NRW: Verbraucherzentrale gegen kürzere Ladenöffnungszeiten an Werktagen

Rot-Grün will die Ladenöffnungszeiten in NRW kürzen. Nicht nur CDU und FDP sind dagegen. Auch die Verbraucherzentrale ist gegen eine Änderung der Ladenöffnungszeiten – zumindest an Werktagen.

   Die Verbraucherzentrale wendet sich in einer Pressemitteilung gegen die Pläne der rot-grünen Landesregierung, die Ladenöffungszeiten wieder zu  beschränken:

Die Lebenswelt der Verbraucher hat sich verändert: Traditionelle Familienstrukturen sind aufgebrochen, häufig sind beide Elternteile berufstätig und eine Vielzahl an Verbrauchern lebt in Ein-Personen-Haushalten. Die Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten – seitdem sind viele Geschäfte vor allem in Großstädten bis 22.00 Uhr oder sogar 24.00 Uhr geöffnet – stellt nach Ansicht der Verbraucherzentrale eine kundenfreundliche Anpassung an diese Veränderungen dar und sollte nicht eingeschränkt werden.

Denn erweiterte Ladenöffnungszeiten geben sowohl Kunden als auch dem Einzelhandel die Möglichkeit, gesellschaftlichen Bedingungen flexibel zu begegnen. So können etwa Berufstätige sich und ihren Haushalt problemloser mit allem Nötigen versorgen. Einzelhändlern ist es zudem möglich, kundenorientiert auf die 24-Stunden-Konkurrenz im Internet, an Tankstellen und Bahnhöfen zu reagieren. Ihre Kunden wären sonst gezwungen, auf solche „Lückenanbieter“ auszuweichen – zu oftmals schlechteren Bedingungen im Hinblick auf Preise, Hygiene oder Sortiment.

Geht es jedoch um die Sonntage ist auch die Verbraucherzentrale für eine Überarbeitung des von CDU und FDP beschlossenen Gesetzes:

Für Sonntagsöffnungen hingegen sind die bestehenden Vorschriften zu ungenau – hier braucht es vor allem klare und präzise Vorgaben. Die bisherige Regelung, die Läden maximal pro Jahr an vier arbeitsfreien Tagen zu öffnen, wird von einigen Kommunen dazu genutzt, dass an fast jedem Sonntag in einem Stadtteil Läden geöffnet sind. Eine mögliche Antwort wäre, die maximale Zahl an Sonntagsöffnungstagen pro Kommune auf eine bestimmte Anzahl zu begrenzen.

Die Grünen NRW wollen in den nächsten Wochen im Internet über mögliche Neuregelungen bei den Ladenöffnungszeiten diskutieren und abstimmen lassen.

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10 Kommentare

  1. #1 | Robin Patzwaldt sagt am 23. Januar 2012 um 10:08 Uhr

    Warum überlässt man dass nicht einfach komplett den Ladenbetreibern? Ich kenne es so aus Übersee und empfinde das dort als sehr angenehm. Da wo es sich lohnt sind die Läden offen. Wer seinen Laden lieber geschlossen lässt hat ja dann auch dazu die Möglichkeit. Das regelt sich von selber. Ich sehe da keine Notwendigkeit für eine Einschränkung durch Gesetze. Und auch als Verkäufer (Angestellter) kann ich mir dann ja aussuchen ob ich in diesem Laden, mit diesen Öffnungszeiten, arbeiten möchte, oder lieber in einem nicht bzw. lieber in einem Anderen… Eigentlich ganz einfach. 🙂

  2. #2 | Berlingonaut sagt am 23. Januar 2012 um 10:32 Uhr

    Das habe ich früher auch so gesehen. Mittlerweile weiß ich aber, dass bei vergleichbarem Sortiment der Einzelhändler verliert, der früher schließt als die anderen. Das mit der freien Entscheidung der Betreiber über die Ladenöffnungszeiten funktioniert nur dann, wenn keine Konkurenz existiert.

    Das Dumme dabei ist: Wären sich alle Ladenbesitzer einig und würden früher schließen, ginge ihnen kein Cent Umsatz verloren, allerdings hätten sie geringere Kosten.

    Ich musste noch nie nach 22:00 Uhr einkaufen und selbst nach 20:00 Uhr war es nur selten und dann auch nicht unbedingt notwendig.

  3. #3 | Stefan Laurin sagt am 23. Januar 2012 um 10:36 Uhr

    @Berlingonaut: Alles kein Grund für eine gesetzliche Regelung. Hier in Bochum schließen die Geschäfte nach Lage unterschiedlich. In Mitte gibt es einen REWE der bis 24.00 Uhr auf hat, die meisten Supermärkte machen um 20.00 Uhr zu, einige wenige haben bis 22.00 Uhr geöffnet. Der Markt regelt das eigentlich sehr gut.

  4. #4 | Bochumer sagt am 23. Januar 2012 um 13:12 Uhr

    Das die Angestellten eine freie Wahl haben, ist ein frommer Wunsch, der wohl in den ideal gedachten Märkten in BWL-Seminaren existiert.
    Dennoch sind liberale Regelungen hier richtig. 22:00 reicht meiner Meinung nach aus.

  5. #5 | teekay sagt am 23. Januar 2012 um 14:57 Uhr

    Man koennte, ironisch gemeint, den Spiess ja auch umdrehen: Wenn man strenge Ladenoeffnungszeiten einfuehrt werden Menschen gezwungen ihre Bueros und sonstigen Arbeitsplaetze ‚um 17 Uhr‘ zu verlassen und koennen dann stressfrei am Abend Zeit mit der Familie, in Vereinen oder sogar Nichtraucher-Kneipen verbingen ;)! Kleiner ernster Hinweis am Rande: In Kanada hat der Wal-Mart 24h-Oeffnungszeiten eingefuehrt. Ich habe eine Kassierin gefragt und sie sagte mir, dass man nachts freiwillig arbeiten koenne fuer gut $1 mehr pro Stunde (Mindestlohn muesste so bei $8 Dollar liegen). Regelt halt der Markt in der Weise, dass eine Gruppe von schlecht bezahlten, oft schlecht ausgebildeten Menschen die Maschine am laufen haelt…

  6. #6 | Rheinländer sagt am 23. Januar 2012 um 18:46 Uhr

    Wenn die 24Uhr Regelung eine defacto LEX-REWE ist, werden sich
    die Westfalen in der Regierung gegen die Kölner REWE Freunde durchsetzen.

  7. #7 | zoom » Umleitung: Hombach weg, Freitag weg, Bandbreite weg, Sauerland weg, Bevölkerung weg und noch mehr weg. « sagt am 23. Januar 2012 um 23:03 Uhr

    […] NRW: Verbraucherzentrale gegen kürzere Ladenöffnungszeiten an Werktagen … ruhrbarone […]

  8. #8 | Zofe sagt am 23. Januar 2012 um 23:36 Uhr

    wenn ich doch nur bis 22h könnte, leider haben meine Dealer spätestens um 20h in E-Steele geschlossen..

  9. #9 | Pottblog sagt am 24. Januar 2012 um 07:24 Uhr

    Links anne Ruhr (24.01.2012)…

    Duisburg (Loveparade 2010): Briefwahl-Zwischenstände – Stadt gibt nichts heraus (DerWesten) – Dortmund: SPD-Fraktion darf Wahlwiederholungskläger nicht finanziell unterstützen (Ruhrbarone) – Herten: Noch keine hei……

  10. #10 | Freidenker sagt am 24. Januar 2012 um 17:10 Uhr

    #1 bringt es auf den Punkt. Die Ladenbesitzer entscheiden selbstständig über ihre Öffnngszeiten und der Markt regelt den Bedarf. Ende!

    Ich sehe – wie so oft – absolut keinen Handlungsbedarf unserer Volksbeglücker.

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