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Protest gegen Nazi-Kader Michael Brück an der Ruhr Uni

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Zu Protesten gegen Michael Brück, den NRW-Vizechef der Nazi-Partei „Die Rechte“ kam es heute an der Ruhr Universität Bochum, wo Brück seit Oktober Jura studiert. Gut  20 Nazigegner protestierten gegen Brücks Anwesenheit während einer Jura-Einführungsveranstaltung in der Bochumer Innenstadt. Der Protest gegen Brück löste Tumulte aus, so die Nazi-Gegner in einer Pressemitteilung:

Ein antifaschistischer Redebeitrag wurde nach kurzer Zeit durch den handgreiflich werdenden Dozenten der Vorlesung unterbrochen. Michael Brück und einige seiner Kommilitonen standen auf wurden ebenfalls handgreiflich, wodurch es zu einem Tumult kam. „Mit diesem Verlauf der Ereignisse hatten wir nicht gerechnet.“ so die Antifaschistin Sarah Milsani. „Um die Situation nicht weiter zu eskalieren verließen wir dem Raum.

Parallel wurden auf dem Uni-Campus mehrere hundert Plakate geklebt und mehre tausend Flyer in Mensa und Cafeten sowie an der juristischen Fakultät verteilt.

Die Nazigegner hoffen, durch die heutige Aktion eine Diskussion über die Ausbildung von Neonazi-Kadern an Universitäten anzustoßen.

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123 Kommentare zu “Protest gegen Nazi-Kader Michael Brück an der Ruhr Uni

  • #1
    marc

    ein sehr sinnvoller protest. hoffentlich bleiben die studierenden und auch die lehrenden an der ruhr-uni dran.

    ich sehe wenig hoffnung darauf, dass man nazis von hochschulen verbannen kann. und ich würde auch keine gesinnungskontrolle bei der einschreibung wollen. auch wenn es in diesem fall wünschenswert wäre, denn nazis will ich auch nicht an hochschulen sehen.

    aber anhaltende sensibilisierung der studierenden und dozenten finde ich sinnvoll. dann kann man eben zivilgesellschaftlich darauf reagieren und nicht mit nazis in die mensa gehen, ihnen keine kopien zukommen lassen oder sie gar beim lernen unterstützen. ein solch zivilgesellschaftlicher protest sollte zulässig sein und bringt hoffentlich auch was.

  • #2
    Paul

    Was stimmt denn jetzt? Wurde der Professor handgreiflich oder nicht? Die Fachschaft Jura schreibt auf ihrem Facebook-Profil, dass der Professor „besonnen“ reagiert habe.

    „Aus gegebenem Anlass möchten wir als Fachschaftrat Jura an die Studierenden der Rechtswissenschaft appellieren, dass Diskriminierungen wegen parteipolitischen Engagement innerhalb des Jura Studiums nichts zu suchen haben! Wie distanzieren uns ausdrücklich von parteipolitischen Extremen jeglicher Art! Situationen wie heute in der Vorlesung bei Herrn Professor Borges dürfen in unserer Fakultät nicht vorkommen! Wir hoffen darauf, dass in Zukunft ein friedliches Miteinander möglich ist. In diesem Sinne möchten wir uns bei den Studierenden bedanken, die wie Herr Professor Borges, Zivilcourage bewiesen haben.“

    Die Reaktionen darunter sind ja zum Haareraufen. Die Erklärung der Fachschaft ebenso. Über Rechtschreibung müssen wir gar nicht erst reden. Ganz schwach! Das hätte man differenzierter beurteilen müssen. Man muss nicht jede Antifa-Coming-Out-Aktion gutheißen. Aber in dieser Form einen bekannten Neonazi zu schützen, dessen Engagement ja weit über das „parteipolitische“ hinausgeht, ist schon krass.

  • #3
  • #4
    Zupfel

    Was geht denn da in der Jura-Fachschaft ab??? Die ergreifen echt Partei für einen führenden Neonazi-Kader des verbotenen (!) „Nationalen Widerstands Dortmund“, der Gewerkschaftsdemos gewalttätig überfällt, bundesweit auf Neonazi-Demos redet und den faschistischen Versandhandel antisem.it betreibt??? Und wenn darüber aufgeklärt wird, nennen die das ernsthaft eine „Diskriminierung wegen parteipolitischen Engagement“????

    Gewerkschaftsdemos angreifen ist „parteipolitisches Engagement“??? Eine verbotene Kameradschaft zu reorganisieren und Neonazis mit Waffen und Propagandamaterial zu versorgen ebenso? Wie ekelhaft ist diese Stellungnahme denn? Das ist so ziemlich die übelste Verharmlosung von Faschismus und Neonazismus, die ich von nicht ausdrücklich faschistischer Seite seit langem gelesen habe. Wenn solche Leute wie die Verfasser dieser Stellungnahme in diesem Land tatsächlich Juristen werden können, dann haben wir wirklich ein ernsthaftes Problem in Deutschland.

  • #5
    68er

    @ Stefan Laurin

    Das ist eine spannende Sache, wie eine Hochschule mit der Anwesenheit von Nazis oder auch anderer Extremisten umgeht. Bei so klar agierenden Typen, wie Herrn Brück ist die Sache noch einfach. Problematisch wird es aber, wenn schon Leute von Pro NRW in die Nazi-Ecke geschoben werden bzw. Nazis sich bei solchen rechtskonservativen Vereinen „unterstellen“.

    Spannend ist auch, wenn Leute wie Brück sich auf die Pressefreiheit berufen:

    http://www.heise.de/tp/artikel/40/40472/1.html

    Vielen Dank jedenfalls für den Bericht.

  • #6
    Chris

    Was hier auf Facebook dazu kommentiert wird, ist leider bezeichnend: https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=658003277583987&id=131451603572493

  • #7
    Wer?

    Bevor hier wieder gesagt wird das sind ja Nazimethoden…
    ist das etwa der Michael brüsk der Anfang letzter Woche Hausfriedensbruch beging und einen menschen öffentlich und im internet an den prange stellte weil dieser ein „Kinderschänder“ sei. Nach deutschem Recht jedoch schon abgestraft. Ist das der Michael Brück der die Todesstrafe fordert und sich auf einen 27 Punkte Plan im Parteiprogramm bezieht.
    Und hinter solche Leute stellt die Fachschaft Jura sich!?
    Extremisten der Mitte!

  • #8
    Jurastudentin

    Also, die Fakten sind völlig falsch!
    Ich saß in der Vorlesung und die Antifaschistische Gruppe kam von außerhalb hinein. Die sind auf den Nazi-Studenten losgegangen und haben ihn zur Schau gestellt, während andere Flyer verteilt haben.
    Der Professor hat darum gebeten, dass die AntiFa den Raum verlässt, worauf diese auf den Prof. losgegangen sind.
    Mehrere Studenten kamen dem Prof zur Hilfe!!

    Sprich: Die wirkliche Schande war heute nicht der Nazi, sondern die AntiFas, die bewiesen haben, dass sie kein Stück besser sind, als die Nazis!

  • #9
    linker Jurastudent RUB

    Ich selbst studier da auch, hatte heute aber keine Vorlesung und finde es auf jeden Fall gut, dass er geoutet wurde. Ekelig, dass so jemand sich für ‚Gerechtigkeit‘ einsetzen will

  • #10
  • #11
    Wolfram Obermanns

    Völlig losgelöst von der Person: auch ein Naziarschloch hat ein Recht auf Bildung.

    Und eine selbsternannte Gesinnungspolizei hat umgekehrt bestimmt nicht das Recht im „Kampf für das Gute“ die akademische Freiheit zu beschneiden.

  • #12
    Jessica Schwan

    Ich saß ebenfalls in der Vorlesung und muss @Jurastudentin widersprechen. Richtig ist, dass die Leute von außen kamen und bunte Masken über dem Gesicht trugen. Prof. Borges hat darufhin leider überhaupt nicht „cool“ reagiert, sondern versucht die Leute rauszudrängen und einem die Kamera abzunehmen (anstatt sich mal kurz anzuhören was sie sagen wollten). Daraufhin nahmen Kommilitonen einen der Antifas in den Schwitzkasten um ihn festzuhalten und der Polizei zu übergeben. Dieser konnte sich aber losgegerissen und die AntiFas sind gegangen. Eine nachvollziebare Entscheidung. Die Gewalt ging hier eindeutig nicht von der Antifa aus. Sie hat Flyer verteilt, über – wenn das stimmt – einen militanten Neonazi. Das Ganze ohne sich anzumelden. Nicht höflich, aber auch kein Grund derart zu eskalieren (und hier trägt Prof. Borges leider eine Mitschuld).

    P.S. zumindest sitzt der Neonazi nicht in meiner AG

  • #13
    Ricardo

    „Ein antifaschistischer Redebeitrag wurde nach kurzer Zeit durch den handgreiflich werdenden Dozenten der Vorlesung unterbrochen.“

    „Georg Borges schildert die Ereignisse anders.“

    „Er habe versucht, einen der vermummten Männer, der mit einem Megafon ausgestattet war, aus dem Hörsaal zu drängen.“

    na, wo ist der fehler?

    https://www.derwesten.de/staedte/bochum/jura-professor-bei-tumulten-und-gewalt-im-hoersaal-der-ruhr-uni-bochum-verletzt-id8727961.html

  • #14
    RUB-Student

    Schön das es doch noch sowas wie Zivilcourage gibt, da werden die antiFASCHISTEN dumm aus der wäsche geschaut haben.

    Keinen Raum für linke Menschenjäger!!!
    1933 wären sie alle Nazis gewesen 😉

    Wie hier einer noch den Kinderschänder in Schutz nimmt, der 3 jahre lang seine eigene Tochter missbrauchte, ist bezeichnet für das Kroppzeug was sich hier tumelt, aber eure zeit läuft langsam ab 😉

  • #15
    Hilmar

    Die Aktion könnte zielführend gewesen sein. Brück ist zwar ein Nazi-Kader, aber im Kern eher weich. Genug Druck und er steigt irgendwann aus…

  • #16
    tobias

    Großes Gezeter bei der Westfälischen Rundschau. Der Prof erklärt, er habe „versucht, einen der vermummten Männer, der mit einem Megafon ausgestattet war, aus dem Hörsaal zu drängen.“ Wie kann ich mir das vorstellen? Doch vermutlich mit direkter körperlicher Gewalt? Dann liegen ja wohl die Antifas mit ihrer PM nicht ganz weit weg von der Realität, wenn sie ihm eine Eskalation der Situation vorwerfen. Warum glaubt der Professor, dass Gewalt gegen den Megaphonträger erforderlich, geschweige denn verhältnismäßig war? Von dem ging ja wohl eher ein Redebeitrag als ein Angriff aus.

  • #17
    Ultima Ratio

    Allein für die Plakatierung aller Wände der RUB (siehe „Plakatieren Verboten“) sollte allen Beteiligten ein Bußgeld anhängen. Weiterhin wurde der Campus mit den vollkommen überflüssigen 1000den Flyern/Stickern verschmutzt. Die Krönung: die Störung einer Vorlesung und Bedrohung eines Prof. jur. ! Abgesehen von regulären Student/Gasthörern hat man a) in dem Saal grds. nichts zu suchen und b) noch lange keine „Kampfreden“ zu schwingen. Weiterhin ist die Aktion sicherlich nicht von Erfolg gekrönt, wenn man schon „schlagbereit“ den Saal betritt. Wogegen ihr euch da angeblich wehren wollt – ihr seid nichts besser, sondern (zu min. an der Uni) schlimmer ! Nicht nur vollkommen daneben, sondern auch strafbar… aber ihr habt euch ja schnell wieder verkrümelt, hätte der Prof. mal nicht so besonnen reagiert !!

  • #18
    John

    Ich bin selbst Student an der Ruhr-Uni und saß heute in der Vorlesung von Prof. Borges. Ich habe schon auf dem Weg zu dem Juristen Hörsaal am Bochumer Fenster die ganzen Plakate gesehen und habe mich da schon gefragt was diese Aktion soll.
    Mein Standpunkt ist dass mir eigentlich beide politischen Extremrichtungen erstaunlich zuwider, aber eigentlich auch egal sind. Für mich stellte sich das so da, dass ich von jenem Neonazi bis zum heutigen Tage nichts mitbekommen habe. Auch heute saß er entgegen der Behauptung in dem Bericht nur da und wurde nicht handgreiflich. Auch der Professor wurde nicht handgreiflich, er hat lediglich verzweifelt versucht dieses Antifa Gesindel aus dem Hörsaal zu drängen. Wir Studierenden haben nur dem Professor geholfen und nicht versucht irgendeine politische Stellung zu beziehen (so zumindest für meinen Teil).
    Ich gebe zu, ganz wohl fühle ich mich mit dem Gedanken nicht dass ein vermeintlicher Neonazi die gleichen Vorlesungen besucht wie ich, aber die Aktion, die heute von seinen „politischen Gegnern“ abgezogen wurde, war absolut daneben und äußerst peinlich. Auf den Fleyern heißen sie ihn noch „gewaltbereit“, laufen aber selber mit Schlagstöcken auf und schlagen dem Professor die Nase blutig.
    Diesen Artikel halte ich für eine Unverschämtheit, welche Redaktion hört sich denn bitte nur eine Seite an, gerade in einer solchen politischen Angelegenheit in der zwei extreme Richtungen auf einander prallen.

  • #19
    Robin

    Antifaschisten die rumheulen weil ein Professor sie etwas doller angepackt hat?
    Ich dachte ihr seid so harte Strassenkämpfer? Geht doch zur Polizei ihr Heulsusen, aber vergesst vorher nicht eure A.C.A.B. Buttons abzunehmen 😉
    Wie es in den Wald ruft so schallt es herraus 😉

  • #20
    tobias

    @Robin: Nein, ein Professor der Rumheult weil er offenbar gedacht hat, der Wald wäre schallgedämpft.

  • #21
    Klaus Lohmann

    Kann mir mal jemand schlüssig erläutern, was die RUB-Hörsäle bei bestimmten Vorlesungen noch von Fußballstadion-Tribünen mit „Borussenfront“ & Co. unterscheidet?

  • #22
    Hm

    Ich finde es ganz schön ernüchternd, dass die Leute, die hier schon gepostet haben, ganz unreflektiert die Extremismustheorie herunterbeten und zudem ganz offenbar Unkorrektes/Unwahres zum Geschehen produzieren.

    Outing-Aktionen sind in der Tat umstritten; ich begrüße jedoch dieses Outing des Kaders des ehemaligen NWDO. Das sind Neonazis, die an der Reinheit des deutschen Volkes arbeiten, also die Vernichtung Unerwünschter nicht nur billigend in Kauf nehmen, sondern gut finden. Punkt.

  • #23
    Robert

    Über die Angemessenheit der gewählten Protestform lässt sich streiten, ich selber finde, dass solche Denunziationen ein gewisses Geschmäckle haben. Nazis sind nun aber auch nicht gerade für Takt und Feinfühligkeit bekannt.
    Wichtiger fände ich es über die Legitimität eines Protestes zu diskutieren, der ganz offenbar das hohe Gut der Freiheit der Lehre und die universitäre Autonomie eingereift. Ich halte es für kurzsichtig und einen strategischen Fehler, dass Gruppen, die sich gesellschaftlich-emanzipatorischen Zielen verschrieben haben (und da gehe ich bei der AntiFa noch von aus), es anstreben, die Partizipation an Lehre und Forschung nach politischen Gesichtspunkten zu zensieren. Damit spielen sie doch nur dem Staat in die Hände, der Ereignisse wie heute gerne zum Anlass nehmen wird, die Gesinnungsschnüffelei, die er beim Lehr- und Forschungspersonal bereits betreibt, auf die Studierendenschaft auszuweiten und allgemeiner gesehen die Extremismus-Formel vorschiebt um die Einschränkung bürgerlicher Freiheiten zu legitimieren. Letztere lassen sich gegen den Staat aber eben nicht selektiv nur für bestimmte politische Weltanschauungen verteidigen, sondern nur universell (abgesehen davon läuft dieser Protest doch auch den eigenen Forderungen zuwider, an Universitäten sog. „Freiräume“ von staatlichen/kapitalistischen Zwängen erkämpfen zu wollen). Man wird sich des bürgerlichen Staates auf Dauer nicht entledigen können, indem man die Abschaffung der in ihm erkämpften Freiheitsrechte anstrebt!
    Legitimer Protest gegen Nazikader an der Uni kann daher eigentlich nur aus Mitte der Studierendenschaft kommen, wovon in diesem Falle aber nichts zu erkennen ist.

  • #24
  • #25
    Anonym

    Also ich saß auch in der Vorlesung und leider nicht weit weg von dem Nazi.
    Was im Bericht geschrieben wird ist Schwachsinn.
    Die haben den Saal gestürmt und ihn bloßgestellt und gefilmt. Er hat alles über sich ergehen lassen und hat nur ein Foto gemacht. Er wurde weder handgreiflich noch sonst was.
    Erst als einer der AntiFas dem Professor ins Gesicht schlug, als er sie energisch rausbeten wollte, sind einige Kommilitonen ihm zur Hilfe geeilt und haben den Schläger festgehalten um ihn der Polizei zu übergeben. Als dann mehrere AntiFas mit Schlagstöcken wieder rein kamen und ihn befreien wollten sagte der Professor man solle ihn los lassen damit es nicht noch mehr Verletzte gibt.
    Also die Aussage das sie nicht mit so einer Reaktion gerechnet haben ist Schwachsinn. Wer bringt denn zu einer friedlichen Kundgebung Waffen mit?

    Ich finde es auch nicht toll einen Nazi in unseren Reihen zu haben, aber die Aktion der AnfiFa finde ich auch scheiße.
    Wir sind doch alle dort um zu lernen und wenn sie ihn anprangern wollen sollen sie es draußen machen oder über Plakate und nicht den Studenten Angst einjagen.
    Das was sie tun ist genau das gleiche wie die Nazis und leider oft genauso gewaltbereit. Gleiches mit Gleichem bekämpfen kann nicht funktionieren.

    Ihr solltet euch wirklich mal friedlich gegen die ganze Bewegung richten und nicht gegen eine einzelne Person die im Endeffekt eh nur von einem Rattenfänger gefangen wurde.

  • #26
    Sergeij

    Großen Dank an die Antifa. Wer rassistisch hetzt, Gewalt gegen Minderheiten provoziert und praktiziert und eindeutig Volksverhetzer ist, muss immer und überall mit antifaschistischer Gegenwehr rechnen. Das dies von der Gesellschaft und noch viel beschämender von der Fachschaft Jura nicht toleriert wird, zeigt wie stark die braune Brut in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Prof. Borges Handeln hat gezeigt, dass auch seine Rolle als Dozent hinterfragt werden muss.

  • #27
    Klaus Lohmann

    Bei so manchem Kommentar fehlt eigentlich nur noch ein Spruch ala „Keine Politik im Hörsaal/Stadion!!“ – wobei der „Stadion“-Spruch allerdings von den Nazis selbst eingeführt wurde, um mit ihrem braunen Geschleime mehr Erfolg zu haben.

  • #28
    Björn Wilmsmann

    Ganz ungeachtet dessen, wer da jetzt nun angefangen hat oder wer da jetzt wem zuerst das Förmchen weg genommen hat: Ich finde das Verhalten dieser selbst ernannten Anti-Faschisten unerträglich.

    Auch Nazis haben Grundrechte, ein Recht auf Meinungsfreiheit und ein Recht auf Bildung. Deutschland hat schon vergleichsweise scharfe Gesetze im Bezug auf Volksverhetzung u.ä. Wenn der Betreffende sich dessen oder eines anderen Verbrechens schuldig gemacht hat, muss er dafür auf rechtsstaatliche Weise vor Gericht gestellt werden. Ansonsten kann man sich mit ihm politisch auseinandersetzen, hat aber seine Rechte genau so zu tolerieren wie die eines jeden anderen Bürgers.

    Was hingegen überhaupt nicht geht, ist jemanden körperlich anzugreifen, in seiner Bewegungsfreiheit einzuschränken oder durch Psychoterror zu nötigen, weil einem dessen politische Meinung nicht passt – so fragwürdig sie selber auch sein mag. Und die Kategorisierung ‚Nazi‘ ist bei der Antifa oft auch recht – sagen wir mal – ‚fließend‘.

  • #29
    Rebecca

    SO um mal Licht ins Dunkel zu bringen! Ich saß in der Vorlesung! Und diese Berichterstattung hier ist um es mal nett zu sagen “ sehr bescheiden“ und „subjektiv“ ohne Ende!
    Zu erst einmal, ich bin komplett gegen jede Form von Rassismus und fühle mich bei dem Gedanken an Neonazis an unserer Uni mehr als nur unwohl.
    Das Ganze war wie folgt:
    Die Demonstranten sind in unseren Hörsaal „gestürmt“, anders kann man es nicht sagen ( mit Megaphonen und alle mit Anonymus Masken) und haben Flyer verteilt und (noch friedlich) um Gehör gebeten. Sie hatten einen roten Pfeil dabei mit dem sie auf den angesprochenen Rechtsextremen gedeutet haben. Unser Professor hat dass einzig Richtige getan und die „Eindringlinge“ mehrmals aufgefordert die Vorlesung zu verlassen und keinen Studenten hier an den Pranger zu stellen.
    Daraufhin haben die Antifaschisten angefangen rumzubrüllen: „Unter euch sitzt einer aktiver Neonazi usw. „. Der Professor hat dann noch 2 mal mit der Polizei gedroht und hat dann versucht die Demonstranten aus dem Hörsaal zu werfen. Natürlich nicht ganz so sanft ( war nicht anders möglich!) . Daraufhin sind diese auf ihn losgegangen ,um ihrem Kollegen zu helfen. Dabei wurde unser Professor für alle erkenntlich verletzt! Daraufhin eilten ihm einigen Studenten zur Hilfe und der Tumult eskalierte. Als die Studenten einen der Demonstranten festhielten ( da die Polizei im Anmarsch war) holten zwei seiner Mitstreiter Schlagstöcke heraus und bedrohten damit die Studenten! Von friedlicher Demo kann hier nicht mehr die Rede sein. Ich finde es gelinde gesagt LÄCHERLICH, dass einige Leute hier unterstellen, wir oder unser Professor würden die rechte Szene unterstützen! Ganz im Gegenteil! Viele hatten heute Angst und waren geschockt über dieses outing. Niemand hat den Rechtsextremen in Schutz genommen, es handelte sich lediglich um die Verteidigung des Professors. Die Antifa’s wollten Aufmerksamkeit erregen (was ich auch gut finde), haben allerdings zu völlig falschen Mitteln gegriffen. Eine Hetzjagd ist nicht wirklich friedlich. Und ich denke, man wird mir zustimmen, wenn ich sage, wer maskiert, mit Megaphonen in einer Vorlesung rennt, rumbrüllt und sogar (zur eigenen Verteidigung) Schlagstöcke bei sich trägt, verhält sich nicht friedlich!!!!!!!!!!! Ich finde es gut darauf aufmerksam zu machen und es hat insofern seinen Zweck erfüllt, dass jetzt alle bescheid wissen und drüber nachdenken. Aber ich frage mich , war es das wert? Es gab genug Studenten die zuerst dachten es handle sich um einen Amoklauf! Das kann doch nicht sein sowas! Es stimmt, dass der Professor handgreiflich geworden ist, allerdings weil er dazu gezwungen wurde. Er hat nur versucht die nicht friedlichen Demonstranten aus dem Raum zu scheuchen, nicht diese zu verletzten oder irgendwen zu verteidigen. Schließlich hat er sie mehrmals aufgefordert die Aktion abzubrechen und das ohne Erfolg. Ich finde diesen Artikel unglaublich einseitig und es ist schon alleine sehr interessant, dass nur mit den antifa’s gesprochen wurde und nicht einmal mit den Studenten… Das Alleine zeigt eigentlich schon, dass das hier nicht so eine super Berichterstattung ist. Vielleicht nächstes mal besser informieren 😉

  • #30
    Franziska

    @Anonym:

    > Ihr solltet euch wirklich mal friedlich gegen die ganze Bewegung
    > richten und nicht gegen eine einzelne Person die im Endeffekt eh
    > nur von einem Rattenfänger gefangen wurde.

    Google doch bitte mal den Namen, „Michael Brück“. Das ist kein armer Tropf, sondern einer der TOP20 Neonazis-Kader in der BRD. Er ist eben selbst der „Rattenfänger“, es hat also den Richtigen getroffen!

  • #31
  • #32
    Paul

    http://www.youtube.com/watch?v=cf8QjfiWJKY

    Ich glaube, dass man manchmal auch diese Mittel wählen muss. Dieser Herr schreckt auch vor nichts zurück. Und der Professor hätte sehr wohl anders reagieren können. Leute zurückdrängen und anschubsen ist keine Deeskalationsstrategie, zumal dort – mir sind Videos zugespielt worden – ja auch seitens der Demonstranten angekündigt wurde, dass man schnell wieder weg sein wolle.

    Man darf bei allem nicht vergessen, dass bis heute die Rolle der Dortmunder Naziszene rund um den Nationalsozialistischen Untergrund nicht richtig aufgeklärt werden konnte. Dass Mundlos und Böhnhardt Tipps aus Dortmund erhalten mussten, liegt auf der Hand.

    Und ich halte es – als Person, die fest auf dem Boden des Grundgesetzes steht – für legitim, wenn politische Aktivisten solch einer Person, die zumindest mit Mördern in Mittäterschaft zu tun hat, ein Jura-Studium erschweren. Wenn solche Leute mit diesem Studium auch noch in den Staatsdienst treten können, ist es zu spät. Wehret den Anfängen!

  • #33
    keineEigenverantwortung

    Ein Hörsaal voller Jura-Studenten und Juristen.

    Da wird es doch wohl möglich sein, Personen zu schützen, die Einhaltung von deutschen Gesetzen sicherzustellen und den dafür vorgesehenen Weg zu gehen, falls gegen Gesetze verstoßen wurde.

    Insgesamt ist der Fall sicherlich auch ein schönes Praxisbeispiel für die Qualität und Objektivität von Augenzeugenberichten.

    Es kann auch möglich sein, dass das eine oder andere Handyvideo erstellt wurde und den Behörden zur Verfügung gestellt wurde (natürlich ohne vorherige Bearbeitung).

    Es wird spannend zu sehen, wie der Fall juristisch gelöst wird. Eine juristische Bewertung gab es ja bisher noch nicht in den Kommentaren.

  • #34
    Jurastudentin

    Ich habe heute ebenfalls die Vorlesung besucht und ich hoffe nur inständig, dass sich Besucher dieser Seite die Kommentare durchlesen, denn dieser Artikel ist eine reine Lüge.

    Der Saal wurde regelrecht gestürmt und von friedlich kann nicht die Rede gewesen sein! Die Gewalt ging ganz klar und unwiderruflich von den „Eindringlingen“ aus, die auch nach mehrmaligen (!) Bitten von Professor Borges, welche zunehmend energischer wurden, den Saal nicht verlassen hatten. Nachdem er einen der redenschwingenden Idioten etwas grober anfasste, das mag ja sein, um ihn nach draußen zu bringen, waren es die AntiFas welche Gewalt anwandten. Und ich kann mich den Äußerungen, der voherigen Kommentare nur anschließen.
    Ihr wolltet friedlich sein? Habt aber Schlagstöcke dabei? Und bedroht Studenten, die zum Teil nicht einmal volljährig sind?
    Das ist arm und nicht gerade förderlich zur Bekämpfung von Rechtsradikalismus.
    Die linke Szene hat sich heute mehr als blamiert, zumindest vor den anwesenden 250 Jurastudenten, die gesehen haben wie knapp 20 ERWACHSENE Menschen nicht fähig waren, ihre Meinung gesittet und zielgerichtet zu äußern. Stattdessen haben sie die linke Bewegung als eine gewaltbereite und beschämend ungebildete Sparte gezeigt, was sie nicht viel besser macht als NeoNazis.

    Und zu dem Kommentar von Sergeij fällt mir mal so gar nichts mehr ein! „Das dies von der Gesellschaft und noch viel beschämender von der Fachschaft Jura nicht toleriert wird, zeigt wie stark die braune Brut in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist.“

    Das (!!) was da heute in dem Vorlesungssaal geschehen ist, war nicht rechtens und kann dann von einer Fachschaft Jura natürlich (!!!!!) nicht toleriert werden. Das heißt noch lange nicht, dass die „Braune Brut“ in der Mitte angekommen ist. Das heißt einfach nur, dass Gewalt und dieses aggressive Auftreten, welches die AntiFa heute an den Tag gelegt hat, nicht unseren Vorstellungen und unserer Art uns politisch zu engagieren entspricht!
    Diese Aussage ist genauso hohl von dir gewesen, wie jede rechts-populistische Aussage!

    Und bevor mir auch wieder unterstellt wird, den Nazi nur in Schutz nehmen zu wollen (weil dass die einzige Antwort ist, die ich heute von den AntiFa-Seiten bekommen habe): Nein, bin ich nicht. Ich engagiere mich ehrenamtlich gegen Rechtsradikalismus in Schulen und Vereinen, sowie in Kirchengruppen für Jugendlichen. Denn das ist präventiv und nur das bringt auch etwas, um Rechtsradikalismus zu bekämpfen.
    Man kann Extremismus nicht mit Extremismus bekämpfen, genauso wenig wie man Feuer mit Feuer besiegen kann.
    Aufklärung und Bildung ist die einzige Möglichkeit.

    Und nicht diese lächerliche Gewalt, welche die AntiFa dort heute zu Tage gebracht hat.

    Gruß

    Jemand, der schockiert darüber ist, wie lächerlich das heute war.

  • #35
  • #36
    Irgendjemand

    Interessanterweise ist die Stellungnahme der Fachschaft Jura mittlerweile wieder verschwunden und die Kommentar-Funktion auf der Facebook-Seite deaktiviert. Ohne mich jetzt zur eigentlichen Diskussion äußern zu wollen, und egal was man von der Stellungnahme hält:

    Ich finde es überhaupt nicht gut, wenn man versucht, getroffene Aussagen einfach unter den Teppich zu kehren und dann auch noch die weitere Diskussion unterbindet. Gerade in einer solch heiklen Situation sollte man zumindest Raum für eine konstruktive Diskussion lassen. Wenn die Leute von der Fachschaft feststellen, dass vielleicht eine übereilte Stellungnahme veröffentlicht wurde, kann man diese auch noch nachträglich richtig stellen. Die Stellungnahme zu löschen macht es nur schlimmer, verschwunden ist diese dadurch sowieso nicht.

  • #37
    Rub Studentin

    Ich bin Jurastudentin und saß heute ebenfalls im Saal. Tut mir leid, wenn ich sie enttäuschen muss, aber Professer Borges ist handgreiflich geworden und zwar als erster! Zwar äußerte sich diese in Form vom Schubsen, aber die Art und Weise war nicht besonders zaghaft. Zudem er den Demonstranten nicht den Hauch einer Chance gab, zu erklären, weswegen sie da sind. Somit hat sich der Professor so gar nicht vorbildlich verhalten. (Zumal er auch noch Jurist ist)Nichtsdestotrotz war das Verhalten der Studenten angebracht, denn schließlich konnten sie nicht einfach zu sehen, wie der Professor zusammengechlagen wird.

  • #38
    Studentin

    Also wenn ich das alles hier lese, muss ich mich echt zusammenreißen! „Ein Saal voller Jura Studenten“…viele Kommentare zielen darauf ab, dass „Jura-Studenten“ ja wohl wissen müssten, was in dieser Situation zu tun sei und überhaupt die komplette rechtliche Lage jedem klar sein sollte. Fakt ist, dass diese jungen Menschen seit Mitte Oktober erst Jura studieren und die heutige Situation sicherlich schockierend für Professor und Dozenten war, wie kann man den Jugendlichen und jungen Erwachsenen hier dann teilweise so harte Vorwürfe machen? Ich verstehe es einfach nicht…

  • #39
    paule t.

    @ #35
    Auch Nazis haben Rechte. Dazu gehört, an einer Universität studieren zu dürfen und dieser nicht verwiesen zu werden, wenn man dort nichts unrechtes tut. Ärgerlich, ist aber so.

    Das zu akzeptieren, hat nichts mit Sympathie für die von Nazis vertretene Politik zu tun. Im Gegenteil: Wer dem politischen Gegner – und sei das, wie in diesem Fall, ein offener Gegner der Menschenrechte – seine grundlegenden Rechte nicht zugesteht, ist selbst ein Gegner der Menschenrechte.

    Dieser bestimmte Teil der Antifa hat wieder einmal gezeigt, nicht wesentlich besser zu sein als die, die sie bekämpfen wollen. Aufklären über den Nazi-Kader, der ein Kommilitone ist? Meinetwegen, gerne (Artikel, Flugis – nur zu). Die anderen Kommilitonen dafür per Vorlesungsstörung in Mithaftung nehmen; dem – verständlicherweise – unerwünschten Kommiltonen sein Recht zu studieren absprechen; selbst Gewalt ausüben (Schlagstöcke zu so was mitbringen! wo sind wir denn!)? – Nein.

  • #40
    Jura Student

    Es ist eine demokratische Entwicklung zu sehen, dass offensichtlich sowohl rechts-, als auch linksextreme an einer deutschen Universität studieren dürfen. Zu 2.Weltkriegszeiten wurden linke und sowieso alle politisch verfolgt. In der DDR rechte und alle anderen… Das man sich so etwas von einigen wenigen Chaoten, die Politik dahin tragen wollen, wo sie falsch ist, die Hausfriedensbruch begehen, Körperverletzung, das Studium von rund 300 Studenten aufhalten, von denen die meisten einfach nur sauer waren, das Persönlichkeitsrecht von X Leuten verletzen indem sie filmen (Nicht zuletzt von dem „geouteten“ Studenten, der, wenn man Demokrat ist, trotzdem Rechte hat wie jeder andere), gefallen lassen soll, ist kaum hinnehmbar. Leute, die in dieser Hinsicht aggressiv vorgehen und sich ihres falschen Verhaltens bewusst sein müssen (ansonsten hätten Sie sich kaum so feige hinter Masken versteckt) sollten von der Justiz entsprechend behandelt werden und sollten von der Öffentlichkeit keinen Rückhalt erhalten. Andere auszugrenzen, wie beide extremistische Szenen propagieren, wird kaum Teil der Lösung sein. Darum befasst euch mit diesem unverbesserlichen und redet mit ihnen. Vielleicht lassen sich manche ja doch auf logische Argumente ein.

  • #41
    Sören

    War es denn für Profs und Jura-Studis möglich nicht mitzubekommen wer da geoutet wurde? da es flyer gab und dieser auch laut verlesen wurde gehe ich davon aus das sich für alle schnell klärte worum es ging und was das für ein typ ist:
    Stellvertretender Parteivorsitzende der rechten in NRW. Betreiber des Antisemit online Versandes. Mehrfach Vorbestrafter Nazigewalttäter. Kader des mittlerweile verbotenen Nationalen Widerstand Dortmunds.

    Ganz offensichtlich sollte er bei der aktion nicht zusammengeschlagen werden oder ähnliches sondern lediglich vor versammelter Mannschaft erklärt werden mit wem man da zusammen sitzt. ich wäre da ziemlich dankbar gewesen. man stelle sich mal vor man landet mit sojemand in einer arbeitsgruppe und lädt ihn vielleicht noch zu sich nach hause ein. an der uni wird er sich sicher erstmal versuchen ganz ruhig und normal zu verhalten. Aber bei so jemanden möchte ich nicht das er meinen namen erfährt oder wo ich wohne! Der macht nämlich ganz andere sachen als rote Pfeile halten und flyer verteilen.

    Ich kann nicht erkennen warum der Prof handgreiflich werden mußte. Und es ist ja gemeinsame aussage aller augenzeugen das damit der handgreifliche tumult begann. Von mir aus kann man diskutieren ob die Form des outungsangebracht war aber dagegen widerum gewaltätig zu intervenieren und dann noch zu rechtfertigen das ein eindeutiger Neonazikader das volle recht habe unbehelligt juristisch auf staatskosten ausgebildet zu werden…
    da komm ich nicht mehr mit.

    Danke fürs Outing. Auch wenn die debatte eklig ist jetzt wissen wenigstens alle an der uni bescheid wer sich da versucht neben sie zu setzten.

  • #42
    Klaus Lohmann

    @#35 | Thomas Nueckel: Eigentlich eine supi Idee, aber leider gibt das das NRW-Hochschulgesetz nicht her. Da fehlt ein Absatz im Exmatrikulationsparagraph 51, welcher auch rechtskräftige Verurteilungen wg. Straftaten als Rauswurf-Grund zulässt.

    Man kann rausfliegen, wenn Voraussetzungen zur Einschreibung nicht vorliegen und dies erst später auffällt – wie z.B. bei diesen hier (aus §50 HG), die evt. auf Brück zutreffen:

    „(2) Die Einschreibung kann versagt werden, wenn die Studienbewerberin oder der Studienbewerber

    a) durch Krankheit die Gesundheit anderer Hochschulmitglieder gefährden oder den ordnungsgemäßen Studienbetrieb erheblich beeinträchtigen würde,

    b) aufgrund einer psychischen Krankheit oder einer geistigen oder seelischen Behinderung unter Betreuung steht,..“

    „Betreut“ wird Brück ja durch seine braunen Ex-NWDO-Kameraden…

  • #43
    Paul

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass kein einziger Kommilitone nach zwei Monaten nicht einmal den Namen des Nachbarn im Hörsaal mal gegooglet hat.

    Es ist richtig, dass Neonazis in der Gesellschaft geoutet werden. Diese Leute jagen in ihrer Freizeit Schwache, horten Waffen und wollen diesen Staat überwinden. Den Staat, dessen Gesetze ja Inhalt eines Jura-Studiums sind.

    Und ich habe mir ein Video da ansehen können. Da ruft Herr Prof. Borges dazu auf, den Saal zu verlassen. Die Antifa-Leute sagen: „Wir gehen gleich.“ Anstatt zu warten – und im Nachgang entsprechende Konsequenzen zu ziehen (ich werde gleich drauf eingehen) -, geht der Professor auf einen los und schubst ihn. Daraufhin eskaliert das Ganze.

    Natürlich ist das aus dem Ruder gelaufen. Und dafür tragen diejenigen die Hauptverantwortung, die das verursacht haben (conditio sine qua non). Aber: Mehr Besonnenheit, welche die Fachschaft dem Professor dort unterstellt, hätte dem Dozenten da gut getan.

    Zu den Konsequenzen: Freiheit von Forschung und Lehre sind ein hohes Gut. Dazu gehört aber auch der Diskurs, für den auch gewisse Regeln gelten sollten, ist klar.

    Es gab da einige Alternativen:
    1.: Die Veranstaltung zu unterbrechen und den Saal zu verlassen.
    2.: Die Leute verteilen zu lassen und dann fortzusetzen. Das wäre keine Niederlage gewesen in dem Moment. Man hätte danach Vorkehrungen treffen können, dass so etwas nicht noch einmal passiert.
    3.: Sich über den Auftritt der Leute da lustig zu machen. Oder zu sagen: „Ich habe kein Problem mit offenen Diskussionen. Aber dann will ich wenigstens sehen, mit wem ich es zu tun habe.“
    Da gäbe es noch andere.

    Ich gehe noch mal auf den Anfang meines Posts ein. Nun sind die Jura-Studierenden gefragt, auf diesen Kommilitonen angemessen zu reagieren. Wenn die Fachschaft Jura meint, dass das „parteipolitische Engagement“ nicht im Rahmen des Jura-Studiums zu diskriminieren sei, ist das eine harte Verfehlung.

    1.: Der Typ ist nicht in der CDU oder der SPD. Der Typ ist in der Partei, in der „SS-Siggi“ Borchert ja eine nicht zu kleine Rolle spielt. Und er ist da Führungskader. Es gibt zahlreiche Videos mit Michael Brück in der Hauptrolle. Da stehen dann Neonazis schon mit Fackeln vor den Wohnhäusern bekannter SPD-Politiker. So ein Engagement gilt es sehr wohl zu bekämpfen! Auch im Rahmen sonst üblicher Kontakte, die im Hörsaal oder der Bibliothek so entstehen. Die Ächtung dieser Person ist keine Straftat, sondern Zivilcourage.

    2.: Michael Brück ist nicht nur Parteigänger, sondern Führungsperson im sogenannten Nationalen Widerstand Dortmund. Es geht also über „parteipolitisches Engagement“ hinaus. Die Fachschaft Jura hat hier einen riesigen Bock geschossen. Sie hätte besonnen auf die Berichterstattung warten können. Die Kritik an der Aktion der Antifa ist vertretbar. Die Verharmlosung eines Neonazis ist es nicht!

  • #44
    JoS

    Die Bekämpfung von Feuer mit Feuer ist übrigens eine erprobte und geübte Praxis bei Waldbränden – nur mal so zur Bildung.

    Aber zum Thema: Doch, hier wird ein Neonazi von Jurastudis klar in Schutz genommen. Man liest es doch in den Kommentaren. Wem es ‚egal‘ ist, dass Neonazis in seiner Vorlesung sitzen, der ermöglicht Mordtaten. Und genau da sehe ich das Problem. Man kann über Outings streiten, ich habe auch meine Probleme damit. Aber offensichtlich spielt sich hier das ewige Spiel ab: Es wird auf einen Neonazi aufmerksam gemacht, dann kommt die Wunderwaffe Extremismustheorie (übrigens soziologisch unhaltbar) und plötzlich haben wir einen Schaukampf zweier politischer Lager, die mit der Gesellschaft vermeintlich nichts zu tun haben.

    Ebenfalls erstaunlich erscheint mir, dass alle Borgesapologien auch klar sagen, dass von ihm der erste physische Kontakt ausging. Und dies schien kein Händeschütteln zu sein. Ich frage mich, wie lang das ganze eigentlich ging, bevor der Herr Dr. jur. (einen Professor jur. gibt es nicht, die venia legendi wird nicht an die Berufsbezeichnung angehängt, der akademische Titel hingegen wird genauer bestimmt) meinte es bedürfe stärkerer Mittel als dem des Arguments? Zehn Minuten? Fünfzehn Minuten?

    Man mag hier über den Ton streiten, aber die Akademisierung der radikalen Rechten ist ein massives Problem. Die selbsternannte Mitte tut immer so, als säßen am rechten Rand ein paar Gestalten mit kleinem IQ, aber großen Träumen. Das ist nicht der Fall. Es gibt eine wachsende rechte Intellektuelle, die übrigens auch über den konservativen Flügel der CDU anschlussfähig ist. Die konservative Homophobie lässt sich auch in der radikalen und extremen Rechten gut artikulieren. Und dann schreitet halt mal ein CSU-Landrat mit einem rechtsradikalen Kader zusammen für das Leben. Die Grenzen von der größten deutschen Partei zur militanten und gewaltbereiten Rechten sind also sehr fließend, wie zum Beispiel auch die Burschenschaftsszene zeigt. Das sind Probleme, mit denen sich Studierende auseinanderzusetzen haben. Zugegeben: Die Extremismusklausel ist einfacher, aber nicht zielführender.

    Und zur Kommentatorin #34: Dein Engagement in allen Ehren, aber dieser Bratwurst-Protest bringt halt nicht sonderlich viel. Grade bei Kirchen, die ihre Privelegien auf Grund von fortbestehenden NS-Verträgen genießen erscheint mir das sehr schwierig. Aber diese komplizierten Fragen des Völkerrechts sind dir sicher geläufiger, als mir, als juristischem Laien.

  • #45
    Hulk

    @Jurastudentin: Als letzte Möglichkeit der Brandbekämpfung gilt das Legen von Gegenfeuern. Also war es nach deiner Argumentation eine legitme Aktion gegen Brück. qed

  • #46
    WASP2000

    Und wieder einmal hat die RUB allen Arbeitgebern des europäischen Kontinents ihre Exzellenz gezeigt….

  • #47
    Luna

    Erschreckend welche tolerierenden Auffassungen gegenüber extrem rechten Positionen hier manche angehenden Jurist*innen formulieren. Auch wenn diese für sich in Anspruch nehmen angeblich keine nazistischen Kader in Schutz nehmen zu wollen – sie tuen es dennoch. Gemäß des Bielefelder Konfliktforschers Prof. Andreas Zick (Nachfolger des ehem. Leiters des sozialwissenschaftlichen „Heitmeyer Institutes“) sind sie damit Teil einer bürgerlichen Gesellschaft die derlei Einstellungen teilt bzw. unterstützt. Ein paar kollegiale Tipps hat der Professor für den Umgang im Hochschulsektor mit organisierten Neonazis ebenfalls:
    http://www.sueddeutsche.de/bildung/umgang-mit-rechtsextremen-studenten-von-hetzjagden-halte-ich-nichts-1.1822989

    Es mag ja sein, dass der diskutierte Auftritt Anwesende teilweise erschreckte/verstörte. Wenn sich die emotionale Aufregung gelegt hat, sollte aber das gemeinsame Studium mit einem organisierten Neonazi hoffentlich verstörender sein und sich in offene Ablehnung gegenüber Michael Brück manifestieren. Vielleicht läßt sich der Auftritt dann eher als offensive Info-Veranstaltung verstehen die aufrütteln sollte. Es stellt sich hier darüberhinaus die Frage, warum der dozierende Professor (ein Jurist!) nicht souverän reagiert hat und einfach das Eintreffen der Polizei abgewartet wurde. Manchmal ist es eben unklug von seinen jedermanns Rechten Gebrauch zu machen, dass rät selbst die Polizei bei der Konfrontation mit (fliehenden) Straftäter*innen. Die Eskalation scheint erst entstanden zu sein nachdem Herr Professor Heißsporn mit einfacher körperlicher Gewalt versucht hat die Intervenierenden herauszuwerfen. Eine Gruppendynamik scheint anschließend das übrige getan zu haben.
    Diejenigen, die hier tönen antifaschistisches Engagement sei gleichwertig oder gar schlimmer zu bewerten als eine rassistische und neonazistische Weltanschauung sei gesagt: Im bestenfalle haben sie scheinbar gar nichts verstanden, vielleicht den Geschichtsunterricht notorisch geschwänzt oder die Betreffenden sind auf dem besten Wege „furchtbare Jurist*innen“ zu werden:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Furchtbare_Juristen
    http://www.forum-recht-online.de/2004/404/404thurn.pdf
    Ich hoffe zutiefst erstes, dass würde eine Einstellungsänderung erheblich erleichtern…

    In diesem Sinne: Obacht mit Schlussfolgerungen und Wortwahl !

    Exkurs Kritik an der „Extremismustheorie“:
    http://extrem-demokratisch.de/extremismusdenken/und-die-folgen/39-die-schwierigkeiten-mit-der-extremismustheorie

  • #48
    popcornesser

    großartig. der typ betreibt einen versandhandel unter dem namen „antisem.it“ (siehe auch impressum, in dem er als Verantwortlicher steht) und die Fachschaft Jura schwadroniert von »Diskriminierung wegen parteipolitischen Engagement«

    hört sich an als hätten sie das direkt bei der PM der ‚Rechten‘ (partei) aka NWDO abgeschrieben.

  • #49
    Petra

    Es ist doch absehbar, wie (angehende) Jurist_innen reagieren. Bürgerlich-konservativ wird auf Legalität beharrt. Ungefähr so:
    … Es gehe nicht an, dass Linke unangemeldet und ohne Erlaubnis die Vorlesung stören. Das sei nicht rechtens. Schon gar nicht, wenn dabei Leute denunziert würden. Egal ob, es sich um einen Neonazi handele (und wenn schon: Meinungsfreiheit). Als Jurist_in müsse mensch neutral sein. Das Hausrecht durchzusetzen sei allerdings rechtens. Das müsse notfalls mit Hilfe der Polizei durchgesetzt werden. Dass die Antifas maskiert (vermummt) auftraten, sei feige und schüchtere ein. Verklagen! Das Recht und der Staat müssten gegen terroristische, gewaltätige Linksextreme verteidigt werden, der Dozent und der Denunzierte müssten in Schutz genommen werden. Und dann wurden auch noch unerlaubt Wände mit Plakaten beklebt – unerhört. Wegen dieser Sachbeschädigung gehören auch die verklagt. Die sollten dafür zahlen bzw. die selbst wieder abpulen. So eine Schmiererei und Hetze! …

    Bei dieser priorisierten Empörung fällt hinten runter, dass ein aktiver Neonazi einen Abschluss (und wohl Karriere) in Jura anstrebt. Noch mehr: das Verhalten und die Methoden der Antifaschist_innen wird mit dem von Neonazis verglichen bzw. gleichgesetzt. Bravo, Ihr Demokrat_innen! Da legt Ihr Euch ja mächtig ins Zeug gegen Nazis, mh? Faschismus ist eine Meinung? Schöne weiter (ins nächste Reich?) Paragraphen reiten?!

    Gibt es an der RUB und in jener Lehrveranstaltung auch Burschis?

  • #50
    Bürger

    Ist es gerecht mit (un)rechten Methoden gegen die politische Rechte zu protestieren?
    Ist die Welt nach dieser sorgfältig geplanten Aktion nun (ge)rechter als vorher?
    Wer diese Fragen beantworten kann, weiß auch hinter welchem Recht(s) er eigentlich steht.

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  • #52
    Nansy

    Wie kommt es bloß, dass mich die Diskussion hier so sehr an den Radikalenerlass (oder Extremistenbeschluss) der 70ér Jahre erinnert?
    Damals gegen linke Extremisten (..fanden wir alle gar nicht gut)…
    Heute ähnliche Forderungen gegen Rechte und Nazis (..finden alle sehr gut)…
    Und nun bin ich gespannt darauf, ob mir jemand den Unterschied erklären kann…

  • #53
    paule t.

    @ #44,45; Stichwort „Feuer mit Feuer bekämpfen“:
    Ich hätte ja nicht gedacht, dass Befürworter_innen dieser Aktion selbst sagen, dass das von denen der Nazis nicht unterscheidbare Methoden sind …

    Und noch mal: So scheiße es ist, mit einem Nazi an derselben Uni zu studieren (ich würde jede Zusammenarbeit verweigern), so ärgerlich es ist, wenn Nazis sich dabei Werkzeuge für ihren Mist aneignen – der darf das. Ich bin froh darüber, in einem Staat zu leben, in dem die Erlaubnis zu studieren nicht vom Wohlwollen des Staates, der Kommiliton_innen oder selbsternannter politischer Sittenwächter_innen abhängt. Auch wenn das leider solchen Leuten zugute kommt.

    Dass die Fachschaft Jura die Nazi-Aktivitäten als „parteipolitisches Engagement“ verharmlost hat, geht dabei natürlich gar nicht und wird hoffentlich richtig gestellt.

  • #54
    aktion-reaktion

    Offenbar sind sich alle Augenzeugen einig darin, dass von den Antifas zunächst keine Gewalt ausging. Erst nachdem der Prof versuchte jemanden gewaltsam raus zu schmeißen bekam er dabei etwas auf die Nase und erst als sich Studierende einmischten und versuchten Leute gegen ihren Willen festzuhalten wurde Gegengewalt angedroht(vom Einsatz der angeblichen Schlagstöcke war jedenfalls nichts zu lesen). Genauso kam es anscheinend zu keinen weiteren Auseinandersetzungen nachdem den Antifas freier Abzug gewährt wurde.
    Eigentlich ist nach den gleichlautenden Aussagen der vermeintlichen Augenzeugen somit ziemlich klar wer die Situation eskaliert hat und vom wem die Handgreiflichkeiten ausgingen. Erstaunlich wie diese das ganze aber bei ihrer Einschätzung dann komplett auf den Kopf stellen.

  • #55
    paule t.

    @ #47, Link zum Interview mit Zick:
    Das Interview ist sehr lesenwert mit seinen Aussagen über die Gefahren, die von den Strategien der Nazis an Hochschulen ausgehen. Es fällt aber hoffentlich auch auf, dass er solche massiven Aktionen nicht für sinnvoll hält und das Recht auf Bildung auch für solche Leute nicht in Frage stellt.

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  • #57
    Dortmunder45

    Ich weiß auch nicht, ob solche Aktionen dabei helfen, Brück an der Uni zu isolieren. Mehr schadet ihm wahrscheinlich, dass er und sein Umfeld vom Staats- und vom Verfassungsschutz überwacht werden. Und die meisten heutigen Jura-Studenten möchten sicher nicht in ein paar Jahren ihre Bewerbungen beim Staat oder bei großen Unternehmen kommentarlos zurückbekommen 🙂

  • #58
    Tschayna

    Wenn Gewalt ein patentes Mittel gegen Nationalsozialismus wäre, hätten die Allierten schon vor 70 jahren die ganze Arbeit erledigt. Dies ist eo ipso fehlgeschlagen. Das einzige Mittel gegen die Verwirrung des Nationalsozialismus ist weiterführende Bildung um eventuellen Märtyrern und mystifizierenden Anhängern den Boden zu nehmen. Die Antifa wirkt kontraproduktiv und steht den eigenen Zielen unbewusst im Wege. Vielleicht sogar bewusst, denn :,, wenn man weiss wer der böse ist, hat der Tag Struktur“ Volker Pispers. Was die Rote Armee nicht geschafft hat, werden auch nich zwanzig Weihnachtsmänner erledigen. Und hat mal einer überlegt was für ein Geltungsgefühl diesem Michael Brück damit vermittelt wird? Eine ganze Uni steht Kopf weil klein Michi sich für nen Arier hält und alle haben Angst das Michi morgen wieder die Öfen anheizt? Destruktive Menschen lieben diese Form der Aufmmerksamkeit. Vll sollten die 20 Weihnachtmänner öfter einen Seminarraum betreten ohne ihn zu stürmen. Marx würde sich im Grabe drehn.

  • #59
    Arnold Voss

    1. Der geoutete ist nicht nur ein bekannter, ideologisch und organisatorisch führender Nazi sondern ein verurteilter, aggressiver und reueloser Wiederholungsstraftäter.

    2. Dieser Mann will Jurist! werden.

    3. In Zeiten des Internets will aber Niemand! an der betroffenen juristischen! Fakultät bis zu diesem Outing davon gewusst haben.

    Ich kann es nicht glauben.

  • #60
    Studentin

    Ist es nicht interessant, dass 80% der Jura Studenten ,die sich in dem Saal befanden alle das selbe sagen?Während fremde Außenstehende, die nicht dabei waren, meinen sie könnten die Situation besser beurteilen bzw. Sie hätten so viel besser reagiert. Finde den Fehler. Ich glaube auch, dass sich hier gerade nicht wenige der linken Leute äußern, die sich natürlich zu aller erst selbst in Schutz nehmen wollen! Allerdings frage ich mich ganz ehrlich wo man „bei dem Großteil der angehenden Juristen“ herausliest es wäre ihnen „egal“ ob unter ihnen ein Nazi sitzt oder sie würden es sogar unterstützen und tolerieren?! Ich lese genau das nirgendswo und ich finde, wenn man so etwas anführt , sollte man doch wenigstens handfeste Zitate bringen. Viel mehr wurde deutlich, dass die Studenten versuchten die Situation aus ihrer Sicht zu erklären, also den Gegenpart zu diesem Artikel zu schaffen! Viele geben auch offen und ehrlich zu , dass der Prof zuerst handgreiflich geworden ist, allerdings nur um die antifas aus dem Raum zu schicken. Was viele hier überlesen, sind Fakten wie die protestierenden kamen mit Masken und Schlagstöcken! Das kehren einige unter den Tisch. Eine solche Form von demo ,auch wenn diese nur den Zweck hatte auf Brück aufmerksam zu machen , ist von einem Professoren nicht zu dulden! Juristen vertreten im allgemeinen die Demokratie, ja, dass stimmt. Aber das hat nichts mit dem Verhalten zu tun. Ich kenne einige Leute aus der Vorlesung die bedeutend mehr Angst vor der Tatsache haben das Brück da sitzt und noch mehr denen es lieb wäre ,er würde exmatrikuliert! Ob das rechtlich möglich ist , ist ne andere Angelegenheit! Aber darum geht es den Studenten hier nicht und wer aufmerksam ihre Kommentare lesen würde, würde das auch merken! Sie wollen nur die Situation aus ihrer Sicht richtig stellen und allenfalls ihr handeln rechtfertigen, nicht aber einen neonazi schützen! Das ist kompletter Schwachsinn! Da ging und es geht es überhaupt keinem hier drum. Natürlich hat auch er seine Rechte , aber es ist nicht wirklich so , als hätten die Jura Studenten ihn schützen oder unterstützen wollen. Sie haben nur den Professor unterstützt. Es stimmt allerdings ganz genauso dass die antifa relativ ruhig und friedlich versucht hat das vorzutragen was Sie sagen wollten, hier hätte Borges als das Geschrei anfing nicht handgreiflich werden dürfen, aber auch er ist nur ein Mensch! In unseren Hörsälen sollten solche Szenen sich nicht ereigenen, auch wenn die Antifas irgendwo recht haben und ich kann euch versichern ein Großteil der Studenten überhaupt nicht will, dass er unter uns sitzt. Das war aber durch die aufeinander folge von Ereignissen und diesem Chaos in dem Moment egal. Man wollte nur dem Prof helfen. Und zu meinem Vorredner. Niemand kennt jedem der neben ihm sitzt namentlich bei 300 Leuten. Wenn Brück sich nun unauffällig verhalten hat , kann niemand direkt davon ausgehen , er könnte ein Nazi sein bzw ihn zu googlen! Ich persönlich google nicht sofort jeden den ich tagtäglich an einer Uni mit 39.000 Studierenden sehe oder kennenlerne.

  • #61
    Jura Studentin

    @tschayna , ich kann dir nur voll und ganz zustimmen! Für Brück war das mehr Bestätigung, als alles andere! Denn auch ihm hat diese ganze Aktion mehr Aufmerksamkeit eingebracht , als er unter normalen Umständen bekommen hätte. Er hat da gesessen und gelacht, während die antifa den Raum stürmte , ich glaube das sagt alles.

  • #62
    Paul

    An #60 Studentin:

    Ich habe hier Videos vorliegen. Die zeigen das, was du ja hier zumindest auch geschildert hast.

    Das Verhalten der Studierenden, sich da vor den Professor zu stellen, soll auch nicht in Abrede gestellt werden. Das ist mit Sicherheit eine Situation gewesen, die für viele Erstsemester auch eine Premiere gewesen war. Eventuell sollte man diesen Vorfall auch gemeinsam aufarbeiten.

    Auch dass der Professor so reagiert hat, kann in so einem „Gefecht“ passieren. Es war aber nicht die beste Handlungsentscheidung. Aber auch darum ging es mir nicht in meinem letzten Beitrag. Wie gesagt: Kritik an dem Vorgehen der Antifa ist vertretbar und auch in Teilen der „Szene“ wird diese Art von Outing-Politik nicht unkritisch gesehen.

    Allerdings möchte ich in diesem Fall auch sagen, dass ein Outing geboten erscheint. Angesichts der zahlreichen Berichte und Videos über diesen Naziführungskader ist es auch fraglich, ob damit Persönlichkeitsrechte verletzt würden. Der Mann ist zumindest im Ruhrgebiet eine Person des öffentlichen Lebens geworden. Bei Youtube sollte man einfach nur den Namen „Michael Brück“ eingeben. Der WDR hat sich nicht nur einmal mit dieser Gestalt befasst.

    Insofern ist es wichtig, dass auch die Studierenden, die dankenswerterweise nicht alles und jeden durch Google jagen, wissen, wer da neben ihnen sitzt. Wer die rechte Gefahr in Dortmund negiert, kann sich zum stillen Mittäter machen, die NSU-Morde und Waffenfunde in der Szene zeigen, wie weit das gehen kann.

    Und noch einmal zum Professor zurück: Die Fachschaft hat behauptet, Professor Borges – der fachlich ohne Zweifel zu den Leuchttürmen der Fakultät gehört! – habe besonnen reagiert. Das ist ja angesichts der Vorgänge nahezu absurd. Genauso wie da behauptet wird, dass Leute, die sich für rechtsextremistische Gruppierungen verantwortlich zeigen und unverblümt als Antisemiten auftreten sowie Straftaten begehen gegen andere, sich lediglich „parteipolitisch engagieren“ würden. Deswegen solle man diese nicht diskriminieren.

    Die Fachschaft muss dringend Konsequenzen ziehen.

    Um das festzuhalten: Dieser Mann ist mitverantwortlich für einen Neonazi-Angriff auf eine friedliche Maikundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Er ist Führungskader im NWDO und bei „Die Rechte“. Er trägt Kleidung, die ohne Zweifel mit dem Nazi-Terror von 1933 (und davor) bis 1945 in Verbindung gezogen werden. Das ist kein „parteipolitisches Engagement“, der geht nicht einmal im Monat in den SPD-Ortsverein Brambauer und im Wahlkampf zweimal Plakate kleben. Der Mann will diesen Staat aushebeln. Deswegen darf er in diesem Staat keine führende Tätigkeit ausüben!

    http://lfa.blogsport.de/images/MichaelBrck.pdf

  • #63
    OiOiPaul

    @#52
    ganz einfach. rechts- und linksradikale als gleichsam abzulehnende extreme irgendeiner bürgerlichen mitte zu betrachten… ist blödsinn.

  • #64
    Paul

    # 61:
    Sinn der Veranstaltung ist, dass dieser Mann auch die volle Aufmerksamkeit bekommt. Einige Kommilitoninnen und Kommilitonen haben nun sicherlich mal gegooglet, was das für ein Zeit“volksgenosse“ ist. Das wäre ohne diese Aktion möglicherweise nicht passiert.

    Und mancher Antifa-Aktivist nimmt dabei sicherlich auch in Kauf, für solch eine Aktion kritisiert und noch kritischer beäugt zu werden. Ihr sitzt aber nicht mit diesen Antifa-Leuten in einem Hörsaal, sondern mit einem krassen Neonazi. Es liegt an euch, wie ihr mit dem umgeht. Nach dem, was gestern passiert ist, werden die Gerichte alle in Frage kommenden Strafbarkeiten prüfen. Gegebenenfalls wird da auch jemand belangt. Das ist die juristische Perspektive gegenüber den vermeintlichen Tätern. Die politische Perspektive ist die Frage nach eurem zukünftigen Umgang mit diesem Neonazi.

  • #65
    außenstehende können lesen

    Interessant und so typisch, die Aussagen der Jura-Studis …

    Vom wem hier Gewalt ausging, erklärte der Dozent Borges doch im WAZ-Artikel selbst:

    Er habe versucht, einen der vermummten Männer, der mit einem Megafon ausgestattet war, aus dem Hörsaal zu drängen. „Darauf griff mich plötzlich ein anderer Mann von der Seite an und schlug mich direkt ins Gesicht.“

    Jura-Professor bei Tumulten und Gewalt im Hörsaal der Ruhr-Uni Bochum verletzt | WAZ.de – Lesen Sie mehr auf:
    http://www.derwesten.de/staedte/bochum/jura-professor-bei-tumulten-und-gewalt-im-hoersaal-der-ruhr-uni-bochum-verletzt-id8727961.html#plx1950330781

    Wär ja auch auf keinen Fall gegangen, eben in einer Jura-Vorlesung den Protestierenden das Wort zu geben?
    Aber gut, bloß nicht die Ordnung stören … oder wie?

  • #66
    Fabian

    @ Paul
    Die wenigsten kritisieren das Outing, sondern die gewählte Aktionsform. So hätte sich die Antifa auf Flyer und Plakate beschränken können. Maskiert in eine Vorlesung zu stürmen, zu filmen (und damit die Persönlichkeitsrechte von anderen Studenten zu verletzen) und so einen Konflikt mit Dozent sowie den Studierenden zu provozieren ist kontraproduktiv.

    In den nächsten Tagen wird über die gewalttätige Antifa und nicht über den Neonazi geredet werden. Zudem zeigt das Mitbringen von Schlagwerkzeugen doch, dass man zumindest mit Gewalt gerechnet hat und so etwas ist natürlich ein absolutes No-Go.

    Des Weiteren hat natürlich auch ein Nazi das Recht an einer Universität zu studieren. Das unterscheidet nämlich die BRD vom Dritten Reich. Allerdings bedeutet dies nicht, dass er mit abgeschlossenem Studium Funktionen im Staat wahrnehmen wird.

  • #67
    Klaus Lohmann

    @#53 #39 | paule t.:
    Auch einem Nazi kann durch Hochschulgesetze in anderen Bundesländern (z.B. in Thüringen) die Immatrikulation widerrufen werden, wenn er z.B. durch Straftaten der Hochschule schadet – Thema Imageschaden. In Sachsen kann er generell vom Hochschulbetrieb ausgeschlossen werden, wenn er wg. einer Straftat rechtskräftig mit einem Strafmaß von mind. einem Jahr Haft verurteilt wurde.

    In NRW ist dies leider nicht möglich. Insofern sollte man schon differenzieren, wenn man verurteilten Nazi-Straftätern den Hochschul-Zugang als „Grundrecht“ zubilligen möchte.

  • #68
    JoS

    Die Kritik des Schutzes eines Neonazis, so wie ich sie auch in meinem Blog vertreten habe, bezieht sich zuerst auf den Fachschaftsrat und dann auf die Studierenden, die in ihren Kommentaren hören lassen, dass sie die Antifa-Aktion schlimmer finden, als das ein Neonazi unter ihnen weilt. Das ist eine klare Aussage.

    Und ich möchte auch noch einmal klar betonen, was Paul andeutet: der Umgang mit der militanten Rechten ist ein gesamtgesellschaftliches Problem. Grade am Fall dem NSU kann man gut sehen, wie der bürgerliche Rassismus, in Verbindung mit dem Versagen der deutschen Behörden, über Jahre hinweg einen Schutzschirm über selbigen gelegt hat.

    Grade als werdende Juristin solltest Du dich entsprechend auch mit dem Verhältnis von Recht und Legetimität auseinandersetzen. Man kann natürlich weiterhin ganz trocken hegelianisch sagen, dass die Verbindung aus Recht und Staat die Freiheit darstelle. Das würde aber der Bedeutung des Rechts – und auch der Jurisprudenz! – in der jüngeren Geschichte nicht gerecht. Auch findet hier keine Abwägung von Rechtsgütern statt.

    Man kann, das hat Paul auch schon gesagt, die Methode des Outings kritisieren. Und unglücklich abgelaufen ist die ganze Aktion auch noch. Aber im Brustton der Überzeugung für die Rechte eines Neonazis zu plädieren, ohne das diese in irgendeiner Form angegriffen worden wären, ist schon bemerkenswert und bedenklich. Diese Apologetik wurde inzwischen ja auch gelöscht. Mal schauen, was folgt.

  • #69
    Jenni

    @#59 | Arnold Voss:

    Also ich hab früher nicht erst über alle Uni-Kollegen nachgeforscht, welche politische Meinung sie vertreten, bevor man mit ihnen redet, du etwa ?

    Kann mir gut vorstellen, dass da einfach keiner etwas von gewusst hat, bis gestern…

  • #70
    Nansy

    @ OiOiPaul #63:

    Ein schöner, ganz einfacher Satz, der eigentlich nichts erklärt. Traue mich kaum, um eine etwas ausführlichere Stellungnahme zu bitten…., wenn es doch so einfach ist.. 😉

  • #71
    Paul

    # 66:
    Ich habe die Studierenden weitestgehend aus meiner Kritik herausgelassen. Das, was hier einige schreiben, finde ich zwar fragwürdig, aber was soll es. Die Kritik gilt dem Fachschaftsrat.

    Ich hoffe, dass diese Art der Auseinandersetzung natürlich nicht Schule macht. Professoren (damals gab es fast keine Professorinnen) mussten um ’68 herum sich öfter mit solchen Situationen auseinandersetzen. Das ist auch bestimmt nicht einfach für den Professor gewesen – trotzdem. Die Fachschaft schreibt: Der Professor war besonnen. Das war er aber eben nicht. Das ist das, was ich kritisiere.

    Und natürlich kann ein Neonazi in den Staatsdienst eintreten. Die Partei „Die Rechte“ ist nicht verboten, solange Handlanger – und das ist gängige Praxis – Taten gestehen, die gelegentlich auch die „Männer im Hintergrund“ selbst begehen, werden Leute wie der Jura-Neonazi mit weißer Weste ohne Probleme als Staatsanwälte etc. arbeiten können.

  • #72
    Stullenkaiser

    @65: „Wär ja auch auf keinen Fall gegangen, eben in einer Jura-Vorlesung den Protestierenden das Wort zu geben?
    Aber gut, bloß nicht die Ordnung stören … oder wie?“

    Wie reagieren Sie denn, wenn bei Ihnen 20 Vermummte in Ihre Wohnung eindringen und Rabatz machen wollen? Ich für meinen Teil würde diese Eindringlinge ebenfalls versuchen, rauszudrängen.

  • #73
    Überraschter Leser

    Die Schreiber, die bei dem Vorfall dabei gewesen zu sein scheinen, geben eine komplett andere Darstellung als die, die nicht dabei gewesen sind aber dem „richtigen“ politischen Milieu angehören.
    Eigentlich glaube ich aus der Kenntnis der Antifa heraus, die auch schon einmal kräftig zulangen im „proletarischen“ Kampf eher den Augenzeugen.
    Den Antifas ins Stammbuch ein Ausspruch ihrer Ikone R.Luxemburg:
    Freiheit ist immer die Freiheit des anders Denkenden.
    So und nicht anders.

  • #74
    hulk

    Laut gut informierter Quellen studiert Michael Brück Jura, um die Menschen, die ihm im April sein Handy wegnehmen wollten, vor Gericht zu bringen: http://www.youtube.com/watch?v=S-u2ZxTTC20

  • #75
    Klaus Lohmann

    @#71 | Paul: Auch wenn es Brück bislang geschafft hat, sich ohne Verurteilung durch sein braunes Leben zu mogeln, ist eine verfassungsschutzseitige Aktennotiz allein durch seinen „Antisem.it“-Verlag, der neben anderen verfassungsfeindlichen Produkten bis Anfang des Jahres ja auch noch NPD-Devotionalien vertrieb, sicher. Da wird es dann nix mit Staatsanwalt und so…

  • #76
  • #77
  • #78
    hulk

    @73: «… und dieses Wort von der Freiheit der Andersdenkenden bezieht sich auf den sozialistischen Pluralismus, auf die Meinungsvielfalt des revolutionären Lagers. Nicht gemeint ist damit Freiheit für Gegner der Revolution, der – von ihr, von Rosa Luxemburg sogenannten – Halunken in der Mehrheitssozialdemokratie. Nein, dies ist kein liberaler, kein demokratischer Pluralismus, der mit diesem Wort angestrebt wird, es ist ein Plädoyer gegen die Diktatur einer Parteiführung oder auch einer selbsternannten Avantgarde, aber mehr als das ist es nicht. Und insofern wird dieses wunderbare Wort, das jedenfalls so eingängig klingt, meistens falsch interpretiert.»
    Heinrich August Winkler

  • #79
  • #80
    Paul

    # 75
    Das wird das Bundesverfassungsgericht zu beurteilen haben. Und da bin ich gespannt, ob die von Ihnen genannte Auffassung zutrifft. Ich würde es hoffen, glaube es aber nicht.

  • #81
    Hansens

    Öffentlicher Raum =/= Öffentliche Einrichtung =/= ich kann machen, was ich will, egal was da gerade ist.
    Ideale weniger =/= Realität

    Bei aller Abneigung zu Nazis verstehe ich nicht, wie Leute so selbstgerecht sein können und hier auch noch verlangen, verstanden zu werden.

    Ihr rennt in einem Saal, wo eine Veranstaltung stattfindet, fragt den Prof. nicht einmal, ob ihr kurz was sagen dürft, sondern legt einfach mal mit einem Megafon, EINEM MEGAFON!!!!! los und dann wundert ihr euch -nach mehreren Aufforderungen den Saal zu verlassen- dass der Typ euch rausschieben möchte.
    Und auf ein RAUSSCHIEBEN folgt IHM DIE NASE BLUTIG SCHLAGEN!!!
    Gehts noch?
    Und dann irgendwie noch behaupten für Toleranz einzutreten, ist einfach nur lachhaft.
    Nur weil ihr gegen das Asipack von rechts seid, seid ihr nicht besser.

    Dann widersprechen eurer abstrusen Darstellung der Ereignisse auch noch die MEHRHEIT DER ANWESENDEN und nicht ideologisch verblendeten Studierenden, und was folgt darauf? Der Vorwurf sie würden den Nazi schützen und irgendwelche hinweise auf die NSU!!! DIE NSU!!! WEIL EIN KLEINER FASCHO IN DER VORLESUNG HOCKT!!!!

    Wenn wir solch abstruse Vergleiche hier anstellen, dann möchte ich sagen, dass wir ebenfalls die Linksextremen von der Uni bannen sollten, bevor sie anfangen eine Revolte zu starten und die selbstdefinierte „Bourgeoisie“ auf den Straßen zu erschießen. Heute hauen sie Profs in der Vorlesung, morgen brennen sie das Rathaus nieder oder was?

    Vielleicht sollten die selbsternannten Kämpfer der Toleranz mal ab und zu, EINMAL DIE WOCHE oder so sich außerhalb ihrer sektenhaften Kreise bewegen, damit sie auch mal mit der Normalität in Kontakt kommen.

  • #82
    Klaus Lohmann

    @#80 | Paul: Ich gehe nicht davon aus, dass Brück wg. Verteilung von NPD-Propaganda als verfassungsfeindlich eingestuft wird, denn das geschieht eher durch den Betrieb des „Antisem.it“-Verlags und die Mitgliedschaft beim seit kurzem verbotenen NWDO.

  • #83
    Paul

    # 81
    Erstens: Nationalsozialistischer Untergrund (NSU). Das Wort Untergrund ist männlich. Also heißt es auch: Der NSU.

    Zweitens: Das ist kein kleiner Neonazi. Hier und auch woanders im Netz ist doch oft genug auf entsprechende Links und Videos hingewiesen worden. Dieser Mann spielt im Dortmunder Nazi-Milieu keine nachrangige, sondern eine führende Rolle. Und die Verknüpfungen zwischen NSU und Dortmunder Szene kann man hier nachlesen: http://www.derwesten.de/wirtschaft/nazi-netzwerk-in-dortmund-ist-groesser-als-vermutet-aimp-id7974205.html.

    Drittens: Was ist an einem Megafon schlimm? Ich habe nicht verstanden, warum das jetzt komplett in großen Buchstaben geschrieben werden muss.

    Viertens: Das Posting regt sich vor allem über das „MEGAFON“ auf. Welche Form der Großschreibung würde man für Schusswaffen wohl finden?

    Siehe: http://www.derwesten-recherche.org/2012/05/3248/ und http://www.focus.de/politik/deutschland/nrw-verbietet-rechtsextreme-gruppen-polizei-findet-waffen-bei-nazi-razzien_aid_805059.html

    Dieser Mann, um den es da geht, ist Mitglied einer verbotenen Nazizelle gewesen, bei denen man reihenweise Schuss- und andere Waffen gefunden hat. Das kann man ja wohl nicht mit so einer Szene dort vergleichen.

    Dass die Art und Weise des Outings da kritikwürdig ist, habe ich an anderer Stelle schon geschrieben. Mir ist kein linksautonomer an der Universität bekannt, der in Gruppen Mitglied ist, die einfach mal so verbotenerweise Waffen hortet. Und die stehen auch in keiner Verbindung zu einer Terrorzelle, die nach bestimmtem Muster Leute umgebracht hat. Ist nun mal so. Dieses ewige Gleichsetzen von Rechts- und Linksextremisten ist intellektuell wirklich eine Zumutung.

  • #84
  • #85
    Klaus Lohmann

    @#81 | Hansens: Bei Ihrem Geschreie hoffe ich, dass Sie zumindestens ein brauchbares Musik-/Vokalstudium absolvieren, wenn Sie schon behaupten, vom Unibetrieb irgendwie Ahnung zu haben. Die richtig wilden Zeiten an Universitäten sind Ihnen aber offensichtlich völlig unbekannt.

  • #86
    Paul

    # 82

    Das Posting vergisst, dass es für „Outings“ entsprechender Personen sogar eine staatliche Stelle gibt, die entsprechenden Gesuchen sogar Namen und Akten preisgibt. Da beschwert sich niemand drüber. Erst kürzlich wurde eine Top-Agentin wohl enttarnt durch die Presse, die für die Bundestagsfraktion der Linkspartei gearbeitet hat. Insofern gibt es das schon. Und dieses „Outing“ ist noch relativ harmlos.

    Und was heißt „ganz hart durchgegriffen“?

    Dieser Mann ist führender Kopf einer Widerstandsgruppe gewesen, die verboten wurde. Die wurde nicht verboten, weil Waffen und verfassungswidrige Schriften etc. gefunden wurden. Diese Leute haben mit über 100 Leuten eine Maidemonstration des Deutschen Gewerkschaftsbunds in Dortmund überfallen. Dieser Student sucht immer wieder selbst die Öffentlichkeit, ein Bericht von WESTPOL (WDR) zeigt den Herrn, wie er permanent das Kamerateam verfolgt. An anderer Stelle tritt er als Redner öffentlich auf. Wo ist das Problem, diesen Typen zu „outen“?

  • #87
    Sören

    #81
    Der NSU war nachweislich in Dortmund vernetzt mit der Rechten Szene und hat dort auch einen Mord begangen. Auch wenn noch keine konkreten Personen überführt werden können gehörte Brücks mittlerweile Verbotene Kameradschaft Nationaler Widerstand Dortmund zu den Gruppierungen die der NSU inhaltlich am nächsten standen und sich ebenfalls an der Schwelle zum Naziuntergrund bewegt hat. Kooperationen der beiden Gruppierungen sind bislang nicht konkret nachgewiesen werden aber von vielen Experten für wahrscheinlihc gehalten. Brück ist ausserdem, wie hier mehrfach eindrucksvoll belegt wurde, kein „kleiner Fascho“ sondern ein führender Kader.
    Damit sind vergleiche zum NSU nicht weit hergeholt sondern absolut angebracht.

    Es ist die Ignoranz von Menschen die das Stören ihres Alltags (einer Vorlesung) oder das umgehen eines Redeverbots durch Autoritäten (Der Dozent gegenüber dem Verlesen eines Textes) mehr stört als die Arbeit von Neonazis. Solange die Nazis nur im persönlichen Kontakt unauffällig sind und ihre Straftaten woanders verüben.

    Was mich ausserdem stört ist das die antifa-Aktivisten doch genauso vor Ort waren weshalb mir nicht klar ist warum ihre berichterstattung weniger wert haben sollte als die anderer Augenzeugen.
    Ausserdem finde ich befremdlich das immer unterstellt wird die Gruppe kam von Aussen und daher könnten es keine Studis und auf keinen Fall jura-Studis sein. Woher will man das denn wissen? ich dachte sie waren als weihnachtsmänner verkleidet.
    Ich hoffe für den Fachbereich Jura das es dort wenigstens ein paar Leute mit Engagement gab die sich an der Aktion beteiligt haben. Das können sie jetzt natürlich nciht zugeben weil sie für ihr engagement ja mit Anzeigen bedroht werden.

    Interessant wird auch das hier einige der Jura Studis sich durchaus kritisch über das verhalten ihres Profs geäußert haben. Aber trauen sie sich auch im zweifel gegen ihren Prof auszusagen…? Schliesslich hat dieser Anzeige erstattet um sein eigenes Verhalten zu legitimieren

  • #88
    Paul

    Nachtrag: Es gibt jetzt auch eine Stellungnahme der Universität, die von der Juristischen Fakultät geteilt wird:

    http://zrsweb.zrs.rub.de/juranews/2013/12/03/absolut-indiskutabel/

    Es ist dort die Rede von einer Verletzung der Persönlichkeitsrechte. Ich sehe beim besten Willen nicht, wo die Persönlichkeitsrechte des Neonazis verletzt worden sind. Jemand, der in der Öffentlichkeit als Neonazi auftritt, kann nicht in seinen Rechten verletzt worden sein, wenn er in der Öffentlichkeit als Neonazi dargestellt wird.

    Und ob das – emotional nachvollziehbare – Wirken des Professors tatsächlich als „vorbildliches staatsbürgerliches Verhalten“ bezeichnet werden kann – ich weiß es nicht.

  • #89
    Hansens

    #84
    Erstens: Danke für die grammar-nazihaftigkeit. 😉
    Leider bin ich Migrant und mache ab und an mal Fehler bei Personalpronomen, da meine Sprache keine kennt.

    Zweitens: Seine SOO GROOSSSE ROLLE war deutlich sichtbar, in dem Video, wo sie zu DRITT!!!! DRITT IN EINER STADT MIT MEHR ALS NER HALBEN MILLION MENSCHEN!!!! und kurz vorm Heulen sind, weil die AntifaschistInnen sie geradezu dazu bringen. Lies mal den Artikel selbst. KEINE DIREKTE VERBINDUNG FESTZUSTELLEN. Den Faden, den du da spinnst, ist genauso realitätsfremd, wie die 300 angehende Juristen nun alle Nazis sind, weil sie im selben Hörsaal saßen und manche dann auch noch die Antifa angriffen.

    Drittens: Naja, was ist an einem Megafon so schlimm? WENN MAN EINE VORLESUNG HÄLT STÖRT DAS EIN WENIG, WENN IRGENDEIN SPASSVOGEL MEINT MIT NEM MEGAFON DA REINZURENNEN UND IRGENDWAS ZU ERZÄHLEN!!! GEHT DAS NICHT IN DEINEM SCHÄDEL!?!?!?! GRÖSSER KANN ICH DAS NICHT SCHREIBEN UND BESSER VERSTEHEN KANNST DU ES ANSCHEINEND EH NICHT!!!!

    Viertens: Danke wieder mal für eine Übertreibung ohne Ende. Diese Schusswaffen WAREN NICHT IN DEM HÖRSAAL ODER??? Mich interessiert auch nicht, wieviel und was für Dildos der Type oder du oder sonstwer haben. Deinen Megafon kannst du auch gerne daheim haben und benutzen, wenns deine Nachbarn nicht stört. ABER DAS HAT DOCH ALLES NIX IM HÖRSAAL VERLOREN!!!!
    Und noch mehr Übertreibung, danke!!!! JETZT IST COMBAT 18 AUCH MIT DABEI!!!!
    Da habe ich komischerweise nirgends den Namen des Betroffenen oder NWDO gelesen. KANNST DU DENN LESEN!?!?!?!?

    DIR ist sie nicht bekannt ja? MIR ist noch kein einziger Nazi begegnet, der mich verprügeln wollte, obwohl ich eindeutig nichtdeutscher Herkunft bin. Den Jurastudierenden von gestern sind Antifa mit SCHLAGSTÖCKEN begegnet, die ihnen drohten, OBWOHL SIE KEINE NAZIS SIND!!! Was machen wir denn da nun? Doof mit den persönlichen Erfahrungen ne?

    Das Einzige, was intellektuell eine Zumutung ist, ist die Tatsache, dass du und deine Sektenkollegen der Meinung zu sein scheinen, dass ihr die Wahrheit und das Gute auf Patent habt und tun und lassen könnt was ihr wollt. Ebenso ist es eine Zumutung mit jemandem zu diskutieren, der in einem Weltbild gefangen ist, welches nichts mehr mit der Normalität zu tun hat.
    Wie gesagt, öfter mal mit Leuten AUSSERHALB der Sekte sprechen, dann siehst du die Welt auch bunt, und nicht nur in rot/braun.

  • #90
    Sebastian

    @ Paul

    „Und die stehen auch in keiner Verbindung zu einer Terrorzelle, die nach bestimmtem Muster Leute umgebracht hat. Ist nun mal so“

    Das ist eben NICHT so, das Gericht ist im Moment beschäftigt diesen Prozess zu führen.

    Es ist ja nichtmal die Beweisaufnahme zuende. Oder haben sie eine Zeitmaschine?

    Wir sind hier nicht in der antifaschistischen Sowjetunion mit Schauprozessen und Genickschussorgien und Gulags so von wegen Extremismustheorie als Einwurf.

    “ Dieses ewige Gleichsetzen von Rechts- und Linksextremisten ist intellektuell wirklich eine Zumutung“

    Stimmt, die Linksextremisten haben mehr Menschen umgebracht. Die Sowjets habe schon Millionen und Abermiilionen in der Ukraine durch Hunger ermordet als Hitler nichtmal an der Macht war. Von Mao gar nicht zu reden. Rote Khemer usw.

    Danke das sie uns darauf aufmerksam gemacht haben. Das ist wirkliche eine Zumutung. Fragt sich nur für wen…

  • #91
    hulk

    @Sebastian: jetzt haben Sie sich selbst geoutet. Wer andere Verbrechen mit der Schoah gleichsetzt, versteht nichts!

  • #92
  • #93
    Paul

    # 89
    Ich bin kein „Sektenkollege“ und gehöre auch keiner Gruppe an, die mit den Aktionen von gestern zu tun hat. Es ist auch nicht unbekannt, dass es personelle Überschneidungen der einzelnen Nazigruppierungen in Dortmund gibt. Es gibt bei Youtube so viele Videos, wo der Typ rumläuft und redet und was auch immer tut. Insofern bringen diese Verharmlosungen gar nichts. Ich lese die Texte sehr wohl und habe mich mit der Dortmunder Szene wirklich ausgiebig befasst. Und Großbuchstaben machen nichts besser.

    Wo sind Schlagstöcke eingesetzt worden? Auf dem Video da erkenne ich das nicht. Und wenn sie eingesetzt wurden, ist das zu verurteilen. Auf dem Video, das mir vorliegt, sagen die Aktivisten klar, dass sie nach dem Verlesen des Statements gehen würden. Da ist kein MEnsch mit dem Vorsatz reingegangen, körperliche Gewalt anzuwenden. Dann eskaliert die Geschichte. Dafür trägt die Gruppe natürlich die Hauptverantwortung. Ein anderes Verhalten des Professors (eben nicht handgreiflich zu werden) hätte aber Schlimmeres verhindern können. Ich habe aber an anderer Stelle schon geschrieben, dass dem Professor da trotzdem Verständnis entgegen zu bringen ist.

    Trotzdem bleibt es doch dabei, dass dieser Typ ein Nazi ist und es keine Rechtfertigung dafür gibt, ihn in Ruhe studieren zu lassen. Dieser Mann muss sich damit auseinandersetzen, dass seine politische Haltung eben nicht einfach so hingenommen werden kann.

    Und ja: Mir sind an der Uni schon Neonazis begegnet und ich bin auch schon auf zwei Campusfesten von denen angegangen worden. Und das, obwohl ich kein „Sektenkollege“ bin.

    Und genauso ja: Wenn Leute Waffen lagern, um damit ihren politischen Willen durchzusetzen, dann ist mir eigentlich egal, ob diese Waffen nur im „politischen Kampf“, auf „Negerjagd“ (nicht mein Ausdruck) oder beim Überfall auf alternative Kneipen und Begegnungshäuser benutzt werden oder auch auf dem Weg in den REWE oder in der Universität.

    Wenn du meine Statements hier gelesen hättest, hättest du auch erkennen können, dass ich eben nicht der Antifa angehöre. Aber das passt ja bei deinem schwarz/weiß-Geschreibe

    # 90

    http://de.wikipedia.org/wiki/Kriegstote_des_Zweiten_Weltkrieges

    Für 55 Millionen tote Menschen gibt es eine Kausalkette. Die beginnt am 1. September 1939. Die da nicht komplett eingerechneten Millionen ermordeten Juden, politisch Verfolgten, Sinti und Roma, Euthanasieopfer etc. sind da nicht mit einbezogen. Wer in diesem Lichte so ein Posting schreibt, enttarnt sich selbst als Neonazi.

    Maoismus und Stalinismus sind für mich übrigens auch nicht links.

  • #94
    Klaus Lohmann

    @#88 | Paul:

    Brück selbst hat anscheinend keinerlei Probleme mit Persönlichkeitsrechten:
    http://www.dortmundecho.org/2013/12/ruhr-uni-linke-stoeren-vorlesung-und-greifen-professor-an/ (vorsicht, braunes HTML;-) und droht lieber die Anwendung seines „neuerworbenen Wissens“ gegen alles an, was für Nazis irgendwie links ist.

  • #95
    Hansens

    Lieber Paul, ich verharmlose hier nichts. Ich habe nur was dagegen, dass Leute wie du versuchen Zusammenhänge zu schaffen, die garnicht da sind (z.B. NSU, Combat 18, NWDO/Brück). Deine Artikel verweisen auf diese drei VERSCHIEDENE Gruppierungen mit VERSCHIEDENEN Namen und VERSCHIEDENEN Zielen, auch wenn sich manche von denen sich überschneiden (Aber wenn du meinst, dass die das alle gleich macht, dann ist die Antifa mit dabei, weil sie ja auch alle irgendwo Antikapitalisten sind, nicht wahr?)

    Es ist schön, dass die EIN Video vorliegt. In den vergangenen Kommentaren findest du einen Haufen Menschen, die behaupten dagewesen zu sein und dass die „Outer“ die Studierenden, die den Typen, der den Prof geschlagen hat, festhielten mit Schlagstöcken gedroht haben.
    Natürlich, wenn man das ideologisch gereinigt liest, steht da
    OPRESSOR PROF HAT UNS FASCHISTISCH GEDROHT DA MUSSTEN WIR UNS DOCH WEHREN!!!
    Aber das meinte ich vorhin schon mit Ideale weniger =/= Wirklichkeit.

    Deine Argumente wiederum geben kaum anderes her, als „Ja klar, es hätte ein wenig anders laufen können, aber ALLES IN ALLEM NE GUTE SACHE!“ und genau das war es nicht. Es ist keine gute sache, wenn Unbeteiligte zu schaden kommen, nur damit ein paar selbsternannte Toleranzwächter sich ganz toll fühlen können, dass sie den Leuten einen Nazi präsentieren.

    Wenn du nicht willst, dass er in Ruhe studiert, dann laber ihn so oft außerhalb seiner Vorlesungen voll, wie du nur willst. Da hält dich niemand davon ab. ABER ES IST NICHT IN ORDNUNG EINEN PROF ZU SCHLAGEN, EINE VORLESUNG ZU STÖREN, NUR, WEIL MAN SICH GANZ TOLLE GEIL ANTINAZI FÜHLT!!!!!!!

    Du hast nirgends irgendeine Quelle angegeben, dass de Brück irgendwo Waffen deponiert hat.

    Und ohne den Nazi und seine Taten runterspielen zu wollen: Aber sagt man nicht immer, dass gegen Faschismus die Bildung die beste Waffe wäre? Also warum soll man ihn diese verwehren? Damit er auf ewig im braunen Sumpf bleibt?

  • #96
    Ricardo

    Die Nazigegner für die diversen Stalinismen verantwortlich zu machen verfängt irgendwie nicht. Wer die heutigen Antifas kennt weiß, das die wohl zuallererst in Lagern gelandet wären.

  • #97
    Klaus Lohmann

    @#95 | Hansens:

    „Natürlich, wenn man das ideologisch gereinigt liest, steht da
    OPRESSOR PROF HAT UNS FASCHISTISCH GEDROHT DA MUSSTEN WIR UNS DOCH WEHREN!!!“

    Könnt Ihr Hobby-Linkenhasser uns Normalos mal erklären, was ihr so den ganzen Tag für’n Zeuch raucht?? Brauner Krauser?

  • #98
    Hansens

    Kannst du Hobby-Revoluzzer mir erklären, inwiefern das nicht mit den bisherigen Kommentaren übereinstimmt?
    Es wurde suggeriert, dass der Prof mit Brück sympathisiert, es wurde suggeriert, dass die restlichen Studierenden sich mit ihm solidarisiert hätten, während die Anwesenden oft und detailreich erklärt haben, dass das nicht der Fall ist.
    Dann wird versucht zu rechtfertigen, dass wenn man nach mehrmaligen Auffordern zum Verlassen geschubst wird, es völlig OK sei EINEN PROFESSOR BLUTIG ZU SCHLAGEN!?!?!?!?
    Was rauchst du den ganzen Tag? Kräutertee?

    Und Hobby-Linkenhasser bin ich auch nicht. Hör auf jetzt in die Opferrolle zu schlüpfen (und bitte nicht weinen).
    Es ist einfach nur nervig, wenn intolerante ideologisch verblendete Menschen jeglicher Coleur meinen, dass sie Scheiße bauen dürfen und der Zweck die Mittel schon heiligt.
    Wo hat das was mit Links zu tun, wenn Studenten bedroht und Profs geschlagen werden? (Oder spielst du auf die guten Zeiten mit dem Mao an, dann ist alles klaro).

  • #99
    Andi

    Mal aus Neugier: Warum war es den Antifa-VertreterInnen anscheinend nicht möglich, dem Professor gegenüber das Grundmaß an Höflichkeit zu zeigen ihn vor(!) der Aktion mindestens über selbige zu informieren, besser noch einfach mal zu fragen, ob er damit einverstanden ist oder das Anliegen gar irgendwie hilfreich unterstützen kann? Das war ja nun nicht so akut zeitkritisch, dass es auf Minuten oder auch nur Tage angekommen wäre.

    Oder ist Höflichkeit zu spießig und nicht radikal aktivistisch genug?

  • #100
    Paul

    Hansens,
    woanders schreibst du ja noch ein Stück schöner.

    Ich halte davon nichts, überhaupt irgendwen zu schlagen. Und ja: Grundsätzlich finde ich es richtig, Nazis zu outen.

    Und es reicht doch, Mitglied in einer terroristischen Vereinigung zu sein. Da muss man nicht selbst die Waffen im Keller haben. Du verharmlost hier ganz schön und tust so, als wäre ich blöd. Den Gefallen, dann aber auch wirklich so zu sein, tue ich dir nicht.

    Ich kann mir schon vorstellen, wie du dann, vielleicht ein wenig wie Freisler, deinen Text vor deinem Rechner zunächst leise vorliest. Und beim ersten „MEGAFON“ wirst du dann gleich so laut in dem Willen, irgendwen oder irgendwas zu zersetzen. Stell dir mal vor, jemand würde mit dir so reden, wenn man das Geschriebene hier aussprechen würde.

  • #101
    der, der auszog

    Vom Prinzip her ist es lobenswert sich gegen Nazis zu engagieren und dazu gehört sicherlich auch der Protest gegen Michael Brück, zumal der Knabe kein Unbekannter ist und eine Menge Dreck am Stecken hat.

    Muss man dafür aber unbedingt eine Vorlesung stürmen, den regulären Unterrichtsbetrieb lahm legen und dem Professor, der sich das nicht bieten lässt, eins auf die Nase hauen?
    Oder hätte es auch eine andere, weniger provokante und aggressive Möglichkeit gegeben, auf den Umstand aufmerksam zu machen, was da für ein grenzwertiger Zeitgenosse in Bochum seit Neustem Jura studiert?

    Hätte man beispielsweise nicht auch einfach nur Flyer am Hörsaaleingang vor und nach der Vorlesung Hörsaaleingang verteilen können?

    Ich frage deshalb, weil ich glaube, dass Antifagruppen innerhalb der Bevölkerung einen wesentlich besseren Ruf genießen würden, wenn sie sich bei ihren Aktionen nicht so häufig daneben benehmen würden.

    Wir hatten hier in einem anderen Zusammenhang übrigens schon einmal eine ähnliche Diskussion, als Schalke Fans meinten Plaketeklebern der NPD die Autospiegel abtreten zu dürfen.

    Wie weit darf man bei seinem Protest gegen Nazis gehen? Darf man sich in seinem Engagement gegen Nazis auch über geltendes Recht hinaussetzen?

    hier geht’s zum Artikel „Schalke-Fans überzeugten NPD-Wahlhelfer, ein Plakat zu entfernen“: http://www.ruhrbarone.de/gelsenkirchen-schalke-fans-ueberzeugten-npd-wahlhelfer-ein-plakat-zu-entfernen/comment-page-1/#comments

  • #102
    Ricardo

    Sieht alles ganz harmlos aus, bis dem Herrn Professor die Hutschnur platzt:

    https://www.facebook.com/photo.php?v=780984825251256

  • #103
    Guy Fawkes

    Ja manche meiner besten Freunde waren linke Jurastudenten und heute sind sie linke Juristen…

    Ich kann da nicht verstehen welch ein Teufel da die Antifa geritten hat.

    Aus Jurastudenten werden irgendwann auch mal Richter und Staatsanwälte…

    Natürlich ist der Nazityp gefährlich.

    Das Problem hier ist die „Kollektivstrafe“ gegenüber den betroffenen Jurastudenten.
    Es geht nicht an diese durch die massive Störung einer wichtigen Vorlesung zu bestrafen.

    Solche Aktionen sind schlicht politische Eigentore,

    Guy Fawkes

  • #104
    Ricardo

    @guy fawkes

    Sind für dich Demonstrationen auch „kollektive Bestrafungen“ von Autofahrern?

    Den normalen Ablauf einer Vorlesung zu unterbrechen, bei der ein bekennender Antisemit und „nationaler Sozialist“ bislang unhinterfragt rumsitzen kann, ist wohl so schlimm nicht. Anscheinend hat Student 2013 hat einfach schon so viel Obrigkeitshörigkeit und Like-Button-Klicks absorbiert, dass das in seiner/ihrer Vorstellungswelt gar nicht mehr vorkommen kann.

  • Pingback: Ruhr-Uni Prof vs. Antifa: Wer schlug zuerst? | Ruhrbarone

  • #106
    Klaus Lohmann

    Wenn ich mir das nebenan im Beitrag von Martin Niewendick verlinkte Facebook-Video so ansehe, erübrigt sich eine weitere Diskussion über den „Erstschlag“-Täter und dessen „vorbildliches staatsbürgerliches Verhalten“.

    Dermaßen ausrastend sieht man Professoren normalerweise recht selten bis gar nicht, liebe Borges- und Brück-Fans.

  • #107
    Klaus Lohmann

    @#104 | Ricardo: Die Anzahl der Studierenden und Studierten in NRW ist mittels dieses Artikels und seiner Kommentare sprunghaft in die Höhe geschnellt:-):-)

  • #108
    Döner

    Also, in einem Staat, wie ihn solche Nazis letzten Endes proklamieren, wäre es so, dass wenn ein „Linker“ (also einfach nur Kritiker vll der Nazis) in eine Uni gehen würde, dieser sofort auf der Stelle vor dem Haus hingerichtet werden würde. Insofern finde ich es ok, wenn gegen seine Anwesenheit demonstriert wird. Ich kann mich noch nicht entscheiden, ob ich das ok oder schlecht finden soll. Vll sollte man die anständigen Verhaltensweisen auch erwachsen vorleben, vor den Nazis. Andererseits, vll kann man auch denken, dass sie nur solche Sprache verstehen und der Rest der Diskussion von Nicht-Beteiligten wie uns geführt werden kann. Diese würde im Nazistaat nicht stattfinden, sondern als Todeswunschliste enden.

  • #109
    Guy Fawkes

    @RICARDO antwortete mir.

    @guy fawkes

    „Sind für dich Demonstrationen auch “kollektive Bestrafungen” von Autofahrern?“

    Nein dies sind sie genau so wenig wie Baustellen auf Atobahnen eine Kollektivstrafe für Autofahrer.
    Es geht hier nur um die massive Störung einer Vorlesung, die zu einem Unterrichtsausfall führt, der halt die Durchfallquoten erhöht.
    Dies nenne ich mal eine Kollektivstrafe für politisch eher unbeliebte Jurastudenten.

    „Den normalen Ablauf einer Vorlesung zu unterbrechen,“
    Hätte es eine Flugblattaktion mit Steckbrief nicht auch getan?
    Selbstverständlich gehört auf einen groben Klotz ein grober Keil,
    und Michael Brück hat ja selbst Antifaschisten angeprangert.

    „bei der ein bekennender Antisemit und “nationaler Sozialist” bislang unhinterfragt rumsitzen kann, ist wohl so schlimm nicht.“
    Auch Hinterfragen muss man können.
    Bei Jurastudenten handelt es sich um ein „recht problematisches Völkchen“.
    Der meRCeDeS hat dort immer sein „Heimspiel“. Desto vorsichtiger muss man
    da sein.

    „Anscheinend hat Student 2013“
    Nein ich bin schon etwas älter…

    „hat einfach schon so viel Obrigkeitshörigkeit … absorbiert, dass das in seiner/ihrer Vorstellungswelt gar nicht mehr vorkommen kann.“

    „Autoritäten“ finde ich gut. Ich mag nicht wenn sie leiden.
    Mein Freund war Juraprofessor und Ex-Minister und „litt wie ein Hund“ nur
    weil sein Freund ein aufstrebener Juradozent ein „akademisches Berufsverbot“
    erhielt, nur weil er eine offizielle Einladung der Fakultät zu einer Geburtstagsfeier mit den Worten ablehnte.

    „Am Holocaust gibt es nichts zu feiern“

    Bei dem „Geburtstagskind“ handelte es sich um einen der Autoren des
    Kommentars zu den „Nürnberger Gesetzen“, der diese antisemitischen
    Gesetze noch in der Praxis verschärfte und damit die Opferzahl dieser
    Gesetze erhöhte. (Nach dem offiziellen Gesetz war nur der Geschlechtsverkehr
    zwischen Juden und Nichtjuden eine strafbare „Rassenschande“. In der Praxis
    wäre das schwer zu beweisen gewesen und bei einem der beiden Partner galt
    ja noch die Unschuldsvermitung…

    Mal ein Vorschlag zu Michael Brück.

    Der Typ kommt ja öfters mit dem Strafgesetzbuch in Kontakt.
    Man sollte ihm mal bei einem seiner nächsten Taten eine
    Strafrechtshausarbeit „gönnen“.

    Alle Jurastudenten schreiben ständig Hausarbeiten, Übungsklausuren und echte Klausuren.

    Im Strafrecht sehen diese so aus.

    Erst wird ein Sachverhalt beschrieben und dann wird gebeten die Strafbarkeit zu prüfen.

    (Hinterher nach der Bearbeitung gibt es dann noch eine „Musterlösung“)

    Man warte einfach ab bis Michael Brück mal wieder was ausgefressen hat. Ich
    glaube das muss man nicht sooo lange warten…

    Dann formuliere man den Sachverhalt. Man schreibe nur statt „Der Student A“ lieber „Der Jurastudent im zweiten Semester an der Ruhruniversität Bochum Michael Brück“…

    Diese „Hausarbeit“ verteile man dann unter den Hurastudenten seines Semesters.

    Selbstverständlich verteile man nach einer angemessenen Zeit auch die Musterlösung…

    Guy Fawks

  • #110
    Marcus

    Mir fehlen bei vielen Kommentaren hier mehr als die Worte. #18 das Dir alles egal ist ist für einen angehenden Juristen mehr als beschämend. Für alle anderen hier die einmal Michael Brück in Aktion erleben möchten, wie er Opfer im Gerichtssaal verhöhnt, die von Neonazis vor dem Dortmunder Lokal Hirsch Q brutal zusammengeschlagen wurden, wie Michael Brück sich mit dem Kreisvorsitzenden der NPD Hans Joachim Voss im Gerichtssaal über den Staat und die Staatsanwälte lustig macht, wie Zeugen von ihm und Voss denunziert und bedroht werden. Der ist herzlich Eingeladen am 06.12 um 09:00 im Saal 130 des Landgerichtes zu kommen. Dort wird gegen 10 Neonazis verhandelt die an einem brutalen Überfall auf das Lokal Hirsch Q beteiligt waren. Mit dabei u.a. auch Sven und Jan Kahlin die bereits mehrfach in Haft waren. Interessant sind auch einige Verteidiger wenn sie Herrn Voss von der NPD herzlich Begrüßen aber von der Presse angesprochen keinen Kommentar abgeben. Und wie gesagt ist Michael Brück und seine Anhänger mittendrin. Das Michael Brück Kontakte zur NSU nachgesagt werden ist bei einer derartigen Person mehr als Wahrscheinlich.

  • #111
    Studentin

    Meine persönliche Kritik richtet sich in diesem Fall an die Leute hier , die mit solchen Kommenaren um sich werfen, wir Jura Studenten des ersten Semesters würde einen Nazi schützen und es wäre uns egal, ob er neben uns sitzt. @Jos du scheinst mir doch ein vernunftbegabter Mensch zu sein, wie kannst du nach wie vor behaupten hier würden die Studenten sagen es wäre ihnen EGAL?! Man hat euch aufgefordert Zitate zu bringen , wenn ihr sowas behauptet und statt eure These mal handfest zu belegen, wiederholt ihr sie einfach? Das ist nicht wirklich stark argumentiert, auch wenn man mit noch so vielen Fachbegriffen und politischem Wissen um sich wirft. @Paul, ich muss dir in sofern recht geben, als dass die Formulierung „besonnen“ unpassend ist , ich gehe aber stark davon aus ( so wie das meistens ist mit Berichterstattung) dass der Verfasser nicht anwesend war. In manchen Berichten heißt es auch Brück wäre handgreiflich geworden mit anderen Studenten. Kompletter Bullshit! Er sass da und hat sich das Spektakel angeguckt. Das Outing an sich war eine sehr gute Sache und ja es hat uns auch wirklich alle zum nachdenken gebracht,ABER ich könnte mich her wirklich über einige Leute der Linken aufregen, die nur weil ihnen widersprochen wird, sofort brüllen : Ihr unterstützt einen Nazi! Was ist das? Viele Studenten die diese Kommentare gelesen haben, fühlten sich persönlich angegriffen, da dies in keinster Weise der Auffassung entspricht. Ich habe eines dieser Videos gefilmt , die nun bei der Polizei verwertet werden. Und ja es wäre nicht eskaliert, hätte man die antifas ausreden lassen. Nur vllt wäre diese ganze Situation auch entspannter gewesen, wenn man nicht mit Anonymus und scream
    Masken reingekommen wäre. Ein Hörsaal ist nicht der Ort für politische Auseinandersetzung dieser Art! Borges hatte jedes Recht einzugreifen und die Betreffenden raus zu schicken. Sein Handeln meiner Meinung nach, nicht besonnen , aber menschlich mehr als verständlich! Zu den Schlagstöcken (!) auch wenn diese keinen Einsatz gefunden haben, waren sie doch gegenwärtig vorhanden und es wurden definitiv Studenten bedroht. Bei allem Respekt für das Outing , meinen die Linken SO kann man ernst genommen werden von irgendwem? Das der Brück kein harmloser kleiner nazi ist, wissen wor jetzt alle ( danke dafür, es ist immerhin gut das zu wissen), aber ich und viele andere Studenten lassen sich hier ( als Augenzeugen!) nicht als Unterstützer der Nazi Szene hinstellen und auch nicht so als wäre uns alles egal! Wäre uns das alles egal würden wir hier nicht unsere Meinung schreiben und jedes mal erwähnen, dass wir rechts nicht unterstützen!

  • #112
    Arnold Voss

    @ Jenni # 69

    Mag sein, dass ich StudenteInnen und Lehrenden der Juristerei ein fachbezogenes Weltinteresse unterstelle, das es heute nicht mehr gibt: Aufmerksamkeit gegenüber Feinden des Rechts und des Rechtsstaates.

  • #113
    Student

    Studentin, wie verhaltet ihr euch jetzt gegenüber euren rechten Kommilitonen? Herr Brück siezt ja immerhin praktisch neben dir. Wie fühlt es sich an?

  • #114
  • #115
  • Pingback: Update: Flugzeugabsturz: Anzeige gegen Rechte wegen Verunglimpfung der Todesopfer | Ruhrbarone

  • #117
    Klaus Lohmann

    In diesen sehr ungemütlichen Zeiten wenigstens ein Lichtlein…

    Michi Brück hat an der Uni nur Lebenszeitverschwendung betrieben:
    https://www.ruhrnachrichten.de/nachrichten/vermischtes/aktuelles_berichte/Charakterlich-ungeeignet-Rechtsextremist-darf-kein-Volljurist-werden;art29854,2952640

  • #118
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Klaus Lohmann: So er nicht entsprechende Vorstrafen hat – und unseres Wissens hat er sie nicht – hat er an der Uni keine Lebenszeitverschwendung betrieben. Hier muss man sich noch nicht einmal zur Verfassung bekennen – das ist in anderen Bundesländern anders: http://www.welt.de/regionales/nrw/article138390448/Verfassungsfeind-und-Rechtsreferendar.html

  • #119
    Klaus Lohmann

    @Stefan Laurin: Lt. Gericht hat er die (noch anhängigen) Vorstrafen, sonst würde ihm ja nicht wg. §30 (4) JAG NRW die Zulassung verweigert werden: "Die Aufnahme in den Vorbereitungsdienst ist zu versagen: 1. wenn die Bewerberin oder der Bewerber der Zulassung *nicht würdig* ist; dies ist in der Regel anzunehmen, wenn sie oder er wegen einer vorsätzlich begangenen Tat zu einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr rechtskräftig verurteilt und die Strafe noch nicht getilgt worden ist"

    Sascha Krolzig wurde der Vorbereitungsdienst doch schon letzten August verwehrt. Oder gibt es noch einen "Rechte"-Nazistudent auf Jura???

  • #120
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Klaus Lohmann: Michael Brück studiert Jura in Bochum. Krolzig hatte gegen geklagt und jetzt verloren.

  • #121
    Klaus Lohmann

    Das mit Krolzig stand ja u.A. hier: http://www.ruhrbarone.de/nazi-kader-sascha-krolzig-darf-nicht-horst-mahler-werden/112015, das war lt. Artikel aber schon ein OVG-Urteil. Hat Krolzig zweimal geklagt?

  • #122
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Klaus Lohmann: Er hatte Einspruch eingelegt: http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/minden-vorbestrafter-neonazi-darf-kein-anwalt-werden-a-1078703.html

  • #123
    Klaus Lohmann

    Ah, danke! Das war dann damals ein Eilantrag gegen den Landesbescheid (https://beck-online.beck.de/Default.aspx?typ=reference&y=300&Z=becklink&N=2000845).

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