe. Da müsste man/frau doch eigentlich mal was … usw.
    Übrigens: RaucherInnen sterben früher als ihr, kosten weniger Rente und kostspielige Behandlungen, als der “gesunde” 87jährige, der dringend noch … usw.
    Ich vermute andere Motive. Irgendeine Über-Ich-Scheisse.
    Wir müssen. Wir sollten.
    ICH MUSS GAR NICHTS.
    Peace ans Out.

  • #40
    HauptmannKarotte

    Ich gehöre zu denen, die immer die Meinng vertreten, dass jeder für sich selbst verantwortlich ist. Ich frage mich, aber, ob diejenigen, die das hier ebenfalls schreiben, damit nur ihre Rechte und deren Konsequenzen meinen. Um Pflichten geht es dann nicht…da ist die Gesellschaft dann immer gut für und da sind dann Regelungen, die hierfür sorgen, nie ausreichend genug. Das nenne ich mal konsequent, liebe Kritiker.
    Was das Rauchen betrifft: ich rauche selbst (allerdings nur wenig); und wenn ich bspw mit meinem Sohn im Stadion bin und wir von allen Seiten permanent zugequalmt werden, wenn erwachsene Menschen auf Knder keine Rücksicht nehmen, dann muss auch hier eine Regelung her. Fakt ist, dass NRW das löchrigste Nichtraucherschutzgesetz hat, und was in dann die Grünenschelte soll, versteh ich nicht.
    Solche Regelungen sind nicht erforderlich, wenn Menschen Rücksicht auf anderen nehmen. Tun sie aber nicht.

  • #41
    Miko

    Walter Stach, das ist nicht ganz richtig. Die CSU in Bayern hat nach einem halben Jahr Diskussion hin & her diesen Vorschlag gemacht, um den Wahnvorstellungen der GRÜNEN – z.B. Rauchverbot im Biergarten (!) – ein Limit zu setzen, und eine Regelung angeboten, die allen Beteiligten dann “strikt genug” war.
    Hätte die GRÜNEN in Bayern mehr politsches Gewicht, sähe es noch grausiger aus.

  • #42
    Jürgen

    @Las:

    Sie schreiben, Sie redeten nur für sich, “der nun einmal Rauch nicht so schön findet.” Gut, jetzt meine Frage, wenn Sie Rauch nicht so schön finden, wer zum Teufel zwingt Sie dann, in eine verrauchte Kneipe zu gehen? Und weshalb?

  • Pingback: Links anne Ruhr (08.10.2011) » Pottblog

  • #44
    jot/e

    @ Las

    Das Thema Freiheit zieht hier nicht. Eine Kneipe ist kein öffentlich-rechtlicher Raum, in dem der Staat irgendwelche – ggf. eingebildeten – Freiheitsrechte zu garantieren hat, sondern privates Eigentum. Mithin ist für die Regelung, wieviel Freiheit gewährt wird, nicht der Gesetzgeber zuständig, sondern der Eigentümer bzw. derjenige, dem der Eigentümer die Sache zum Gebrauch oder zur Fruchtziehung überlassen hat. Soviel sollte in einem nicht-staatswirtschaftlichen System doch wohl gesichert sein.

    Das Rauchen ist überdies eine erlaubte Handlung, die im Privatraum folglich auch nicht einzuschränken ist, es sei denn, durch den Betreiber der Gaststätte. Das Rauchen generell zu verbieten, getraut sich der Staat primär aus finanziellen Gründen nicht. Warum sollte also eine erlaubte Handlung in privaten Räumen mit Zustimmung des Eigentümers verboten sein? Der Staat überschreitet hier schlicht das Gebot, das Privatleben des Bürgers zu respektieren. Die Tatsache, dass – angeblich – eine Mehrheit der Bürger dem zustimmt, ist kein stichhaltiger Grund.

  • #45
    Walter Stach

    Miko,ja, war mir klar. Es bleibt aber doch dabei, daß die Bayern in Sachen “striktes Rauchverbot” die Vorreiter der Nation -das Vorbild?-sind. Und bekanntlich läuft in Bayern nichts, wenn es die Schwarzen, die CSUler, nicht wollen. Nicht klar war mir, daß sich die Schwarzen , die CSU ler in Bayern von den Grünen irgend etwas “vorsetzen” lassen und das dann irgendwie ihre Politik tangieren könnte -hier, wie Miko sagt, ein “Limit” in Sachen Rauchverbot. Ja, wenn das so war, stimmt mich das nicht nur nachdenklich, “es freut mi”.Und im übrigen: “Nichts für ungut.Noch strikteres Rauchverbot in NRW ja oder nein? Ich habe andere Sorgen und vermutlich gilt das für die meisten Menschen im Lande.”

  • #46
    Gerhard Schiweck

    @laurin, @arnold voss
    Es gilt folgender Grundsatz. Je gefährlicher eine Sache ist, umso mehr muss die Sache im Interesse der Allgemeinheit geregelt werden. Darauf haben wir uns Demokraten seit dem “Großen Leviatan” verständigt. Da nicht ein Jeder persönlich diese Regelung in die Hand nehmen kann, haben wir das in unserer Gesellschaft demokratisch legitimierten Gremien übertragen. Rauchen ist gefährlich und wir wissen seit längerem genauer, dass Passivrauchen eher noch gefährlicher ist. Da man es aber nicht verbieten kann -wg.Demokratie Herr Laurin- deshalb muss man es regeln, wie das Autofahren, das Fliegen, den Bau und Betrieb von Achterbahnen oder sogar wie die Benutzung von Steckdosen -kann auch gefährlich sein. Hat mit “Welt erklären” und “Volkserziehung” nichts zu tun, sondern mit Weit- und Einsicht. Aber auch das ist unserer Gesellschaft Jedem selbst überlassen.

  • #47
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Gerhard Schiweck: Ich habe in meinem Artikel den Aspekt der Grünen-Angstpolitik vergessen. Für die Grünen – und zugegebenermassen für viele andere Deutsche – besteht die Welt aus Gefahren und wir sind zu dumm sie zu erkennen. German Angst – das ist ein feststehender Begriff. Und ihren Leviatan mochte ich noch nie.

  • #48
    Las

    @ Jürgen: Wer zwingt Sie, in einer Kneipe zu rauchen? Die Tatsache, dass Sie es schon immer gemacht haben?

    Um noch einmal den zweiten Post auf dieser Seite zu zitieren: Die Freiheit des Einzelnen hört dort auf, wo sie die Freiheit eines anderen berührt. Wenn Sie nur für sich rauchen würden, hätte ich doch gar kein Problem damit. Tun Sie aber nicht. Ihr Rauch tangiert unweigerlich die Personen um Sie herum. Jetzt sind diese die Bösen und sollen weggehen? Ein rücksichtsloser Autofahrer könnte ebenso argumentieren und sagen, dass die anderen Verkehrsteilnehmer doch bitte von der Straße fernbleiben sollen, wenn ihnen sein Fahrstil nicht gefällt.

    Tatsächlich zwingen mich zunächst Konventionen dazu. Ein guter Teil des gesellschaftlichen Lebens findet in Restaurants, Bars, Kneipen etc. statt. Und ich möchte an diesem Leben teilhaben, ohne dem Rauch ausgesetzt zu sein. Da Rauch nicht zu den notwendigen Bedingungen eines Kneipenbesuchs gehört, im Gegensatz zu Essen, Trinken und Mitmenschen, glaube ich, dass ich nichts Unmögliches verlange. Oder wollen Sie allen Ernstes sagen, Nichtraucher sollen doch zuhause bleiben, wenn ihnen der Rauch nicht passt? Das wäre doch sehr ignorant.

    Als nächstes bin ich durchaus auch hin und wieder beruflich dem Rauch ausgesetzt, weil mein Arbeitgeber regelmäßig zu Betriebsfeiern etc. in Etablissements einlädt, die dann ein “Geschlossene Gesellschaft”-Schild an die Tür hängen und damit das Rauchen bei derzeitiger Gesetzeslage wieder ermöglichen. Ein konsequenterer Nichtraucherschutz würde hier leicht Abhilfe schaffen.

    Mir persönlich würde ja eine klare Regelung im Sinne von Raucherbereich-Nichtraucherbereich völlig reichen. Für einen Kellner ist damit allerdings nichts erreicht.

    Im Übrigen fände ich es ganz schön, wenn Sie meine AUssage nicht nur auf diesen einen Satz beschränken würden, sondern ihn im Kontext des Gesamttextes sehen würden. Die von Ihnen zitierte Aussage meinerseits bezog sich auf den Vorwurf, ich oder auch andere hier würden einen Kreuzzug gegen das Raucherglück führen, ja, manche werfen mir/uns sogar faschistuide Züge und Gutmenschentum vor. Von mir aus können Raucher doch weiter ihrer Sucht nachgehen, sie sollen nur bitte mich damit in Frieden lassen. Dies ist eine Forderung nach Rücksicht, die leider immer verhallt und daher leider eine strikte gesetzliche Regelung erfordert.

    @Jot/E: Stimmt, das Thema Freiheit zieht hier nicht, weil der Wirt in seinem Handeln nicht frei ist. Die Schankerlaubnisse werden vom Staat nach den Regeln der Gaststättenverordnung vergeben (im Gegensatz dazu gibt es übrigens keine Wohnstättenverordnung, womit wohl schon klar sein dürfte, dass es einen Unterschied zwischen einer Privatwohnung und einer Kneipe gibt). Dabei darf der Staat dann eben auch regulierend und sanktionierend eingreifen. Damit wird keinesfalls irgendeine Grenze überschritten, eben weil hier der Wunsch des Einzelnen (Rauchers) den Wünschen Anderer gegenüber steht. Der Staat hat hier die Güter – freie Entfaltung auf der einen Seite, Wunsch nach Belästigungsfreiheit und Gesundheitsschutz auf der anderen Seite – abzuwägen und entsprechend zu handeln.

    Und damit nähern wir uns dem Kern der Sache: Zwei unterschiedliche Vorstellungen von Freiheit treffen aufeinander. Beide Seiten sehen sich in ihrer Freiheit beschnitten, beide Seiten fühlen sich im Recht. Letztlich muss der Gesetzgeber dann entscheiden, welcher Seite er eine Priorität einräumt, und genau das geschieht gerade. Die Seite, die dabei nicht Recht bekommt, sieht das dann nicht ein und versucht mit allen Mitteln, für seine Argumente Gehör zu finden. Leider sind die meisten Argumente nicht wirklich stichhaltig und halten einer Überprüfung nicht stand.

  • #49
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @La: “Und damit nähern wir uns dem Kern der Sache: Zwei unterschiedliche Vorstellungen von Freiheit treffen aufeinander. Beide Seiten sehen sich in ihrer Freiheit beschnitten, beide Seiten fühlen sich im Recht. Letztlich muss der Gesetzgeber dann entscheiden, welcher Seite er eine Priorität einräumt, und genau das geschieht gerade. Die Seite, die dabei nicht Recht bekommt, sieht das dann nicht ein und versucht mit allen Mitteln, für seine Argumente Gehör zu finden. Leider sind die meisten Argumente nicht wirklich stichhaltig und halten einer Überprüfung nicht stand.”
    Genau das hat er im Augenblick getan: Er ermöglicht unterschiedliche Räume für unterschiedliche Gruppen. Was die Grünen heute beschlossen haben, hat also mit dem Schutz nichts zu tun – es ist autoritär und puritanisch. Und diese Politik werden sie künftig auch auf andere Lebensbereiche ausweiten. Und dann wird es eines Tages wieder einmal soweit sein, dass die Leute darauf keine Lust mehr haben und das Pendel zu anderen Seite ausschlägt. Und auf den Tag freue ich mich 🙂

  • #50
    Miko

    In Bayern gab es nach endlosen Hin & Her und hochemotionalen Wogen in Runde 2 den Volksentscheid, der mit relativ knappen, aber doch eindeutigen Ergebnis den nochmals verschärften Nichtraucherschutz brachte. Insgesamt sind etwa 23% der Wahlberechtigten tatsächlich zur Abstimmung gegangen, wenn ich mich richtig erinnere. Die zu wählenden Optionen waren zudem manipulativ formuliert: man suggerierte, bei Rückkehr zur “alten” Regelung würden in jedem Kinder- und Tagescafe wieder fette Zigarren geraucht werden, was natürlich absurd ist und auch von niemandem gewünscht war.
    Das “Schmanklerl” an der Sache ist, dass die ursprünglich erlaubten Raucherclubs mit dem Volksentscheid ebenfalls wegfielen. Im Grunde haben eine Handvoll Leute in Bayern über Lokale entschieden, die a.) sie entweder sowieso nicht freiwillig betreten hätten oder b.) dort überhaupt keinen Zutritt erhalten würden.

    Es bleibt ein fades Gefühl. Um es freundich auszudrücken.

  • #51
    EinLeser

    Hoch emotionales Thema, etwa so wie tempolimit auf Autobahnen. Ständig fühlt sich eine Gruppe benachteiligt und jeder argumentiert mit der Freiheit auf seiner Seite…
    unter solchen Voraussetzungen kann man natürlich nicht sachlich diskutieren.

    Noch kein Kommentar hat einen Vorschlag gemacht, der beiden Seiten gerecht werden soll.

  • #52
    Arnold Voß

    Die Abgase von Autos fügen der Menschheit und vor allem den Kindern mehr Schaden zu als alle Raucher dieser Welt und dem motorisierten Verkehr kann sich, nicht nur im öffentlichen Raum, niemand entziehen. Wir nehmen das in Kauf, weil wir uns eine Leben ohne Mobilität nicht vorstellen können. Warum können wir es dann nicht in Kauf nehmen, dass Raucher in abgeschlossenen Räumen rauchen können?

  • #53
    Kommentator

    Bei Autos wurde auch die Katalysatorpflicht eingeführt. Davon abgesehen ohne die Mobilität der Menschen eine funktionierende Volkswirtschaft nicht denkbar. Das mit dem Umstand zu vergleichen, daß Raucher zum Rauchen nach draussen gehen soll wohl ein Scherz sein.

    @Ein_Leser — Man kann es nicht allen Recht machen – aber den meisten. Und das heißt nun mal ein generelles Rauchverbot einzuführen. Davon abgesehen ist das Thema Gesundheitsschutz eigentlich keine Frage von Mehrheiten.

  • #54
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Kommentator: Nö, man muss nur Wahlmöglichkeiten schaffen. Wenn es Ihnen um Gesundheit gehen, würde, würde Ihnen das auch reichen. Aber es geht um Disziplinierung und Erziehung. Diese Verlogenheit macht Leute wie Sie ja so widerlich.

  • #55
    Angie

    Warum nur glauben einige, der auch hier mehrmals zitierte Ausspruch
    “Die Freiheit des Einzelnen hört dort auf, wo sie die Freiheit eines anderen berührt.” sei als unabdingbar Einbahnstraße zu verstehen? Mit einer Selbstherrlichkeit gehen Antiraucher davon aus, dass natürlich die Freiheit der Raucher zu enden habe, wenn ihre individuelle Vorstellung davon tangiert wird. Damit wird man dem Inhalt der Ausage (angelehnt an Rosa Luxemburg) aber keineswegs gerecht. “Die Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden” sagte Rosa Luxemburg, also gilt für den Antiraucher, dass die Freiheit auf Seiten des Rauchers ist ebenso, wie die umgekehrte Variante. Oder, um beim oben zitierten Satz zu bleiben: “Die Freiheit des Einzelnen (Antiraucher) hört dort auf, wo sie die Freiheit des anderen (Raucher, der gerade rauchen will) berührt. Die Aussage enthält definitiv nicht, dass sie nur für eine Seite zu gelten habe.

    Ich selbst bin Nichtraucher, empfinde aber die rigiden Rauchverbote in der Gastronomie geradezu absurd. Wird oder wurde der Antiraucher jemals in Ketten gelegt und in eine Raucherkneipe hineingetrieben? Mit welch absurder Begründung hat ein gastronomischer Betrieb ein öffentlicher Raum zu sein? Grüne und ihre Mitläufer wollen doch nur die Bürger nach ihren Vorstellungen formen, sie zu möglichst “gesunden Einheitsmenschen” erziehen (gerne mit Verboten und immer noch mehr Verboten), die selbst nicht mehr denken müssen und sich treudoof und brav dem Nannystaat ergeben. Hoffentlich wachen immer mehr Menschen auf, die sich dies nicht gefallen lassen wollen.

  • #56
    Jot/E

    @Las
    Let’s agree to disagree… Und zwar über die Rolle des Staates. Ich halte nun einfach mal nichts davon, dass der Staat sich immer mehr unseres Lebens schnappt, um damit anzustellen, was ihm beliebt – als wären wir eine Horde von Idioten. Am Ende steht ein immer weniger an Freiheit und ein immer mehr an Bevormundung. Der Trend gefällt mir kein bisschen, und irgendwann wird es auch Sie in Ihren Interessen erwischen.

  • Pingback: Die Woche… (40) | DER RUHRWELLENREITER

  • #58
  • #59
    Arnold Voss

    @ Kommentator 53#

    Mein Kommentar wäre ein Scherz, wenn der Katalysator die Gesundheitsgefährdung der Autoabgase auf Null gefahren hätte. Von den Feinstaubproblemen durch Autoverkehr ganz zu schweigen.

    Wer ein Auto fährt sollte hier bitte nicht über die gesundheitlichen Gefahren für die Allgemeinheit durch das Rauchen in von Nichtrauchern abgeschotteten Räumen schwadronieren. D a s, Kommentator, ist der ultimative Scherz.

  • #60
    Arnold Voss

    @ Angie 55#

    Ich bin ebenfalls Nichtraucher und stimme ihnen voll zu. Die ganze Diskussion über die Gesundheitsgefährdung durch das Rauchen ist ein einziger Witz. Natürlich ist es schädlich. Das wissen auch die Raucher. Und natürlich kann ich nur jedem Raucher empfehlen es aufzugeben. Aber das ganze moderne Leben ist eine einzige große Gesundheitsgefährdung. Am Auto kann man es am besten studieren.

    Fast alle nutzen es, obwohl es lebensgefährlich ist. Vor allem für Nichtautofahrer. Den Nur-Autofahrer macht es wegen Bewegungsmangel tendenziell dick, was die größte aller Gesundheitsgefährdungen ist. Dazu produziert es in der bisherigen Ausführung enorme Umweltschäden.Die Gefährdung der Gesundheit durch die autoüblichen Emmissionen eingeschlossen

    Keiner, mich eingeschlossen, käme deswegen auf die Idee, das Autofahren generell zu verbieten. Aber bei der Bekämpfung des Rauchens wird zunehmend total gedacht. Keiner! Nirgends! Raus mit ihnen!

    Mir kommte das so vor, als hätte die grüne Mehrheit jetzt endlich einen Ersatzfeind gefunden auf den sie ihr ganzes schlechtes Gewissen abladen kann. Denn sie wissen ja alle, dass sie sich keineswegs grün verhalten obwohl sie immer mehr grün wählen. Siehe z.B. beim Autofahren.

  • #61
    Werner Niedermeier

    Danke, Herr Laurin, für diesen Artikel. Allerdings haben Sie vergessen, darauf einzugehen, dass die sogenannten “Studien” des “Kollaborationszentrums für Tabakkontrolle der WHO im DKFZ” (Ja, so nennen die sich wirklich!) schon mehrfach widerlegt sind. Die WHO und in ihrem Kielwasser die Grünen erzeugen mit irrealer Angst einen pseudoreligiösen Glaubenskrieg, an dessen Ende die “tabakfreie Welt” (Zitat WHO) stehen soll. Dieser “Krieg gegen den Tabak” (Zitat WHO) wird dabei mit all den dreckigen Mitteln geführt, die in Kriegen so geführt werden. Es wird gelogen, es wird betrogen, es werden Menschen aufeinandergehetzt.

    Man kann von den Gläubigen an die Passivrauchlüge kein rationales Denken erwarten. Das ist ähnlich, wie wenn man einem Scientologen erklären will, dass es keine Thetanen gibt oder mit einem Katholiken über die Unfehlbarkeit des Papstes oder die jungfräuliche Geburt diskutieren will. Das Perfide und Widerliche an der Sache ist allerdings, dass die Menschen bewusst belogen werden und dass eine irreale Angst aufgebaut wird.

    Selbst wenn die angeblichen 3.301 Passivrauchtoten der WHO stimmen würden, was sie nicht tun, denn diese Zahl wurde durch fehlerhafte Hochrechnungen und falsche Annahmen erzeugt: In deutschen Krankenhäusern sterben jährlich nachgewiesen zwischen 40.000 und 50.000 Menschen wegen mangelnder Hygienebedingungen! Hier sollte die WHO einmal tätig werden . aber Halt, dann würde es ja gegen ihre Lobbyinteressen, und zwar die der Pharmalobby, gehen. Da macht man lieber Nebenschauplätze mit dem Rauchen auf, vernichtet Existenzen und schränkt die Selbstbestimmung der Menschen ein.

    In Hamburg sind die militanten Antiraucher jämmerlich mit ihrer Forderung nach einem totalen Rauchverbot in der Gastronomie gescheitert. In Berlin haben sie nach 7 Monaten gerade einmal knapp über 20.000 Unterschriften bekommen. Liebe Menschen in NRW: Seid nicht so blöd die die Bayern! Lasst euch nicht von mediengeilen Politikern die Hucke voll lügen! Kämpft gegen den Verbotswahn und Puritanismus der Grünen. Jetzt könnt ihr noch etwas tun. In Bayern ist es momentan zu spät. Lasst euch von den Grünen nicht für deren Lobbypolitik vereinnahmen! Glaubt nicht die Propaganda der “Chancengleichheit”. Nach einem totalen Rauchverbot in der Gastronomie haben diejenigen Lokale die Nase vorne, die über eine große Außengastronomie verfügen, denn dort werden sich die Raucher und ihre nichtrauchenden Freunde aufhalten. Lasst euch nicht von den Grünen gegeneinander aufhetzen! Denn wenn sie es schaffen, die Menschen zu spalten, dann haben sie auch einen weiteren Schritt in ihrem Verbotswahn gemacht. Und glaubt nicht, dass das beim Rauchen aufhört. Der Alkohol ist als nächstes dran, dann die Fette und es wird so lange nicht aufhören, solange ihr euch diesen Gesundheitsfaschismus gefallen lasst.

    Aber glaubt nicht alles, was die militanten Antiraucher euch erzählen. Wenn sie sagen, in Bayern funktioniert das totale Rauchverbot so gut, dann lügen sie! Ich verweise auf eine repräsentative Studie des Münchner Instituts für Marktforschung (MIFM), die beweist, dass das bayerische Rauchverbot Existenzen vernichtet hat und weiter vernichtet. Viele Wirte können sich nur so retten, dass sie abends die Türe zu machen und rauchen lassen.

    Ja, es gibt Lokale, in denen das Rauchverbot funktioniert. Ist doch in Ordnung! Ich frage mich nur, warum diese Lokale nicht vor den menschenverachtenden Rauchverboten schon Nichtraucherlokale waren. Und wenn angeblich so viele in die Verbotsgastronomie gehen wollen, warum gibt es dann nicht mehr dieser Lokale? Denkt nach, informiert euch und wehrt euch.

  • #62
    Bayer

    Selbstverständlich ist die Grünen-Partei ein apolitischer Spießer-Verein: sie sorgt dafür, dass ein Bevölkerungsteil den anderen mit Verboten belegt. Das ist ihre Art von “Politik”. Ihre Stärke sind die weichen Themen, die tief ins Private reichen. Harte Politik (z.B. Haushaltspolitik, Schuldenkrise, oder wie war das damals mit dem Krieg auf dem Balkan?) liegt den Grünen nicht. Auf dieser Ebene gibt es zu viel Widerstände. Da ist kein politischer Erfolg zu holen.

    @ Werner Niedermeier: Danke für Ihren Kommentar! Ja, die WHO ist korrupt bis ins kranke Mark. Beispiel: von einem Tag auf den anderen wurden die Diabetes-Grenzwerte massiv gesenkt. Das heißt: auf einen Schlag Millionen Kranke mehr auf der Welt. Ganz im Sinne der Pharma-Firmen, die Ihre Umsätze weiter erhöhen wollten und die Finger mit im Spiel hatten.

    Und klar ist auch: das absolute Rauchverbot in Bayern funktioniert absolut nicht, weil ein prohibitiver Staat nicht funktionieren KANN (auch nicht, wenn es sich um eine Demokratie handelt). Irgendwann wird es einen “Bayerischen Frühling” geben. Die hasserfüllten Antiraucher werden dann angesichts einer toleranten, vernünftigen, “erwachsenen” Bevölkerungsmehrheit wieder in der Versenkung verschwinden.

    Grüße aus München.

  • #63
    Angie

    Danke @Arnold Voss für die Zustimmung.
    Danke @Werner 😉 für die umfassende Aufklärung mit fundiertem Wissen und
    Danke @Bayer für die Einschätzung

    Ich bin zwar auch davon überzeugt, dass Prohibition auf Dauer nicht funktionieren kann und nicht funktionieren wird, befürchte aber, dass das, was die “Menschheitsverbesserer”, allen voran die WHO “dem Volk” in mühevoller Salamitaktik, wider besseren Wissens untergejubelt haben, sich nicht so schnell wieder aus den Köpfen, der einer Gesundheitsreligion treu und blind Ergebenen, vertreiben lassen wird. Ich würde mich freuen, wenn ich mit dieser Einschätzung Unrecht behielte.

  • #64
    Exraucherin

    Die Politiker gehen mir auf die Nerven. Haben die Grünen nichts sonst zu tun. Das ist doch nicht demokratisch diese rigide Reglementierung der Lebensweise.
    Politiker muss man klar Grenzen zeigen. Wer weiss auf was für Ideen sie noch kommen. Ich kann den KRitikern nur zustimmen.

  • #65
  • Pingback: EHEC-BAkterium 0104:H4 | Manfred Hoffer Lifecoaching

  • #67
    Thomas

    Hier eine Email von Barbara Steffens Sekretariat:

    Sehr geehrter Herr XXXXXXXX aus Berlin, vielen Dank für Ihre Zuschrift an Frau Steffens, die Gesundheitsministerin in NRW und schon lange damit befasst ist, ein konsequentes Nichtraucherschutzgesetz für NRW durchzusetzen. Es wird in diesem Jahr auf den Weg gebracht, wie Sie beigefügtem Link entnehmen können: http://www.mgepa.nrw.de/ministerium/presse/pressemitteilungsarchiv/pm2011/pm20111220a/index.php , vielleicht zur Ergänzung der Antwort zur Tabakindustrie weiter unten.

    Zur Problematik der so genannten “E-Zigarette” hat uns eine Vielzahl von Zuschriften erreicht. Offensichtlich haben die Äußerungen von Ministerin Barbara Steffens zu den gesundheitlichen Risiken der E-Zigarette Fragen aufgeworfen, die wir im Folgenden beantworten.

    Warum warnt Ministerin Barbara Steffens vor der E-Zigarette?
    Die E-Zigarette wird häufig als “gesunde” Alternative zum Tabakkonsum beworben. Dies ist durch nichts belegt. Richtig ist, dass kaum etwas über die Inhaltsstoffe der Liquids bekannt ist. Angesichts noch ungeklärter gesundheitlicher Risiken warnt die NRW-Gesundheitsministerin vor dem Konsum von E-Zigaretten. Denn klar ist, Nikotin ist eine pharmakologisch wirksame Substanz. Beim Inhalieren von Nikotin – unabhängig, ob Rauch oder Dampf inhaliert wird – nimmt der Körper erhebliche Nikotinmengen auf.

    Ist das Inhalieren nikotinfreier Liquids unbedenklich?
    Wir können im Moment auch nicht davon ausgehen, dass das Inhalieren nikotinfreier Stoffe gesundheitlich unbedenklich ist. Der über E-Zigaretten eingeatmete Dampf besteht bis zu 90 Prozent aus Propylenglykol, das kurzfristig akute Atemwegsreizungen auslösen kann. Bislang völlig unbekannt sind die gesundheitlichen Auswirkungen bei dauerhafter und wiederholter Inhalation von Propylenglykol. Neben bekannten Substanzen wie Ethanol, Glyzerin und Aromastoffen hat die amerikanische Kontrollbehörde Food and Drug Administration (FDA) in einigen Kartuschen giftige Substanzen wie Krebs erregende Nitrosamine nachweisen können.

    Ist die E-Zigarette nicht ein guter Weg, um sich das Rauchen abzugewöhnen?
    Es mag sein, dass die E-Zigarette dazu genutzt wird, den Konsum von Tabak-Zigaretten zu reduzieren. Für einen auf Dauer erfolgreichen Rauchstopp ist aber eine Verhaltensänderung nötig, die mit dem Konsum von E-Zigaretten nicht erreicht wird.

    Gilt ab sofort ein Verbot für die E-Zigarette?
    Das Dampfen auch von nikotinhaltigen Liquids ist nicht verboten. Verboten sind der Handel und die Abgabe von nicht zugelassenen nikotinhaltigen Liquids an Verbraucherinnen und Verbraucher. Nikotinhaltige Liquids fallen nach Auffassung des Landesgesundheitsministeriums unter das Bundesarzneimittelgesetz und sind deshalb zulassungspflichtig. Eine Zulassung existiert aber nicht.

    Warum fallen nikotinhaltige Liquids unter das Arzneimittelgesetz?
    Da durch das Inhalieren des Nikotins die physiologischen Funktionen im menschlichen Körper in nennenswerter Weise beeinflusst werden können, sind die nikotinhaltigen Liquids so genannte Funktionsarzneimittel.

    Warum werden die nikotinhaltigen Liquids als Arzneimittel eingestuft und herkömmliche Tabak-Zigaretten nicht?
    Tabak unterliegt nicht den arzneimittelrechtlichen Regelungen, da Tabakerzeugnisse vom Arzneimittelbegriff gesetzlich ausgeschlossen sind. Da nikotinhaltige Liquids keine Tabakerzeugnisse sind, können sie als Arzneimittel eingestuft werden. Bei Tabakprodukten ist zudem bekannt, dass sie die Gesundheit schädigen. Daher befinden sich auf jeder Verpackung von Tabakprodukten deutlich sichtbare Warnhinweise.

    Wer ist dafür zuständig, den Verkauf illegaler Liquids und illegaler E-Zigaretten zu untersagen?
    Zuständig sind die Aufsichten der Bezirksregierungen, Kreise und kreisfreien Städte. Durch einen entsprechenden Erlass des NRW-Gesundheitsministeriums haben sie die Information über die geltenden Rechtgrundlagen erhalten, um die Menschen vor Ort entsprechend aufzuklären, den Verkauf zu untersagen und Verstöße mit Sanktionen zu ahnden. Wer nicht-zugelassene Arzneimittel in den Verkehr bringt, kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft werden. Über die Kontrollen vor Ort entscheiden die zuständigen Behörden in eigener Verantwortung.

    Warnt Ministerin Steffens vor der E-Zigarette, weil dem Land bei einem sinkenden Konsum von Tabak-Zigaretten Einnahmen aus der Tabaksteuer verloren gehen? Wird etwa Rücksicht genommen auf die Interessen der Tabakindustrie?
    Hier einen Zusammenhang zu vermuten, ist abwegig. Ministerin Steffens warnt selbstverständlich auch vor den Risiken des Tabakkonsums. Darüber hinaus hat die Landesregierung soeben einen Gesetzentwurf zur Verbesserung des Nichtraucherschutzes beschlossen. Die Tabaksteuer ist im Übrigen eine Bundessteuer, die allein dem Bund zugutekommt.

    Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf unserer Website unter http://www.mgepa.nrw.de/ministerium/presse/pressemitteilungsarchiv/pm2011/pm2011216b/index.php und http://www.mgepa.nrw.de/startseitenmeldungen/meldung20121220a/index.php.

    Mit freundlichen Grüßen
    im Auftrag

    Edeltraud Busalt-Schröder
    Mitarbeiterin Büro Steffens
    Grüne Fraktion im Landtag NRW
    Platz des Landtags 1
    40221 Düsseldorf
    Tel. 0211 884 2868
    Fax 0211 884 3502
    Email: edeltraud.busalt-schroeder@landtag.nrw.de
    homepage: http://www.barbara-steffens.de

  • #68
    Neumann

    Es scheint doch in unserem Deutschland wirklich keine Probleme zu geben. Da werden Leute für viel Geld beschäftigt und ihr grösstes Problem ist, ob in der Öffentlichkeit geraucht werden darf oder nicht.
    Sind nicht gerade das unsere Politiker, die jeden kleinen Weg mit ihrem Auto fahren anstatt sich vielleicht mal etwas sportlich zu betätigen.
    Wie wäre es, wenn wir jeden noch besteuern, der Übergewicht hat? Gerade durch
    Übergewicht entstehen so viele Krankheiten, die uns auch alle viel Geld kosten.
    Ganz zu schweigen von den vielen Krankenscheinen lol.
    Wie wäre es mit einer Zwangsdiät? Ops, geht ja nicht, da wäre unser Bundestag ja fast nicht mehr besetzt.
    Wo leben unsere Politiker, die die Augen vor den wirklichen Problemen verschliessen und sich mit dummen Arbeiten beschäftigen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.