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Update: Ralf Jäger, das LKA, Viagra und Photoshop

NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) informiert sich über die Preise von illegalem Viagra aus dem Internet (Bildnachweis: Pressefoto Innenministerium NRW)

NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) informiert sich über die Preise von illegalem Viagra aus dem Internet (Bildnachweis: Pressefoto Innenministerium NRW)

Photoshop ist eine tolle Sache. Aber man sollte nicht nur technisch gut damit umgehen können, sondern sich auch überlegen, was man damit macht.

Drei Männer schauen begeistert und lachend auf einen Monitor. Die drei sind NRW-Innenminister Ralf Jäger (Mitte), Klaus Kisters, Ermittler der Zentrale Internetrecherche (ZIR) (links) und Wolfgang Gatzke, Direktor des LKA NRW (rechts). Was auf dem Monitor in diesem Moment zu sehen war, wissen wir nicht. Vielleicht lustige Fotos von der Betriebsfeier oder ein schmutziger Witz über Hannelore Kraft. Was wir allerdings sehen können ist das, was via Photoshop etwas plump und nachträglich in den Monitor eingefügt wurde: Eine Shopping-Site für Viagra. Und Valium gibt es dort auch – wenn man sich von dem ganzen Sex-Stress erholen möchte.

Ich weiß ja nicht, was ich, wenn ich in der Pressestelle arbeiten würde, meinem Minister in den Monitor kopiert hätte. Aber ein offizielles Pressefoto, wo er und zwei hohe Polizeibeamten sich über die günstigen Viagrapreise zu freuen scheinen, wäre wohl nicht dabei herausgekommen. Was mit gestohlenen Reifen wäre doch auch ganz nett gewesen.

Update: Polizei veröffentlicht Bild von Viagra-Ralf

Im Landtag NRW sorgte das Bild von „Viagra-Ralf“ alias Innenminister Ralf Jäger (SPD) für ein großes Hallo. Nicht nur, dass die CDU die ganze Nummer peinlich für den Minister findet. Nöö. Noch besser: Die Polizei NRW hat das Bild in ihrem Magazin „STREIFE“ als Illustration für den Bericht „Immer mehr Täter tummeln sich im Netz“ verwandt. Herausgeber des Magazins: Das Innenministerium NRW. Also „Viagra-Ralf“ selber. 🙂

Gedruckt wurde folgendes Foto:

NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) informiert sich über die Preise von illegalem Viagra aus dem Internet (Bildnachweis: Pressefoto Innenministerium NRW / 01.03.2011)

NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) informiert sich über die Preise von illegalem Viagra aus dem Internet (Bildnachweis: Pressefoto Innenministerium NRW / 01.03.2011)

 

Das Magazin erschein unter dem Titel: „Chrash Kurs NRW“

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12 Kommentare zu “Update: Ralf Jäger, das LKA, Viagra und Photoshop

  • #1
    DAMerrick

    Ein junger, frustrierter Mitarbeiter der sich für die beginnenden Internetzensuren rächen wollte?

  • #2
    Leser6456

    Noch besser: http://www.im.nrw.de/pressefotos/original/110301_Internetrecherche%20LKA_3.jpg

  • #3
    Sounour

    Ich gehe ja davon aus, dass hier einfach darauf hingewiesen werden soll, dass gegen diese Angebote vorgegangen wird. Und wenn man genau hinsieht, dann merkt man dass das eine Dummy Webseite mit generischen Inhalten ist.
    Mal in Echt? Was ist besser? Dummy oder Echt? Nicht dass es hinterher noch heißt, das Ministerium würde für so eine Seite Werbung machen.
    Also ist es volle Absicht, was da auf dem Bildschirm zu sehen ist. Außer vllt. dass es so schlecht gemacht ist, aber das sieht man erst auf den zweiten Blick wenn man nicht geübt ist.

  • #4
    Ursula von den Laien

    Was man unter http://www.pillen.com/ wirklich sieht, ist aber auch nett… 😀

  • #5
    Guido

    Was sagen uns diese Bilder noch?

    Productplacement für die Deutsche Telekom und Norton Antivirus.

    Was jedoch wirklich erschreckend ist: Die Software zwischen Window XP und IE Version anno dazumal 😉

  • #6
  • #7
    Bert

    Möglicherweise wurde vorher die Homepage von Rechtsanwalt Lothar Vauth begutachtet ?

  • #8
    DAMerrick

    Schon aufgefallen das auf dem linken Display der Firefox geöffnet ist?

  • Pingback: Links anne Ruhr (03.06.2011) » Pottblog

  • #10
    Eine Journalistin

    Der Hammer! Warum fällt es im Landesministerium niemandem auf? Und/oder warum löscht es die Pressestelle nicht? Ich kanns kaum glauben.

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  • #12
    Carsten

    Unfassbar, dass das heute (06.06) immer noch so im Internet steht. Man hätte auch einfach die Seite des Innenministeriums abbilden oder das Bild unkenntlich machen können, aber so wie es jetzt da steht ist ziemlich peinlich.

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