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NRW Umfrage: Da wären es nur noch drei Parteien im Landtag…

Ja, ich weiß. “Es ist nur eine Forsa-Umfrage” werden jetzt viele sagen. Aber sie deckt sich schon mit den gefühlten Zahlen. Drei Parteien im Landtag. FDP und Linkspartei draussen.  Wäre das wirklich überraschend?

Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hat heute eine neue Umfrage zu NRW veröffentlicht. Wenn am kommenden Sonntag Landtagswahlen wären, lägen SPD (33 Prozent) und CDU (32 Prozent) nahezu gleichauf. Bei der Landtagswahl im vergangen Jahr lagen sie noch dichter zusammen. Damals hatte die CDU 34,6 und die SPD 34,5 Prozent. Großer Gewinner wären im Moment die Grünen: 21 Prozent – gegenüber 12,7 Prozent 2009 fast verdoppelt.

“Sag zum Abschied leise Servus” mag man indes angesichts der Forsa Umfrage FDP und Linkspartei zurufen. Die Liberalen bekämen nur noch 3 Prozent (2010:  6,7), die Linkspartei immerhin noch 4 Prozent (2010: 5,6)

Für sie SPD eigentlich eine gute Gelegenheit, gemeinsam mit den Grünen Neuwahlen anzustreben. Sicher, die SPD würde Ministerposten an die Grünen verlieren, hätte aber die historische Chance, die Linkspartei entscheidend zu schwächen, vielleicht sogar bundesweit unter 5 Prozent zu drücken. Und auch die FDP könnte durch verlorene Neuwahlen in ihrer Existenz gefährdet werden. Solche Chancen hat eine Partei nicht oft…

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10 Kommentare zu “NRW Umfrage: Da wären es nur noch drei Parteien im Landtag…

  • #1
    blindschleicher

    ach, was…

    hat die spd jemals eine historische chance wahrgenommen?
    hab ich da was verpasst?

    hm…

  • #2
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @blindschleicher: November 1918 – Scheidemann ruft die Republik aus 🙂

  • #3
    teekay

    Naja, es ist ja nur eine Forsa-Umfrage ;)…wenn man mal die statistische error margin hinzunimmt wuerde ich das fast schon anders sehen, gerade bei der FDP: Da kann kommen was will, am Ende bekommt die FDP um die 5%…FDP-Waehler sind nibelungetreu und immun gegen politische und soziale Realitaeten.

  • #4
    Heinz Ketschup Schleuser

    @blindschleicher und Stefan

    1933 – SPD stimmt als einzige Reichstagsfraktion gegen Hitlers Ermächtigungsgesetze (KPDler waren schon verhaftet oder auf der Flucht)

    1969 – Abschaffung der Zuchthäuser in Deutschland

    1970 – Brandts Kniefall in Warschau

    2002/03 – Schröder verweigert deutsche Beteiligung am Irakkrieg

  • #5
    Steff

    @Teekay

    “Da kann kommen was will, am Ende bekommt die FDP um die 5%…FDP-Waehler sind nibelungetreu und immun gegen politische und soziale Realitaeten.”

    Da würde mich jetzt mal wirklich interessieren, worin Sie hierbei die Unterschiede der FDP zu den anderen Parteien sehen und warum Sie hier ein Alleinstellungsmerkmal der FDP konstatieren.

  • #6
  • #7
    Atoz

    Ich verstehe diese Häme über die FDP überall im Netz nicht. Schließlich ist das die einzige in den Parlamenten vertretene Partei (die Piraten sind da ja leider nicht), die sich aktiv gegen den Überwachungsstaat und für Bürgerrechte stellt. Vorratsdatenspeicherung, Internetzensur, usw. usf.

    Die CDU/CSU und SPD sind natürlich für mehr Überwachung und Kontrolle und Zensur.

    Und die Grünen sind da auch eher unberechenbar, haben in NRW und BaWü da zuletzt schon ziemlich versagt (VDS-Forderungen der Innenminister, JMStV).

  • #8
    teekay

    @ Steff: Sie haben recht, dass ich das missverstaendlich formuliert habe. Ich wollte damit eigentlich auch eher zum Ausdruck bringen, fuer wie unsinnig ich diese Kaffeesatzleserei mit Umfragen finde. Es waehlen ja doch am Ende 65-70% CDU und SPD, 15-20% Gruen und 10% Linke und FDP – plus minus. Da immer gleich vom ‘Ende der FDP’ oder vom ‘Untergang der SPD’ zu schreiben halte ich fuer verfrueht. Jede Partei hat einen bemerkenswert hohen Anteil an Stammwaehlern-mal abgesehen davon, was es am Ende wirklich bedeuten wuerde wenn die Gruenen tatsaechlich vor der SPD liegen sollten.

  • #9
    Anna

    @ATOZ

    Vergessen: Dr. Ingo Wolf bzw Mr. Onlinedurchsuchung

    Der Bürgerrechtsteil in der FDP ist eher marginal, insbesondere in NRW. Aber auch in Baden-Württenberg war die FDP durch den Justiziminister an der Aushebelung des Versammlungsrechts beteiligt und in Sachsen (Handygate) gibt es auch einen FDP-Justizminister.
    Einzig die Bundesjustizministerin versucht sich für Bürgerrechte einzusetzen, bekommt dann aber nur Unterstützung von der Partei, falls es irgendwie Wählerstimmen bringt. Der große Lauschangriff wurde von damals von der FDP eingebracht um Frau Leutheuser-Schnarrenberger rauszumobben.

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