7

NRW-Schulministerium empfiehlt Mobiltelefone im Unterricht

Im monatlich erscheinenden Amtblatt des NRW-Schulministeriums empfiehlt die Postille den Lehrern in NRW das Mobiltelefon als Unterrichtshilfe. So heißt es im Amtsblatt beispielsweise, das Heft zeige "...Informationen, Tipps und praxisgerechte Methoden zum Einsatz von Handys im Unterricht auf." Laut Ministerium beträgt die Schutzgebühr des Leitfadens, der sich "taschenfunk" nennt, 3 Euro. Für den Betrag darf man ihn bei info@medienundbildung.com bestellen.

Allerdings reicht auch ein Internetzugang, der PDFs laden kann, liebes Ministerium. Nebenan ein Bildchen aus der vom Schulministerium beworbenen Publikation, die Schülern erklärt, wie man mit dem Handy (das übrigens korrekt Mobiltelefon heißt, liebe Lehrerfortbilder) Lernkarten erstellt und schon, Zitat: "kannst (du) überall Musik hören und gleichzeitig lernen". Dass das nun pädagogisch eher nicht sinnvoll ist, könnte selbst Frau Sommer als oberste Dienstherrin der Lehrer in NRW wissen.

Es geht aber noch weiter: Beispielsweise bedeutet die Abkürzung "VJ" heutzutage Videojournalist, erklärt der beworbene "taschenfunk" den klingeltongenervten Lehrkräften in NRW. Und ich dachte immer, mit VJ würden die Menschen bezeichnet, die im  Musikfernsehen die Clips wechseln. Ist aber wohl auch falsch.

Und weil man im Heftchen "taschenfunk" das Glossar mit den vielen verschiedenen technischen Begriffen dann gar nicht voll bekommen hat, bekommt die Publikation selbst dann noch eine eigene Erklärung. Unter taschenfunk finden wir: "Medienpädagogisches Projekt, das die vielfältigen kreativen Möglichkeiten moderner Handys für die Schule fruchtbar machen will. Das Projekt wurde 2008 von medien+bildung.com gestartet."

Ich meine: taschenfunk@schule.nrw.de: Epic Fail. Möchte mal wissen, wer neben SAP das Ding noch bezahlt hat. Und welcher Pädagoge aus dem Schulministerium das Teil aus welchen (pädagogischen?) Gründen ins offizielle Amtsblatt des Schulministeriums gehoben hat. Zu diesen Fragen jetzt wieder mobil zu erreichen, Elmar

Im monatlich erscheinenden Amtblatt des NRW-Schulministeriums empfiehlt die Postille den Lehrern in NRW das Mobiltelefon als Unterrichtshilfe. So heißt es im Amtsblatt beispielsweise, das Heft zeige "…Informationen, Tipps und praxisgerechte Methoden zum Einsatz von Handys im Unterricht auf." Laut Ministerium beträgt die Schutzgebühr des Leitfadens, der sich "taschenfunk" nennt, 3 Euro. Für den Betrag darf man ihn bei info@medienundbildung.com bestellen.

Allerdings reicht auch ein Internetzugang, der PDFs laden kann, liebes Ministerium. Nebenan ein Bildchen aus der vom Schulministerium beworbenen Publikation, die Schülern erklärt, wie man mit dem Handy (das übrigens korrekt Mobiltelefon heißt, liebe Lehrerfortbilder) Lernkarten erstellt und schon, Zitat: "kannst (du) überall Musik hören und gleichzeitig lernen". Dass das nun pädagogisch eher nicht sinnvoll ist, könnte selbst Frau Sommer als oberste Dienstherrin der Lehrer in NRW wissen.

Es geht aber noch weiter: Beispielsweise bedeutet die Abkürzung "VJ" heutzutage Videojournalist, erklärt der beworbene "taschenfunk" den klingeltongenervten Lehrkräften in NRW. Und ich dachte immer, mit VJ würden die Menschen bezeichnet, die im  Musikfernsehen die Clips wechseln. Ist aber wohl auch falsch.

Und weil man im Heftchen "taschenfunk" das Glossar mit den vielen verschiedenen technischen Begriffen dann gar nicht voll bekommen hat, bekommt die Publikation selbst dann noch eine eigene Erklärung. Unter taschenfunk finden wir: "Medienpädagogisches Projekt, das die vielfältigen kreativen Möglichkeiten moderner Handys für die Schule fruchtbar machen will. Das Projekt wurde 2008 von medien+bildung.com gestartet."

Ich meine: taschenfunk@schule.nrw.de: Epic Fail. Möchte mal wissen, wer neben SAP das Ding noch bezahlt hat. Und welcher Pädagoge aus dem Schulministerium das Teil aus welchen (pädagogischen?) Gründen ins offizielle Amtsblatt des Schulministeriums gehoben hat. Zu diesen Fragen jetzt wieder mobil zu erreichen, Elmar

RuhrBarone-Logo

7 Kommentare zu “NRW-Schulministerium empfiehlt Mobiltelefone im Unterricht

  • #1
    JK

    Also ich weiss echt nicht was du hast, ich bin einer von den schülern gewessen die damals mit den handys groß geworden sind, und ich hätte mir gewünscht das meine Lehrer mal auf solche Ideen gekommen wären, aber die haben sich nur sturgestellt und gesagt man brauch kein Handy brauch man nicht brauch man nicht – verboten.
    Ich habe die PDF nicht ganz gelesen, aber die Tipps die dadrin stehen bringen den kinder bei mit den Geräten richtig umzugehen, und ich wäre froh wenn man das lernen würde. Ich und meine freunde, mussten uns sowas selbst beibringen, genau wie mit dem Computer umzugehen. Ich meine nicht office öffnen, sondern das system ansich zu verstehen und wissen was man macht wenn ein ein Windoof XP ding abschmiert, wie man sowas wieder zum laufen bekommt, mein kleiner cousin der ist 12 oder 13 und ruft mich jedes mal an wenn seine internet verbindung nicht mehr geht. Sowas muss man doch lernen.

    Ich weiss noch wie ich früher in der Klasse saß und wir mit gecrackten Programmen und mods und hacks gegeneinander Red faction(ego shooter) gespielt haben über Bluetooth, auf unseren handys. Da mussten wir wissen wie wir alles hacken und cracken, und deswegen kenne ich mich heute mit mobilen geräten gut aus.

    Sowas muss man heut zu tage schon wissen, und die ansetzte in der PDF/Zeitschrift sind gut, sie zeigen auf das man auf seinen handys Programme Installieren kann, GPS daten nutzen kann, Spielen kann, sich dinge notieren kann, seine Tages Organisation organisieren, und genau sowas fehlt in den Schulen, man hat uns nie beigebracht wie man sich ein tag einteilen kann oder ein kalender benutzt.

    Deswegen kann ich dein einwand nicht verstehen, vllt liegt es aber auch dadran das du aus einer Jugend komms wo es das noch nicht gab.

    P.S konnte nicht sehen welcher handy hersteller die Zeitschrift Sponsort, weil da alle Hersteller vertreten sind.

  • #2
    Nobby

    © Elmar Kok

    In zusammen mit ?Ich meine: taschenfunk@schule.nrw.de: EPIC FAIL? verstehe ich das ganze nicht.

    Failure (Redirected from EPIC FAIL), so viel wie Betriebsstörung, oder auch umgangssprachlich Panne. Eine Betriebsstörung ist eine durch äußere Einwirkung eingetretenende Unterbrechung des regelmäßigen Betriebsablaufes.

    In dem Satz macht das ganze aber keinen Sinn.

  • #3
    Hannes

    @Elmar:
    Es ist gut, dass du die Geister gerufen hast.
    Klar sollte LehrerIn sich überlegen, das Mobiltelephon im Unterricht einzusetzen. Ich habe mir das PDF-File gespeichert und kurz überflogen. Ideen enthält es eine ganze Menge.
    Ludger Humbert vom Studienseminar in Hamm, ein origineller Kopf in der Informatikausbildung, beschäftigt sich schon lange mit “Handy-Unterrichtsreihen”. Als Startadresse guckst Du mal hier: https://haspe.homeip.net/cgi-bin/pyblosxom.cgi/tags/MobileSysteme
    oder auch hier als Übersicht: http://humbert.in.hagen.de/
    Viel Spaß beim Stöbern!

  • #4
    Meriem

    Elmar, wo kann ich das Ganze nachlesen? Sprich wo finde ich die Empfehlung im Amtblatt – kann ich es runterladen? Konnte es bisher nicht finden…
    Meriem

  • #5
    Elmar

    @all die mich hier so vorwurfsvoll ankommentieren…:

    Welche Lernziele sollen mit einem Mobiltelefon erreicht werden, die sonst in der Schule nicht anderweitig erreicht werden können?

    Wie werden seitens der Schule/des Lehrers die sozialen Unterschiede, die sich in dieser Altersklasse besonders am Besitz technisch hochwertiger oder eben technisch minderwertiger Geräte manifestieren, ausgeglichen (Wie taschenfunk so schön schreibt: “Die meisten Schulen verfügen noch nicht über ein Handy-Klassen- set, sodass Sie in Ihrer Arbeit auf die Privat- geräte der Schüler/-innen zurückgreifen müssen.” Nasowas.)?

    Diese Fragen bilden das Problem ab: Welche Lernziele habe ich, die ich nur mit den technischen Geräten der Schüler erreichen kann? Das, was hier gemacht wird ist folgendes: Ohne Not Unterricht um ein Jugendlichen-Gadget herumzubauen.

    Ich habe übrigens nichts dagegen, dass neue technische Möglichkeiten im Rahmen der Schule ausgereizt werden.

    Dazu könnte beispielsweise eine AG Geocaching gehören.

    @JK: Du weißt schon, was der Unterschied zwischen cracken, hacken und modden ist? Oder war das damals gerade nicht dran?

    @Meriem:
    Amtsblatt:

    http://www.schulministerium.nrw.de/BP/Publikationen/Schule_NRW/index.html

    Wenn Du alles lesen willst, brauchst Du das komplette Heft, musst es also bestellen. Falls Du den taschenfunk willst, hättest Du mal auf einen der ersten links klicken können…

    @Hannes: Finde ich gut, was Du da schreibst, da gehört es nämlich hin: In den Informatikunterricht oder eben in die AGs.

    Grüße, Elmar

  • Pingback: zoom » Umleitung: Wolfgang Abendroth, Wahlen, Mobiltelefone im Unterricht, Jazz und Feiern in Olsberg. «

  • #7
    lemim

    Das mit dem VJ ist richtig. Die Abkürzung gibt es in beiden Bereichen – Journalismus und Videokunst.

    (Ansonsten gebe ich dir aber absolut Recht und das als junger und vor allem technikbegeisterter Referendar!)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.