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„Nudelmesse“ der Kirche des Fliegenden Spaghetti-Monsters in Bochum

Gestern gab’s hohen Besuch in Bochum. Im sozialen Zentrum fand die „Erste heilige Nudelmesse“ der „Kirche des fliegenden Spaghetti-Monsters“ statt. Geleitet wurde die Messe von „Bruder Spaghettus“ und seiner Gehilfin „Elli Spirelli“. Eingeladen wurde die skurrile Truppe von der Initiative Religionsfrei im Revier. Bei der Messe wurde das fliegende Spaghetti-Monster (FSM) als Gott verehrt. Es gab Predigten, gemeinsame Gebete, die mit dem Bekenntnis „Ramen!“ endeten, ein Abendmal und vor allem: Ganz viel zu lachen. Selbst Journalisten der Zeitung „Neues Deutschland“ waren anwesend. Hier einige kleine Impressionen.

Ruhe vor dem Sturm: Bruder Spaghettus und Elli Spirelli im Plausch mit ihren Schäfchen, den „Pastafaris“. Spaghettus: „Wir sind viel bessser als andere Religionen. Bei uns gibt es eine Gott-Zurück-Garantie! Wenn sie mit unserem Spaghettimonster nicht mehr zufrieden sind, garantieren wir ihnen: Ihr alter Gott nimmt sie zurück!“

„Was bieten ihnen denn die anderen Religionen für Jenseitsvorstellungen? Bei den 72 Jungfrauen muss man sich ja nun die Frage stellen. Erstens: Wie alt sind die überhaupt? Die warten da ja schon eine ganze Weile.“

„Unser Himmel ist weit besser: wir haben eine Stripperfabrik und einen Biervulkan.“

 

 

 

 

 

Auch die „Nudelbeschneidung“ wurde kontrovers diskutiert. Zudem gab es nützliche Tipps für SM-Sex.

Auf mehreren Info-Tischen wurden Infos zur Konfessionslosigkeit und Aufklärung angeboten.

Vor allem das kirchliche Arbeitsrecht steht im Fokus der Kritik.

 

 

 

 

 

 

 

Dann wurde das „Monster Unser“ gebetet. Hinzu kam das Äquivalent uzu den zehn Geboten: Die acht „Am liebsten wäre mir’s“:

1.: Am liebsten wäre mir, wenn ihr euch nicht wie frömmlerische, selbstgerechte Esel benehmen könntet, sobald ihr Meine Nudelige Göttlichkeit beschreibt. Falls meine Leute nicht an mich glauben, ist das okay. Ehrlich. So eitel bin Ich nicht. Ausserdem: Um die geht es gar nicht, also bleibt beim Thema.

2.: Am liebsten wäre mir, wenn ihr Meine Existenz nicht benutzt zur Unterdrückung, Unterwerfung, Bestrafung, Entleibung und/oder um zu anderen gemein zu sein. Ich brauche keine Opfer, und Reinheit ist etwas für Bier und Trinkwasser, nicht für Menschen.

3.: Am liebsten wäre mir, wenn ihr die Leute nicht danach beurteilen würdet, wie sie aussehen oder wie sie sich anziehen oder wie sie reden. Seid einfach nett zueinander, okay? Ach, und kriegt es endlich in eure Dickschädel: Frau = Mensch. Mann = Mensch. Gehüpft wie gehoppelt. Das eine ist nicht besser als das andere. Es sei denn, es geht um Mode, denn die habe Ich exclusiv den Frauen sowie ein paar Männern überlassen, die den Unterschied zwischen Veilchenblau und Violett kennen.

4.: Am liebsten wäre mir, wenn ihr alles unterlassen würdet, das euch selbst oder eurem bereitwilligen, volljährigen und geistig gesunden Partner peinlich sein müsste. Wem das nicht passt, der kann mich mal – Ich glaube, die Formulierung lautet: am Arsch lecken. Wem das auch nicht passt, der sollte am besten die Glotze ausmachen und zur Abwechslung ein Stück spazieren gehen.

5.: Am liebsten wäre mir, wenn ihr euch die verklemmten, frauenfeindlichen Vorstellungen anderer nicht auf nüchternen Magen anhören würdet. Esst etwas, dann macht euch über die Idioten her.

6.: Am liebsten wäre mir, wenn ihr keine Multimillionen-Dollar-Kirchen/Tempel/Moscheen/Schreine für Meine Nudelige Göttlichkeit erbauen würdet. Das Geld kann man nun wirklich sinnvoller anlegen. Sucht euch etwas aus:

  • Armut beenden
  • Krankheiten heilen
  • In Frieden leben, mit Leidenschaft lieben und die Kabelkosten senken.

7.: Am liebsten wäre mir, wenn ihr nicht überall herumerzählen würdet, dass Ich zu euch spreche. So interessant seid ihr nicht. Bleibt auf dem Teppich. Habe Ich doch schon gesagt: Liebet euren Nächsten – muss Ich denn alles zweimal sagen?

8.: Am liebsten wäre mir, wenn ihr anderen nicht antätet, was sie auch euch nicht antun sollen, sofern ihr auf, äh, Sachen steht, für die reichlich Leder/Gleitmittel/Las Vegas nötig sind. Sollte euer Partner darauf stehen (entsprechend ALWM 4), lasst es krachen, macht Fotos, und um Himmels willen benutzt ein Kondom! Echt jetzt, es ist nur ein Stück Gummi. Wenn Ich nicht gewollt hätte, dass es sich gut anfühlt, wenn ihr es miteinander treibt, hätte ich Dornen oder so etwas eingebaut.

 Bruder Spaghettus und Elli Spirelli bei der Predigt

 

 

 

 

 

 

 

Zum Ende der Messe gabs das Abendmal

 

 

 

 

 

 

 

…und am Schluss: Nudeln für alle, und zwar umsonst!

 

Alles in allem war dies eine Veranstaltung, für die sämtliche Teilnehmer in Rußland mindestens 10 Jahre ins Gulag verschwinden würden. Schön, dass man hier offener ist. Ich bin übrigens seit gestern Pastafari. RAMEN!

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25 Kommentare zu “„Nudelmesse“ der Kirche des Fliegenden Spaghetti-Monsters in Bochum

  • #1
    Walter Stach

    Sollte Satirisches gesagt, gespielt, gezeigt werden?? Niveau -nicht definierbar!!

    Schon ‚mal darüber nachgedacht, daß solche Auftritte/Aktionen nach Form und Inhalt durch Christen als demütigend/beleidigend empfunden werden könnten?

    Demütigungen/Beleidigungen Anderer?
    Kategorien, die offensichtlich so Manchem völlig fremd sind, und Vieles erklären, was tagtäglich in unserem Miteinander schiefläuft.

  • #2
  • #3
    Stefan Laurin

    @AT: Die Weiterentwicklung der deutschen Sprache lag und liegt allen Autorinnen und Autoren dieses Blogs am Herzen 🙂

  • #4
    Martin Niewendick Beitragsautor

    @ AT, sie haben wahrscheinlich recht! Weil ihres witziger (und wahrscheinlicher) ist, änder ich das mal. schönes we!

  • #5
  • #6
    68er

    @ Walter Stach

    Es gibt, wenn ich mir die Debatten der letzten Zeit anschaue, zwei Bereiche in unserr Gesellschaft wo man fast alles bzw. alles darf.

    In der Kunst darf man fast alles, d.h. alles ausser sich allzusehr über Religionen lustig zu machen.

    In der Religion, bzw. wenn man daran glaubt, darf man alles, Geld raffen, Kinder beschneiden, Frauen minderwerten und gleichzeitig als Mann Kleider tragen.

    Da heißt also, wenn es nicht nur Satire ist sondern die Leute wirklich an fliegende Spaghettimonster glauben, was für mich ebenso rational ist wie der Glaube an Jesu Christi als Sohn Gottes und Teil einer Dreifaltigkeit, „dürfen die das“.

    In Berlin müssen Sie wohl demnächst vor so einer Veranstaltung gegenüber dem noch einzurichtenden Religionsamt schriftlich bestätigen, dass sie aus religiösen Motiven möglicherweise Gefühle von Mitgliedern anderer Religionsgemeinschaften verletzen. Aber das müssen Eltern, die ihre Söhne aus religiösen Gründen beschneiden wollen ja vielleicht demnächst auch.

  • #7
    crusius

    @1 „Ach, Herr Stach!“ (endlich kann ich das mal schreiben). Eine oberflächliche Lektüre des einschlägigen Wikipedia-Artikels hätte Sie erkennen lassen, daß die KdFSM es primär gar nicht darauf anlegt, die religiösen Gefühle staatskirchentreuer Mitteleuropäer zu erschüttern. Es geht eher um jene Halunken, die unzweifelhaft festgestellt haben wollen, daß Homo sapiens sapiens seinen Fuß direkt neben einem Dinosaurier ins Sediment senkte.

    Wie schon der Schwede wußte: svinhugg går igen“. So lange wir hierzulande von R. Junker und S. Scherer belehrt werden, daß Evolution am besten in einemkritischen Lehrbuch“ vermittelt wird, wird das hiesige Staatschristentum damit leben müssen, daß es mancher für die radikalen Brüder im Geiste mitverantwortlich macht. Die Linke hat die Kommunistische Plattform, die Piraten haben die Nuklearia und die Kirchen haben eben die Kreationisten. Folglich gibt es Stefan Laurin, die Antiatompiraten und eben die Kirche des fliegenden Spaghettimonsters. Jeder kriegt, was er verdient. 😉

  • #8
    Walter Stach

    -6- und -7-:
    Leider bieten beide Kommentare für mich keinen Anlaß, über meinen Beitrag -sh1- insgesamt kritisch nachzudenken, vor allem nicht über den Inhalt der beiden letzten Sätze.
    Demütigungen und Beleidigungensind für mich Kategorien, die, da sie mittlerweile zu den Selbstverständlichkeiten unseres Alltagsleben gehören,Anlaß bieten, jedenfalls für mich, über ihre Ursachen und Folgen für das Miteinander mehr denn je nachzudenken, und das völlig unabhängig von den Verursachern, deren Motive, deren Ziele.

    Anmerkungen:

    1Ich habe nicht festgestellt, daß im konkreten Falle Christen beleidigt/gedemütigt worden sind.Ich habe in einem Disk.-beitrag gefragt , ob………………..

    2.Ich habe nicht ‚mal andeutungsweise vorgetragen, daß ich mich als kath.Christ beleidigt oder gedemütig fühle, folglich auch nicht davon gesprochen, ob und wie Staat und Gesellschaft mich „in Schutz “ nehmen sollten;dem steht mein Selbstvertrauen entgegen;sh.dazu z.B. Schiller, W.Tell IIIm1:
    „Wer frisch umher spät mit gesunden Sinnen,
    auf Gott vertraut und die gelenke Kraft,
    der ringt sich leicht aus jeder Fahr und Not.“ (und braucht dazu nicht irgend einen Dritten, schon gar nicht den Staat.)

  • #9
    Gerd Herholz

    Lieber Walter Stach,
    was glauben Sie denn, wie oft irgendwelche Religionen meine nichtreligiösen Gefühle und vor allem meinen Verstand beleidigen. Und nehmen sie Rücksicht darauf? Nein.
    Und hat jetzt immer der den richtigen Aberglauben, der am besten vorgibt/vorspielt, man habe seine religiösen Gefühle beleidigt?
    Was ist das überhaupt für eine schwache Argumentation?
    Jeder wissenschaftliche Fortschritt droht(e) „religiöse Gefühle“ zu beleidigen und wurde von Kirchens/Religionen möglichst lange unterdrückt. Sollen wir deshalb aufhören zu forschen oder die Deutungshoheit über Moral oder Wissen dem Militär- und Ruhrbischof Overbeck überlassen.
    Jenem Bischof der jüngst erst wieder nebelkerzte (siehe domradio.de):
    „Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck hat sich gegen das Diakonenamt für Frauen ausgesprochen. Dafür machte er am Donnerstagabend in Mülheim inhaltliche und historische Gründe geltend. Es gebe in der katholischen Kirche eigentlich nur ein Amt in der dreifachen Ausprägung Diakon – Priester – Bischof.
    Bischof Franz-Josef Overbeck (…):
    ‚Wen man zu einem Amt zulässt, den muss man dann auch zu den anderen zulassen.‘ Dafür seien aber Frauen nicht vorgesehen, sagte der Bischof. Die Kirche sei daran gebunden, dass Jesus nur Männer zu Aposteln berufen habe.“

    Dafür seien Frauen aber nicht vorgesehen! Mein Gott! Da werden mal eben nebenbei die Gefühle der Hälfte der Menschheit beleidigt.

    Also: Gott ist unwahrscheinlich. Menschengemachte Vorstellungen von Göttern, sind der historische Versuch, sich die Welt zu erklären, wo es noch an Wissen fehlte.
    Und da, wo das Wissen aufhört, fängt nicht automatisch irgendein Gott an.

  • #10
    Markus Knappe

    Sehr geehrter Herr Stach,

    als einer der Teilnehmer der Nudelmesse, möchte ich dazu etwas sagen.
    Ich respektiere Menschen.
    Zunächst, ganz unvoreingenommen jeden Menschen.
    Ob ungewaschen, ohne Zähne, ob mit Bart, Irokesenschnitt oder auch ganz gepflegt im Anzug oder Talar..
    Ob Atheist, Christ, Muslim, Zeuge, schwarz, weiß..
    Nur Menschen verdienen Respekt.
    Weltanschauungen nicht.

    Sollten Sie anderer Meinung sein, bitte ich Sie, ein paar Minuten darüber nachzudenken, welche obskuren Weltanschauungen es dann zu respektieren gäbe.
    Stichworte: Homöopathie, Heilsteine, UFOs, Elfen etc. pp.
    Die Weltreligionen hier auszunehmen ist, objektiv betrachtet, willkürlich.

    Ich würde Ihnen auch empfehlen, einen kurzen Blick auf den Wikipedia Artikel zum FSM/Bobby Henderson zu werfen.

    Ich habe mir das Schauspiel allerdings auch lediglich aus der Distanz angesehen.
    Ich bin Discordianischer Papst und stehe daher naturgemäß über den Dingen… oder auch nicht.

  • #11
  • #12
    Bruder Spaghettus

    Ich bin sehr froh, wie offen hier über die Verletzung religiöser Gefühle gesprochen wird. Manche behaupten ja sogar, die wären nur Gefühle wie alle anderen auch und hätten gar keinen besonders schützenswerten Status.

    Dem kann ich mich in keiner Weise anschließen. Ich finde es im Gegenteil unerhört, mit welcher Selbstverständlichkeit besonders Christen und Muslime ununterbrochen die religiösen Gefühle von uns Pastafari verletzen.

    Das muss ein Ende haben und ich bin sicher, auch Herr Stach wird diese Ansicht akzeptieren.

  • #13
    Walter Stach

    -1o-Markus Knappe-:

    Sehr geehrter Herr Knappe!
    Zu Ihrer Aussag „Nur Menschen verdienen Respekt, keine Weltanschauungen“;ja so ist es, aber mit den Menschen, die wir u.a.unabhängig von ihren Weltanschauunen respektieren, ist mithin grundsätzlich auch deren Weltanschauung in den Respekt ihrer Person einbezogen, und zwar egal welche.

    Und deshalb, nur deshalb, habe ich das Problem von Beleidigungen, Demütigungen Anderer angesprochen Ein Problem, das m.E.anwächst und zugleich offenkundig zunehmend gar nicht mehr als solches gesehen wird.( Z.B. Respekt vor den Muslimen -ihre Weltanschauung/Religion einbezogen-könntete dazu beitragen, so manche Demütigung, so manche Beleidigung mit allen ihren Folgen für den einzelnen, für muslimische Gemeinschaften , u.a.auchin den von ihnen dominierte Staaten. zu verhindern.) Daß der Respekt jedes Anderen nicht gleichzusetzen ist mit dem Ausschluß von Kritik, ist selbstverständlich;Kritik per Satiere eingeschlossen.

    Ein Kabarettist -ich meine Dieter Hillebrand- hat ‚mal sinngemäß gesagt: “ Ich habe mich stest darum bemüht, nie Menschen zu beleidigen/zu demütigen aus Respekt,den jeder Mensch verdient.“ Ein solches Denken und Handeln könnte m.E.dem menschlichen Miteinander gut tun.

    (Der Bericht über die Nudellmesse war lediglich Anlaß für meine grundsätzlichen Überlegungen. Wenn dieser Anlaß dafür weniger geeigent erscheint, dann nehme ich das zur Kenntnnis.)

    9-Gerd Herholz-

    Manchem kriitischen Detail, lieber Gerd Herholz, stimme ich zu. Über das Grundsätzliche zu „Gott und die Welt“ wäre zu streiten!

  • #14
    Wolfram Obermanns

    „Schon ‘mal darüber nachgedacht, daß solche Auftritte/Aktionen nach Form und Inhalt durch Christen als demütigend/beleidigend empfunden werden könnten?“

    Selbst bei nochmaligem studieren des Berichts über das Ereignis kann ich mir das nicht ernsthaft vorstellen. Natürlich gibt es Leute die darauf warten beleidigt zu werden und die gibt es auch unter Christen. Aber davon ab, nein, nichts was da passiert ist, ist beleidigend für Christen.

    Ich hoffe ich habe damit nicht die Pastafari beleidigt. Wenn dem so sein sollte, bitte ich um Entschuldigung.

  • #15
    Helmut Junge

    @W.Stach, Sie heben quasi mahnend den Zeigefinger, weil Sie sich darüber Sorgen, dass evtl. religöse Gefühle Anderer berührt werden. Sie selber allerdings fühlen sich nicht beleidigt. Das nenne ich vorauseilende Anteilnahme, denn bisher haben sich gerade religöse Kräfte kräftig artikuliert, gerade wenn sie sich beleidigt fühlten. Es gibt m.W. unendliche viele religöse Tabus, die von anderen Religösen mißachtet werden. Essen Sie Schweinefleisch? Rindfleisch? Denken Sie an die Hindus. Blutübertragungen? Sexuelle Praktiken, die nicht der Zeugung dienen? Könnten Sie alle wichtigen Regeln einhalten? Kennen Sie überhaupt alle?
    Immerhin haben Sie es geschafft, daß ich seit gestern immer mal wieder über Ihren Kommentar nachgedacht habe.
    Dabei bin ich zur folgenden Auffassung gekommen.

    Eigentlich ist jede Religion ein Beleidigungsgrund für alle anderen Religionen.
    Dazu kommt noch, dass gerade die alleinseeligmachenden Religionen besonders sensibel auf andere alleinseeligmachenden Religionen reagieren.

    Diese Nudelreligion behauptet aber nicht einmal, dass sie so etwas Exclusives wäre.
    Sie macht sogar auch diejenigen seelig, die nicht an sie glauben.
    Ich sehe überhaupt keinen Grund, warum ausgerechnet Christen beleidigt sein sollen. Warum ausgerechnet die?
    Die haben doch fast gar nichts mit Pastafari gemeinsam.

  • #16
    Bruder Spaghettus

    „….aber mit den Menschen, die wir u.a.unabhängig von ihren Weltanschauunen respektieren, ist mithin grundsätzlich auch deren Weltanschauung in den Respekt ihrer Person einbezogen, und zwar egal welche.“

    Ich finde es sehr bedenklich, wie leichtfertig Sie, Herr Stach, argumentieren.
    Wer Sie bzw. Ihre Meinung ernst nehmen würde, müsste aufhörenextreme Weltanschauungen wie Nationalsozialismus, Stalinismus, Islamismus und noch so manch anderen -ismus zu kritisieren oder zu hinterfragen.

    Nicht was jemand denkt, verdient Respekt sondern ausschließlich die handelnden Person nach der Art ihres Handelns. Oder eben nicht.

  • #17
    Walter Stach

    -16-.“…müßte aufhören zu kritisieren oder zu hinterfragen…….“

    sh. dazu mein Beitrag -13-im 2. Absatz im letzten Satz!!

    -15-H.Junge – Bitte, noch einmal meinen Beitrag 13 im vorletzten Absatz lesen.

    Und zudem, was mich hier grundsätzlich umtreibt, was mich hier nachdenklich stimmt – mehr als „offenes,öffentliches Nachdenken“ ist das ja nicht-, darf ich zunächst auf meinen Beitrag 13 im drittletzten Absatz verweisen.

    Zusammengefaßt:
    Ich habe, fragend(!) aus aktuellem Anlaß, einen Gedanken formuliert, der sich zusammenfassend äußert in der Annahme,daß zunehmende Beleidigungen und Demütungen Anderer -resultierend aus mangelndem Respekt vor dem Anderen in seinem komplexen Menschsein-und eine wachsende Gleichgültigkeit der Gesellschaft gegenüber solchen „respektlosen“ Beleidigungen/Demütigungen (wesentlich?) dazu beitragen, daß in der Gesellschaft, konkret im alltäglichen Miteinander der Menschen, Vieles zunehmend „schiefläuft“.
    Das bereitet mir Unbehagen, auch, aber selbstverständlich nicht nur, wenn es z.B. um das Respektieren der Religion des Anderen geht, um seine religösen Handlungen/Rituale/Sitten und Gebräuche.

    Dieser Respekt schließt doch -sh.mein Beitrag -13- im 2.Absatz im letzten Satz kritische Reflexionen, streitige Diskussionen nicht aus -im Gegenteil-.

    Ich kritisiere oft Andere, aber stets in dem -nicht immer erfolgreichen- Bemühen,nie den Respekt gegenüber dem Anderen als Menschen zu verlieren. Folglich geht jede Kritik meinerseits einher mit dem selbstverständlichen Bemühen,Beleidigungen oder gar Demütigungen des Anderen auszuschließen, auch, besser wohl gerade dann, wenn mir das Denken/Handeln des Anderen, z.B. im Bereich des Religiösen, absolut fremd ist und rational und/oder emotional meinen Widerspruch herausfordert.

    Selbstverständliches? Da zweifle ich. Zunehmend. Mit Unbehagen.

    Und wenn die (Mit-)Kommentatoren den Anlaß für meine Anmerkungen -Nudelmesse,die Frage nach denkbaren Beleidigungen/Demütigungen von Menschen christlichen Glaubens- für verfehlt halten, dann nehme ich ich die darauf bezogen Kritik zur Kenntnis -selbstverständlich und mit Respekt, aber nicht ohne Widerspruch .

  • #18
    Helmut Junge

    Sehen Sie mal Herr Stach, ich denke, dass sowohl die Veranstalter, soweit sie hier beschrieben sind, bzw. hier kommentieren, der Autor und ausnahmslos alle Kommentierenden sehr wohl Ihre Rahmenbedingungen bzgl. des Respekts gegenüber religiösen Menschen aller mir vorstellbaren Religionen einhalten.
    Jedenfalls, wie ich Ihre Sätze verstehe, wo Sie sagen:
    „Folglich geht jede Kritik meinerseits einher mit dem selbstverständlichen Bemühen,Beleidigungen oder gar Demütigungen des Anderen auszuschließen, auch, besser wohl gerade dann, wenn mir das Denken/Handeln des Anderen, z.B. im Bereich des Religiösen, absolut fremd ist und rational und/oder emotional meinen Widerspruch herausfordert..“
    Ich denke, das machen alle hier genannten Personen. Möglicherweise formulieren Sie Sätze, die ich auch formulieren könnte, obwohl wir beide etwas vollkommen verschiedenes darunter verstehen?
    Wenn Sie Ihren Sätzen aber andere Inhalte geben als ich, haben wir ein großes Problem. Nicht wir beide miteinander, sondern generell, für alle geltend.
    Denn, wie sollen wir in Worte fassen, was jeder anders interpretiert?
    Warum soll dann aber Ihre Interpretation gelten, nicht meine?
    Ich vermute aber, dass Sie Abstriche an den Regeln unsereres Grundgesetzes benötigen, um Ihre Interpretationen durchsetzen zu können. Wenn das so ist, Herr Stach, müssen sie das konkretisieren.

  • #19
    Jones

    @W.Stach: Und was haben Ihre Überlegungen und Forderungen mit dem obigen Bericht und dem Pastafarismus zu tun?

  • #20
    Farfalla

    Ich kann mich den Worten des von mir hochgeschätzten Bruder Spaghettus nur anschließen:

    Seit mehr als Viertausend Jahren essen die Menschen Nudeln, das heißt seit über Viertausend Jahren folgt die Menschheit dem heiligen und tröstlichen Ruf des fliegenden Spaghettimonsters, und dann kommt, vor läppischen zweitausend Jahren jemand daher und versucht unsere heiligen Messen und Zeremonien ins Lächerliche zu ziehen und zu parodieren mit ihren goldenen Gewändern und dem ganzen Weihrauch, und tut nun auch noch so als hätten sie das alleinige Recht auf so etwas.

    Haben wir deshalb Kriege geführt? Nein!
    Haben wir es diesen Menschen vorgeworfen? Nein!
    Haben wir zur Gewalt deswegen aufgerufen? Nein!
    Haben wir heulend nach Hilfe gerufen damit man dies unterlässt? Nein!

    Denn wir, Pastafaris, sind stark genug und vom heiligen FSM persönlich gesegnet, so das all diese Beleidigungen und Verhohnepiepelungen an uns abperlen wie Wasser von Lotusblättern. Wir sind über jeden Zweifel erhaben, wir sind stark, im Geist und in Bolognese, bei Flaute und bei Sturm.
    RAmen.

  • #21
  • #22
    Gerd Herholz

    Wie sieht’s mit Reliquien aus?
    Habe da einen 3.500 Jahre alten Spaghetto aus der Nähe San Gimignanos erstanden. Sieht selbst konserviert echt übel aus. Es soll einst dem FSM selbst vom Teller gefallen sein. Kann man so etwas glauben? Sollte da was dran sein?
    Sind Wunderheilungen von häretischen Nudelfeinden bekannt?

  • #23
    Walter Stach

    LIeber Gerd Herholz, auf „Spöttisches“ ist nicht zu antworten, wenn ich mich an Goehte halte:

    „Man soll sich nicht mit Spöttern befassen.
    Wer will sich für ’nen Narren halten lassen?“
    -Goehte,Sprichwörtlich-

    (Möglicherweise habe ich diese Goethesche-Weisheit nicht beachtet, indem ich die „Nudelmesse/den Pastafarismus“ zum Anlaß genommen habe für einige für mich notwendige kritische Anmerkungen für Mißstände in unserer Gesellschaft, resultierend aus schlechtem Verhalten von Menschen gegenüber Menschen -sh.Respektlosigkeit vor der Würde eines Jeden mit Beleidigungen/Demütigungen des jeweils Anderenals Folge und mit Gleichgültigkeit der Gesellchaft alldem gegenüber oder sogar mit gesellschaftlicher Akzeptanz des Ganzen-.)

  • #24
    Christian Hansen

    @Walter Stach und Gleichgesinnte : Denken Sie schon oder glauben Sie noch?
    Ist es das wert für Sie eine Anzeige zu stellen wegen Verletzung religiöser Gefühle?

    see ya
    Christian, Bochum anne Ruhr

  • #25
    Walter Stach

    24-Christian Hansen-.
    Immerhin philosophiert nicht nur der Papst, sondern es philosophieren beispielsweise auch Habermas, Spaemann und andere über das „Miteinander“ von Glaube und Vernunft;so viel zu den Denkern/Nachdenkern in Sachen Glauben und (nicht versus)Vernunft. Aber………“das ist ein weites, hier nicht zu beackerndes Feld….“.

    2.
    Ich weiß nicht, warum Sie mich in Sachen Anzeige fragen-
    -Selbstbewußtsein,Selbstvertrauen,Gottvertrauen meinerseits stehen einer solchen Anzeige entgegen. Deshalb halte ich , z.B. im Gegensatz zu Spaemann, auch nichts davon, eine Verschärfung des sog.Blasphemieparagraphen im StGB zu fordern.-

    Das hält mich nicht davon, gelegentlich zu fragen, ob in einem konkreten Fall Beleidigungen/Demütigungen Anderer, z.B.weil sie an Gott glauben, weil sie über Jahrtausende -sh.Judentum-religiöse Rituale pflegen, als Beweis von Respektlosigkeit gegenüber anderen Menschen gelten könnten und zugleich nach dem Warum zu fragen sowie nach möglichen Auswirkungen auf das Miteinander.

    Und so -öffentlich- zu fragen, so -öffentlich- zu hinterfragen, z.B.bei den Ruhrbaronen, macht für mich Sinn, selbstverständlich auch dann und weiterhin, wenn Viele das für Unsinn halten.

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