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Putins Trojaner

Vladimir Putin Foto: Kreml Lizenz: CC BY 4.0
Vladimir Putin Foto: Kreml Lizenz: CC BY 4.0

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Der amerikanische Thinktank „Atlantic Council“ hat eine Übersicht über Putins Trojaner in Europa veröffentlicht. Wer die kommenden Wahlkämpfe in Frankreich und Deutschland verstehen will, sollte einen Blick in das PDF werfen.

Es kann gut sein, dass sich die kommende Bundestagswahl  von den vorhergehenden stark unterscheiden wird. Denn es werden nicht nur die Parteien gegeneinander antreten und um die Gunst der Wähler buhlen, mit Russland und seinem Präsidenten Vladimir Putin könnte eine ausländische Macht in einem unbekannten Maß in das Geschehen eingreifen. Ok, das gab es früher schon: Die DDR kaufte Abgeordnete, um das Misstrauensvotum gegen Willy Brandt scheitern zu lassen und finanzierte die DKP und unterstützte die „Friedensbewegung“  der 80er Jahre, aber dieses mal könnte es rauer zugehen: Vielleicht tauchen via Wikileaks E-Mails von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Vizekanzler Sigmar Gabriel auf, werden die Vorsitzenden der beiden großen Parteien diskreditiert und lächerlich gemacht, jedoch nicht die Vorsitzenden von AfD und Linkspartei?  Vielleicht greifen Medien wie Breitbart oder Compact massiv in den Wahlkampf ein und erlangen auf wunderbare Weise Unterlagen, die solche Medien sich kaum durch harte Recherche erarbeitet haben? Und vielleicht auch werden wir ganze Troll-Armeen erleben, die in den sozialen Netzwerken Falschmeldungen und Gerüchte verbreiten und Millionen verunsichern.  Viele dieser Maßnahmen werden gesteuert sein – von Russland, seinen Geheimdiensten und seinen Freunden, den „Putinverstehern“. Vielleicht wird auch, wie im Falle des Front National, direkt Geld fließen – für Putin lohnt es sich, den Westen zu schwächen und es ist ziemlich preiswert und gefahrlos, das über den Kauf von Parteien und Eingriffe in den Wahlkampf zu tun. Der US-Think Tank Atlantic Council hat eine gute Übersicht über die Verbündeten Putins in Europa erstellt. In Deutschland zählen dazu Pegida, die AfD, die Linkspartei, Teile des SPD, Jürgen „Else“ Elsässers Magazin Compact und Organisationen wie der Petersburger Dialog. 34 Seiten, die es sich zu lesen lohnt:

The Kremlins Trojan Horses

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21 Kommentare zu “Putins Trojaner

  • #1
    Gerd

    Unschön und nicht gut, aber die ÖR greifen ihrerseits ja auch ungeniert in Wahlkämpfe ein und machen für die etablierten Parteien Propaganda. Wenn jemand dagegen hält, der noch dazu nicht staatlich finanziert ist, ist das grundsätzlich ok.

    Stichwort Finanzierung. Die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit und das Umweltministerium haben jeweils mindestens eine Million an die Clinton Foundation gespendet.

    Unschöner Präzedenzfall, der Putin und Co. sicher sehr gelegen kommt.

  • #2
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Gerd: "Die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit und das Umweltministerium haben jeweils mindestens eine Million an die Clinton Foundation gespendet." Hast Du dafür eine Quelle? Ich hab davon nichts mitbekommen.

  • #3
    Gerd

    Vera Lengsfeld hat es auf der Achse des Guten veröffentlicht. Mit Links zur Webseite der CF auf der das BMU und die GIZ als Spender stehen.

    Das in den Medien dazu Funkstille herrscht, überrascht nicht: "Vielleicht greifen Medien wie Breitbart oder Compact massiv in den Wahlkampf ein und erlangen auf wunderbare Weise Unterlagen, die solche Medien sich kaum durch harte Recherche erarbeitet haben?"

    Glaubst du WDR, NDR und SZ würden von sich aus gegen die Regierung Recherche betreiben?

    http://www.achgut.com/artikel/hat_die_bundesrepublik_hillarys_wahlkampf_mitfinanziert

  • #4
    kE

    Ist es so neu, dass Journalisten Informationen "zugespielt" bekommen?
    Ist es so neu, dass Interessensgruppen ihre Politik fördern und unterstützen?

    In meiner Jugend konnte ich mich über Kurzwelle informieren und bekam dort das richtige Weltbild aus Sicht versch. Länder mit.

    Wie sieht es mit den anderen "Global Player" aus, die auch Interessen haben? NGOs werden bspw. massiv von Großkonzernen unterstützt. Parteien erhalten Spenden. Die großen Parteien haben meistens Einfluss auf MEdien.

    Wir haben mit dem Internet die Möglichkeit, versch. "Wahrheiten" zu erfahren und haben die Möglichkeit unsere Entscheidung zu treffen.

    Natürlich haben auch die USA und ihre Organisationen Interessen. Herr Obama war ja auf Abschiedstour und hat für schöne Bilder gesorgt.

  • #5
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Gerd: Danke. Und ja, auch wenn ich kein Freund von SZ und WDR bin, glaube ich, dass sie das machen würden. Und sie haben es auch schon gemacht.

  • #6
    Himynameis

    @kE/4: ein Ziel von Putins Trollmaschinerie ist genau, bei uns in den Demokratien den Eindruck zu erwecken, es gebe keine Wahrheit (s. Abschuss des Passagierflugzeugs über der Ostukraine).

  • #7
    Gerd

    #6:

    Wir sollten aber unterscheiden zw Parteien/Unternehmen/NGO/Medien mit unterschiedlichen Interessen und einer Vertuschung eines Verbrechens. Noch dazu einer extrem plumpen.

    Lieber Putin die Möglichkeit zum trollen geben, als nur auf die Informationen der ÖR angewiesen sein.

  • #8
    Gerd

    PS: Ohne das Internet wäre Maas mit der Legalisierung von Kinderehen problemlos durchgekommen. Dank dem Netz konnte der Blogger Steinhövel eingreifen.

  • #9
    Helmut Junge

    @KE, richtig ist, Einflüsse von Außen haben immer schon dazugehört. So funktioniert Demokratie eben. Entscheidend ist nicht, wer was und wie sagt, sondern was der einzelne Wähler, Staatsbürger usw. daraus schließt, was er hört, liest usw.
    Wer über Mehrheitsbeschlüsse klagt, will eben Mehrheitsbeschlüsse nicht haben.

  • #10
    kE

    @9:
    Bei mir kommt immer mehr der Eindruck auf, dass unsere selbsternannten Eliten wieder zu anderen Wahlrechten kommen wollen, damit sichergestellt wird, dass richtig gewählt wird.

    Folgende Kriterien könnten Voraussetzung fürs Wählen sein:
    – Geschlecht
    – Einkommen
    – Bildung

    Da ist manche Ultra-Gruppierung nach einer Niederlage ein besserer Verlierer.

  • #11
    Erp Trafassel

    Der auf Deutschland bezogene Teil des PDFs ist enttäuschend. Es gibt ein wenig Hintergrund zum Dialogue of Civilizations (DOC) und Yakunin. Das war es dann aber auch. Es werden die üblichen Verdächtigen erwähnt und ein Kommentator einer Tageszeitung wird zum Putinversteher, weil er Zweifel am Sinn der Russlandsanktionen geäußert hat. Bei dem Begriff "Putins Trojaner" erwartet man dann doch, dass der Kreml seine Hände im Spiel hat.

  • #12
    Höddeldipöpp

    Sie diskreditieren sich selbst Herr Laurin.

    Dieses Machwerk zu empfehlen, in dem die Linke in Deutschland als Putins Trojaner bezeichnet wird, ist eine Empfehlung für pure Propaganda.

    Der Think Tank Atlantic Council, den Sie hier zitieren, gehört zu den schlimmsten Protagonisten des US-Exzeptionalismus und diese Richtung ist sehr verwandt mit faschistischen Bewegungen.

  • #13
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Höddeldipöpp: Faschisten folgen Alexis de Tocqueville und loben die US-Demokratie und sehen das Land als Vorbild für den Westen? Höddeldipöpp, üben sie besser noch mal, bevor sie es hier versuchen 😉

  • #14
    thomasweigle

    "….die DDR finanzierte die ..", naja. Der bundesdeutsche Steuerzahler war`s eher, der der DDR politische Gefangene abkaufen musste, die die Roten eingekerkert hatten. Ohne dieses Geld hätten DKP und andere SED-Trojaner kaum einen Valutapfennig aus Ostberlin gesehen. Sonderlich politisch erfolgreich waren die von der SED finanzierten Trojaner ja auf Dauer auch nicht. Abgesehen von den beiden MdBs in Sachen Misstrauensvotum.

  • #15
    Achim

    Die Liste der Putintrojaner ergibt sich ganz einfach aus der Liste der "Trumpversteher".
    Es handelt sich um eine bunte Mischung aus Rechtspopulaste, Linkspopulisten und
    Querfrontler. Dazu müssen wir keine englischen Texte lesen.

    Achim

    PS.
    Gehört Helga Zepp-LaRouche von der BüSo, ex Partioten und Ex Europäische
    Arbeiterpartei eigentlich zu den Trumpverstehern. LaRouche war doch viele
    Jahrzehnte ein Präsidentschaftskandidat bei den Demokraten.

  • #16
    TuxDerPinguin

    Es richt schon, wenn man als politisch inkorrekter Mann/Frau gilt und schon bildet sich ein globales rechtes Fan-Netzwerk, dass sich über Trump, Wilders, Haider, Putin, Le Pen und die hiesige AfD freut.
    Ich hoffe ja, dass das der einzige Grund ist Putin-Fan zu sein, und nicht, dass man sich wünscht, Demokratie abzuschaffen und zu starke oppositionelle Kräfte in den Gulag zu werfen.

    Die Linken scheinen davon getrieben zu sein, dass jedes außenpolitisches Engagement eine Kriegshandlung ist. Haben die USA da als Hauptagressor identifiziert und wenden sich da den vermeintlichen Haupt-Gegenspieler zu, um aufzudecken, dass die westliche Welt doch vermeintlich Propaganda verbreitet, um ihre Kriegslust zu stillen. Als Beleg wird dann meist russische Propaganda aufgeführt.

    Die rechte Fake-News-Seite breitbart will sich ja auch noch nach Deutschland ausdehnen, gewinnt wahrscheinlich Mario Barth als Reporter im Außendienst und fusioniert mit dem PI-Blog. Die Fake-News werden dann fleißig auf Facebook geteilt, meist ohne dass die Leser mehr als die Überschrift lesen. Vor allem die Rechte hat das Internet ja mittlerweile als Propaganda-Instrument entdeckt. Jede Kommentarfunktion wird genutzt. Artikel mit gewissen Überschriften haben kurz nach Veröffentlichung schon mehrere Seiten Kommentare, ohne dass in der Zeit der Artikel hätte gelesen werden können.

    Das wird immer schlimmer

  • #17
    Helmut Junge

    Es gibt keine Polarisierung der Welt, in der auf der einen Seite der "freie Westen" und auf der anderen Seite "Putin" steht.
    Zumindest teile ich diese Weltsicht des sogenannten "Thinktanks" nicht.
    Die Welt ist viel komplizierter geworden als sie früher war.
    Ich sehe bei diesem Thinktankprojekt den Versuch, die alten Zeiten mit zwei Polen wieder ins Leben zu rufen. Ob das so einfach zu realisieren ist? Mich spricht dieser Versuch noch nicht an, schon deswegen, weil ein "Thinktank" Gedanken vortragen müßte, die logisch nachvollziehebar sein müßten.
    Daran hapert es aber gewaltig. "Thinktank? Was für eine Bezeichnung für eine Leistung, die auch von einer einzelnen Person erbracht werden könnte. Und unsereiner zerbricht sich den Kopf, wie die Welt erklärt werden könnte und kommt zu keinem vernünftigen Ergebnis. Dabei braucht man nur eine Liste anfertigen mit allen Personen, die man nicht mag, und alles ist gesagt.

  • #18
    Davbub

    Beim letzten Umsturz in der Ukraine haben MDB’s und Euro-Abgeordnete in Kiew mitdemonstriert. Im ÖR wurde massiv Stimmung gemacht; eine nachgewiesenermaßen korrupte Politikerin wurde zum westlichen Symbol der "Freiheit". Jetzt bekommen wir mit gleicher Münze zurückgezahlt. Was soll’s?

  • #19
    thomasweigle

    "…und unsereins zerbricht sich den Kopf…", tja Helmut, deshalb ist "unsereins" auch nicht Mitglied in einen wahrscheinlich hochbezahlten "Denktank". Liegt da der Schwerpunkt eigentlich bei "Denk" oder "Tank" im Sinne von Panzer vielleicht?

  • #20
    Klaus Lohmann

    Danke, AC! Ohne dieses Pamphlet hätte ich das, was Pegida, die AfD, die Linkspartei, Teile des SPD, Jürgen „Else“ Elsässers Magazin Compact und Organisationen wie der Petersburger Dialog so tagtäglich absondern, für komplett bare Münze genommen. Nun bin ich gerettet!

  • #21
    struppi

    Da scheinen einige grosse Panik zu schieben.

    Die These, dass Merkel durch Veröffentlichungen auf Wikileaks verunglimpft werden soll, habe ich letzte Woche schon von David Schraven vom Recherchezentrums CORRECTIV beim HPD gelesen. Es sieht so aus, als ob da einige mit lustigen Veröffentlichungen über die Regierung rechnen, die wir dann nie in SZ, Zeit, Spiegel oder FAZ lesen werden.
    Wie nennt man das eigentlich? Propaganda, die uns warnt vor Propaganda die noch nicht mal existiert?
    Und dann mal eben alles in einem Topf wirft, was kritisch ist gegenüber der Regierung?

    Die Veröffentlichungen von Wikileaks, sind bisher alles Orginale gewesen – also tasächliche Leaks. Um dann eine Verbindung zu Hetzern wie Elsässer zu biegen, da muss man wirklich einen Knoten im Hirn haben.

    Das die GIZ gespendet hat, kann man direkt auf der Seite der Clintonfoundation nachsehen: https://www.clintonfoundation.org/contributors?category=%241%2C000%2C001%20to%20%245%2C000%2C000&page=1

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